[Tarotmittwoch] Struktur, Elemente und Grundlagen der Bedeutung des Tarot

In den letzten vier Wochen wollte ich zu den folgenden Themen etwas schreiben:

  • Die Struktur des Tarot
  • Die Elemente des Tarot
  • Jede Karte hat ihre weitere Bedeutung
  • Die Arbeit mit dem Notizbuch

Da ich einiges schon angeschnitten habe, erlaube ich mir in diesem Beitrag die vier Themen zusammenzufassen und werde ab nächste Woche ganz normal weitermachen, als habe es die lange Zwangspause nie gegeben.

Bezüglich der Struktur verweise ich auch auf den ersten Beitrag zum Tarotmittwoch (https://schreibkasten.wordpress.com/2015/01/21/tarotmittwoch-was-ist-uberhaupt-das-tarot/). Eine gute Möglichkeit sich mit der Struktur vertraut zu machen, ist und bleibt, sich das Tarotdeck selbst anzugucken.

Wenn Du Dir eines im Laden gekauft oder online bestellt hast, nimm die Karten aus der Verpackung und schaue Dir jede Karte einzeln an. Nimm Dir Zeit und lasse das Bild der jeweiligen Karte in aller Ruhe auf Dich wirken.

Denn jeder Schöpfer / jede Schöpferin nimmt sich noch die Möglichkeit heraus, an der ursprünglichen Struktur kleine oder auch große Veränderungen vorzunehmen.

Wenn Du Dich für das „Tarot der neuen Hexen“ von Anna Franklin und Paul Mason entscheidest (hier kannst Du Dir die Bilder ansehen: http://www.tarotwelten.de/circle.htm), wirst Du in dem ausführlichen Handbuch lesen, dass die beiden Autor_innen die Struktur der großen Arkana verändert haben. Denn sie wollten eine logischere Reihenfolge für die sogenannte „Reise des Narren“ aufbauen. Und mit der herkömmlichen Struktur war ihnen das nicht möglich.

Ein anderes Beispiel ist auch das wunderschön gestaltete „Tarot of the Trees“ (http://www.tarotoftrees.com/index.html). In einem Blog habe ich gelesen, dass die Schöpferin des Decks die Elemente der kleinen Arkana verändert haben soll, um den Zyklus des Baumwachstums eher zu entsprechen.

Und trotzdem „funktionieren“ diese Decks, wenn man sich darauf einlässt. Wer sich noch nicht mit den Karten auskennt, wird da sicherlich weniger Schwierigkeiten haben, als Personen, die schon längere Zeit mit den Karten arbeiten und vielleicht das Ganze ein wenig ZU streng sehen.

Schau Dir also jede einzelne Karte an und lese Dir das mitgelieferte Handbuch (oder auch gelegentlich, das mitgelieferte Heftchen) in aller Ruhe durch. Oder leg es erst einmal beiseite und arbeite mit den Karten.

Was könnte jede einzelne Karte bedeuten, mit welchem Element steht die Karte in Verbindung (besonders bei der kleinen Arkana ist dies interessant). Gerade wenn Du zum ersten Mal mit dem Tarot arbeitest, solltest Du Dir diese Zeit und auch diese Möglichkeit geben, um die Karten auf diese Art und Weise kennen zu lernen. Denn das wird eine Erfahrung sein, die Du so nie wieder machen wirst können.

Hast Du einmal mit den Tarotkarten gearbeitet, die Bedeutung gelesen oder lernst sie sogar schon, dann wirst Du die Karten immer anders sehen, als beim ersten Mal.

Elemente

Die große Arkana wird gelegentlich mit den einzelnen Elementen der westlichen Tradition, also Erde, Feuer, Wasser und Luft, in Verbindung gebracht. Aber meistens mit dem Geist.

Dagegen sieht es bei der kleinen Arkana ganz anders aus. Da diese Karten mit dem aktuellen irdischen Leben verbunden ist, ist es auch direkt mit den vier „physischen“ Elementen verbunden.

