[Ein Jahr, ein Roman] Brainstorming – Schreiben / planen mit dem Tarot

So, reden wir mal Tachelese.

Du willst eine Geschichte schreiben und überlegst Dir das Tarot dafür zu verwenden. Sehr gut, dass ist kein Problem. Es gibt genügend Autorinnen (ich kann hier die weibliche Form benutzen, da ich bisher noch kein Buch von einem Herren zu diesem Thema entdeckt habe), die entsprechende Literatur zur Verfügung stellen (einschließlich meines Blogs).

Um mit dem Tarot eine Geschichte zu schreiben, benötigst Du erst einmal ein Tarotdeck (logischerweise). Ich habe Dir schon vorgestellt, wie Du ein Tarotdeck für Dich finden könntest (https://schreibkasten.wordpress.com/2015/02/04/tarotmittwoch-extrabeitrag-die-wahl-deines-tarotdecks/). Aber Du könntest Dich auch einfach dafür entscheiden, ein Deck für jedes Thema zu verwenden, worüber Du gerade schreiben möchtest.

Ein Krimideck für einen Krimi, ein Steampunkdeck für eine Steampunkgeschichte, ich denke Du verstehst was ich meine.

Such Dir erst einmal das passende Deck aus (oder ein allgemeines, damit Du irgendwo anfangen kannst) und dann kann es schon losgehen.

Jupp, das meine ich jetzt sehr ernst. Du benötigst keine Legemethoden oder irgendwelche komplizierte Sachen, um loslegen zu können. Nur ein Deck. Und selbst das könntest Du online erledigen, indem Du zum Beispiel eine Seite heraussuchst, welche Dir anbietet eine kostenfreie Karte zu ziehen (am besten aber solche Seiten, wo Du unbegrenzt Karten ziehen kannst, damit Du längerfristig arbeiten kannst).

Jetzt nehmen wir mal an, Du überlegst Dir wer Deine Hauptfigur ist. Soll es eine Sie sein oder doch eher ein Er? Ziehe eine Karte dafür. Ist eine Frau auf der Karte zu sehen, dann hast Du es mit einer Heldin zu tun. Und das gleiche ist, wenn Du es mit einem Mann zu tun hast.

Natürlich gibt es da noch Feinheiten zu beachten. Nicht auf jeder Karte ist eine Person zu sehen. Zum Beispiel 3 der Schwerter zeigt auch im Rider Waite-Smith Tarot ein Herz, welches mit drei Schwertern durchbohrt ist.

Nimm hier entweder das Handbuch zur Rate, was es Dir sagt. Ist es eher eine männliche Energie oder eine weibliche? Oder was sagt Dir Dein Gefühl? Alternativ kannst Du auch eine zweite oder auch eine dritte Karte ziehen, wenn Du das Bedürfnis dazu hast.

Wenn Du zwei Personen drauf hast, dann schau Dir an, wer im Mittelpunkt steht. Ist es eine Frau oder doch eher ein Mann? Ich kenne es von den meisten Karten, dass es immer einen Fokus auf einen der Figuren gibt (Ausnahmen bestätigen die Regel). Sollte es, wie zum Beispiel bei VI Die Liebenden, kein Fokus geben, entscheide nach Deinem Bauchgefühl oder ziehe auch hier die Karten.

Ich weiß nicht wie es bei Dir ist, aber mit der Auswahl der Figuren als Haupt- und Nebenfiguren habe ich eher seltener das Problem (gut, bei den Nebenfiguren sieht es anders aus, aber nicht bei den Hauptfiguren).

Dann gehen wir einfach mal weiter. Wie sieht es mit den Eigenschaften aus? Was ist eine wichtige positive und negative Eigenschaft? Hier lohnt es sich definitiv die Karten zu ziehen.

Nun schau sie Dir an, die gezogenen Karten. Was sagt Dir das Bild? Welches Gefühl hast Du, wenn Du es Dir ansiehst? Schreibe erst einmal alles auf, was Du auf dem Bild siehst und welche Gedanken dazu hast. Denn sie sind mehr Wert, als alle Tarotbücher der Welt. Gerade was Deine Geschichte betrifft.

