1ter Dezember – Brainstorming: Ideensuche und Ideen schreiben

Das ewige Thema der Idee wird wohl alle Schriftsteller_innen begleiten, solange sie schreiben (oder auch nicht). Woher bekomme ich meine Ideen und wie verwerte ich.

Ich möchte in diesem Beitrag jedoch einen Schritt vor der Idee zurückgehen und zu einer Liste kommen, die Du erstellen kannst. Und zwar eine Liste über Themen, die Du liebst.

Wenn wir uns ein Monat, ein halbes Jahr oder Jahre hinweg mit einem Roman beschäftigen (mit meinem aktuellen Schreibprojekt bin ich einige Jahre schon unterwegs, also nicht schmunzeln), dann solltest Du schon sicher gehen, dass Du das Thema, über das Du schreiben möchtest, auch wirklich liebst.

Du wirst eine gewisse Leidenschaft für ein Thema entwickeln, wenn Du über etwas schreibst, was Dein Herz wild zum hämmern bringt. Also Themen, die Du liebst, die Dich begeistern und für die Du lebst (sterben möchte ich an dieser Stelle nicht unbedingt schreiben).

Und nur Du allein weist, welche Themen das sind.

Für diese Übung brauchst Du ein weißes Blatt Papier, ein Stift und etwas Zeit.

Ich empfehle Dir deinen Drucker zu plündern und ein nicht liniertes und nicht kariertes Papier zu nehmen.

Warum?

In der Schule habe ich gelernt, dass der Rand eines Blatt Papieres dem Lehrer oder der Lehrerin gehören. Dort wird notiert wo die Rechtschreibfehler sind, was man schlecht geschrieben hat, selten auch was gut geworden ist. Und noch heute (ich nutze gerne die Blöcke für meine handschriftlichen Notizen) komme ich nicht über den Rand hinaus.

Nein, ich komme beim besten Willen nicht über den Rand hinaus. Der Rand gehört nicht mir und daher beschreibe ich ihn nicht, auch wenn das letztendlich blödsinnig ist. Ich schreibe die Blöcke voll, aber Notizen am Rand mache ich mir eher selten, obwohl man diesen dafür doch am besten nutzen könnte. Notizen mache ich erst, wenn ich den Text abschreibe und dann letztendlich verbessere (oder direkt im Text, während ich schreibe).

Weiterhin kann es passieren, wenn Du liniertes oder kariertes Papier benutzt, dass Dein Gehirn Dich einschränkt. Meines sagt mir immer, bleib auf der Linie, überschreibe sie nicht, werd bloss nicht kreativ. Das ist alles ganz pöse (wenn ich böse mit P schreibe, ist das nicht ein Tippfehler, sondern wird von mir mit Absicht gemacht, damit Du sehen kannst, dass ich das Wort an dieser Stelle nicht ernst meine).

Und das alles ist Gift für diese Übung.

Wenn Du also keine Einschränkungen auf dem Papier hast, kannst Du Dich freier ausleben.

Ob es ein Din-A4 Papier sein darf oder größer, dass ist Dir überlassen.

Beim Stift gilt, Hauptsache er schreibt gut und lang. Wenn Dich der Stift irgendwie hemmt, dann tausche ihn aus. Ich habe einen Kugelschreiber, wo die Miene etwas schwerfällig ist. Es kommt mir so vor, dass sie am Papier ganz leicht kleben bleibt. Vielleicht nur Einbildung, aber das reicht schon aus. Damit schreibe ich meine Sachen während der Ausbildung, aber mit diesem würde ich nie kreativ werden.

Und natürlich, Du brauchst Zeit, Platz und Ruhe. Schmeiß also die Katze vor die Tür, geschmust kann nachher dafür um so ausgiebiger 🙂

So, dass sind die Grundlagen. Und was sollst Du jetzt machen?

Schreib auf, was Du alles liebst (und worüber Du gerne mal schreiben würdest). Und damit meine ich auch wirklich ALLES.

Hier ein paar Inspirationen, was ich meine (lass Dich davon aber nicht einengen, es soll Dir nur eine kleine Starthilfe geben):

  • Berlin der 20er Jahre
  • Bauchtanz
  • Pflanzen
  • Schokolade
  • eine Weltreise
  • Krimi mit einem Luftschiff
  • Hexen
  • Japan
  • eine Unterwasserstation
  • etc.

Du siehst, es ist eine unterschiedliche Liste mit Möglichkeiten, die einen Menschen interessieren können. Es liegt an Dir, was auf Deiner Liste landet und auch wie viel.

Gib Dir dafür aber nicht ewig Zeit. Zwanzig Minuten sind schon genug. Dafür muss es natürlich ruhig sein und Du darfst nicht gestört werden. Stell Dir die Uhr und leg los.

Wenn Du Deine Wunschliste fertig hast, dann geht es in die nächste Runde.

Es kann sein, dass Du nur wenige Sachen aufgeschrieben hast. Aber es kann auch sein, dass Deine Liste regelrecht platzt. Über alles wirst Du jetzt nicht schreiben können (schmeiß die Liste bitte, bitte nicht weg, sondern leg Dir lieber einen Schnellhefter oder leg dir einen Ordner an und sammle solche Sachen, eines Tages kannst Du dann darauf zurückgreifen oder Dich einfach nur erinnern, was Du damals gemacht und was Du dann heute machst).

Als nächstes unterstreiche drei Punkte, die Dich so brennend interessieren, dass Du nicht mehr aus Deinem Kopf bekommst. Ich denke, Du verstehst was ich meine. Das sind dann die Themen, mit denen sich Dein nächster Roman beschäftigt.

Ja, so einfach kann es sein.

Wie, es sind aber mehr als drei Themen, die Dich fesseln und knebeln und nicht mehr los lassen?

Unterstreiche alle wichtigen Punkte, bleibe aber maximal bei neun Themen (ich bin die Königin des Übertreibens, also weiß ich sehr genau, wie schwierig es sein kann, sich einzuschränken). Dann notiere diese auf ein kleines Stück Papier und ziehe dann in einer gleichen Anzahl für jeden Romanprojekt (wenn du acht Themen hast, dann ziehe immer zwei oder vier Zettel, so dass am Ende alle aufgehen).

Am Ende hast Du eine Orientierung, worum es sich in Deinem nächsten Roman drehen kann. Und ich bin mir sicher, allein wenn Du das Thema auf deiner Liste (oder von mir aus auch auf den Zettel) siehst, sprüht schon deine Kreativität.

Wenn nicht, oder wenn Du noch mehr Unterstützung brauchst, dann lesen wir uns morgen.

Ich habe gerade gesehen, dass Annika Bühnemann seit heute auch Tipps und Tricks gibt, wie man einen Roman schreibt. Und in ihrem ersten Beitrag geht es eben auch darum, wie man Ideen finden kann. Daher schau mal hier vorbei. Je mehr Inspirationen Du hast, desto besser ist es für Dich 🙂

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Über Frau Schreibseele

eine schreibende, die auf den weg zu ihrer ersten geschichte ist. und bis dahin gibt es beiträge rund ums schreiben, lesen und erleben auf meinem blog :)
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