[Tarotmittwoch] Die Geschichte des Tarot

Heute werde ich ein ganz kleines bisschen wissenschaftlich. Es geht, wie die Überschrift schon sagt, um die Geschichte des Tarots. Aber keine Sorge, Du musst nicht selbst eine wissenschaftliche Abhandlung schreiben (oder die Geschichte kennen) um mit dem Tarot arbeiten zu können.

Ehrlich gesagt beschäftige ich mich auch nur im Rahmen dieses Beitrages mit der Geschichte des Tarots. Aber ich bin schon der Meinung, wenn man mit etwas arbeitet, sollte man schon wissen, woher es kommt.

Um eines vorneweg zu sagen, wenn Du Dich mit der Geschichte des Tarot beschäftigst, wirst Du auf zwei, ich sage es jetzt mal so, historische Erkenntnisse treffen. Zum einen, dass es nicht genau belegt ist woher das Tarot wirklich kommt und die bekannte Geschichte des Tarot selbst sehr kurz ist. Und die andere, dass, aufgrund der Tatsache das die Geschichte eher unbekannt ist, sehr, sehr viel Platz für Spekulationen besteht.

Der mythologische Teil der Tarotgeschichte geht (natürlich) zurück bis Atlantis (eventuell auch Lemurien, aber davon habe ich noch nichts gehört, aber es ist ja zwischenzeitlich wohl Out „nur“ von Atlantis zu stammen, jetzt muss noch was älteres her), aber auch zu der Bibliothek von Alexandrien und keine Ahnung noch was.

Um es mal klar zu sagen, theoretisch besteht durchaus die Möglichkeit, dass das Tarot von solchen Orten stammt. Zwar haben wir keine Beweise, dass es Atlantis gab. Aber hei, wir haben so gesehen auch keine stichhaltige Beweise das es Atlantis nicht gab. Es könnte durchaus sein, dass sie eine technologische Insel war, welche sich in einen Raumschiff verwandelte und davon flog als den Leuten hier zu viel wurde.

Klar, klingt abwegig, ist es vielleicht. Zumal ich eine große Skeptikerin bin, aber ich glaube auch an viele Dingen. Daher halte ich es (nicht) nicht für unwahrscheinlich 😉

Über die Herkunft des Wortes „Tarot“ sind sich die Tarotwissenschaftler (ja, so etwas gibt es auch) nicht so ganz einig. Es werden verschiedenste Herkunftslänger wie zum Beispiel Ägypten, Indien, Pakistan genannt, aber auch China oder Korea gelten als Herkunftsort für das Wort. Weiterhin das Lateinische und das Ungarische.

Weiterhin ist die Bedeutung des Wortes „Tarot“ bis heute nicht geklärt.

Es gibt auch die Vermutung, dass das Wort von den Tarocchi (italienisch), Tarock (deutsch) oder auch Troccas (rätoromanisch) herstammen könnte.

Kurz geschrieben: Weder ist die Bedeutung des Wortes noch die Herkunft aktuell geklärt.

Die bestätigte Geschichte (also welche auf reinen Fakten und weniger auf Vermutungen oder gar Fiktionen beruht, siehe oben) ist relativ und überraschend kurz.

Sie beginnt nämlich im 14. Jahrhundert. Und zwar in Form von Spielkarten. Es gibt eine urkundliche Erwähnungen aus dem Jahre 1367 in Bern und einigen Aufzeichnungen späterer Zeit. Die Spielkarten haben sich wohl so schnell über Europa verbreitet, dass es sogar Verbote gegen diese Karten gab.

Über den Aufbau und die Verteilung der Karten gibt es nur wenige Informationen. Und da Papier zwar geduldig, aber nicht haltbar ist, werden wohl auch nur wenige bis gar keine Decks aus der Zeit überlebt haben.

Es wird vermutet, dass das erste Decks aus 52 Karten stammt, also der kleinen Arkana entsprach. Erst später kam wohl die große Arkana mit ihren 22 Karten hinzu. Stimmt das, würde das den Vermutungen und „Informationen“ vieler Publikationen widersprechen, indem die große Arkana die wichtigen Geheimnisse von Altantis oder auch der Bibliothek von Alexandrien enthalten würden.

Im 14. Jahrhundert gab es wohl ein Kartenspiel der „Marmelucken“, welche im 13. Jahrhundert in Ägypten herrschte. Und von Ägypten kamen sie wohl nach Spanien, wo es dann eben seine Verbreitung fand.

In den Jahren 1420 bis 1449 entstanden am Hof der Mailänder Herzogsfamilie Visconti und Sforza die ersten Vorläufer des Tarots. Das sind die Visconti-Sforza Karten (http://de.wikipedia.org/wiki/Visconti-Sforza-Trionfikarten), welche es noch heute zu kaufen gibt. Sie sehen durchaus ansprechend aus und ich bin der Meinung, wer Tarotkarten sammelt, darf darum keinen Bogen machen 🙂

1557 entstand in Lyon durch die Hand von Catelin Geofroy das erste Tarotdeck, so wie wir es heute kennen. Was zwischen den beiden Jahren war, nun, denken wir uns einfach erst einmal unseren Teil dazu.

