[KG-Challenge #35] Paranormal – Die Alphachefin

Hei, hallo und herzlich willkommen,

in der heutigen Kurzgeschichte geht es durchaus um den Tausch der Geschlechterrollen.

Kurze Vorgedanken

Wenn wir uns die Wölfe ansehen, dann ist es so, dass es ein Alphamännchen und ein Alphaweibchen gibt. Sie sind die Einzigen, welche Junge zeugen bzw. gebären dürfen. Allen anderen im Rudel ist dies verboten. Bei den Löwen gibt es ein Alphamännchen und ein Rudel voll Weibchen und Jungtiere. Geschlechtsreife Männchen werden vertrieben.

Die Natur macht es vor und die verschiedensten Autorinnen und Autoren übernehmen dieses Vorbild. Und das, obwohl die Charaktere als Menschen oder auch als Werwesen durchaus andere Möglichkeiten haben.

Denn warum ist es automatisch so, dass Männer die Führung übernehmen oder übernehmen müssen? Nur, weil Frauen als zickig gelten, wenn sie eine Führungsrolle übernehmen? Oder, dass Frauen gar keine politischen Ämter übernehmen sollten?

Eine ernsthafte Bitte: Schmeiß diese Gedanken ganz schnell über Bord. Vielen Dank!

Die Kurzgeschichte – Deine Eckdaten

Eine Gruppe von Paranormalwesen verliert ihren Anführer. Die älteste Tochter ist die Einzige, welche das Recht hat, die Führung zu übernehmen. Und schon sehr zeitnah zeigt sich, ob sie aus dem richtigen Holz gewachsen ist, um als Alphaweibchen ihr Rudel zu führen oder nicht.

Überleg Dir, mit welchen Problemen Dein Alphaweibchen schon in ihrem eigenen Rudel zu kämpfen hat. Denn ich kann mir vorstellen, dass bei einigen teststerongeladenen Rudelmitgliedern es nicht so gut ankommt, dass sie von einer Frau geführt werden. Und zusätzlich muss sie sich noch mit einer Angelegenheit außerhalb ihres Rudels kümmern. Sei es, dass ein anderes Rudel ihr Gebiet übernehmen möchte. Oder ein anderer Grund, der Dir einfällt.

Du kannst Dir dann überlegen, ob sie am Ende dann weiterhin als Alphaweibchen und Rudelführerin ihren Platz innehat oder nicht. Oder Du schreibst beide Varianten, um zu sehen, was Dir mehr zusagt. Auf alle wäre es interessant zu sehen, wie eine Chefin sich in Deinem Rudel macht.

Da ich Dir zwei Konflikte aufs Auge drücke (einmal innerhalb des Rudels und einmal außerhalb), schlage ich Dir 20.000 Zeichen inklusive Leerzeichen als Rahmen vor.

Dabei wünsche ich Dir viel Spaß.
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[Gastbeitrag] Mach nicht Geschlechter, mach Charaktere!


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Hallo und herzlich willkommen!

Ich habe die Ehre, heute anstelle von Carola für den Schreibkasten zu philosophieren. Ihre treuen Follower dürften in den letzten Wochen bemerkt haben, dass ich hier schon mit Buch und Interview vertreten war – gestatten, Nora Bendzko. Ich zähle zur fraulichen Seite des Universums, wie man an meinem Namen vielleicht erahnen kann. Da ich eine Autorin bin, die nie Abwechslung genug bekommen kann, habe ich nicht nur weibliche, sondern auch männliche Protagonisten. Wie viele andere Autoren sicher auch.

Tatsächlich bin ich auch der Riege begegnet, für die der Sprung in den Kopf des „anderen“ Geschlechts ein großes Thema ist. Stichwort:

Gender-Marketing.

Wie schreibe ich Mann/ Frau in einem Männer-/ Frauenbuch und vice versa? Solche und ähnliche Fragen sind in der Literaturwelt gar nicht so selten, insbesondere bei romantischen und erotischen Titeln. Erotik aus Frauensicht, aber vom Autor geschrieben? Gay Romance von der Autorin? Und vergessen wir nicht die geschlechterexklusiven Kategorien wie den Begriff der „Frauenliteratur“.

Ist das schon für manche ein Streitfeld, so ist ein noch größeres: Wie mache ich Geschlecht?

Diesbezüglich hat sich mir eine Diskussion in einem Autorenforum eingeprägt. Dort wollte ein Autor erstmals ein Buch für Frauen schreiben und fragte, inwiefern sich Frauen- von Männersprache unterscheidet. Was zeigte, wie sehr Lesern und Autoren eine binäre Vorstellung der Geschlechter einprogrammiert ist. Klassische Annahmen wie „Frauen reden“ mehr und „Männer sind einfacher gestrickt“ wurden bei der Diskussion in den Raum geworfen.

Entsprechend einfach scheint die Frage zu beantworten: Wie mache ich Geschlecht? Ganz klar, ich orientiere mich am klassischen Rollenbild.

Meine Antwort dazu ist: Jein, so simpel ist das nicht.

Im Folgenden werde ich erläutern, warum diese Rollenbilder eine fiese Schreibfalle sein können, und inwiefern die Geschlechterfrage von dem ablenken kann, was zur Standardarbeit von Profiautoren gehören sollte: Charaktere schaffen!

Kurze Einführung: Zu Gender, Sex und Gender-Marketing

Ich werde mich in diesem Artikel, wann immer ich „Geschlecht“ schreibe, auf die literaturwissenschaftliche Bedeutung von „Gender“ nach Judith Butler beziehen. Diese teilt „Geschlecht“ wie folgt ein:

Gender = Geschlechtsidentität (mental & sozial)

Sex = angeborene Geschlechterorgane (körperlich)

Trotz einem großen Zuwachs an LGBTQ-Literatur und dessen steigender Nachfrage herrscht in der deutschen Literaturlandschaft das Bild des „klassischen“ Frauenkörpers mit „klassischer“ Frauenidentität vor (auf Männer übertragbar). „Klassisch“ beziehe ich auf die mentalen und körperlichen Geschlechtszuschreibungen, wie sie im 18. Jahrhundert mit dem Vater-Mutter-Kind-Modell eingeführt wurden.

Zuschreibungen, die für das sogenannte Gender-Marketing von großer Relevanz sind. Denn dieses geht von eklatanten Bedürfnisunterschieden zwischen den Geschlechtern aus, wie sie von den Erwartungen der Gesellschaft – der jeweiligen Geschlechterrolle – geschaffen werden. Produkte dieses Marketings sehen wir tagtäglich ums uns: Die Trennung von Jungen- und Mädchenspielzeug in Blau und Rosa, Bikini-Models in der Axe-Werbung, oder das neue Grillbuch für „echte Männer“. So viele dieser Produkte erfolgreich verkauft werden, so viele erhalten auch Kritik.

Zwei Beispiele aus dem künstlerischen Betrieb, die beide Extreme darstellen: Gender-Marketing, das funktioniert hat, und Gender-Marketing, das in die Hose ging.

Beispiel 1: Revolutionary Girl Utena


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Unschwer zu erraten, an wen sich dieses DVD-Cover richtet, oder? Die Akzente sind mit den pinken Farben, den schönen Mädchen, dem Ballkleid und dem Schloss eindeutig gesetzt. Wer sich mit Animés auskennt, wird die langgliedrigen Figuren dem „Shoujo“-Genre zuordnen können, den Animés für Mädchen und junge Frauen.

Gerne hätte ich ein Buch vorgestellt, aber „Revolutionary Girl Utena“ (jap. „Shoujo Kakumei Utena“) ist so ein exzeptionelles Beispiel, dass ich es einfach nicht vorenthalten kann. Tatsächlich: Es handelt sich hier um einen Animé für heranwachsende Frauen.

Mit den pinken Haaren der Protagonistin, den Rosen, unglaublich schönen Prinzen und unzähligen Märchenmetaphern ist „Revolutionary Girl Utena“ fast beleidigend klischeebeladen. Und doch ist die Serie nicht als Trash-Titel berühmt geworden. Tatsächlich ist diese Märchenwelt, wie sie pinker und heiler nicht sein könnte, eine Fassade, unter der Themen wie Missbrauch, Inzest, Vergewaltigung, Homosexualität, patriarchalische Gewalt und Todessehnsucht brodeln. So subtil und surreal verarbeitet, dass jüngere Zuschauerinnen nicht davon geschockt werden, sondern sich nur an den mädchenhaften Elementen erfreuen. Und rückblickend, als Erwachsene, eine tiefe Message für sich entdecken können. Die Serie zeigt insbesondere Empathie für japanische Frauen, die durch ihre Geschlechterrolle unterdrückt werden, und wie man aus dieser Rolle ausbrechen kann, ohne die eigene Weiblichkeit einzubüßen.

Regisseur Kunihiko Ikuhara – ja, ein Mann – hat sein Zielpublikum eindeutig verstanden. Entsprechend erfolgreich war „Revolutionary Girl Utena“.

Beispiel 2: Die inneren Werte von Tanjas BH


Quelle

Das Bild zeigt ein Werbeplakat des Jugendromans „Die inneren Werte von Tanjas BH“, das auch als Poster dem Buch beilag. Die Autorin Jutta Wilke veröffentlichte es unter dem Pseudonym „Alex Haas“ im renommierten Oetinger Verlag. Wie bei „Revolutionary Girl Utena“ wurden hier Teenager und junge Erwachsene als Zielgruppe angepeilt, diesmal Jungen.

Kaum wurde das Werbeplakat online und in Schulen ausgestellt, wurde Oetinger mit einem gewaltigen Shitstorm konfrontiert. Der Grund? Das Plakat wurde von Mädchen und Eltern als sexistisch empfunden. Die Kontraste auf dem Plakat sind eindeutig: Wo der Junge ein „Superhirn“ besitzt, hat das Mädchen einen „Hohlraum“, und so weiter.

Laut Oetinger hatte man versucht, auf ironische Art eine „authentische“ Weltsicht des pubertären Hauptcharakters wiederzugeben, für den Mädchen noch eine fremde Welt sind. Nur wurde eine Sache nicht beachtet: Das Plakat ist nicht nur geschlechter-exkludierend, sondern auch geschlechter-bewertend. Eine solche Werbung ohne Kontext in einem geschlechterübergreifenden Raum aufzuhängen – der Schule – kann nur auf Empörung stoßen. Der Verlag verteidigte die Werbeaktion mit Argumenten wie „so denken junge Männer eben“. Darüber kann man streiten. Worüber man nicht streiten kann, ist die Tatsache, dass die Werbeaktion nach hinten losging.

Was bedeutet das für mich als Autor?

Wie man an diesen Beispielen sieht, kann Gender-Marketing sehr unterschiedlich ankommen. Nehmen wir an, du als Autor oder Autorin begibst dich auf dieses Gebiet. Ich denke, du wünschst dir, dass dein Buch gut ankommt, und nicht wegen einer politischen Unkorrektheit verrissen wird, die du nicht angestrebt hast? In diesem Fall hätte ich ein paar Tipps für dich!

Bewerte das Geschlecht nicht über

Wenn wir Autoren etwas Neues ausprobieren, tendieren wir in der Regel dazu, zu übertreiben. Ich erinnere mich noch an meine Babyschritte in Sachen Erotik – grauenvoll ist noch untertrieben! Entsprechend ist es nicht verwunderlich, dass wir erst einmal blockiert sind, wenn wir zum ersten Mal in einer ungewohnten Geschlechterperspektive schreiben.

