5ter Dezember – Brainstorming: Freischreiben

Diese Methode habe ich August 2014 zum ersten Mal angewandt. Wenn man längere Zeit plant und plottet und schreibt und tut und macht und was weiß ich, kann es sein, dass man das eigentliche Ziel aus den Augen verliert: Das Schreiben.

Zumindest ist es mir irgendwann so ergangen. Zwar hatte ich immer wieder mal geschrieben, aber dann habe ich weiter geplottet. Eine sehr lange Zeit bin ich nicht über diese Phase hinausgekommen, weil ich mich selbst an einer sehr kurzen Leine gehalten habe.

Keine gute Idee.

Zudem wollte ich mir damals beweisen, dass ich innerhalb von zehn Tagen 10.000 Wörter schreiben kann. Und letztendlich habe ich es auch geschafft (und das sogar in kürzere Zeiten, dass NaNo erwähne ich hier mal nicht 😉 ). Doch daraus wurde eine Methode für mich, die ich zukünftig öfters anwenden möchte, wenn ich zu lange plane, plotte … und so weiter.

Diese Methode nenne ich einfach das Freischreiben.

Nimm Dir einfach einen Charakter vor, an dem Du gerade arbeitest (Du kannst diese Methode also zu jedem Zeitpunkt einsetzen, wann immer Du auch möchtest) und schreibe 10.000 Wörter über diese Figur.

Mehr ist das nicht. Kein planen, kein plotten, lass die Figur einfach laufen.

Warum?

Zum einen, weil es mal wichtig sein kann, zwischen all dem planen und plotten auch zu schreiben. Denn darum geht es doch letztendlich bei all der Vorarbeit die Du leistest. Aber manche (so wie ich) trauen sich nicht zu schreiben, wenn sie noch nicht fertig sind. Denn sie / wir glauben, man darf erst einen Roman schreiben, wenn man alles durchgeplant hat. Und zwar bis auf die letzte Seite, bis auf das letzte Wort. Wir neigen dann, um es mal nett auszudrücken, zu übertreiben.

Und zwar massivst.

Dadurch kann man aber die Lust und vor allem die Liebe zu der Geschichte verlieren.

Und seien wir doch mal ehrlich, DAS wollen wir nun wirklich nicht.

Weiterhin kannst Du sehen, wie die Figur sich im realen Leben benimmt. Ist sie genauso wie Du sie dir vorgestellt hast. Benimmt sie sich so konsequent und durchgehend hartnäckig, wie es auf deinen Seiten steht?

Wenn ja, dann ist alles im grünen Bereich. Wenn nicht, dann prüfe mal ob die geschriebene Version Dir besser gefällt oder ob Du da selbst ein wenig hartnäckiger sein musst.

Mit dieser Idee kannst Du einfach mal Deine Figur laufen lassen und sehen, was geschieht. Eventuell findest Du auch einige gute bis sehr gute Szenen, welche Du dann in Deinem Roman verwendest. Es könnte aber auch sein, dass Du aus einer Zeit vor der Geschichte erzählst, welche für Dich wichtig werden kann. Wenn Du weißt, wie Deine Figur vor der Geschichte gehandelt und gedacht hat, bist Du eher in der Lage sie besser kennen zu lernen.

Manchmal sind diese 10.000 Wörter mehr Wert als Wochenlange Planung. Du bekommst Schreiberfahrung, eventuell ein paar tolle Szenen und siehst, wie Deine Figur läuft. Und Du könntest Dich sogar wieder in Deine Geschichte verlieben, solltest Du dies kurzfristig verloren haben.

Nimm Dir die nächsten zehn Tage vor und schreibe einfach jeden Tag 1.000 Wörter (wer das NaNo geschafft hat, wird über diese Wortzahl lachen). Und dann sieh einfach mal, was am Ende herauskommt.

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Über Frau Schreibseele

eine schreibende, die auf den weg zu ihrer ersten geschichte ist. und bis dahin gibt es beiträge rund ums schreiben, lesen und erleben auf meinem blog :)
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