6ter Dezember – Brainstorming: What if … ? oder auch … Was wäre wenn … ?

Wer sich mit dem Schreiben beschäftigt, wird früher oder später mit diversen Schreibtechniken konfrontiert. Einer dieser vielen, vielen Schreibtechniken, die ich auch schon häufiger gefunden habe und durchaus gut finde, nennt sich schlicht „Was wäre wenn“ (englisch: What if).

Diese Methode kannst Du sowohl für Dein Plot, als auch für Dein Charakter und theoretisch sogar für Dein Setting einsetzen. Gegebenenfalls einfach anpassen und weiter machen.

Wenn Du mal nicht weiter weißt, dann kannst Du diese Methode benutzen, um einfach loszulegen, Deine Gedanken spielen zu lassen und sehen, was theoretisch alles möglich ist.

Ganz wichtig ist aber anzumerken, hier darf DeinE ZensorIn wieder im Garten spielen. Es geht dabei in erster Linie nicht darum, ob Deine Ideen wirklich plausibel ist oder nicht, hierbei geht es erst einmal darum, dass Du Dein Gehirn leer schreibst. Danach darf DeinE ZensorIn wieder ran und gemeinsam erarbeitet ihr Beide dann realistische Punkte für Deine Geschichte.

Im Grunde genommen ist diese Art der Arbeit einfach.

Als Material brauchst Du hier mindestens ein Blatt Papier und einen Stift (dieses Mal musst Du nicht Deinen Drucker plündern, da auch normales Papier aus Deinem Schreibblock dafür benutzt werden kann). Alternativ kannst Du auch Dein Schreibprogramm auf dem Computer benutzen. Da ich aber hierbei die besseren Erfahrungen mit dem handgeschriebenen gemacht habe, empfehle ich Dir in der ersten Runde zu der uralt Technik.

Jetzt nehmen wir mal an, Du kommst mit Deinem Plot nicht weiter, weil Du den Übergang von einer aktuellen Situation nicht in die nächste weißt. Das kann durchaus häufiger passieren.

Dann nimm Dein Schreibzeug und überlege, was wäre wenn Deine Figur dieses oder jenes macht. Überlege Dir alle Möglichkeiten die nun passieren könnte.

Wenn ich schreibe alle Möglichkeiten, dann meine ich alle Möglichkeiten. Notfalls lässt Du sogar die Aliens landen, wenn es Dir weiterhilft. Die wirst Du am Ende gegebenenfalls streichen (sofern Du sie nicht wirklich brauchst).

Konkretes Beispiel:

Deine Figur steht gerade vor einer Schlucht und Du musst Dir überlegen, wie sie darüber kommt, um einer anderen Person aus Deiner Geschichte eine wichtige Nachricht zu überbringen.

In Deiner Überlegung, Vorabexposé oder wo auch immer dürfte hier wohl stehen:
Deine Figur überwindet die Schlucht und kann der Person die wichtige Nachricht überbringen.

Nun stehst Du aber da und überlegst, okay, ich habe gerade keine gute Idee, wie das jetzt funktionieren könnte.

Daher die Ideenmethode, wo Du sämtliche Ideen aufschreiben kannst, um eine Lösung zu finden.

Was wäre wenn …

  • die Figur einen Umweg sucht und über zum Beispiel eine Brücke reist
  • die Figur ein Luftschiff benutzt
  • über das Tal springt
  • ein Handy benutzt
  • die Alien die Figur von einer Seite auf die andere bringt

Je nachdem in was für ein Genre Du schreibst gibt es gute und schlechte Lösungen. Schreibst Du ein Western ist das Handy natürlich eine schlechte Lösung (und nein, die Aliens wiederherum nicht, ich sage nur „Cowboys and Aliens“). Schreibst Du eine ein Western mit Steampunk Elementen, ist das Luftschiff wiederherum eine gute Idee.

Nach und nach tastest Du Dich an Deine Lösung heran, auf die Du vielleicht so gar nicht gekommen wärst, weil Du auf diese Art und Weise alle Möglichkeiten auslotest.

Die blödsinnigen Ideen wirst Du schnell identifizieren, aber auch die solltest Du durchaus aufschreiben, da sie entweder für die gleiche Geschichte oder auch für eine andere mal benutzt werden könnte.

Die weibliche Hauptfigur aus meiner Geschichte durfte so einiges über sich ergehen lassen. Unter anderem eine mögliche Schwangerschaft. Das war natürlich nicht möglich, weil dies der Geschichte widersprochen hätte. Aber mit einer anderen Idee, welche ich aus dieser Übung mitgenommen habe (in diesem Fall eine Verlobung) habe ich mitgenommen und ist bis heute noch ein aktiver Teil ihrer Geschichte.

Die Fragen drehen sich rund um deine Figuren und deine Geschichte. Dabei darfst du so kreativ sein, wie du nur möchtest. Hier gilt, wie so oft, es gibt keine Regeln, keine Grenzen, keine Zenstur. Schreibe auf, was Dir gerade in den Sinn kommt.

Diese Schreibübung kannst Du auch auf die Charakterisierung verwenden und ebenfalls komplett verrückte Ideen verfolgen.

Du willst also nicht, dass deine beiden Hauptfiguren zusammenkommen? In der Fragestunde hingegen dürfen sie es durchaus. Was wäre nämlich, wenn deine beiden Figuren eine Beziehung eingehen? Welche Auswirkungen hätte es für die Geschichte und wie würde sie sich ändern.

Eventuell kommst Du am Ende auf die Idee, dass zwar eine Beziehung weiterhin nicht drin ist, aber eventuell ein gewisses erotisches Knistern. Und damit hast Du und Deine Geschichte durchaus gewonnen.

Die What if … ? Methode hat ein wenig was von MindMapping. Aber hier darfst Du durchaus stukturierter vorgehen, als dort. Ja, klar, die Kreativität ist noch gefragt. Gleichzeitig musst Du jedoch schauen, dass Du langsam Struktur in Deinen Sachen bekommst. Und hier ist die Methode dazu.

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Über Frau Schreibseele

eine schreibende, die auf den weg zu ihrer ersten geschichte ist. und bis dahin gibt es beiträge rund ums schreiben, lesen und erleben auf meinem blog :)
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