22te Dezember – Setting: Die Landkarte für Deine Welt

Egal ob Deine Geschichte auf einen entfernten Planeten im Pferdekopfnebel, in einer fantastischen Welt oder im heutigen New York spielt, Landkarten haben für alle drei Möglichkeiten ihre Berechtigung.

Jetzt stell Dir mal folgendes Szenario vor:

Deine Figur verlässt ihre Wohnung, läuft die Straße entlang, über eine Kreuzung und kehrt ins erste Geschäft hinter der Ampel ein, um sich ein Stück Schokoladenkuchen zu kaufen.

Zwei oder drei Tage später verlässt Deine Figur ihre Wohnung, läuft wieder die Straße entlang, über die gleiche Kreuzung und kehrt ins erste Geschäft hinter der Ampel ein … um sich die Haare schneiden zu lassen.

Aus der Bäckerei (vielleicht sogar einem Generationenbetrieb) wurde innerhalb einiger Tagen schlichtweg ein Friseur. Ohne Ankündigung und ohne größere Umbauten.

Mir geht es nicht um eine mögliche Insolvenz einer Bäckerei, sondern um die Fehler im Aufbau des Settings.

Es kann schneller passieren, als es einer / einem lieb ist, dass man die Figur in die gleiche Richtung schickt und sie unterschiedlich ankommt. Aus diesem Grund empfehle ich die Landkarten. Gerade für Welten, die es nicht gibt (der oben erwähnte Planet für eine Science-Fiction Geschichte oder die Fantasywelt).

Reale Welten

Es gibt reale Welten der Gegenwart und reale Welten im historischen Kontext.

Diese können aber genauso mit Landkarten recherchiert werden, wie die nicht existenten Welten.

Wenn Du über ein historisches Setting schreibst (zum Beispiel über das alte Athen), dann ist es durchaus gut, dass Du Dir alte Landkarten und Stadtkarten besorgst. Denn die wenigsten von uns haben eine Vorstellung, wie es im alten Griechenland zu Zeiten von Aristoteles oder Sappho (auch wenn ihr Wirken auf Lesbos war) aussah. Daher ist es durchaus gut, wenn Du für Dich selbst eine Landkarte besorgst und schaust, wie Du Deine Figuren bewegst und was dort alles für Geschäfte und Häuser gewesen waren (sofern solche Landkarten gibt, aber je genauer, desto besser).

Aber auch für Städte, Länder und was weiß ich der Gegenwart ist es für Dich als AutorIn durchaus gut, wenn Du weißt, wo was zu finden ist. Drucke Dir entsprechende Landkarten aus dem Internet aus (ich sage nur Google Maps) oder kaufe Dir entsprechende Stadtplaner und eventuell auch Reisebücher. Dann notiere Dir die Orte, die wichtig für Deine Geschichte ist. Und dann kannst Du genau beschreiben wohin Deine Figur geht und das der Bäcker auch einige Tage später ein Bäcker ist und bleibt.

Fiktive Welten

Fiktive Welten haben einen Vorteil und einen Nachteil (grob überschlagen):

  • Vorteil: Du kannst Deine Welt so gestalten wie Du willst und musst nicht in der realen Welt recherchieren wo welches Haus steht oder wo welches Land ist.
  • Nachteil: Du musst Deine Welt gestalten und selbst herausfinden, wo welches Land ist.

Ich habe für meine Fantasywelt eine eigene Landkarte erstellt und berichte Dir hier einfach kurz, wie ich dabei vorgegangen bin. Vorab zur Info: leider bin ich alles andere als eine begabte Künstlerin. Daher musst Du Dir keine Gedanken machen, wie Du eine Landkarte zeichnen sollst, ohne künstlerisches Talent. Wie geschrieben, bin ich auch nicht.

Für meine Landkarte habe ich mir aus einem Schreibwarengeschäft ein großes blaues Pappkartenpapierdingens gekauft (blau für das Meer, musste danach das eben nicht ausmalen). Und ja, Pappkartenpapierdingens ist natürlich die gaaanz offizielle Bezeichnung, hüstel.

Dann habe ich mir meinen Atlas genommen (ja, den für unseren Planeten) und Länder, Kontinente, Insel und so weiter abgezeichnet und ineinander verwoben, so dass am Ende eine komplett neue Insel oder Kontinet dabei herausgekommen ist. Also ich habe es abgepaust auf Butterpapier.

Die Zeichnung scannte ich ein (am besten ein weißes Blatt Papier darüber legen, damit das Butterpapier auf der Glasscheibe direkt drauf gedrückt wird) und zeichnete mit Gimp 2 (ein Freeware Bildbearbeitungsprogramm) die gezeichneten Ränder mit schwarz nach.

Das fertige Bild druckte ich dann aus, schnitt es am Rand aus und klebte es dann auf des blaue Kartonpapier. Auf dem Kartonpapier habe ich jetzt nicht die Länder und Kontinente ausgemalt (also wo ist ein Gebirge oder wo ist ein See). Das mache ich am liebsten auf einem Extradruck, wo ich den Kontinent auch größer ausdrucke. Denn da muss ich mich nicht an irgendwelche Beschränkungen, wie dem Papierrand halten.

Natürlich gibt es die Möglichkeit eine Landkarte am PC zu erstellen. Und im Internet gibt es sowohl Anleitungen dafür, als auch Programme. Da ich selbst dafür nicht die Geduld habe und es liebe etwas mit der Hand zu machen, habe ich darum einen Bogen gemacht.

Mit der Landkarte kann ich aber genau bestimmen, woher meine Figuren kommen und wohin sie reisen können. Daher meine ganz klare Empfehlung: besorge / kaufe / erstelle Dir eine Landkarte für Deine Welt.

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Über Frau Schreibseele

eine schreibende, die auf den weg zu ihrer ersten geschichte ist. und bis dahin gibt es beiträge rund ums schreiben, lesen und erleben auf meinem blog :)
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