3ter Dezember – Brainstorming: Auswahl deines Genres

Okay, okay, jetzt schaust Du mich sicherlich ein wenig seltsam an, bei DER Überschrift.

Aller Wahrscheinlichkeit wissen die meisten, in welchem Genre sie schreiben möchten. Es kann aber sein, dass Deine Geschichte regelrecht danach brüllt, dass sie nicht in diesem Genre, sondern in einem anderen geschrieben werden wollen. Eben weil es dort besser für sie passt.

So erging es mir mit meiner Geschichte, die ich während des NaNoWriMo 2014 geschrieben habe. Ich dachte, es wäre eine reine Urban Fantasy Geschichte. Dann stellte es sich heraus, ja, dass ist schon richtig. Aber sie will bitte schön ein richtiger Krimi werden. Dabei hatte ich mir vor Jahren eigentlich von dem Gedanken verabschiedet einen Krimi zu schreiben. Na danke schön 😉

Es gibt die verschiedensten Genres und vor allem Subgenres, in denen man sich bewegen kann. Als Beispiel nehme ich mal eben den Krimi. Schau Dir mal den Wikibeitrag zum Kriminalroman an (http://de.wikipedia.org/wiki/Kriminalroman). Da siehst Du, dass allein der Krimi (im englischen übrigens Mystery, mal so nebenbei erwähnt) einige Subgenres hat:

  • Whodunit (wer hat es getan – ja, dass ist die Sache mit dem Gärtner)
  • Verschiedene Ermittlungsformen (kannte ich bis gerade eben auch nicht)
  • Thriller
  • Schwarze Serie
  • Gangsterballaden
  • Komischer Krimi
  • Regionalkrimi

Krimi ist also nicht gleich Krimi. Das gilt auch für den Liebesroman (Leigh Michaels hat in ihrem Buch Writing Romance (http://www.amazon.de/Writing-Romance-Craft-Novel-Sells-ebook/dp/B00506WXDG/ref=sr_1_8?ie=UTF8&qid=1416159778&sr=8-8&keywords=writing+romance) mehr Richtungen aufgeführt, als ich mir hätte erträumen können), Fantasy, Science-Fiction. Es ist also schon wichtig, dass Du weißt, wo genau Du Dich bewegen möchtest.

Ich finde es wichtig zu wissen, in welchem Genre ich schreibe um die Spielregeln zu kennen. Wenn ich zum Beispiel einen Whodunit schreiben möchte, dann muss ich andere Spielregeln befolgen, als wenn ich einen Thriller schreibe. Beide Richtungen gehören zum Krimi, aber ein Thriller hat einen völlig anderen Spannungsbogen als der Whodunit (wo man meiner Meinung nach auch seltener den Serienkiller unterbringen kann – mmh, geht das überhaupt?).

Kenne ich die Regeln, weiß ich, wie ich sie anwenden kann und vor allem, ich weiß dann auch, wie ich sie brechen kann (sofern ich das will). Aber die Regeln zu kennen ist schon unglaublich wichtig.

Daher, überlege Dir genau, in welchem Genre möchte ich schreiben und recherchiere dann, welche Subgenres es noch gibt.

Jahrelang liebte ich die Animes (also die Zeichentrickfilme direkt aus Japan), wo viktorianische Leute mit moderner Technik umgehen (Howls Castle zum Beispiel). Doch erst mit dem Film „Sherlock Holmes“ von Guy Ritchie (ja, der Film mit Robert Downey Junior und Jude Law) entdeckte ich bei meinem herumgeklicke auf Wikipedia, dass es sich hierbei um ein Steampunkfilm handelte (wenn auch kein reiner).

Steampunk?

Was bitte schön ist Steampunk?

Klar, heute ist es um einiges bekannter, als noch vor wenigen Jahren. Aber ich habe dieses Genre geliebt, bevor ich einen Namen dafür hatte (wenn das nicht für sich spricht).

Und Steampunk ist ein Untergenre des Science Fiction (und ja, es gibt Leute, welche Steampunk zum Fantasy zählen, ich gehe aber lieber Richtung Science Fiction).

Da ich nun weiß, welches mein Genre ist (eben der Krimi und Steampunk), kann ich genau definieren, was in einem entsprechenden Buch gehört.

So zählen viele Zombies als wichtigen Teil einer Steampunkgeschichte (ja, Du hast richtig gelesen, Zombies 😉 ). Wenn ich sie nun nutzen will, weiß ich auch warum, wenn nicht, ist das auch in Ordnung.

Aber hier geht es nicht nur ums Genre, um das Du Dich kümmern kannst / solltest

Sondern auch um die Frage: Sollen meine Kapitel lang sein oder doch lieber kurz, schreibe ich in Teilabschnitten oder was mache ich hier eigentlich?

Es gibt Romane, welche aus einigen wenigen Hauptkapiteln bestehen und vielen Unterteilen. Sie teilen Szenen ab, sie unterschieden in Lebensjahren. Da gibt es theoretisch keine Grenzen.

Je mehr Du Dich auch im Vorfeld um solche Fragen kümmerst, desto mehr kannst Du Dich dann im Schreibprozess (siehe nächste Woche) dann um die wirklichen Dinge des Schreibens kümmern. Und das beste ist, Du brauchst dafür nicht Ewigkeiten, sondern eine halbe Stunde oder Stunde reicht völlig aus und am Ende hast Du Deine Struktur.

Und immer schön abspeichern die Sachen.

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Über Frau Schreibseele

eine schreibende, die auf den weg zu ihrer ersten geschichte ist. und bis dahin gibt es beiträge rund ums schreiben, lesen und erleben auf meinem blog :)
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2 Antworten zu 3ter Dezember – Brainstorming: Auswahl deines Genres

  1. Amalia Zeichnerin schreibt:

    Schöner Artikel, aber ich würde nicht sagen, dass Steampunk von vielen automatisch mit Zombies verbunden wird. Klar, das ist eine durchaus eine mögliche Variante, aber in all den Steampunk-Romanen, die ich in den letzten Jahren gelesen habe, gab es nur zwei oder drei, in denen Zombies aufgetaucht sind.
    Aber noch alles mögliche andere – verrückte Wissenschaftler, seltsame Maschinen bis hin zu mechanischen Menschen bzw. Robotern oder Automaten, Luftschiffe, dampfkraftbetriebene Geräte, allerlei Fantasy-Elemente, und noch einiges mehr. Und dann erst die ganzen Subgenres, wie Steamfantasy oder Dieselpunk.

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    • Frau Schreibseele schreibt:

      Ehrlich gesagt, wenn ich an Steampunk denke, denke ich an die ganzen japanischen Filme, in denen die moderne Technik in alter Zeit irgendwie eine Bedeutung hat. Daher war ich überrascht, dass Zombies überhaupt eine Bedeutung spielen sollen. Und in den meisten Steampunkromanen, die ich gelesen habe, kamen nur zwei Mal ein Zombie vor. Da hab ich wohl bisher die falschen Romane gelesen.

      Und diese Beiträge muss ich auch mal ordentlich überarbeiten. Denn zwischenzeitlich hat sich meine eigene Ansicht teilweise stark geändert.

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