4ter Dezember – Brainstorming: Recherchen in Deinem Genre

Gestern haben wir uns Gedanken um dein Wunschgenre gemacht. Heute geht es um die Rerchen. Und nein, so schlimm wird es nicht, hoffe ich zumindest.

Wenn Du in einem bestimmten Genre schreiben möchtest, dann liegt es häufig daran, dass Du selbst darin gerne liest. Du möchtest einen Krimi schreiben, dann wirst Du sehr wahrscheinlich Krimis regelrecht verschlingen (oder dich zwingt die Geschichte dazu einen Krimi zu schreiben, obwohl Du davon keine Ahnung hast, DAS kann natürlich auch sein, ist aber doch eher seltener der Fall).

Aber Lesen und Lesen sind zweierlei Paar Schuhe.

Du kannst als Leser_in ein Buch lesen und als Schriftsteller_in. Und um das Lesen der zweiten Gruppe geht es hier.

Schnapp Dir zehn Romane aus deinem Genre unterschiedlicher Richtungen. (Ich bleibe beim Krimi, auch wenn Du nicht einen solchen schreiben möchtest). Wir können uns im Whodunit Bereich bewegen. Aber selbst hier gibt es durchaus unterschiede.

Du könntest einen historischen Krimi nehmen, einen Urban Fantasy, einen klassischen von Agatha Christie und so weiter. Das alles sind Whodunits, aber von unterschiedlichen Autor_innen und im unterschiedlichen Zusammenhang geschrieben. Und darauf kommt es hier an.

Wenn Du möchtest, kannst Du Dich auch in entsprechenden Portalen oder bei Wikipedia um entsprechende Literaturlisten bemühen. Denn gerade wenn Du in einem Genre schreiben möchtest, wo Du noch wenig Erfahrung hast (was nicht bedeutet, dass es deswegen tabu ist, darüber zu schreiben), kannst Du ein wenig Unterstützung gut gebrauchen.

Kleiner Tipp: Schau bei Lovelybooks vorbei (http://www.lovelybooks.de/), dort findest Du viele Listen zu den entsprechenden Richtungen und natürlich dann auch Buchempfehlungen. Aber viele Genres haben zwischenzeitlich auch eigene Internetseiten, welche sich eben auf diese Richtung spezialisieren und Buchempfehlungen aussprechen (zum Beispiel die Krimi Couch). Aber natürlich dürfen auch die vielen, vielen Reziblogs nicht fehlen, die es da draußen gibt.

Jedoch bedenke, jede Empfehlung ist absolut individuell zu sehen. Wenn mir ein Buch gefällt, heißt das noch lange nicht, dass es Dir gefallen muss. Wir sind unterschiedliche Menschen und können dementsprechend auch einen unterschiedlichen Geschmack haben 🙂

Wenn Du Deine Liste zusammenstellst, dann suche aber nicht nur Bücher heraus, die als gut bewertet wurden. Ein Buch sollte durchaus darunter sein, was die meisten Leser_innen als schlecht berurteilt haben.

Warum?

Also erst einmal, natürlich ist kein Buch per se schlecht (auch wenn es sicherlich da einige Ausnahmen gibt), denn es gibt immer jemand, der oder die dieses Buch liebt und sei es die/der Autor_in selbst. Aber wenn die meisten Leser_innen über ein Buch sagen, es sei schlecht, dann lohnt es sich schon genauer hinzusehen.

Denn warum soll es denn schlecht sein?

Trage daher ein solches Buch ebenfalls auf die Liste und lese es. Ja, von mir aus, quäle Dich durch die Seiten, aber lies es. Wenigstens ein einziges Buch solltest Du gelesen haben, was als schlecht gilt. Danach musst Du Dich nie wieder quälen 😉

Und jetzt endlich zum warum.