Das absolute No-Go: Die reine Klischee-Reproduktion. Insbesondere, wenn es nicht nur einzige Figur, sondern die ganze Geschlechtergruppe im gesamten Buch betrifft. Auch wenn es auf den ersten Blick einladend wirken mag. Wir würden ja nicht haarklein jedes Klischee in eine Liebesgeschichte, einen Krimi oder Science-Fiction packen. Sicher, es sind genug nostalgische Akzente für den Vielleser gesetzt, aber dann braucht der doch ein bisschen mehr, damit die Geschichte nicht platt auf ihn wirkt.

Und da mischen Charaktere besonders mit, fern vom reinen Klischee – Geschlecht eingeschlossen.

Der eine oder andere wird sich hier denken: „Aber es ist doch witzig, wenn mit Klischees gespielt wird.“ Ja, und ob! Um mit Klischees spielen zu können, muss man aber enormes Wissen über sie verfügen, sowie die Fähigkeit, sie humorvoll gegeneinander auszuspielen. Humor kann auch nur durch Kontraste stattfinden. Wo Klischee normalisiert wird, um eine ganze Gruppe zu definieren, wird ein lustiger Aha-Effekt beim Leser ausbleiben. Ist dieser gelangweilt oder empört, nützt es nichts zu wettern, dass der eigene Witz nicht verstanden wurde – dann war man vielleicht einfach nicht witzig.

Ein Geschlecht ist nicht alle Geschlechter

Möchte man jenseits des Klischees schlau werden, kommt man um eines nicht herum: Recherche. Was bedeutet: Nicht nur einen einzigen Repräsentanten einer Geschlechtergruppe fragen und glauben, so ticken alle seine Genossen.

Ich erinnere mich an eine Diskussion in einem Autorenforum, wo eine erotische Szene besprochen wurde. Dort verwöhnte die Frau die Brustwarzen des Mannes, worauf einige Autorinnen meinten: „Das solltest du streichen, mein Mann sagt immer, Männer mögen das überhaupt nicht!“ Und gleichzeitig tat sich ein ganzes anderes Lager auf: „Was, Blödsinn, mein Mann liebt das!“

Daran sieht man, dass allein schon Details der Sexualität sehr individuell sind. Entsprechend individuell sollte die Geschlechterdarstellung deiner Charaktere im Gesamten ausfallen. So machst du sie wesentlich realistischer.

Show, don’t tell!

Ja, die Binsenweisheit aller Autoren gilt auch für Geschlecht. Schon Judith Butler stellte in „Gender Trouble“ fest, dass Geschlecht vornehmlich performativ ist. Soll heißen: Wir zeigen unsere Geschlechteridentität mit unserem Verhalten. So kann ein Mann „weiblich“ die Hüften schwingen oder ein Tomboy „männlich“ auf uns wirken, obwohl biologisch als Frau geboren. Das lässt sich eins zu eins auf Geschichten übertragen.

Mehr als einmal sind mir bei Texten Phrasen untergekommen wie: „Er war die Definition von Männlichkeit.“ Was ein erstaunlich nichtssagender Satz ist. Wie schon gesagt, ist Geschlecht individuell, entsprechend auch die Vorstellung von Geschlechteridealen. Für den einen mag die „Definition von Männlichkeit“ ein braungebrannter, leidenschaftlicher Bodybuilder sein, für jemand anderen ein distanzierter Gothic mit langen Haaren und feinem Gesicht. Andere Menschen machen gar ihr Ideal nur an inneren Werten fest und finden keine Antwort auf die Frage, was ihr Typ sei.

Also: Definiere! Aus den individuellen Augen des Protagonisten, nicht mit der allgemeingültigen Stimme des Erzählers. Und noch viel wichtiger als das Aussehen: Wie zeigt sich das Geschlecht deiner Charaktere in ihrem Verhalten? Dabei meine ich nicht, dass gewisse Handlungen von der Erzählerstimme als „weiblich“ oder „männlich“ bewertet werden sollen. Schreib wertfrei. Der Leser kann das Verhalten deiner Charaktere sehr gut mit seinen eigenen Vorstellungen abgleichen.

Gender-Marketing heißt nicht „Kampf der Geschlechter“

Das betrifft nicht nur die Binarität von Männern und Frauen, sondern auch Binaritäten wie Queer und Hetero, Gay versus Frauen, et cetera. Öfter kommen mir Texte unter, in denen verschiedene Geschlechter auftreten und sich ein Geschlecht als das „stärkere“ auftut (was längst nicht immer Männer sind, übrigens), während andere Geschlechtertypen dem untergeordnet, manchmal denunziert werden. Es gibt auch Bücher, die explizit vom „Kampf der Geschlechter“ leben, wie humoristische Belletristik, in dessen Zentrum die Gegensätze von Männern und Frauen stehen. Problematisch ist hier nicht, dass Differenz und Klischee Lacher hervorrufen, sondern, wenn zwischen den Zeilen pauschalisierende Bewertungen stattfinden. Ein Beispiel dafür wäre frauenexkludierende Gay Romance, die Frauen nur als „die Anderen“ und Antagonistinnen auftreten lässt, aber eben nicht als „normale“ Charaktere.

Hier ist das Stichwort: Respekt. Für alle Seiten.

Das bedeutet nicht, dass alle Charaktere in einem Buch politisch korrekt geschrieben sein müssen. Im Gegenteil, ein sexistisches Aas kann ganz schön Wind in einen Plot bringen. Es sollte dabei nur berücksichtigt werden, dass von Erzählerstimme oder Message eine bestimmte Geschlechtergruppe nicht pauschal niedergemacht wird. Zumal diese Geschlechtergruppe Teil der eigenen Leser sein kann.

Nicht an Schemata festhalten – Geschlecht ist veränderlich!

So, wie sich die Ideale der jeweiligen Geschlechterkörper durch die Jahrhunderte immer gewandelt haben, haben sich auch die Vorstellungen davon geändert, wie Mann und Frau sich zu verhalten haben – und tun es immer noch!

Früher waren Drachenkämpferinnen holde Maiden, die Babydrachen mit ihrer Lieblichkeit bezähmten. Heute köpft die erwachsene Alice den Drachen im Wunderland. Einst becircten sanftmütige Gentlemen mit adeligem Gemüt die Damenwelt. Nun sind die Bad Boys, bösen Rocker und Männer mit gebrochenen Herzen auf dem Vormarsch. Im 21. Jahrhundert gibt es von den traditionellsten bis zu den liberalsten Darstellungen hin alles an Extremen und Zwischenstationen. Entsprechend ist Gender-Marketing schwerer denn je, kritisierter als je zuvor.

Wirst du also mit beleidigten Lesern konfrontiert, haue ihre Kritik nicht mit dem Hammer nieder – rede mit ihnen! Denn sie sind deine beste Informationsquelle. Wenn du Gender-Marketing machen willst, musst du wie bei jedem anderen Markt immer up to date sein. Und musst manchmal auch ins kalte Wasser springen und dich fragen: Was könnte morgen sein?

Vielleicht verlässt die Erotik ihre Schmuddelkiste und wird zur etablierten Literatur? Vielleicht wird Queer Romance das große neue Ding? Vielleicht haben die Leute die Schnauze voll von Dreiecksbeziehungen und warten auf den ersten großen Bestseller, in dem die Protagonistin sich einfach für beide Männer entscheidet?

Probiere es aus!

Was immer du an neuer Perspektive oder Zielpublikum ausprobierst: Am Ende gibt es nur Try and Error mit deinen Charakteren. Lass dich gar nicht erst zu dem Gedanken verleiten, nicht eine „andere“ Darstellung auszuprobieren, weil sie nicht vorgekauten Geschlechterbildern entspricht. Lieber Kritik für interessante Charaktere als für uninteressante Geschlechterplakate bekommen – und daran wachsen!

 

 

 

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Einfach mal kurz innehalten und …

… Danke schön sagen.

Hei, hallo und herzlich willkommen,

es gibt Momente, da muss man zur Ruhe kommen und den Augenblick genießen. Das war gestern bei mir der Fall. Denn gestern gab es ein paar kleine Highlights auf meinem Blog, die mich völlig überrascht haben.

Seit gestern folgen diesem Blog über 100 Menschen. Das bedeutet: Über 100 Menschen werden per E-Mail darüber informiert, dass es auf diesem Blog einen neuen Beitrag gibt. Das ist mir gar nicht so bewusst gewesen, dass ich schon dieser Zahl so nah bin. Da war ich total überrascht und gleichzeitig dankbar.

Gleichzeitig haben sich gestern vier Personen an einem Tag entschieden meinem Blog zu folgen (bisheriger Rekord waren 3) und zudem wurde Tagesrekord an Beitragslikes von 16 Likes gebrochen (mit 17 wurde der gezählt, aber es waren am Ende mehr).

Auch wenn ich diesen Blog letztendlich für mich als Motivation und zum Lernen schreibe, so bin ich über jeden Besuch und jeden Kommentar dankbar. Denn dadurch habe auch ich eine Menge gelernt. Und das sollte ich/man niemals unterschätzen.

Auch wenn mein Blog nicht der Größte oder Beste zu diesem Thema ist, möchte ich an dieser Stelle einfach mal danke sagen.

Vielen Dank.

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[KG-Challenge #34] Paranormal – Zwei Alphas in Romance

Hei, hallo und herzlich willkommen,

heute dringen wir mit der Kurzgeschichte in das Herzstück der modernen Paranormalgeschichten vor.

Kurze Vorgedanken

Für mich ist das Herzstück der modernen Paranormalgeschichten, die ganzen Paranormal Romance Romane. Also Geschichten mit Vampiren oder Werwesen (Werwölfe, Werkatzen, was auch immer gerade angesagt ist).

Vorgestern las ich diese Buchrezension von Lisa Hei und da kam mir spontan die Idee für die heutige Kurzgeschichte. Dabei geht es, wie die Überschrift schon sagt, um die Alphas verschiedener Rudel.

Die Kurzgeschichte – Deine Eckdaten

Zwei konkurrierende, wenn nicht sogar verfeindete Rudel leben in unmittelbarer Nachbarschaft. Man geht sich aus dem Weg, nachdem ein Waffenstillstand vereinbart wurde. Vorher ist man sich regelmäßig an die Kehle gegangen und will das nun vermeiden. Trotzdem herrscht zwischen den Mitgliedern beider Rudel immer noch eine Anspannung und man sollte sich besser nicht einander nähern.

Doch das Rudel ist gezwungen, miteinander zu arbeiten, da sie ansonsten in Gefahr sind und sogar ausgerottet werden könnten. Daher treffen sich die beiden Alphas (also die Rudelführer) und wollen besprechen, wie es weitergehen soll.

Während der Besprechung fühlen beide, dass sie mehr sind, als nur die Alphas beider Rudel. Sie sind füreinander bestimmt. Und auch wenn die beiden das nicht akzeptieren wollen, sie müssen es.

Du kannst folgende Entscheidungen noch treffen:

  • Was für Werwesen sind die beiden Alphas? (Ich fände übrigens Werwolf und Werkatze ganz interessant, könnten aber auch zwei Werwölfe sein oder zwei Werkatzen verschiedener Rassen, also Leopard und Löwe zum Beispiel.)
  • Mit welchem Konflikt die beiden konfrontiert werden und ob Du es überhaupt zum Thema Deiner Kurzgeschichte machen möchtest (Du könntest zum Beispiel auch nur über das Zusammentreffen der Alphas schreiben).
  • Und ob es zu einer erotischen Szene kommt (es muss ja keine Sexszene sein).

Als Zeichenanzahl würde ich hier 15.000 Zeichen inklusive Leerzeichen veranschlagen.

