[Ein Jahr, ein Roman] Brainstorming – Listen, worüber du (nicht) schreiben möchtest

Jeder Mensch hat Themen die ihn oder auch sie interessieren. Und gleichzeitig gibt es Themen, um die wir einen gigantischen Bogen machen würden.

Das gleiche gilt natürlich auch für die Themen der Romane oder Kurzgeschichten (von mir aus auch für Sachbücher und was weiß ich). Du wirst über Themen stolpern und lesen und eventuell darüber nachdenken, die Dich begeistern, auch wenn Du nicht weißt warum. Und dann gibt es Themen, wo Du Dir nur denkst, willst Du mich ***** (fiep)?

Gelegentlich verennen sich aber einige von uns in ihren kreativen Ideen und wissen am Ende gar nicht mehr, worüber sie schreiben könnten. Sie sehen also den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr.

Das finde ich bei mir manchmal besonders heikel, weil ich gelegentlich so viele Ideen habe, dass ich nicht weiß wie ich sie alle unter einen Dach bringen soll. Am Ende wird dann eine Geschichte so dermaßen mit (scheinbar) guten Ideen vollgepackt, während andere Geschichten an Ideenarmut leiden (fast genauso schlimm wie Blutarmut).

Und andere wiederherum wissen gar nicht, wo sie anfangen wollen bzw. sollen, weil sie gar nicht wissen, worüber sie eventuell schreiben könnten.

Da habe ich mal die Idee für eine kreative Schreibliste entdeckt, die ich Dir hier vorstellen möchte (auch wenn ich der Meinung bin, dass ich schon mal darüber geschrieben habe, egal).

Für die folgende Liste kannst Du alle Grundlagen / Methoden / was auch immer verwenden, was Dir zusagt und was Dir gefällt. Meine einzige Empfehlung ist, dass Du kein liniertes oder kariertes Papier verwendest. Und wenn Du sagst, ich möchte aber, dann erlaube Dir auf alle Fälle auch über den Rand zu schreiben. Denn Ränder sind sehr einengend und erinnern zu sehr an die Schulzeit wo wir ordentlich schreiben mussten, die Form zu beachten hatten und wenn nicht, dann wurden Punkte abgezogen.

Das hier ist Deine wilde kreative Seite. Erlaube Dir also, diese rauszulassen und wild zu arbeiten. Benutze verschiedene Farben, schreibe mit links, wenn Du Rechtshänder_in bist und andersherum. Klebe Bilder auf, male, zeichne, kleckse, was auch immer Du tust, hab auf alle Fälle Spaß dabei.

Und nun legen wir los. Jetzt werden wir kreativ 🙂

Nimm Deine Schreibgrundlage und eventuell eine Stoppuhr und schreibe für die nächsten, sagen wir mal, zehn Minuten alles auf, was Dich fasziniert. Schreib erst einmal alles auf. Es könnten auch Themen darunter sein, worüber Du niemals schreiben würdest. Also, nicht zensieren, aufschreiben.

Nach den zehn Minuten (wenn Du länger schreibst, weil Du mehr Zeit brauchst, ist es auch in Ordnung, aber beende irgendwann die Aufgabe, wenn Du nichts mehr weißt) lege alles beiseite und gönne Dir ein paar Minuten oder auch den restlichen Tag Pause.

Wann auch immer Du bereit bist, schau Dir Deine Liste an und überlege Dir nun genau, worüber Du ernsthaft schreiben würdest. Unterstreiche diese Themen. Alles andere, zum Beispiel Du könntest Dir eventuell vorstellen darüber zu schreiben, ja klar, es könnte sein, dass Du es eines Tages tust. Aber wir wollen ja erst einmal den nächsten Roman schreiben. Dafür sind die Themen wichtig, die Dich brennend interessieren.

Behalte ruhig solche Listen immer auf und wenn Du mal nicht weiter weißt, schau rauf und arbeite mit Ihnen. Bis dahin arbeiten wir mit den Themen, die Dich wirklich interessieren.

Unterstreiche also alle Themen, die Dich faszinieren und wo Du Dir sehr gut vorstellen könntest, dass sie in Deinem nächsten Roman eine Rolle spielen.

Das können sein:

  • Vampire
  • Werwölfe
  • Homoerotik
  • Mittelalter
  • eine Raumstation in der Erdumlaufbahn
  • ….

Nichts ist falsch und alles ist erlaubt.

Schreibe am besten die Themen, die Du unterstrichen hast, auf einen Extrablatt, damit es ein wenig übersichtlicher für Dich wird. Gerade wenn auf Deinem Urblatt sehr viele Themen aufgeschrieben wurden.