Wenn viele, sehr viele Leute einheitlich der Meinung sind, dass ein Buch schlecht sein soll, dann wird wohl etwas daran sein. Und Du kannst diese Meinungen nutzen um herauszufinden, was daran schlecht ist, ob Du es auch schlecht findest und daraus lernen, wie Du es besser machen kannst. Und das ist nicht gerade unwichtig.

Vor zwei oder drei Jahren habe ich mal ein Steampunkroman gelesen, was sich auf dem ersten Blick durchaus interessant anhörte. Da ich es in einem Buchladen erwarb, konnte ich natürlich keine Rezensionen dazu lesen. Und in diesem Fall hätten sie mir auch nichts gebracht, weil diese durchweg positiv waren.

Ehrlich gesagt, wenn Autorinnen in ihren Ratgebern davon schreiben, Bücher an die Wand zu klatschen, habe ich es nie so nachvollziehen können. Nach diesem Buch konnte ich es. Nach fast jeder Seite gab es etwas, worüber ich mich aufgeregt habe. Und am Ende habe ich mich, wie so oft, gefragt, wie dieses Buch nur einen Verlag finden konnte? Es hat eines gefunden und wurde sogar übersetzt (Originalsprache ist Englisch).

Das sollte doch eigentlich Mut machen, dass sogar unsere Werke dann irgendwann Eingang in einem Verlag finden, oder???

Nun zu den restlichen Büchern:

Diese solltest Du genau durchlesen.

Aus irgendwelchen Gründen wurden sie sicherlich als gut bis sehr gut bewertet. Nun gilt es für Dich herauszufinden, was daran so gut ist.

Wie ist der Einstieg, wie wurden die Charaktere beschrieben, wie die Umgebung, die Stimme der Figuren und so weiter. Schaue Dir genau an, wie der Roman geschrieben wurde.

Nein, Du sollst nicht den Stil nachäffen. Das ist nicht der Sinn der Übung. Du sollst Dir anschauen, wie es die Profis gemacht haben, um zu verstehen, wie das Handwerk funktioniert.

Denn Schreiben ist nicht nur einfach sich von der Muse knutschen lassen und los geht es. Es geht hierbei auch um Handwerk. Wenn Du verstanden hast, was dahinter steckt, bist Du eher in der Lage eine gute Geschichte, DEINE gute Geschichte zu schreiben und am Ende auch zu veröffentlichen.

Weiterhin nimmt es Dir auch die Angst überhaupt den Roman zu schreiben. Ich weiß nicht wie es bei Dir ist, aber bei mir ist es manchmal so, dass mich das ganze geplotte so dermaßen einschüchtert, dass ich dann wie eine Häsin vor der Flinte sitze und nicht mehr weiß, was zu tun ist. Das lesen eines Romans beruhigt mich auch. Wenn die anderen es geschafft haben, kann ich es auch schaffen. Vielleicht noch nicht so gut wie sie, aber ich kann es schaffen.

Und das ist durchaus wichtig für Dein Schreibprozess. Wenn Du Deine erste Geschichte beendet hast, wirst Du ganz anders darauf reagieren, als wenn Du nur davon träumst.

Also, lies in Ruhe die zehn Romane durch und finde heraus, was Dir gefällt, was Du davon für Dich übernehmen möchtest und was Du niemals umsetzen möchtest. Der letzte Punkt kannst Du natürlich auch durch die sogenannten guten Romane herausfinden. Denn nur, weil dieser gut bewertet wurde, heißt das noch lange nicht, dass es Dir auch gefallen muss.

Siehe mein Beispiel oben, mir hat der Roman auch nicht gefallen, obwohl er mehrheitlich positive Bewertungen erhalten hat (und ja, da ich mich weigere den Titel zu nennen, ist das natürlich schwer nachvollziehbar, daher vertraue mir, es war wirklich so).

In dem Sinne, viel Spaß beim lesen und beim analysieren.

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Über Frau Schreibseele

eine schreibende, die auf den weg zu ihrer ersten geschichte ist. und bis dahin gibt es beiträge rund ums schreiben, lesen und erleben auf meinem blog :)
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