Dabei wünsche ich Dir viel Spaß.
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Sexismus – Die Heilige und die Hure

Hei, hallo und herzlich willkommen,

mir Nora Bendzko hatte ich mal ein Gespräch über das Thema „Die Heilige und die Hure“ gehabt. Da sie ihre Geschichte auf Basis dieser Thematik geschrieben hatte, möchte ich das Thema als dritten Beitrag in der Wolfssucht-Reihe nehmen.

Daher baue ich diesen Beitrag genauso auf, wie meine bisherigen Beiträge zum Thema „Sexistische Elemente für Deine Geschichte“ (hier Teil 1, Teil 2 und Teil 3). Zuerst gehe ich auf den Inhalt dieses sexistische Element ein, danach auf das Problem, was man damit haben kann und warum das geschrieben wird. Zum Abschluss ein paar Inspirationen, wie man beide Punkte anders schreiben könnte.

Natürlich könnte ich auf den dritten Teil meiner Reihe verweisen, aber ich möchte komplett das Thema neu betrachten und daher den Beitrag als Hinweis, und nicht als Referenz für diesen Beitrag nutzen.

Kurze Vorgedanken

Die Heilige und die Hure ist eine immer noch wie ein Damoklesschwert, welche über die Köpfe der Menschen, insbesondere Frauen, schwebt. Diese Bezeichnungen degradieren Frauen in zwei Gruppen. Und zwar in die Gruppe, dass Frauen gar keine sexuelle Kontakte haben (die Heilige) und in die der Hure (die ein paar bis viele sexuelle Kontakte hat).

Aufgrund der Genderbenennung richtet sich diese Bezeichnung Hure nur gegen Frauen. Oder kennst Du eine entsprechende Bezeichnung von Hure für Männer? Und damit meine ich nicht Callboy. Mir zumindest ist keine bekannt.

Wobei natürlich auch Männer sich mit dieser Aufteilung unterwerfen müssen. Jedoch nicht so schlimm, wie bei den Frauen. Denn in keinem Buch und in keinem Film habe ich jemals mitbekommen, dass man einem Mann einen Vorwurf gemacht hätte, wenn er mit mehr als einer Frau im Bett war. Ganz im Gegenteil, er muss sogar mit mehr als einer Frau schlafen, damit er auch als wirklicher Mann gilt. Er wird bis zu einem gewissen Grad sogar als Frauenheld gefeiert. Auf alle Fälle ist das gesellschaftlich akzeptiert.

Darauf möchte ich jetzt näher eingehen. Und zwar sowohl aus weiblicher als auch aus männlicher Sicht. Dabei werde ich die Bezeichnung Heilige und Hure synonym für Frauen und auch Männer benutzen.

Die Heilige

Der Inhalt für Frauen

Die Heilige ist eine Frau, die mit keinem Mann (und eventuell keiner Frau) bisher ins Bett gegangen ist. Oder, wenn sie jemanden geschlafen hat, dann war es ihr langjähriger Geliebter, dem sie bisher treu war.

Auf alle Fälle hebt sie ihre Sexualität und sogar ihre Jungfräulichkeit für den einen Mann auf. Gerade Letzteres ist wichtig, wenn sie noch kein Mal mit jemandem im Bett war. Dann hat sie ihre Jungfräulichkeit nicht in einem One-Night-Stand zu verlieren, sondern aufzubewahren. Und zwar für den einen. Ach ja, natürlich ist es auch so, dass die erste Nacht mit ihrem Mann natürlich DER Hammer wird.

Es kann sogar passieren, dass die Jungfräulichkeit massiv beschützt wird. In Nora Bendzkos Buch „Wolfssucht“ ließ Skandar die Heldin Irina von zwei Dorfmitgliedern im Haus ihrer Großmutter bewachen. Sie sollte nicht nachts durch die Gegend wandern, um wohlmöglich ihre Jungfräulichkeit zu verlieren. Das wäre für ihren zukünftigen Ehemann ein Skandal.

Vor Jahren habe ich ein Bericht über diverse Hochzeitsriten gesehen. Die frisch verheiratete Braut musste sich nach der Zeremonie noch einer Überprüfung durch ihre Schwiegermutter ergehen lassen. Und zwar, ob sie noch eine Jungfrau ist. Leider weiß ich nicht mehr, in welchem Kulturkreis das stattfindet. Ich kann mich nur noch daran erinnern, dass die Frau sehr eingeschüchtert war.

In keiner mir bekannten Kultur wird die Jungfräulichkeit des Mannes so dermaßen in die Höhe gehoben, wie das der Frau. Und das schon seit Jahrhunderten und länger. Jetzt hätte ich noch als Beweis des sogenannten Keuschheitsgürtels anführen können. Zumal es das Gerücht gab/gibt, dass eine Frau mit einem solchen Gürtel sogar beerdigt wurde. Doch zwischenzeitlich ist man sich nicht sicher, ob es sie wirklich gab. Daher gehe ich auf dieses Thema nicht weiter ein.

In der Literatur geht dies weiter. In vielen Liebesromanen lese ich von Frauen, die bisher noch nie eine Beziehung hatten und natürlich auf den einen Mann in ihrem Leben warten. Wenn sie vorher doch eine Beziehung haben durften, dann war es eher eine lieblose, wo die Heldin dann froh ist, dass diese auseinandergegangen ist. Eine alternative Beziehungsvariante ist, dass der Geliebte unserer Heldin verstorben ist.

Dadurch muss sie sich nicht durch die Trennung mit einem Geliebten Menschen kämpfen. Denn es könnte ja auch sein, dass man einen netten Menschen als Ex hat. Oder das sich die Frau auch mit einem falschen Mann eingelassen hat. Denn auch fiktionale Frauen sind einfach nur Frauen (mehr oder weniger).

Der Inhalt für Männer

Wehe ein Mann ist noch jungfräulich. Dann bricht eine Welt zusammen. Er hat natürlich mit einer ordentlichen Anzahl von Frauen zu schlafen, um dann als echter Mann zu gelten. Zumindest ist das eine gesellschaftliche Ansicht, welche von vielen (glücklicherweise nicht von allen) geteilt wird.

Das bedeutet im Gegenzug, ein jungfräulicher Mann, eine Heilige, ist ein absolutes No-Go. Und je älter der Mann in der Geschichte ist, desto schlimmer ist es für ihn. Denn er darf auf keinen Fall jungfräulich in eine Beziehung gehen. Er sollte schon gewisse Erfahrungen haben, damit er seine zukünftige beglücken kann. Denn es ist seine Aufgabe sie in die Sexualität einzuführen und nicht andersherum.

Um seine Jungfräulichkeit wird kein Wort verloren, im Gegensatz zu der Jungfräulichkeit der Frauen (siehe oben). Ganz im Gegenteil, es wird kaum darüber gesprochen oder geschrieben. Spontan fallen mir nur ein Film und eine Serie ein, wo der Mann offen zu seiner Jungfräulichkeit stand: einmal in Police Academy und einmal Outlander (was ich in einem Schnipsel gesehen habe). Ansonsten wird nicht viel Aufhebens darum gemacht (gut, kann sein, dass ich auch die falschen Filme sehe). Und in der Literatur habe ich das bisher noch nie gelesen.

Wenn ein Mann in eine Beziehung geht und sagt, dass er noch nie mit einer Frau geschlafen hat, dann fallen die Augen aller aus. Auch die der Leserinnen. Ein Mann, der noch nie mit einer Frau geschlafen hat? Das geht doch gar nicht. Man erwartet doch irgendwie, dass Männer vorher sich ihre Hörner abstoßen und eben mit einer ordentlichen Anzahl von Frauen geschlafen hat. Und wenn es eine höhere Anzahl ist, dann ist es auch in Ordnung.

Oder hat es jemanden gestört, dass Tony Stark in IronMan 1 mit der einen oder anderen Dame ins Bett gegangen ist?

Das Problem bei den Frauen

Warum müssen Frauen eine sexuelle Heilige sein? Warum dürfen sie nicht mit jemand anderen ins Bett, wenn sie Lust auf einen ordentlichen Abend mit Sex haben? Und warum wird dieses Bild immer noch in Büchern und Filmen vermittelt?

Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht. Man verwehrt aber auf diese Art und Weise der Frau das natürliche Recht auf ihre eigene Sexualität. Ein fiktiver Frauencharakter mag zwar keine echte Frau sein, logischerweise. Aber letztendlich transportiert sie ein Bild einer Frau, welches nicht mehr real sein sollte.

Denn auf diese Art und Weise wird immer wieder das Bild vermittelt, dass Frauen jungfräulich in die Beziehung zu gehen haben und alles andere nicht akzeptabel ist. Damit wird dieses Bild immer weiter getragen und verfestigt sich, wenn auch unbewusst, im unseren Kopf wie eine Frau sich zu benehmen hat.

Dadurch manifestiert sich ein Bild, was man nicht mehr durchbrechen kann. Zumindest literarisch. Oder würdest Du einen Roman über eine sexuell aktive Frau lesen bzw. schreiben? Es fällt immer schwerer, weil es dieses Vorbild kaum gibt.

Sehr häufig ist es auch noch so, dass sie scheinbar (zumindest in vielen Büchern) keine Ahnung über Sex hat. Als ob sie nie in ihrem Leben Jugendzeitschriften gelesen hat, in denen aufgeklärt wird, wie es geht. Oder Pornos im Internet gesehen hat (vorausgesetzt, es gibt diese Sachen in der Geschichte bzw. entsprechende Alternativen). Ein Wunder, dass sie ihre eigenen Körperteile dann noch richtig benennen kann.

Und natürlich hat er den Job sie aufzuklären, bzw. einzuweisen. Damit legt sie sämtliche Verantwortung auf den Mann. Sie selbst legt sich zurück (im wahrsten Sinne des Wortes) und lässt sich aufklären.

Das Problem bei den Männern

Wie bei den Frauen gibt es solche und solche Männer. Männer wollen mit Frauen ins Bett (genauso wie andersherum) und es gibt auch Männer, die eben nicht mit jeder Frau ins Bett gehen wollen. Wenn man einem Mann verweigert, dass er sich entscheiden darf, ob er mit einer Frau ins Bett gehen muss oder nicht, dann wird er ebenfalls unter Druck gesetzt.

Auch Männer dürfen sich entscheiden, auf die eine Frau in ihrem Leben zu warten und zu sagen, dass sie sich für sie aufheben. Also die Entscheidungsgewalt über die eigene Sexualität. Doch, wenn man ihm sagt, dass er sich die Hörner vor der Beziehung abzustoßen hat, dann nimmt man ihm die Entscheidung. Er muss tun, was die Gesellschaft von ihm verlangt.

Ein jungfräulicher Mann wird nicht akzeptiert, sondern dient häufig als Grundlage für Hohn und Spott. Wie kommt es, dass er noch nie mit einem Mädchen gevögelt hat. Es gibt sogar Filme, die sich darum drehen, dass pubertierende Jungs ihre Jungfräulichkeit verlieren. Dass es solche Filme von Frauen gibt, ich meine mich zu erinnern, nie von so etwas gelesen oder einen solchen gesehen zu haben.

Warum wird das geschrieben?

Wir haben es hier mit einem sehr hartnäckigen Bild der Gesellschaft zu tun, dass man nur schwer aus den Köpfen bekommt. Zumal gerade Filme ihren Teil dazu beitragen. Denn, wenn man sich über die Jungfräulichkeit eines Mannes lustig macht, wer will da als Mann noch Jungfrau sein? Auch wenn wir sagen, dass wir uns nicht von solchen Medien beeinflussen lassen, so ist es dem nicht so. Film und Fernsehen haben einen weitaus stärkeren Einfluss auf uns, als wir es vielleicht wahrhaben wollen.