Nimm Dir jetzt ruhig mal ein Blatt Papier und einige Minuten Zeit (oder auch länger, wenn Du es brauchst).

Dann schreibe Dir auf, was Die so zu den einzelnen Elementen einfällt.

  • Erde
  • Wasser
  • Luft
  • Feuer

Als ich mir heute morgen Gedanken zu dem Beitrag gemacht habe, ist mir spontan das Bild eines Baumes eingefallen. Und mit diesem möchte ich es Dir die Idee hinter den Elementen ein wenig näher bringen (mehr oder weniger 😉 ).

Ein Baum steckt mit seinen Wurzeln in der Erde. Er zieht seine Energie (Wasser, Nährstoffe, Mineralien) aus dem Erdboden. Damit kann er wachsen, größer werden und bestehen. Man ruht in sich. Daher kommt auch die Bezeichnung, sich erden. Man lässt zu viel oder auch negative Energie in die Erde ableiten, damit diese dort gereinigt und dann für etwas sinnvolleres verwendet werden kann.

Aber es besteht auch eine gewisse Gefahr. Wenn ich zu sehr meine Wurzeln in die Erde stecke, komme ich nicht weiter. Ich sehe jeden Tag die gleiche Umgebung, die gleichen Menschen und höre damit die gleiche Meinung. Dadurch besteht die Gefahr, dass ich immer im gleichen Trott feststecke und keine Veränderungen zulassen kann.

Alles was mit der Erde zu tun hat, gehört zu den Scheiben, Pentakeln und ähnlichen Bezeichnungen der Erdkarten. Das gilt natürlich nicht nur für die Wurzeln eines Baumes. Sondern auch für Grundstücke, Ackerland, ich sehe auch das Reich der Ahnen / Ahninnen hier.

Bei vielen Völkern ist es so, dass bestimmte Gebiete bestimmten Gottheiten gehört. Und wenn die Leute das Gebiet verlassen (zum Beispiel durch eine Heirat), lassen sie die alten Gottheiten an ihrem Ort und beten die neuen Gottheiten an dem neuen Ort an.

Andere hingegen ist die Heimaterde so wichtig, weil dort ihre Ahninnen und Ahnen beerdigt sind, dass sie es niemals verlassen würden. Das würde Unglück bringen und sie würden zudem ihre Wurzeln dadurch verlieren.

Du siehst, mit der Erde hängt vieles zusammen. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass es auch für den Reichtum steht. Sowohl der persönliche Reichtum (ich wurzle hier, hier bin ich und hier darf ich bleiben), als auch der finanzielle Reichtum (wenn ich Getreide anbauen kann, kann ich diesen ernten und letztendlich verkaufen).

Was sind deine Gedanken zu der Erde? Nimm die Scheibenkarten hervor, schau sie Dir an und schreibe alle Deine Gedanken dazu auf.

Wenn ich meine Wurzeln in der Erde habe, dann ziehe ich auch Wasser diesen hinauf. Wasser ist eines der wichtigsten Elemente unserer Erde. Ohne Wasser, würde das Leben, so wie wir es auf diesen Planeten kennen, nicht existieren.

Das Wasser kommt in Form von Regen von oben herab oder läuft durch unterirdische Bahnen, so dass meine Wurzeln es finden und hinauf ziehen kann.

Mal rasseln Gefühle auf uns herab, so dass wir uns nicht dagegen wehren können, mal ziehen wir die Gefühle an, wenn wir uns ihnen freiwillig öffnen.

Du wirst sicherlich festgestellt haben, dass die Kelche (oder andere andere Form eines Gefäßes) für das Wasser stehen. Der Kelch ist der Behälter für das Wasser, als die Form, welche unsere Gefühle einen Raum geben. Ist das Wasser im Kelch drinnen, ist noch alles in Ordnung, aber wenn man zu viel Wasser in den Kelch gibt, dann läuft es über. Wir verlieren die Balance in unserem eigenen Selbst.