Schau Dir die Liste noch einmal in Ruhe an und überlege Dir, ist zufälligerweise doch ein Thema reingerutscht, wo Du Dir eigentlich gesagt hast, ne, darüber möchte ich eigentlich nicht schreiben? Das kann durchaus passieren. Man ist vielleicht von etwas begeistert und im Eifer des Gefechtes schreibt man es doch auf. Und am Ende stellt man fest, warum eigentlich? Ich wollte noch nie ein Horrorbuch schreiben, oder eine Liebesschnulze oder was auch immer.

Es geht hierbei nur um das überprüfen, wenn alles im grünen Bereich ist, dann können wir weitermachen.

Jetzt könntest Du Dir überlegen, welche Themen zusammenpassen. Gelegentlich klappt es, gelegentlich auch nicht.

Wenn es klappt, Glückwunsch, dann bist Du schon einen Schritt weiter. Wenn nicht, schreibe die Themen auf und bilde daraus einen MindMap. Ruhig aus allen Wörtern. Wenn Du weiterspinnst und schreibst und schaust, was am Ende herauskommen kann, dann siehst Du häufig klarer.

Und ja, natürlich, hierfür brauchst Du durchaus sehr viel Platz. Am besten also entweder von vornherein ein großes Blatt Papier nehmen oder ein Programm wie Scapple (https://schreibkasten.wordpress.com/2014/11/10/vorstellungsrunde-scapple/) dafür benutzen. Wobei ich Dir fast schon zu einem solchen Programm rate, damit Du Dich wirklich austoben kannst ohne Dir Gedanken zu machen, dass irgendwo das Blatt Papier endet.

Wenn Du Deine Gedanken tiefer gehender verfolgst, wirst Du Punkte entdecken (davon bin ich fest überzeugt), wo Du Dir am Anfang gedacht hast, das kommt niemals zusammen. Und am Ende könnte es durchaus passend werden.

Als Beispiel erzählte Angela Knight (eine EroRom Autorin aus Amerika), dass sie gerne über Vampire schreiben wollte, aber zu einem gewissen Zeitpunkt Cowboys total in waren. Sie machte aus der Not eine Tugend und schrieb über blutsaugende Cowboys.

In ihrem Fall war die Verbindung durchaus konstruiert. Denn sie wollte dem Mainstream nachschreiben und doch an ihren Vampiren festhalten. Das hat sie selbst in ihrem Handbuch „Passionate Ink: A Guide to Writing Erotic Romance“ geschrieben.

Aber das soll Dich nicht davon abhalten, auch solch interessante Mischungen zu schreiben. Warum nicht?

Wenn Du Deine Themen ausarbeistest, wirst Du immer weiter und verzweigter am Ende kommen und sehen, wo welches Thema zusammenpasst, auch wenn Du am Anfang dachtest, ne, dass geht ja gar nicht.

Wenn Du ein Tarotdeck hast, dann kannst Du auch diesen verwenden und Deine Ideen ergänzen oder gar aufbauen.

Schnapp Dir Dein Deck und mische es ordentlich (zu den ganzen Feinheiten des Tarotdecks schau Dir am besten die Mittwochsbeiträge an). Dann ziehe entweder einfach so eine Karte oder zu einer Idee, welche Du gerade verfolgst.

Ziehe die Karte und schau Dir erst einmal das Bild an, was Du siehst. Welche spontanen Assoziationen hast Du zu der Karte. Denk nicht nach, lass alles auf Dich zukommen, wie Du es gerade siehst. Alles was Du siehst und Dir nortierst ist vollkommen richtig. Gerade dann, wenn es Deinen kreativen Bereich betrifft.

Schreibe Dir am besten auch immer auf, welche Karte aus welchem Deck (auch wenn Du am Anfang nur eines hast, es könnte ja sein, dass Du irgendwann dieses wechselst oder weitere hinzukommen) Du die Karte gezogen hast. Damit kannst Du jederzeit die Bedeutung bzw. Deine Gedanken zu der jeweiligen Position zuordnen.

Am Ende suche Dir nicht mehr als eine Handvoll Themen aus, mit denen Du an Deiner nächsten Geschichte arbeiten willst. Und das sage ich als Königin der Übertreibungen. Aber es ist wirklich besser, dass Du nur über Themen schreibst, die Du faszinierend findest und denen ich als Leserin folgen kann. Und das sollte eben nicht zu viel sein.

Theoretisch solltest Du aber am Ende dieser Arbeit mehr Ideen und Grundlagen für einige Geschichten haben, dass Du vorerst nicht an Ideenlosigkeit leidest. Daher behalte alles auf und hole es hervor, sollte es doch mal passieren.

Viel Spaß dabei 🙂

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Über Frau Schreibseele

eine schreibende, die auf den weg zu ihrer ersten geschichte ist. und bis dahin gibt es beiträge rund ums schreiben, lesen und erleben auf meinem blog :)
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