Frauen haben eben Heilige zu sein und Männer eben nicht. Männer werden schräg angesehen, wenn man sie selbst als Heilige einstuft. Das ist das Erbe einer solch langer Zeit der patriarchalischen Herrschaft und der Definitionsgewalt, welche dieses System auf uns alle ausübt.

Das bedeutet, dass wir immer wieder ein Bild weiter und weiter getragen wird und wir dadurch nicht aus dieser Welt hinauskommen. Wenn wir immer wieder etwas Gleiches machen, dann sehen wir nur noch dieses eine Bild. Und wir sind nicht in der Lage uns weiterzuentwickeln. Und das ist letztendlich schade.

Gerade literarisch verlieren wir auf diese Art und Weise viele tolle Möglichkeiten für Charaktere und Geschichten. Denn wir bleiben immer in einer ähnlichen Rolle stecken und können uns nicht für neue Möglichkeiten begeistern.

Die Hure

Der Inhalt für Frauen

Offiziell wird mit der Bezeichnung „Hure“ eine Prostituierte abwertend bezeichnet. Also eine Frau, die sexuelle Dienstleistungen gegen Geld anbietet. Im Laufe der Zeit wurden und werden damit auch Frauen bezeichnet, die nicht als Prostituierte arbeiten, um sie als Person, besonders als Frau, abzuwerten. Dabei muss sie noch nicht einmal verschiedene Geschlechtspartner haben, hilft aber ungemein, um sich den Ruf als Hure zu erarbeiten (Achtung, Ironie).

Das bedeutet, wir haben es hier mit einer Frau zu tun, die frei über ihre Sexualität entscheidet und sich nicht scheut, Spaß am Leben und an ihrem Körper zu haben. Das klingt eindeutig anders, als wenn wir von einer Frau sprechen, die mit jedem x-beliebigen Mann in die Kiste springt.

Aber man kann sogar noch Jungfrau sein, und wird prinzipiell als Hure bezeichnet. Das passierte mir selbst, als ich etwa fünfzehn war und ein weißes Spitzenkleid trug. Ein männlicher Mitschüler, mit dem ich nichts zu tun hatte (ich kannte den noch nicht einmal), bezeichnete mich als solche. Warum, das habe ich nie erfahren. Damals traute ich mich leider nicht, ihn die Leviten zu lesen.

Jedoch werden in der realen Welt Frauen immer noch abgewertet, wenn sie zu viele Sexualkontakte hatte. Oder sich anders benehmen, als es der männlich geprägte Geist dieser Gesellschaft es sich wünscht.

Bei den Sexualkontakten kann man sich jedoch nie sicher sein, ab wann sind denn viele Kontakte zu viel? So könnten drei Männer schon zu viel sein, aber auch zehn. Das liegt an der Definitionsgewalt einer anderen Person. Und darüber haben Frauen, die eben als solche bezeichnet werden, keine Macht. Sie müssen sich gefallen lassen, dass jemand anderes über sie urteilt, sie sei eine Hure oder eben auch nicht. Zumal er sich dann anschickt zu entscheiden, dass Frauen überhaupt Huren sind, auch wenn sie technisch gesehen, eigentlich noch Jungfrauen sind.

In der Geschichte „Wolfssucht“ entschied auch Skandar darüber, dass Irina eine zweifelhafte Person ist. Freiwillig und selbstbestimmt. Da es aber eben nicht Skandar war, fühlte er sich in seiner Ehre verletzt. Und aus diesem Grund entschied er, sie zu verurteilen. Und in der Gesellschaft des 17ten Jahrhunderts hat das ein völlig anderes Gewicht, als vielleicht heute.

Auf diese Weise verweigert man der Frau, trotz sexueller Revolution in den 1960er Jahren, das Recht, über ihre eigene Sexualität zu bestimmen. Denn seien wir doch mal ehrlich, wer möchte schon gerne als Hure oder Schlampe bezeichnet werden? Daher werden Frauen in die Defensive gedrängt, um sich selbst zu verteidigen. Sie sind ja keine Huren, sie haben nicht mit vielen Männern geschlafen und so weiter.

Und das wirkt sich letztendlich auch auf die Geschichten aus. Die Heldin hat kaum, bis gar keine Sexualpartner gehabt, bevor sie auf unseren Helden trifft. Wenn sie es doch tut, kann es passieren, dass er sie vielleicht nicht als Wert sieht, sich weiter mit ihr zu beschäftigen.

Vor etwa zwei Jahren habe ich einem Roman gelesen, wo unser Held sich durch die Betten vieler, sehr vieler Frauen hindurchgeschlafen hat. Für ihn war das natürlich absolut in Ordnung. Aber als das Gespräch aufkam, dass auch seine Geliebte sich ja in dem einen oder anderen Bett fröhlich vergnügt haben könnte (und das im 18. Jahrhundert, natürlich), wäre das für unseren Helden absolut unerträglich geworden.

Was für ihn also beinahe selbstverständlich gewesen war, wäre für sie ein absolutes Unding. Sie hatte sich gefälligst für ihn aufzubewahren. Ansonsten wäre sie nicht mehr die Geliebte, von denen er träumte, während er andere Frauen vögelte.

Schreiende Ungerechtigkeit? Nein, literarischer Alltag.

Der Inhalt für Männer

Für Männer ist es hingegen völlig in Ordnung, ja beinahe schon gesellschaftlicher Standard, dass er mit mehr als nur einer Frau vögelt, bevor er in den Hafen der Ehe eintrudelt. Sofern er überhaupt heiratet, denn es ist auch völlig in Ordnung, wenn er ein lebenlang Single bleibt (sie hingegen ist die alte Jungfer).

In dem gerade eben genannten Beispiel hatte die Heldin zwar ein Problem, dass ihr Geliebter sie so lange im Stich ließ und durchaus sexuelle Kontakte hatte. Aber natürlich verzieh sie ihm und warf sich in seinen Armen. Wenn die Gute wüsste, dass er ihr das Gleiche nicht verziehen hätte.

Immerhin hat sie auch dadurch einen gewissen Vorteil. Er hat sexuelle Erfahrungen und weiß, wie er seine Geliebte beglücken kann (neben der Nachricht, dass er vielleicht Vater von dem einen oder anderen Kind ist und eventuell eine übertragbare Geschlechtskrankheit hat).

Und genau hier beißt sich die Katze eigentlich in den Schwanz. Während es gesellschaftlich akzeptabel ist, dass ein Mann mit mehr als nur einer Frau (also der zukünftigen Ehefrau) ins Bett geht, ist es für die Frau, so gesehen, verboten. Doch wie bitte schön soll der Mann auf seine Kosten kommen, wenn es die Frau nicht darf?

Das Problem bei den Frauen

Wie in dem Beispiel geschrieben, ist eine Frau nicht mehr als Partnerin interessant, sobald sie mit zu vielen Männern ins Bett gegangen ist. Das betrifft sowohl die reale Frau als auch die Heldin in bestimmten Genres. Andere bestimmen also darüber, was sich für sie als Frau schickt und was nicht. Und damit nehmen sie ihr die Definitionsgewalt über die eigene Sexualität.

Würde eine Frau mit dem einen oder anderen Mann ins Bett gehen dürfen, wüsste sie, was sie mit ihrem wahren Geliebten erwartet. Sie hätte Erfahrungen. Und gemeinsam könnten die beiden ein anderes Level ihrer Sexualität ausüben. Immerhin muss er sich nicht bemühen ihr zu erklären, was ein Orgasmus ist (um es an dieser Stelle zu übertreiben).

Aber für viele, letztendlich auch für Frauen (denn der Roman wurde von einer Frau geschrieben), ist solch eine Heldin untragbar. Sie hat ihren Geliebten hinterherzuschmachten, wenn er das Bett verlässt.

Da lobe ich mir die Marvel Serie „Jessica Jones“. Zwar habe ich noch keine Folge gesehen, aber diverse Berichte über ihre Sexualität gelesen. Und zwar schläft sie öfters mit Luke Cage. Am nächsten Tag schmachtet sie ihn eben nicht hinterher, sondern geht an ihre Arbeit, wie so gut wie jede andere Frau auf diesen Planeten.

Das Problem bei den Männern

Geht genau in die andere Richtung. Von ihm wird verlangt, dass er mit mehreren Frauen ins Bett geht. Oder es wird gar nicht darüber gesprochen bzw. geschrieben. Zumindest ist es völlig in Ordnung.

Aber es stellt sich eigentlich niemand die Frage, ob es für ihn in Ordnung geht. Vielleicht möchte unser Held kein Sexgott sein, der mit jeder Frau ins Bett muss, die ihm über den Weg läuft (gut ich übertreibe es ein wenig, aber Du verstehst sicherlich). Vielleicht möchte er auch mit niemandem ins Bett, weil er asexuell ist. Oder, weil er auf die Richtige wartet.

Und warum wird er nicht als Hure bezeichnet, wenn er mit so vielen Frauen in die Kiste hüpfen muss? Weil Hure eher weiblich ausgerichtet ist? Frauen müssen sich so oft sagen lassen, dass sie immer mitgemeint werden, wenn man nur die männliche Form einer Bezeichnung benutzt (Autor für Autoren und Autorinnen). Daher habe ich auch kein Problem damit, Männer als Huren zu bezeichnen, wenn sie sich als solche benehmen.

Warum wird das geschrieben?

Ich kann nur vermuten, dass die meisten Autorinnen und Autoren sich nicht mit diesem Bild der Gesellschaft kritisch auseinandersetzen. Seien wir doch mal ehrlich, wir alle übernehmen und verbreiten Bilder und Wortphrasen, ohne wirklich darüber nachzudenken. Und dann kommt jemand und klärt auf, dass das nicht richtig ist. Mit einem Male fallen uns die Tomaten von den Augen und wir müssen erkennen, was die Person da sagt, hat Hand und Fuß. Und danach gehen wir kritischer mit dieser Angelegenheit um.

Doch bis dahin sind wir einfach nur blind für das, was um uns vor sich geht. Und ich denke auch, dass viele sich nicht kritisch mit der Gesellschaft auseinandersetzen wollen. Denn es ist viel einfacher, wenn man weiter blind durch die Welt läuft und sich sagt, dass alles in Ordnung ist. Und wenn man sich lange genug das einredet, vielleicht stimmt es sogar.

Aber damit trägt man eben das falsche Bild von Menschen weiter, was nicht schön ist. Und der Fokus der Geschichte wird auf den falschen Punkt gerichtet. Eben auf das Sexleben der beiden Figuren. Und nicht darauf, dass die beiden einfach Spaß daran haben und danach ihre Wege ziehen können.

Wie kann man es anders schreiben?

Eine Alternative wäre, nicht den Fokus auf das Sexualleben der Figuren zu werfen. Natürlich, sie dürfen Sex haben. Gerade in Liebesromanen oder erotischen Geschichten gehört das ja dazu. Aber auch in anderen Genres dürfen die Figuren gerne miteinander ins Bett gehen.

Aber der Fokus kann einfach auf die Charaktere liegen, die Sex miteinander haben. Und nicht darauf, dass jemand von denen Jungfrau ist oder eben nicht.

Eine andere Idee wäre durchaus, dass auch sie sexuelle Erfahrungen mit anderen Männern gehabt hat, ohne sie gleich als Hure dastehen zu lassen. Sie hat einfach Spaß am Leben und am Sex. Und ja, sie nutzt es aus, dass es Kondome und die Pille gibt.

Und er könnte auch mal völlig unbedarft an die Sache herangehen und nicht wissen, wie er eine Frau verwöhnen kann. Auch sie darf gerne aktiv werden und ihn einweisen, ohne gleich eine Dekade älter als er zu sein.