Dann springen wir mal ins 18. Jahrhundert. Hier finden wir Nicolas Conver, einen deutschen Juden, welche das „Marseiller Tarot“ entwickelte. Noch heute entwickelt sich das Tarot an der Reihenfolge dieses Decks und ist daher wichtig für die Entwicklung des Tarots.

Wann das esoterische Tarot entstanden ist, ist, wer hätte das gedacht, nicht genau belegt. Hierbei wird jedoch das Jahr 1781 genannt (hei, zweihundert Jahre später bin ich geboren, hat das was zu bedeuten? 😉 ). Antoine Cour de Gébelin (1719 – 1784) sah in den Karten einen „wahrsagerischen Aspekt“.

Man kann also sagen, dass es vorher ein Spieldeck war (von mir aus, man hat eventuell vorher mit den Karten um Geld gespiel) und danach kam es erst in den Ruf die Zukunft vorauszusagen.

Gehen wir ins 19. Jahrhundert. Hier finden wir den Schweizer Kabbalisten Oswald Wirth. Er hat das sogenannte „Wirth-Tarot“ erschaffen (auch das gibt es noch heute: http://www.tarotwelten.de/wirth.htm). Bezüglich der 22 Karten der Großen Arkana hat er als erstes einen Einweihungsweg beschrieben. Zudem ordnete er jeden der Karten der Großen Arkana einen Buchstaben des hebräischen Alphabets zu.

Dies ist übrigens noch heute im Gebrauch, also die Zuweisung des hebräischen Alphabeths.

Im 20. Jahrhundert fand dann eine durchaus rasante Entwicklung des Tarot statt.

1909 haben Arthur Edward Waite und die Künslterin Pamela Coleman-Smith das berühmte „Rider-Waite Tarot“ erschaffen (oder auch Rider-Waite-Smith Tarot: https://schreibkasten.wordpress.com/2014/12/01/vorstellungsrunde-rider-waite-smith-tarot/). Wir in dem verlinkten Beitrag bereits erwähnt, fand hier die große Neuerung statt, dass die kleine Arkana durchgehend bebildert war. Das war in der Vergangenheit nicht so gewesen.

Die Besonderheit hierbei war, dass dadurch das Tarotdeck eine größere Gruppe von Menschen zugänglich wurde. Theoretisch kann jede und jeder nun mit dem Deck arbeiten, alleine durch die Betrachtung der Bilder und nicht mehr durch sturres auswendig lernen der Bedeutungen.

1944 wurde ein weiteres, bahnbrechendes Werk als Buchillustration für „Das Buch Thoth“ veröffentlicht. Der Okkultist und Kabbalist Aleister Crowley hat mit der Künstlerin Lady Frieda Harris das „Crowley-Harris Tarot“ geschaffen und damit sogar einen Hype ausgelöst. Doch das Kartendeck kam erst 1969 heraus, Crowley selbst verstarb aber bereits 1947.

Kleine Anmerkung zu diesem Deck noch: Ursprünglich wurden drei Version des Magiers (Karte I) geschaffen. Es stellte sich jedoch schnell heraus, welcher Magier es letztendlich ins Deck schaffen sollte. Ich habe alle drei Magier gesehen (und sogar ein Deck mit denen) und kann daher sagen, ja, da gibt es deutliche Unterschiede. Meines Wissens nach haben die Verwalter_innen des Erbes von Crowley zwischenzeitlich verboten, dass es Decks mit den drei Magiern zu kaufen gibt. Die gibt es aber gelegentlich noch gebraucht auf gewissen Ersteigerungsportale zu erwerben 🙂

Vor einigen Jahren gab es aber eine Neuausgabe des Decks mit stärkeren Farben und der etwas verwirrenden Werbung, dass es 80 Karten gibt (78 Karten plus der beiden Magier). Hier der Hinweis: Nein, sie waren nicht mehr dabei und eben Vorsicht bei dieser Werbung, es wird wohl auch nicht mehr nachproduziert.

Die neuere Geschichte ist, wie Du siehst, etwas besser nachvollziehbar. Unten füge ich Dir noch einige Links bei, damit Du, wenn Du daran interesse hast, weiter nachforschen kannst. Aber wie geschrieben, das ist nicht notwendig, um mit den Karten zu arbeiten, sonst hätten wir sicherlich ein gewisses Problem ;). Aber es kann interessant sein die aktuellen Kentnisse zu erforschen und eventuell für Dich selbst zusammenzutragen.

Ansonsten wünsche ich Dir viel Spaß beim lesen der Links und bis nächste Woche zum Tarotmittwoch 🙂

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Über Frau Schreibseele

eine schreibende, die auf den weg zu ihrer ersten geschichte ist. und bis dahin gibt es beiträge rund ums schreiben, lesen und erleben auf meinem blog :)
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