Wenn Du fertig bist, dann kannst Du in dem Deutungsbüchlein schauen (je nachdem welches Deck Du hast, bekommst Du entweder ein Heftchen mit oder auch ein ganzes Buch). Was steht dort unter der Bezeichnung der Karte. Hilft es Dir, kannst Du noch mehr für die Position herausziehen, wofür Du die Karte gezogen hast? Oder verwirrt es Dich nur noch?

Das kannst Du mit jeder Position machen, wo Du mehr Informationen haben möchtest. Und ja, das betrifft auch das Aussehen Deiner Figur und auch den Namen (auch wenn Du bei letzteren vielleicht ein wenig mehr Kreativität zeigen darfst).

Natürlich kannst Du es auch für Deinen Plot verwenden.

Nehmen wir als Beispiel den 3-Akter. Es gibt ja den Beginn, die Mitte und das Ende. Mische Deine Karten und ziehe mindestens drei Karten für jede dieser Positionen.

Sollte eine weitere Karte für eine der Positionen herausfallen, Du mehr ziehen oder wie auch immer, nimm diese auf und arbeite dann mit mehr Karten pro Position.

Schau auch hier wieder die Karten an und schreibe auf, was sie für die jeweilige Position zu bedeuten haben könnte.

Zwar bedeuten die Karten der kleinen Arkana ein kleines Ereignis, Du solltest Dich aber von so etwas nicht beeindrucken lassen und trotzdem alles aufschreiben, was Dir dazu einfällt, bzw. Dir das dazugehörige Deutungsbuch zu nutze machen.

Wenn Du mit einer Karte nicht weiter kommst, dann ziehe weitere Karten, bis Du genau weißt, was sie Dir auf der entsprechenden Position sagen möchten. Es gibt bei dieser Methode kein richtig und kein falsch und kein zuviel an Karten. Nur ein zu wenig und auch nur dann, wenn Du gar keine gezogen hast.

Stück für Stück kommst Du mit dieser Methode weiter und wirst häufig auf Ideen stoßen, an die Du zuvor nicht gedacht hast.

Vor Jahren habe ich an einer Geschichte gearbeitet (die zwischenzeitlich von meinem defekten PC gefressen wurde), wo ich die ganze Zeit dachte, dass die Hauptfigur eine universitäre Ausbildung hinter sich hat. Ich weiß nicht mehr, welche Karte ich damals gezogen habe, doch da fand ich heraus, dass er eben keine Universität besucht hat und sich deswegen unterlegen fühlt.

Das meine damalige Hauptfigur gar keinen Uniabschluss haben könnte, allein auf den Gedanken bin ich damals nicht gekommen. Doch dadurch wurde die Figur anders, sie hatte eine andere Dynamik und sie hatte mir auch viel besser gefallen. Leider scheiterte es an dem PC und an der schlechten Geschichte, dass ich sie nicht mehr weiterverfolgt habe.

Vielleicht auch besser so!!!

Du kannst auch jeden Tag eine Karte ziehen, also eine Tageskarte. Sie soll normalerweise zeigen, welche Energie Dich an diesem Tag erwartet (wenn Du sie am morgen ziehst) oder vorherrschte (wenn Du sie am Abend ziehst).

Es gibt aber auch die Möglichkeit am morgen eine Karte zu ziehen und zu überlegen, welche Bedeutung könnte sie für meine aktuelle Geschichte haben? Auf diese Art und Weise bleibt Dir die Geschichte den ganzen Tag im Sinn. Denn in jeder freien Minute die Du hast, kannst Du Dir Gedanken machen, wie könnte ich die Bedeutung dieser Karte in meine Geschichte einbauen.

Und zu guter letzt kannst Du auch jeden Tag Dein Deutungsbuch an einer beliebigen Stelle aufschlagen und lesen, welche Karte dort steht und was die Bedeutung der Karte für Deine Geschichte bedeuten könnte.

Es gibt durchaus die Methode sich bewusst die Karten auszusuchen, wenn man mit Ihnen Arbeit (also an der persönlichen Entwicklung). Warum soll das nicht auch für das Schreiben der Geschichte gelten?

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Über Frau Schreibseele

eine schreibende, die auf den weg zu ihrer ersten geschichte ist. und bis dahin gibt es beiträge rund ums schreiben, lesen und erleben auf meinem blog :)
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