Wenn die Sexualität als etwas Natürliches anerkannt wird, dann gehen die Figuren mit dem vielleicht auch unverkrampfter vor. Das kommt natürlich auch darauf an, wie Du Deine Figuren anlegst. Aber es wäre durchaus eine Alternative.

Den Spieß umdrehen und die sexuellen Aktivitäten einer Frau als normal zu bewerten und die des Mannes nicht, das wäre in einer gesellschaftskritischen Geschichte eventuell interessant. Doch zu oft kann man das nicht nehmen, da Dir ansonsten die Leserinnen und Leser wohl aufs Dach steigen werden. Das die andere Variante kein Aufsehen erregt ist der Tatsache geschuldet, dass es einfach ZU normal geworden ist.

Ansonsten kann ich Dir nur empfehlen, konzentrier Dich auf die Geschichte. Wer sind Deine Charaktere, was macht sie aus, woher kommen sie und wohin wollen sie. Natürlich spielt ihr Sexualleben dabei auch eine Rolle. Selbst dann, wenn in Deiner Geschichte keine erotischen Szenen vorkommen. Das macht sie rund.

Sei Dir aber bewusst, dass es diese Aufteilung gibt, und überlege Dir, wie man sie in Deiner Geschichte umgehen kann (ich gehe jetzt einfach davon aus, dass es ein Thema ist). Wie umgehst Du die leidige Diskussion, dass Dein Held zu wenig Sex und Deine Heldin zu viel Sex hat?

Mach Dir Notizen, wie das harmonisch in Deine Geschichte eingefügt werden kann und schreib dann darüber. Und mach Dir nicht zu viele Gedanken über die Sexualität. Das kannst Du Deinen Leserinnen und Lesern überlassen. Und glaub mir, sie werden sich darüber Gedanken machen.

Abschlussgedanken

Sex kann was Herrliches sein. Sowohl im realen Leben als auch in Deiner Geschichte. Wenn man es richtig schreibt, wirkt es bei einigen sogar antörnend. Aber über kurz oder lang wirkt es auch mich abtörnend, wenn man mit Klischees um sich wirft und Rollen weiterträgt, die eigentlich überholt sein sollten.

Daher ist es immer schön, wenn jemand mal außerhalb der gesellschaftlichen Box denkt und zeigt, was alles noch möglich ist. Leider passiert dies (noch) zu selten. Vielleicht motiviert Dich dieser Beitrag doch ein wenig über den Tellerrand zu schauen und zu sagen, was alles noch so möglich ist. Zu wünschen wäre es.

Filme und Bücher

Schau Dir gerade im Romanzebereich Filme an, wie sie dort mit der Sexualität der Figuren umgehen. Oder überleg Dir, wie es in den Romanen geschehen ist, die Du bisher so gelesen hast. Was davon hat Dir gefallen und was würdest Du am liebsten sofort ändern?

Notiere Dir das alles und verwende es eventuell in Deiner nächsten Geschichte.

Deine eigene Geschichte

Schau Dir jetzt noch einmal kritisch Deine eigene Geschichte an. Was davon entspricht dem Klischee von oben und was könnte man durchaus als alternativ bezeichnen? Und was würdest Du jetzt noch einmal ändern?
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[Werbung] Das Cover

Hei, hallo und herzlich willkommen,

der heutige Beitrag richtet sich primär an die Autorinnen und Autoren, die selbst entscheiden dürfen, was für ein Cover auf ihr Buch kommt. Das dürfte in erster Linie wohl die betreffen, welche im Selfpublishing veröffentlichen.

Zuerst möchte ich kurz mit einigen Vorgedanken zum Thema Cover anfangen. Danach geht es weiter, welche unterschiedlichen Typen es gibt, samt ihrer Vor- und Nachteile. Dann gibt es ein paar Hinweise, was Du beim Coverkauf beachten und wie Du es am besten gestalten lassen kannst.

Vorgedanken

Irgendwann ist es (hoffentlich) soweit. Du hast Deine Geschichte beendet und möchtest es veröffentlichen. Es gehören durchaus noch einige Punkte vor der Veröffentlichung dazu, die noch zu beachten gilt. Die Wahl, ob Du ein Lektorat oder ein Korrektorat möchtest, bei welchen Distributoren Du veröffentlichen möchtest oder auch zu welchem Preis. Darüber möchte ich an dieser Stelle jedoch nicht schreiben.

Früher oder später kommt dann das Thema Cover auf Deinen Schirm. Und dann heißt es die Qual der Wahl zu haben, was man letztendlich auf dem Buchdeckel packt, um das eigene Baby zu präsentieren.

Wenn ich aber von einem sehr persönlichen Gefühl sprechen darf, dann ist es der, dass in Deutschland sich die Autorinnen und Autoren sehr wenig Gedanken um die Hülle gemacht wird. Also um das Cover.

Da wird wochenlang, monatelang, manchmal sogar über Jahre hinweg an einer Geschichte geschrieben. Häufig auch Geld dafür ausgegeben (zum Beispiel für Schreibkurse, Programme und was weiß ich) und vor allem viel Zeit investiert. Und dann wird beim Cover gesparrt.

Einige von diesen Autorinnen und Autoren erstellen ihre eigenen Covers. Und für die lohnt es sich. Denn sie können das sehr gut. Sie brauchen keinen professionellen Coverdesigns, weil sie es selbst schaffen. Andere hingegen nehmen ein Bild, am besten aus einer Datenbank, wo sie sich nicht sicher sein können, ob die Quelle wirklich legal ist, klatschen den Namen rauf und fertig.

Und das sieht man diese Covers durchaus an. Oder man gönnt sich durchaus etwas und bezahlt für das Grundlagenbild (zum Beispiel von einer der verschiedenen Bilddatenbanken) und verschandelt es dann mit der eigenen Überarbeitung. Irgendwann schaut man sich dann die Verkaufszahlen an und wundert sich, warum das Buch ein Ladenhüter ist.

Darum dreht sich dieser Beitrag.

Meine persönliche Ansicht zu diesem Thema

Wenn ich in Onlinebuchladen oder auch in realen Buchläden nach Büchern Ausschau halte, gehe ich dabei unterschiedlich vor. Entweder ich suche gezielt nach einem bestimmten Buch oder ich schaue wahllos herum und entdecke dabei durchaus interessante Bücher und kleine Perlen. Am Ende kann es passieren, dass ich dann wieder neue Bücher auf meiner Wunschliste habe, die ich vorher gar nicht auf dem Schirm hatte (oder in meinem Bücherbeutel).

Dabei ist mir irgendwann Mal aufgefallen, nach welchen Kriterien ich online oder in einem Buchladen nach Büchern direkt schaue. Es geht, ganz simpel geschrieben, nach den Covern.

Dein erster Satz kann noch so spannend oder Dein Klappentext noch so gut geschrieben worden sein, wenn Deine potenziellen Leserinnen und Leser nicht zum Buch greifen, liest das niemand. Das bedeutet für Dich also, dass Du sie irgendwie einladen musst, Dein Buch faszinierend zu finden, es anklicken oder hochheben und dann anfangen zu lesen.

Bewerte nie ein Buch nach dem Cover

Natürlich sollte man das nicht machen. Wie oft habe ich kleine Perlen entdeckt, obwohl das Cover, gelinde gesagt, Schrott war. Natürlich kann auch ein ganz mieses Cover ein Anreiz sein, um zu einem Buch zu greifen. Aber ich würde nicht damit rechnen. Nicht mehr.

Denn wir sind alles nur Menschen. Und dementsprechend hat die visuelle Aufnahme ein ordentliches Wörtchen mitzureden. Damit will ich sagen, wenn uns etwas nicht optisch anspricht, dann dürfte es eher wahrscheinlich sein, dass wir nicht zugreifen.

Es ist ganz klar, wir haben allesamt einen anderen Geschmack. Aus diesem Grund gibt es verschiedene Arten von Covern, auch wenn sie im gleichen Genre angesiedelt sind. Aber letztendlich kommt es darauf an, dass die Geschichte ordentlich verpackt wurde. In einem ansehnlichen Kleid (also Cover).

Wenn Du die Leute angelockt hast, werden sie mit vielen anderen Themen weitaus gnädiger umgehen. Negative Rezension, vielleicht eine etwas schwache Geschichte, all das können sie verzeihen. Wenn Du ihnen erst einmal die Möglichkeit gibst, Deine Geschichte näher kennenzulernen.

Gerade im Internet ist die Hürde mal ein Buch anzuklicken und in eine Leseprobe zu stöbern, weitaus höher (zumal es die nicht immer gibt). Daher ist es umso wichtiger, dass Deine Leserinnen und Leser irgendwie angesprochen werden.

Verschiedene Arten von Covertypen

Ich habe selbst in den letzten Jahren drei Typen von Coverarbeiten festgestellt, die gerne und viel genutzt werden.

Die selbst erstellten

Bei den selbst erstellten sollte man, meiner Meinung nach, eher vorsichtig sein. Wenn Du selbst Design studiert oder es Dir selbst beigebracht hast, dann leg los. Solange das Ergebnis gut aussieht, ist alles im grünen Bereich. Und warum sollst Du nicht Deine eigene Covers erstellen?

Ich kann mir gut vorstellen, dass das eine Menge Spaß macht. Und sicherlich ist man am Ende um einiges stolzer auf das eigene Werk, wenn man wirklich alles allein gemacht hat.

Und zudem gibt es keine Diskussionen mit den Designerinnen, was Du wirklich haben willst, was machbar ist oder nicht. Du weißt selbst sehr gut, was Du kannst, was Du haben willst und vor allem, wie Du es umsetzen kannst.

Beherrschst Du jedoch nur die Grundlagen eines Bearbeitungsprogramms, ich würde Dir empfehlen, Dir lieber die Hilfe einer guten Designerin oder eines guten Designers zu holen. Oder zumindest einen Kurs besuchen, damit Du Deine Grundlagen ausbauen kannst.

Leider ist es bei einigen Leserinnen und Lesern zwischenzeitlich so, dass sie Bücher mit schlechten Covern schlichtweg nicht mehr ansehen. Das mag ein Vorurteil sein. Denn trotz schlechtem Cover kann sich dahinter eine wundervolle Geschichte verbergen. Aber aufgrund vieler Erfahrungen, wo das Gegenteil bewiesen wurde, haben sich einige zur Regel gemacht, solche Bücher nicht mehr zu kaufen.

Und diese Erfahrungswerte haben sich bei anderen Leserinnen und Leser verbreitet, sodass sie ebenfalls solche Bücher nicht kaufen. Auch wenn sie selbst damit keine schlechten Lesegenüsse hatten.

Daher ist es durchaus empfehlenswert, dass Du nicht am falschen Ende sparst. Gönn Dir lieber ein sogenanntes Premade-Cover (siehe bitte weiter unten), wenn Du schon keine Auftragsarbeit haben willst. Aber wenn Du keine Erfahrung in Coverdesign hast, lass es bitte. Tu Dir selbst den Gefallen.

Auftragsarbeiten

Es könnte aber auch sein, dass Du Dir sagst, gut, ich werde nicht selbst mein Cover gestalten, ich beauftrage jemanden damit. Und zwar mit einem ganz individuellem Cover.