Oder etwas banaler ausgedrückt: Wenn Du versuchst ein Liter Wasser in ein Gefäß zu füllen, was bloß einen halben Liter aufnimmt, läuft es über. Du musst nachher das Wasser aufwischen.

Auf die Gefühle übertragen: Wir können eine Menge aushalten, aber wenn es zu viel wird, dann verlieren wir die Nerven und lassen unseren Gefühlen freien Lauf.

Aber schau Dir die Gezeiten an. Dank des Mondes gibt es Ebbe (wir haben mal weniger Gefühl oder sind im Gleichklang) und mal Flut (die Gefühle rauschen in uns oder nehmen Überhand). Alles kommt und geht und es ist nun einmal so, dass wir es selbst dann im Gleichklang bringen dürfen / müssen.

Welche Verbindung hast Du zum Wasser? Und vor allem, wie stehst Du zu Deinen Gefühlen? Was sagen Dir die Wasserkarten aus Deinem Tarotdeck?

Wenn wir als Baum wachsen und immer größer und größer werden, reichen wir die Äste weit in den Himmel, wo die Luft weht. Das ist einer der Gründe, warum die Stäbe im Tarot mit dem Element Luft in Verbindung gebracht wird. Aber wie bereits erwähnt, sie werden auch durchaus mit Feuer assoziiert. Entscheide Dich selbst, nach welchem Prinzip Du Deine Karten legen willst oder übernimm die Entscheidung der Autorin oder des Autors Deines Tarotdecks.

Wind weht durch Deine Zweige und ermöglicht Dir damit eine neue Einsicht. Wie oft kann man lesen, dass, wenn der Wind wechselt, eine neue Sicht auf die Dinge möglich ist. Mal verweht es Sand und verringert die Sicht, mal vertreibt es den Sand und ermöglicht Dir eine klarere Sicht auf die Dinge die vor Dir liegen.

Durch die Luft können Fetzen, Blätter aber auch Gedanken fliegen. Daher ist es nicht verwunderlich, dass es mit dem Intellekt in Verbindung steht. Auch wenn Du fest im Boden verwurzelt bist, so ist es dank der Luft möglich, zu neuen Inspirationen, zu neuen Gedanken zu kommen.

So wie der Wind Dir mal eine frische Brise bringen kann (neue Gedanken), ist er auch in der Lage zu einem fürchterlichen Orkan zu werden (einschneinende Gedanken, die katastrophale Auswirkungen haben können).

Welche Verbindung hast Du zur Luft? Und vor allem, sind für Dich die Stäbe das physische Element für die Luft oder doch eher die Schwerter?

Und zu guter letzt, kommen wir zum einzigen Element, was nicht ganz so natürlich ist, dem Feuer. Erde und Wasser gibt es so gut wie überall. Luft / Wind muss durch physikalische Prozesse enstehen. Aber es kann theoretisch immer da sein. Feuer entsteht entweder durch einen Blitzeinschlag oder auch durch die Hand eines Menschen (wir bleiben jedoch hier bei der natürlichen Entstehung, also Blitzeinschlag).

Wenn Dir das Feuer zu nahe kommt (als Baum), dürfte Dir sicherlich Angst und Bange werden. Denn Deine Wurzeln sind tief und Du kannst daher nicht fliehen. Das Wasser, was in Dir ist, ist nicht zum löschen da. Die Erde wird ebenfalls verbrannt und die Luft feuert es sogar an. Sieh den Tatsachen ins Auge, Du verbrennst.

Das, was Dich bisher ausgemacht hat, ist vernichtet. Du bist nicht mehr Du selbst. Eventuell hast Du Deine Anstellung verloren, eine gute Freundin oder einen guten Freund, Dein Weltbild ist zusammengebrochen. Nicht so stark, als würdest Du die Karte der Turm oder den Tod ziehen. Aber es wird etwas verbrannt.

