Goal, Motivation and Conflict … und die Katastrophe

Zu der Überschrift gibt es auch das Buch von Debra Dixon „GMC: Goal, Motivation and Conflict (http://www.amazon.de/GMC-Motivation-Conflict-Debra-Dixon-ebook/dp/B00DZ01FRY/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1414167886&sr=8-1&keywords=goal+motivation+conflict). Das werde ich aber an einem Montag, voraussichtlich in zwei Wochen mal vorstellen. Hier geht es um die Theorie dahinter.

Jeder Mensch möchte etwas im Leben erreichen. Also wir haben ein Ziel. Sei es die große Liebe finden, eine neue Arbeitsstelle oder was auch immer. Und dafür haben wir auch eine Motivation. Sei es, dass wir endlich mal die erste große Liebe finden möchten oder die Schnauze voll haben immer an die falsche Person zu geraten. Oder die aktuelle Stelle geht uns so dermaßen auf die Nerven, dass wir nur noch weg wollen, egal wie und egal wohin. Häufig erleben wir auch einen Konflikt. Sei es, dass wir zu schüchtern sind, um auf eine interessante Person zu zugehen. Nicht wissen wo wir eine neue Stelle bekommen. Oder permanent Absagen erhalten.

Natürlich haben das auch unsere Romanfiguren, zumindest die Hauptfiguren. Ansonsten würde die Geschichte selbst ein wenig flach aussehen.

Jetzt nehmen wir mal an, wir haben einen epischen Kampf zwischen Gut und Böse und unser Held stürzt sich mitten hinein, weil … er einfach der Held ist.

Sehr überzeugend, nicht wahr?

Das bedeutet natürlich nicht, dass deine Helden / Heldinnen nicht auch einfach mal so in die Geschichte hinein stolpern können. Immerhin gibt es einige gute Geschichten, denen das letztendlich passiert ist (mir fallen spontan Harry Potter oder auch der Herr der Ringe ein, natürlich auch der Hobbit). Keine der Figuren hat gesagt, ich gehe mal direkt ins Abenteuer und werde gucken, dass ich da heil herauskomme. Sie wurden eher am Schlawittchen gepackt und direkt hinein geschleudert.

Aber es stellt sich natürlich die Frage, warum gehen sie nicht aus diesem Abendteuer austreten, nach Hause gehen, sich unterm Bett verstecken und nie wieder hervorkriechen.

Denn immerhin könnten unsere Helden / Heldinnen bei einem solchen Abenteuer auch mal kurzweg ihr Leben lassen. Und bei vielen ist der Überlebenstrieb nicht ganz unerheblich ausgeprägt. Also was könnte es sein, dass die Figuren in den Geschichten dazu bringt sich in Todesgefahr zu stürzen?

Das alles findest du heraus, wenn du dir das Ziel, die Motivation und den Konflikt deiner Figur ansiehst.

Debra Dixon beschreibt in ihrem Buch diese drei Schritte bei der Planung ihrer Figuren sowohl im äußeren, als auch im inneren Bereich deiner Figur.

Es mag sein, dass deine Figur nach außen hin eine erfolgreiche Geschäftsfrau werden will (Ziel), um ihrem Ehemann und ihre Familie zu ernähren (Motivation). Doch in den vierzigern Jahren des vorherigen Jahrhunderts waren arbeitende Frauen nicht unbedingt angesehen und sie muss sich gegen mehr als nur Vorurteile erwehren (Konflikt).

Das ist ihr Leben im äußeren, also ihr bewusstes Leben, was sie selbst bestimmen kann.

Dagegen könnte der innere Weg wie folgt aussehen.

Sie möchte ihre wahre Liebe heiraten (nicht ihren aktuellen Ehemann) und mit ihr davon gehen (Ziel), denn sie fühlt sich an ihrer Seite wohl und möchte ihre wahre Natur (Homosexualität) nicht mehr verleugnen (Motivation). Doch da sie verheiratet ist, fest in der Firma drinnen steckt und die Gesellschaft ihre Neigungen niemals akzeptieren würden, kann sie das nicht tun (Konflikt).

Ich habe mal gelesen, dass es ideal ist, wenn sich der innere und der äußere Weg total widersprechen (was ich in diesem Beispiel versucht habe aufzubauen). Wenn sich zum Beispiel die Ziele überlappen, dann würde deine Figur weniger Widerstände haben, gegen die sie angehen muss.

In meinem Beispiel will meine Heldin in der Arbeitswelt erfolgreich sein (ihr äußeres Ziel), aber gleichzeitig lieber davon laufen und mit ihrer Freundin leben (inneres Ziel). Das kann man nicht so einfach unter einem Hut bringen.

Ich selbst füge meiner Tabelle noch die Katastrophe hinzu (https://schreibkasten.wordpress.com/2014/10/19/die-katastrophe-charakter-plot/). Was wäre das schlimmste für deine Figur, wenn sie ihr Ziel nicht erreichen würde?

Der äußere Weg: Ihre Familie wäre von der Wohlfahrt abhängig und sie müssten ihr Lebensstandard aufgeben. Weiterhin dürfte sich unsere Heldin andauernd anhören, dass sie nichts für die Familie getan hat.

Der innere Weg: Sie würde sich selbst verlieren und niemals wahre Liebe kennenlernen.

Wenn du das für deine Figuren erstellt hast (die Hauptfiguren und dein / deine Antagonist_in reichen völlig aus), hast du nicht nur eine solide Grundarbeit für dein Werk geschaffen. Aufgrund dieser Arbeit hast du sogar ein Teil deiner Plotarbeit erledigt. Denn allein aufgrund der oben genannten Informationen (die ich privat um einiges ausführlicher gestalte, das hier ist nur ein Beispiel und dementsprechend kurz gehalten) könnte ich schon einen groben Plotplan erstellen.

Und jetzt bist du dran. Erstelle ruhig eine Tabelle mit den Fragen zum ZMKK (Ziel, Motivation, Konflikt und Katastrophe) im inneren wie im äußeren deiner Figuren und trage alles ein, was dir zu den Punkten wichtig ist.

Dabei wünsche ich dir viel Spaß.

Advertisements

Über Frau Schreibseele

eine schreibende, die auf den weg zu ihrer ersten geschichte ist. und bis dahin gibt es beiträge rund ums schreiben, lesen und erleben auf meinem blog :)
Dieser Beitrag wurde unter Charakter, Samstag - Schreibratgeber abgelegt und mit , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s