Hier kannst Du Deine Wunschdesignerin gerne in den Wahnsinn treiben, mit Deinen Wünschen. Da Du sie beauftragst, wird sie durchaus versuchen, Deine Wünsche zu realisieren. Aber akzeptiere auch, dass sie Dir sagt, was gut ist und was weniger gut ist. Und meistens wissen sie auch, was wirklich gut ankommt und realisiert werden kann. Verliere nicht Deine Vision aus den Augen, aber höre auch auf die Vorschläge Deiner Wunschdesignerin. Vielleicht bekommst Du am Ende ein Cover, von dem Du noch nicht einmal zu träumen gewagt hast.

Mache Dir im Vorfeld Gedanken, wie Dein Cover aussehen könnte. Damit geht es schlichtweg schneller und ihr beide müsst nicht von ganz Anfang an zu arbeiten beginnen. Mach Skizzen, wo ungefähr was sein soll. Dafür brauchst Du noch nicht einmal zeichnerisches Talent.

Du kannst Dir auch Covers aus Deinem Genre anschauen und überlegen, was Dir besonders gut gefällt und was Du auf keinen Fall haben willst. Sammel die Covers und zeige sie notfalls als Referenz vor.

Was am Ende herauskommt, werdet ihr dann sehen. Je nach Arbeitsaufwand kann das Cover zwischen einem günstigen Preis bis hin zur Preisexplosion alle Preisklassen haben. Dabei kommt es darauf an, wie viel Zeit investiert werden muss und welche Materialien eingekauft werden (unter anderem eben auch die Stockfotos, Schriftarten und so weiter).

Der Vorteil ist aber definitiv, dass Du ein sehr individuelles Cover bekommst, welche zu Deiner Geschichte passt. Denn hier haben zwei kreative Menschen (mindestens) zusammengearbeitet, um das Beste herauszuzerren. Die Figuren passen zum Roman, der Hintergrund. Alles fügt sich hier harmonisch zusammen.

Premade Covers

Die letzte Möglichkeit, und durchaus auch kostengünstige Variante, ist der Kauf eines sogenannten Premade-Covers. Das sind Covers, welche die Designerinnen ohne einen Auftrag erstellt haben, aber der Meinung sind, dass diese durchaus auf ein Buch passen könnte.

Da gibt es noch einen kleinen Unterschied. Viele der Bilder werden mit Stockfotos gemacht. Das bedeutet, dass Dein Cover nicht ganz so individuell ist, wie Du es vielleicht gerne hättest. Zwischenzeitlich hat sich auch der Trend dahin gewandelt, dass viele Premade-Covers mit eigenen Bildern angeboten werden. Das bedeutet, dass Du auch hier einmalige Covers bekommen kannst. Aber das ist nicht immer die Regel (was bei Auftragsarbeiten aber auch gelten kann).

Wenn also ein Cover weg ist, ist damit auch das Bild weg. Denn die Designerinnen garantieren häufig (nicht immer), dass die dazugehörigen Bilder nur einmal verwendet werden.

Auf Facebook gibt es zwischenzeitlich einige Gruppen, in denen Du diverse Covers und die dazugehörigen Designerinnen findest. Aber auch mit dem Suchbegriff „Premade-Covers“ bei den bekannten Suchmaschinen wirst Du sicherlich fündig werden (gerne alle möglichen Schreibvarianten dazu verwenden).

Wenn Dir ein Cover zusagt, dann kannst Du es, so wie es ist kaufen. Angepasst werden Titel, eventuell Untertitel und Autorinnenname. Gelegentlich kannst Du auch Änderungen am Cover direkt vornehmen lassen. Das kommt immer auf die Designerinnen selbst an. Gelegentlich verlangen sie für weitere Änderungen auch einen Aufpreis. Wenn Du Dir dabei nicht sicher bist, frag nach. Die Designerinnen, mit denen ich selbst Kontakt hatte, waren sehr freundlich und entgegenkommend. Also keine Sorge.

Premade-Cover haben ihre Vorteile. Sie sind fertig und Du bekommst genau das, was Du im Bild siehst. Das bedeutet, dass Du Dir keine Gedanken machen musst, wie Dein Cover aussehen könnte, ob Du Dich mit der Designerin verständigen kannst und Deine Wünsche gut rüberbringst. Dass alles ist im Grunde genommen erledigt. Denn das Cover ist ja fertig.

Ein weiteres unschlagbares Argument ist eindeutig der Preis. Während Auftragsarbeiten ihren Preis haben, kosten die meisten Premade-Covers um die 100 Euro. Mal mehr und mal weniger. Es kommt immer darauf an, was die Designerinnen investiert haben. Damit meine ich die sogenannten Stockfotos, die ihren Preis haben, dann möglicherweise gekaufte Schriftarten und die Arbeit natürlich.

Ich habe schon sehr gute Coverarbeiten gesehen, die um die 25 Euro kosten. Zwar verlangen ausgebildete Designerinnen durchaus ihr Geld (was ich auch berechtigt finde). Aber ab und an kommen sie Dir preislich auch entgegen, sodass auch der kleine Geldbeutel ein schönes Cover bekommen kann. Wenn Du also noch einen sehr kleinen Geldbeutel hast, kann das für Dich sicherlich interessant sein.

Natürlich sind Premade-Covers auch Werbung für die Designerin. Damit wollen sie zeigen, hei schaut her, so arbeite ich. Es gefällt dir? Dann melde dich bei mir, wir können auch an einem Wunschcover arbeiten.

Lohnen sich Premade-Covers?

Ich sage aus meiner Sicht ja. Aber das ist jetzt eine Meinung von einer Person, die noch keine Geschichte veröffentlicht hat, aber diese Sache schon länger beobachtet. So habe schon gesehen, dass jemand ein Buch bereits herausbrachte, aber mit dem Cover (Auftragsarbeit) nicht zufrieden war. Dann lief dieser Person das richtige Premade-Cover über den Weg, verliebte sich in das Bild, kaufte es und der Verkauf läuft seitdem besser.

Auf alle Fälle lohnen sich professionelle Covers immer. Da solltest Du nicht sparen.

Und mit diesen Covers sparst Du nicht an Qualität, sondern erst einmal an Geld (die professionellen Covers, die nach Deinem Wunsch hergestellt werden, kannst Du Dir dann auch gerne später holen).

Ich kann Dir jedoch nur empfehlen, Dir nur dann ein Premade-Cover zu kaufen, wenn Du Dir wirklich sicher bist, dass Du die Geschichte auch veröffentlichen möchtest. Wenn nicht, ist das eher Geldverschwendung. Aber wenn Du DEIN Cover gefunden hast, ich werde mir nicht noch einmal die Frage stellen, ob ich es mir kaufen würde. Ich werde es einfach tun. Dazu werde ich Dir natürlich nicht raten, da es auch eine finanzielle Angelegenheit ist. Und das ist eben eine reine Entscheidung, die Du alleine treffen musst.

Wie Du mit dem Thema Cover umgehen kannst

Meine klare Empfehlung, auch wenn ich mich damit wiederhole, ist: Spare nicht am falschen Ende. Und damit ist hier natürlich das Cover gemeint. Gönne Dir lieber ein individuelles Cover, oder zumindest ein Premade-Cover, anstatt Deine potenziellen Leserinnen zu verschrecken.

Vielleicht sagst Du Dir jetzt, Moment mal, ich kann mir beim besten Willen keine 100 oder gar 500 Euro für ein Cover leisten.Dann muss ich es doch selbst machen. Nein, musst Du natürlich nicht.

Zum einen gibt es die Möglichkeit, dass Du jetzt, ab heute und sofort anfängst zu sparen. Wenn Du noch beim Schreiben bist, wirst Du sowieso nicht nächste Woche Deinen Roman veröffentlichen. Also hast Du noch ein bisschen Zeit ab sofort jeden Monat zehn oder auch zwanzig Euro zu sparen. Auch wenn Dein Budget eng ist, spare jeden Euro, den Du erübrigen kannst und investiere es in Deine mögliche Zukunft.

Trink lieber zu Hause Deinen Kaffee, als draußen den überteuerten zu kaufen. Schwenk auf E-Books um, anstatt die Printausgaben zu kaufen (manchmal sparst Du nur einen Euro, aber das ist mehr, als wenn Du die Printausgabe kaufst und kannst diesen in Deine Spardose stecken – Ausnahme ist, wenn Du keinen Reader hast, dann müsstest Du erst einmal investieren). Oder besuche öfters eine Bibliothek. Dort musst Du meistens eine Semestergebühr bezahlen und kannst ansonsten so viele Bücher wie möglich leihen. Mal so als Beispiel.

Ich bin mir sicher, dass Du selbst so viele Spartipps finden kannst, ohne, das Du gleich Dein Leben einschränken musst. Schau einfach nur genauer hin.

Weiterhin gibt es auch die Möglichkeit mit den Designerinnen zu reden. Nicht nur über das Design, sondern auch über eine Ratenzahlung. Ich habe ein Premade-Cover von einer Designerin gekauft, die eigentlich noch nie Ratenzahlungen abgesprochen hatte. Und was war? Sogar sie ist da mitgegangen. Natürlich, letztendlich wollen sie auch mit Dir Geld verdienen. Daher kommen die meisten Dir gerne entgegen. Hauptsache das Geld stimmt am Ende.

Wie könnte Dein Cover aussehen?

Gegenfrage, was hat Dir bei anderen Covern gefallen bzw. geärgert? Das könnte durchaus ein Maßstab für Dein eigenes Cover sein.

Mich zum Beispiel ärgert es immer, wenn das Bild auf der Geschichte gar nichts mit dem Inhalt zu tun hat. Denn dadurch werden bei mir durchaus gewisse Erwartungen geweckt, welche die Geschichte nicht halten kann. Da kann sogar eine Enttäuschung vorprogrammiert sein.

Tina Folsom hatte mal auf einer LoveLetter Convention gesagt, dass deutsche Covers viel zu kleine Autorinnennamen haben. Sie empfiehlt, das viel größer zu machen, damit man auch wirklich sieht, mit wem man es zu tun hat.

Natürlich soll das Cover zur Geschichte passen, aber irgendwie auch zum Genre. So hat es sich bei den Romantasygeschichten eingebürgert, auf den Covern immer einen halb nackten Mann zu sehen. Ob das so eine gute Idee ist, sei dahingestellt. Das wäre aber die Ausgangslage. Jetzt stellt sich die Frage, was Du daraus machst.

Wie oben schon geschrieben, lass Dich gerne von anderen Covern inspirieren und schau, was Dir zusagt und was nicht. Kombiniere es dann mit Deinen eigenen Wünschen und dem, was machbar ist. Letzteres wird Dich Deine Designerin sicherlich gerne informieren. Und am Ende kann nur noch was Gutes herauskommen.

Ein paar Hinweise noch

Hier noch einige Hinweise, was Du bei Deinem Cover beachten solltest. Frage nach, sofern es nicht von vornherein klar ist, ob das Cover so noch einmal verkauft wird oder es einmalig bleibt. Gerade darauf solltest Du achten.

Ich habe schon einmal gesehen, dass ein Bild (Stockfoto) auf zwei verschiedene Bücher als Cover verwendet wurde. Die große Gefahr ist hierbei natürlich, dass beide Bücher miteinander verwechselt werden (was mir dann auch passiert ist). Daher könnte es sein, dass die Leute eines der beiden Bücher ignorieren, weil sie glauben, dass sie es gekauft haben. Es mag einigen seltsam kommen, warum ein Buch zwei Mal aufgeführt wird. Aber ich befürchte, die meisten werden diesen Gedanken beiseiteschieben und nicht genauer hinsehen. Und schlimmstenfalls ignorieren sie gerade Deine Geschichte.