Doch schau genau hin, wo alles verbrannt ist, gibt es nun die Möglichkeit etwas neues entstehen zu lassen. Es gibt Platz für andere Möglichkeiten, andere Pflanzen, andere Tiere, neue Möglichkeiten für etwas ganz anderes.

Eine andere Möglichkeit kannst Du darin sehen, wenn Dir kalt ist. Ein kleines Feuerchen wärmt Dich auf und bietet Dir damit die Möglichkeit dich zu bewegen, schneller zu werden und zu handeln.

Was sind Deine Gedanken zum Element Feuer? Und auch hier die Frage, siehst Du eher die Schwerter in Verbindung mit dem Feuer oder doch eher die Stäbe?

Du siehst, die Elemente können in der kleinen Arkana eine sehr große Rolle spielen. Du kannst auch gerne mal über die Elemente meditieren und herausfinden, was sie für Dich noch eine Bedeutung haben. Es gibt bei den Antworten kein Richtig und kein Falsch. Denn was für Dich richtig ist, ist eben für Dich richtig.

Nach und nach werde ich hier die Bedeutungen der einzelnen Tarotkarten auflisten, aber vorab sei eins gesagt. Im Laufe der Zeit haben sich gewisse Bedeutungen eingebürgert, die schon ihre Berechtigungen haben.

Jede Karte hat durchaus ein Bedeutung für den Allgemeinen Bereich, für die Liebe, den Beruf und gelegentlich auch Heilung. Wobei letzteres immer mit Vorsicht zu genießen ist, genauso wie im Bereich der juristischen Beratung. Wenn man selbst keine medizinischen oder juristische Kenntnisse hat (gerade weil die sich auch regelmäßig ändern, besonders der juristische Bereich), sollte man niemals dazu etwas sagen.

Und zwar aus zwei sehr guten Gründen:

  1. Wenn man von einem Bereich keine oder nur rudimentäre Ahnung hat, ist es immer schwierig alle möglichen Fallstricke zu berücksichtigen.
    Jetzt nehmen wir mal an, jemand kommt zu Dir mit einem juristischen Rat und Du sagst der Person, kein Problem, die Gerichtsverhandlung läuft positiv aus. Aber am Ende wird die Person doch verknackt. Eben weil Du nicht alle juristischen Möglichkeiten berücksichtigen kann. Das schaffen zuweilen auch noch nicht einmal Anwält_innen. Daher gibt es entsprechende Literatur, wo sie sich zuweilen durchkämpfen dürfen.
  2. Ich würde auch in diesem Bereich niemals eine Beratung geben, weil man mir am Ende wohlmöglich ordentlich auf die Finger hauen könnte.
    Wenn man sich anmaßt etwas zu sagen oder zu sein, was man nicht ist, ich möchte mir nicht die Finger dabei verbrennen. Es ist also ein reiner Selbstschutz hierbei.

Zu guter letzt noch ein ganz wichtiger Tipp: Schreib Dir alles auf!!!

Besorge Dir ein Notizbuch für Deine Arbeit mit dem Tarot und schreibe Deine Gedanken immer dort auf. Datum, das Deck mit dem Du gearbeitet hast, Deine Gedanken, Legemethode, welche Du verwendet hast, welche Karte auf welcher Position ist. Und alles, was Dir noch so wichtig ist.

So kannst Du Deinen Weg zurückverfolgen und immer wieder auf Deine Gedanken zurückgreifen. Das kann durchaus interessant und wichtig sein.

Advertisements

Über Frau Schreibseele

eine schreibende, die auf den weg zu ihrer ersten geschichte ist. und bis dahin gibt es beiträge rund ums schreiben, lesen und erleben auf meinem blog :)
Dieser Beitrag wurde unter Mittwoch - Tarottag abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s