12ter Dezember – Szenen schreiben

Bei all der Planung kann es ja passieren, dass das Schreiben auf der Strecke bleibt. Daher nutze ich manchmal eine Leerlaufphase beim schreiben und beim planen, um einfach mal eine Szene zu schreiben.

Wenn Du es einfach machen möchtest, schnapp Dir eine Deiner Figuren und eine Idee für eine Szene und schreib diese einfach.

Magst Du es ein wenig aufwändiger, dann nimm Dir ein paar Papierstreifen und schreibe Begrifflichkeiten zu folgenden Oberpunkten auf:

  • Name Deiner Figur
  • Ort (muss nicht aus Deinem Roman sein, kann aber)
  • Name einer Figur, über die Du nicht schreibst (aus einem anderen Roman, einer Fernsehserie, Manga, Anime, Film, suchs Dir aus)
  • Ein paar Verben
  • Ein paar Adjektive
  • Ein paar Nomen
  • Ein paar Gegenstände
  • etc. (was auch immer Dir jetzt noch einfallen mag).

Ziehe aus jeder Gruppe eine Karte / ein Papierstreifen, lege sie aneinander und schreib drauf los. Bedingung ist jedoch, dass jedes Wort auf dem Papierstreifen mindestens einmal vorkommt.

In einem Schreibkurs hatte ich mal folgende Figuren für eine Dialogübung gezogen:

  • Die alte Morla (aus „Die unendliche Geschichte“)
  • Batman
  • Zahnarztpraxis

Nein, es war jetzt nicht die hochkomplizierteste Übung, aber ich mochte das Ergebnis, auch wenn ich vergessen hatte, die die alte Morla richtig gesprochen hatte (sowie ich erfahren habe, spricht sie in der Wir-Form, ich hatte sie immer in der Ich-Form sprechen lassen).

Das sind Schreibübungen, mit denen Du zum einen Dein schriftstellerisches Talent fördern kannst. Zugleich siehst Du auch, wie Deine Figuren reagieren, wenn Du sie in gewisse Situationen hinein wirfst. Dazu gehören sowohl bekannte Situationen und Orte, als auch unbekannte. Lass sie einfach mal reagieren und sieh, was dann passiert.

Ich finde das Tolle bei dieser Übung, dass man so auch den Charakter besser kennen lernen kann. Wenn ich meine Hauptfigur, welcher aus einer Fantasywelt stammt ins heutige Berlin, Rom oder auch Tokyo stecke, dann kann ich direkt und Live sehen, wie sich meine Figur benimmt.

Natürlich würde ich in meinem Roman niemals eine Szene schreiben, wo meine Figur auf einmal in Tokyo erscheint. Denn ich schreibe einen Fantasyroman in einer anderen Welt. Ergo, Tokyo hat da nichts zu suchen. Punkt. Aber ich kann sehen, wie meine Figur auf unbekannte Situationen reagiert. Und das ist mir wichtig.

Dann weiß ich, wenn ich ihn (oder auch sie) in meinem Roman entsprechend in eine Situation stecke, die sie zuvor noch nicht erlebt hat oder zu einem ort schicke, den sie / er noch nicht kennt, wie sie / er wohl reagieren würde. Denn das haben wir schon mal durch gespielt.

Oder auch, wenn meine Figur mit anderen Charakteren zusammentrifft, die sie wohl nie im „realen“ Leben (also im Buchleben) zusammentrifft, weil es dafür keinen Grund trifft. Das ist alles dafür da, um die Figur besser kennen zu lernen.

Aber auch, damit Du schreibst und das Gefühl hast, ich habe etwas zu meinem Roman geschrieben. Nicht nur die ganzen Hintergründe, nicht nur andauernd arbeiten. Ich habe etwas geschaffen, was einer Szene gleicht. Und das tut durchaus der Seele auch gut.

Also, probier dich mal aus.

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Über Frau Schreibseele

eine schreibende, die auf den weg zu ihrer ersten geschichte ist. und bis dahin gibt es beiträge rund ums schreiben, lesen und erleben auf meinem blog :)
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