Und zudem könnte es Dich einfach nur ärgern, wenn Du Geld für ein Cover ausgegeben hast und jemand andere das gleiche Bild nutzt. Mich hat es Mal geärgert (ich habe vor Kurzem gesehen, dass ein Bild, was ich als Cover habe, auf ein anderes verwendet wurde und ehrlich gesagt, mich ärgerte es ein wenig).

Erkundige Dich also, ob Deine Designerin das Bild wirklich nur einmalig verwendet hat. Daher ist es empfehlenswert, wenn sie alle Rechte an dem Bild kauft und es daher einmalig bleibt. Ob es vorher schon einmal mit geringeren Rechte gekauft wurde, ist natürlich nicht auszuschließen, aber so kannst Du das Problem minimieren.

Und ich würde Dir auch empfehlen die Printausgabe gleich mit anfertigen zu lassen. Das bedeutet, dass Deine Designerin Dir das Cover so aufbereitet, dass Du es als Vorlage für eine Printversion nutzen kannst. Da die meisten Designerinnen die ganzen Abmessungen kennen und wissen, wie man die Vorlage erstellt, solltest Du es gleich mitbestellen. Auch wenn Du Dir erst einmal überlegst, nur ein E-Book herauszugeben, könnte es sein, dass Du zum Beispiel für Lesungen oder Conventions die Printausgaben drucken lässt. Dann ist es natürlich gut, wenn Du von vornherein die Druckdatei hast. Und sehr häufig ist der Aufpreis eher geringer Natur.

Wenn Du Dein Klappentext fertig hast (lasse es auf alle Fälle vorher von jemandem überprüfen und gegenlesen), dann kannst Du es auch gleich mitgeben, damit dieser eingefügt werden kann. Dann kannst Du theoretisch mit der Veröffentlichung auch schon beginnen.

Sollte es aber noch eine kleine Ewigkeit hin sein bis zu Deiner Veröffentlichung und Du verliebst Dich trotzdem schon jetzt in einem Cover, kein Problem. Mir ist das auch passiert und ich habe sie gekauft. Damit gehören sie mir und ich kann jederzeit die Anpassungen vornehmen lassen. Aber so kann ich auch sicher sein, dass sie niemand anderes hat. Gerade bei individuell aussehenden Covers kann das wichtig sein.

Sparen mag in manchen Bereichen durchaus Sinn machen, aber es heißt ja auch so schön, spare nicht am falschen Ende. Beim Lektorat, Korrektorat und am Cover zu sparen ist definitiv das falsche Ende. Wenn Du noch in der Schreibphase bist, dann fange ab heute an, Geld wegzulegen. Jeden Monat zehn Euro sind durchaus machbar. Innerhalb eines Jahres sind das 120 € und kann schon für ein Cover reichen. Oder für die Anzahlung eines Lektorats (sicherlich werden auch diese mit sich reden lassen bezüglich einer Ratenzahlung, wenn Du höflich bei Deiner Anfrage bleibst).

Ansonsten schau Dich ruhig um. Wie sehen die Covers anderer Romane in Deinem Genre aus? Was steht im Mittelpunkt, was ist drum herum? Und wie darf am Ende Dein Cover aussehen?

Wenn Du möchtest, kannst Du schon mal anfangen zu basteln (werde ruhig kreativ). Bastele Dir Dein Cover und ändere es mit jeder Phase Deines Schreibens. Am Ende kannst Du Deine Ideen auch Deiner Designerin zeigen. Eventuell kann sie damit was anfangen.

Aber auch sonst kann solch ein gebasteltes Cover Deine Motivation steigern. Du hast etwas, worauf Du hinarbeiten kannst. Eben das dieses Cover am Ende auf Deiner Geschichte prangert und in jedem Onlineshop und vielleicht sogar in dem einen oder anderen Buchladen zu finden ist.

In meiner Linkliste werde ich zukünftig Links von Cover Designerinnen posten. Dort kannst Du Dich dann umsehen und eventuell entscheiden, ob die Leute nicht etwas für Dich sind. Wobei ich ganz klar sage, ich übernehme keine Garantie für irgendetwas, was mit den anderen Seiten zu tun hat. Besuch, kauf, was weiß ich geschieht auf eigene Gefahr. Aber, wie schon geschrieben, bisher hatte ich nur freundlichen Kontakt und mich hat noch nie jemand gebissen.

Abschlussgedanken

Vor etwa zwei Jahren habe ich beobachtet, wie jemand ein Cover in Auftrag gab. Dabei konnte ich die Entstehung, die letztendlich Auswahl und die erneute Veröffentlichung beobachten. Das Cover kostete so um die 400 Euro.

Auf die Frage, ob sich der Preis gelohnt hat, antwortete der Autor, dass er innerhalb von zwei oder drei Wochen diese Summe wieder eingenommen hatte. Für ihn hatte es sich definitiv gelohnt.

Sammele Ideen für Dein Cover

Mach Dir Notizen, was Dir gefallen könnte, schau Dir andere Covers an, notier Dir alles, was Dir zum Cover einfällt. Wenn Du jetzt schon diese Arbeiten machst, brauchst Du Dir darüber nachher nur noch minimale Gedanken zu machen. Denn die Ideen musst Du nur noch auf Deine Geschichte anpassen.

Bastele Dir Dein Cover

Hierbei geht es in erster Linie darum, ein wenig kreativ zu werden. Damit lenkst Du Dich auch ein wenig von Deiner Arbeit ab und holst frische Luft in Dein Projekt.

Druck Dir Bilder aus und kleb alles zusammen. Arbeite mit den Händen und sei so richtig kreativ. Hab Spaß dabei.
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[KG-Challenge #33] Paranormal – Deine Wesen in der Zukunft

Hei, hallo und herzlich willkommen,

machen wir doch eine kleine Reise in die Zukunft.

Kurze Vorgedanken

Wenn ich so an die Geschichten mit paranormalen Wesen denke, die mir in den letzten Jahren über den Weg gelaufen sind, so fällt mir auf, dass sie entweder in der Vergangenheit oder der Gegenwart spielen. Eventuell eine nahe Zukunft. Aber eine richtig ferne Zukunft ist mir selbst noch nie untergekommen. Vermutlich liegt es auch daran, dass ich die falschen Bücher las.

Sollte Dir Science-Fiction nicht liegen, musst Du Dir darüber keine Gedanken machen. Es geht nicht darum, dass Du über die Funktionsweise der Raumschiffe schreiben musst. In dieser Geschichte geht es eher um das Miteinander Deiner paranormalen Wesen und einer fernen Zukunft.

Die Kurzgeschichte – Deine Eckdaten

Wir befinden uns im Jahr 2756. Ob die Erde mit Außerirdischen bereits in Kontakt getreten ist oder nicht, das überlasse ich Dir. Gerne kannst Du auch zwei Varianten dieser Geschichte schreiben. Eben einmal mit Außerirdischen und einmal ohne.

Deine paranormalen Leute befinden sich unter den Menschen in einer Zeit, in der die Technik eine hohe Bedeutung hat. Die Magie selbst spielt nur noch in Märchen und Mythen eine Rolle, wenn überhaupt. Und Deine Leute versuchen, in dieser Zeit zu überleben.

Durch einen blöden Zufall (den Du Dir aussuchen kannst) verrät sich jemand von Deinen Leuten und zeigt, dass paranormale Wesen immer noch da sind.

Ob Du Deine Geschichte ab dem Punkt des Missgeschicks schreibst oder erst danach, das überlasse ich Dir. Zeig aber bitte die Welt, in der Deine Leute leben, wie sie damit klarkommen (oder auch nicht) und welche Reaktion ihr entdecken bei den Menschen auslöst.

Für diese Geschichte schlage ich vor, maximal 15.000 Zeichen inklusive Leerzeichen zu verwenden.

Dabei wünsche ich Dir viel Spaß.
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[Interview] Nora Bendzko – Schriftstellerin

Hei, hallo und herzlich willkommen,

im Monat der „Wolfssucht“ geht es nun in die zweite Runde. Der Autorin Nora Bendzko habe ich einige Fragen gestellt und sie hat mir geantwortet. Und die kannst Du nun lesen. Viel Spaß dabei.

Zu Deiner Person

Erzähl bitte etwas über Dich.

Erst einmal danke, dass ich hier sein darf! Gestatten, Nora Bendzko: Ich bin in München als älteste Tochter einer Multi-Kulti-Familie geboren worden, mit einem Jazz-Musiker zum Vater und einer marokkanischen Karrierefrau als Mutter … Eine ziemlich bunte Mischung!

Und ich habe immer darauf geachtet, dass mein Leben immer bunt bleibt. Nunmehr bin ich Studentin der Deutschen Philologie an der Universität Wien, Rock- und Metalsängerin, neben dem Schreiben Moderatorin im Rindlerwahn-Autorenforum und arbeite als Lektorin.

Natürlich könnte ich noch ein paar Werdegangsdaten nennen – wie Abitur und dass ich eine Ausbildung im klassischen Gesang hatte – aber ich mag es nicht so trocken

Magst Du uns etwas über Deine Projekte erzählen?

Puh, derer sind viele! Neben Romanmanuskripten, von denen noch eins zu Ende geschrieben, eins überarbeitet werden und ein anderes einen Verlag finden muss, schreibe und veröffentliche ich immer wieder Kurzgeschichten, ganz selten auch Lyrik.

Und dann gibt es natürlich mein Selfpublishing. „Wolfssucht“, das Carola hier ja schon vorgestellt hat, war mein SP-Debüt. Und bei einem Debüt soll es nicht bleiben – daher feile ich gerade das Konzept für eine Grimm-Thriller-Reihe aus.

Ein ganz neuer Bereich für mich. Wenn ich auch immer mit Fokus auf Spannung schreibe, hatte ich lange nicht auf dem Schirm, dass Thriller mir taugen. Ich habe bisher alle möglichen Unterarten der dunkleren Fantastik bedient; dies nun mit Thrillern zu verbinden, ist eine sehr spannende Sache.

Betätigst Du Dich sonst wie noch kreativ?

Ich habe ja schon erwähnt, dass ich Sängerin bin. Einmal in meiner Progressive Metal Band „Avem“ und einmal in der Heavy Metal Band „Nightmarcher“.

Was neben dem Schreiben unglaublich viel Zeit frisst. Ich bin fast viermal die Woche proben. Deswegen bin ich tatsächlich in keiner anderen Weise kreativ, so ausgelastet, wie ich bin

Halt, ich koche sehr gerne! Ob man es als kreativ bezeichnen kann, weiß ich nicht, aber es schmeckt in den meisten Fällen.

Zu Deinem aktuellen Roman „Wolfssucht“

Wie bist Du auf die Idee zu der Novelle gekommen?

Als ich das erste Mal von den sogenannten Ur-Märchen gehört habe, auf denen die Grimm’schen Märchen beziehungsweise die Märchen von Perrault basieren, von denen die Grimm-Brüder unwahrscheinlich viel abgekupfert haben. So auch „Rotkäppchen“.

In Perraults Original wurde schon angedeutet, dass der eigentliche Inhalt von „Rotkäppchen“ sexuell zu interpretieren ist. Und die alten Sagenarchetypen, in denen der Wolf ein Werwolf ist und sogar Menschenfresserei (seitens Rotkäppchen) vorkommt, halten sich gar nicht mehr zurück.

Ich war auf morbide Art und Weise fasziniert, was für dunkle Kerne diese Geschichten haben, die ich als Kind immer als unschuldig empfunden hatte. Und mir kam die Idee: Wie würde sich diese dunkle Nuance in einer Adaption machen?

Warum hast Du gerade das Märchen „Rotkäppchen“ als Grundlage gewählt?

Schwer zu sagen … Die Ur-Versionen haben mich einfach gefesselt. Warum fesseln einen Autor bestimmte Stoffe? Vielleicht habe ich damals, als ich mich mit den Ur-Märchen beschäftigte, irgendetwas in ihnen gefunden, das mich berührt hat.

Du hast Deine Geschichte durchaus als feministisch beschrieben. Magst Du das näher erläutern?

Ich persönlich verstehe „Wolfssucht“ als die Geschichte einer Frau, die an einem System von patriarchalischer Gewalt zu zerbrechen droht und dem Widerstand leistet. Einer der größten Konflikte ist, dass meine Protagonistin Irina von einem Mann begehrt wird, den sie nicht liebt.

Dieser Mann, Skandar, will sie aber nur benutzen, um sich im Dorf besser darzustellen. Das lässt Irina sich nicht gefallen.

Gleichzeitig begegnet sie dem so genannten Wolfsmann, dem jegliche Menschlichkeit von der Gesellschaft abgesprochen wird. Sie erkennt aber, dass er ein Mensch ist wie jeder andere, nur nicht zivilisiert, und setzt sich für ihn ein. Damit vertritt sie unwissend den größten Aspekt des Feminismus: Für die Gleichheit der Menschen einzustehen.

Dein Arbeitsstil als Autorin / Schriftstellerin

Wie kommst Du zu Deinen Ideen?

Ich bin ja eine Autorin, die ihren Lesern immer etwas mitgeben möchte. Also schreibe ich über Dinge, die mich bewegen. Das können soziale, politische als auch persönliche Themen sein. Manchmal kommt mir auch eine tolle Idee in meinen Träumen. Ich habe sehr intensive Träume, die mir schon die fantastischsten Bilder geschenkt haben. So manche dunkelbunte Szene aus meinen Geschichten wurde so geboren, und deswegen gehören Träume auch zu meinen häufigsten Motiven.

Wie plottest Du eine Geschichte?

Ich bin tatsächlich eine total akribische Plotterin.

Wenn ich ein neues Projekt habe, beginne ich erst einmal mit groben Plot- und Charakterbögen. Habe ich eine ungefähre Idee, gehen die ersten Recherchen zu Namen, Setting, et cetera los. Dann versuche ich den Plot auszuschreiben. Ist das geschafft, überlege ich mir, in welcher Perspektive ich schreiben möchte – Ich-Erzählung, allwissender Erzähler, wie viele Hauptfiguren – und lege Kapitelbögen an. Für jedes Kapitel schreibe ich mir zusätzlich auf, was darin passieren soll.

Also wirklich detailreich, wie man sieht. Natürlich verläuft nicht immer alles nach Plan und ich muss während des Schreibprozesses editieren. Aber ohne eine solche Planung könnte ich gar nicht erst anfangen. Ich brauche diesen roten Faden, mit dem ich mich von Szene zu Szene hangeln und auf die Auflösung hinschreiben kann.

Was ist Deine besondere Arbeitsweise, welche Deinen Stil prägt?

Wie schon gesagt, das detailreiche Plotten, mit dem ich versuche, meine Geschichten so dicht wie möglich aufzubauen. Dann habe ich meist mehrere Überarbeitungsläufe.

Beim ersten Mal versuche ich das Manuskript alleine auf einen möglichst guten Stand zu bringen, indem ich alles Unnötige wie lange Sätze, Füllwörter, Plotholes und Ähnliches entferne. Dann geht es natürlich an die Testleser.

Beim Schreiben selbst versuche ich immer darauf zu achten, dass ich meinem ganz persönlichen Stil treu bleibe. Das bedeutet für mich: Neue Metaphern finden, bildgewaltig und intensiv schreiben, düstere Themen mit Hoffnung und Empowerment verbinden.

Vermisse ich das irgendwo, wenn ich überarbeite, sitze ich manchmal minutenlang nur vor einer einzigen Seite, um die richtigen Worte zu finden.

Deine Veröffentlichung

Wolfssucht“ ist im Selfpublishing erschienen. Warum?

Ich wollte „Wolfssucht“ schon seit Jahren schreiben. Die Idee hatte ich schon mit 17. Die passende Gelegenheit kam 2014 mit dem Waldhardt Verlag; der machte nämlich eine Ausschreibung für Märchenadaptionen. Leider wurde „Wolfssucht“ dort nie gesichtet, weil die Verlegerin schwer erkrankte. Bis heute gibt es keinen Gewinner und man hat nie wieder etwas wegen der Ausschreibung gehört.

Ja, und da stand ich also. Ich fand es schade, „Wolfssucht“ wieder in die Schublade zu verbannen. Zu dem Zeitpunkt war ich aber schon mit einigen erfolgreichen Selfpublishern in Kontakt und hatte schon öfter mit dem Medium geliebäugelt. Da dachte ich mir: Warum springst du nicht ins kalte Wasser? Und habe es getan, ohne es zu bereuen.

Warum ich überhaupt daran dachte, ins Selfpublishing zu gehen? Ich mochte den Gedanken, künstlerisch vollkommen frei zu sein. Mit Lektor, Designer, Layout. Und vor allem: Unabhängig zu sein. Mit meinem eigenen Tempo arbeiten zu können. Ich mochte es noch nie, mich auf andere Leute verlassen zu müssen, habe alles immer selbst in die Hand genommen, wenn ich konnte. Selfpublishing erfüllt dieses Grundbedürfnis von mir.

Was war die besondere Herausforderung dabei?

Das ganze technische Drumherum. Oh Gott, wollte ich mich beim Layouten und beim Erstellen des E-Books manchmal erschießen! Das hat mich wirklich Zeit und Nerven gekostet. Aber ich wusste auch, dass das auf mich zu kommt. Inzwischen freue ich mich umso mehr aufs nächste Buch, jetzt, wo ich weiß, worauf ich achten muss.

Was für Werbemethoden hast Du verwendet und welche haben sich als effektiv erwiesen und welche nicht?

Ich habe eine Homepage und einen Facebook-Account. Das Buch ging an ein paar Buchblogger, ich habe eine Leserunde auf LovelyBooks veranstaltet, hatte einen Starterpreis und eine kostenlose Werbeaktion mit dem E-Book für ein paar Tage.

Wie effektiv meine eigenen Seiten sind, ist schwer zu sagen, da sie nur ein paar Monate jung sind und ich entsprechend nur ein paar Follower habe bisher. Der Traffic ist aber erstaunlich gut, die Seiten werden auch von Leuten angesehen, die mir nicht folgen. Der Starterpreis hatte auch Wirkung gezeigt, es gab da eindeutig mehr Downlads im E-Book-Bereich. Und die Buchblogger und die Leserunde haben sich als absolut effektiv erwiesen! Ich hatte das Glück, nur gute und sehr gute Rezensionen zu bekommen. Die Gratisaktion habe ich gemacht, um meine ersten 100 Facebook-Likes zu feiern und zu schauen, was so eine Aktion bringt. Das Ergebnis: Die Verkäufe der digitalen Bücher steigen tatsächlich. Minimal, aber sie tun es.

Trotzdem werde ich so eine Aktion nicht wieder machen. Allenfalls im Rahmen einer besonderen Aktion (Gewinnspiel zum Beispiel). Die Leute sollen sich ja nicht an kostenlose E-Books gewöhnen.

Würdest Du im nach hinein Dinge anders machen? Oder bist Du trotzdem mit dem Erfolg zufrieden, den Du erzielt hast?

Das Eine schließt das Andere nicht aus. Ich bin wirklich zufrieden und einfach nur froh, dass ich diesen Schritt gewagt habe. Dabei habe ich gleichzeitig ein paar Dinge gelernt, die ich nächstes Mal anders machen möchte. Zum Beispiel eine Startaktion durch einschlägige Portale bewerben. Ich möchte auch mehr Social-Media-Kanäle haben, um mehr Publicity im Vorfeld machen zu können (gerade habe ich mir Twitter eingerichtet). Und überhaupt das nächste Buch mit meinen neugewonnen Erfahrungen so gut wie möglich machen.

Du als Autorin

Wie siehst Du Deine schriftstellerische Zukunft?

Schreiben, Schreiben, Schreiben, und habe ich Schreiben gesagt? Ich wage dabei nicht, das Wort „Berufsautorin“ in den Mund zu nehmen – tatsächlich, weil ich es mir nicht vorstellen kann. Das würde für mich bedeuteten, Musik und Lektorat aufzugeben, und das kann ich nicht. Aber ich möchte auf jeden Fall professionell schreiben. Mir im besten Fall ein kleines Standbein damit aufbauen.

Möchtest Du weiterhin im Selfpublishing veröffentlichen? Oder in Verlagen?

Definitiv beides. Für die meisten Autoren gibt es nur einen Weg, was mich immer wieder erstaunt. Tatsächlich betrachte ich diese unterschiedlichen Veröffentlichungswege als unterschiedliche Medien. Es gibt Bücher, die sind eindeutig besser fürs Selfpublishing geeignet, und andere besser für den Verlag. Die Titel, mit denen ich mich ins SP begebe, möchte ich darauf abstimmen. Nicht thematisch, sondern Kriterien wie Länge und Preis betreffend. Da folgen beide Seiten ihren ganz eigenen Regeln, die Autor doch zum Vorteil nutzen kann!

Was möchtest Du mit Deiner Arbeit erreichen?

Auch wenn das wahnsinnig überhöht klingt: Es gab eine Zeit, da war Schreiben für mich wie Rettung und Selbstfindung.

Über die Zeit ist es wie ein Anker in mir geworden. Ich werde tatsächlich unglücklich, wenn ich eine gewisse Zeit lang nicht schreiben kann. Das Erste, was ich daher mit meiner Arbeit erreichen will, ist, mir meine Gefühle von der Seele zu schreiben. Das brauche ich einfach.

Und der nächste Schritt ist, meine Leser zu finden. Ich möchte die Menschen mit meinen Geschichten berühren und zum Nachdenken bringen. Tatsächlich vertrete ich dabei eine ganz eigene Philosophie: Ich bin der absoluten Überzeugung, dass spannende, unterhaltsame Geschichten ebenso tiefe Aussagen haben können wie die Klassiker der hohen Literatur.

Mein großes Wunschziel ist daher, das akademische und unterhaltsame Schreiben in meinen Geschichten zu verbinden. Ich stehe da gerade mal am Anfang meines Weges, gehe aber mit meinem Studium jeden Tag einen kleinen Schritt weiter.

Und wenn das alles geschafft ist, wären grüne Zahlen nicht schlecht – sie müssen nicht hoch sein, Hauptsache grün.

Die letzte Frage

Wenn eine Anfängerin oder ein Anfänger zu Dir käme und Dich fragen würde, welchen Ratschlag Du ihr oder ihm als Autorin geben würdest, welcher wäre es?

Schreib! Jetzt!

Kein Zögern, keine Ausreden, kein „Ich hab keine Zeit“ oder „Aber das ist doch blöd“. Bring dein Buch zu Ende. Und vergiss bloß nicht den wahren Spaß im Anschluss: Das Überarbeiten.

Wenn das geschafft ist: Nach dem Buch ist vor dem Buch.

Sei hartnäckig. Und vergiss nie die Frage: Was will ich?

Eine Geschichte erzählen, von der du Feuer und Flamme bist, oder?

Lass dieses Brennen niemals verlöschen. Schon gar nicht von der Gier nach materiellem Erfolg. Glaub mir: Man wird nicht Schriftsteller, weil man das große Geld verdienen möchte – dafür sind andere Branchen wesentlich geeigneter. Man schreibt, weil man etwas zu erzählen hat.

Hast du das?

Dann braucht die Welt vielleicht deine Geschichte – lass dich nicht aufhalten!
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