[Ein Jahr, ein Roman] Brainstorming – Was für eine Autorin / ein Autor möchtest Du sein?

So, der letzte Beitrag in der Reihe Brainstorming und der letzte Nachholbeitrag. Damit bin ich auf den aktuellen Stand (gut, ich gestehe, ich habe einen Beitrag unterschlagen, aber ich habe daran eine halbe Stunde gesessen ohne etwas sinnvolles geschrieben zu haben, aus diesem Grund brach ich ab).

Wenn Du eines Tages als Schriftsteller_in leben möchtest, ist es empfehlenswert vorab einige Dinge für Dich zu klären, von mir aus, zu brainstormen.

Einer der wichtigsten Grundlagen für mich ist hierbei, was für eine Schriftstellerin möchte ich sein? Wenn ich das weiß, bin ich in der Lage auch meine eigene Marke aufzubauen.

Erst einmal solltest Du für Dich klären, ab wann bin ich eigentlich ein_e Schriftsteller_in. Reicht es für Deine Definition aus, wenn Du jeden Tag schreibst, wenn Du etwas zu Ende geschrieben hast oder erst, wenn Du etwas veröffentlicht hast?

Für mich persönlich macht es im Gefühl her einen gewaltigen Unterschied, wenn ich mich als Schriftstellerin sehe, wenn ich jeden Tag schreibe oder erst dann, wenn ich erst etwas veröffentlichen musste, um als solche zu gelten. Sehe ich mich jetzt (also als unveröffentlichte Person) schon als Schriftstellerin, dann bin ich durchaus in der Lage meine Arbeit als Business zu sehen und nicht nur als Hobby.

Nimm Dir also ruhig mal ein Blatt Papier oder Dein Tagebuch und definiere Dich als Schriftsteller_in. Es wird Dich vermutlich schon sehr im Schreiben weiterbringen, wenn Du Deine eigene Position kennst.

Dann überlege Dir, was für eine Marke Du für Dich und Dein Schreiben aufbauen möchtest. Marke bedeutet hier ganz klar, wie und was und wo Du als Schriftsteller_in veröffentlichen möchtest.

Dazu gehört also, dass Du Deine Ziele definierst. Wie oft möchtest Du eine Geschichte / Novelle / Roman im Jahr veröffentlichen? Sollen diese eher lang oder kurz sein? Möchte ich eher im Krimi oder im Romance Bereich veröffentlichen? Im Verlag, Indie-Verlag oder Selfpublishing? Und so weiter und so fort.

Wenn Du für einen Verlag schreiben möchtest, solltest Du Dich erkundigen, was für ein Verlag es sein könnte und welche Literatur bei Ihnen bisher erschienen ist. Das bedeutet natürlich, dass Du nach ganz anderen Regeln spielen musst, als wenn Du Selfpublisher_in werden möchtest.

Es ist durchaus empfehlenswert, wenn Du Dein Genre kennst. Besorge Dir ein gutes Dutzend Bücher des Genres, in dem Du schreiben möchtest. Sie sollten nicht zu alt sein, vielleicht ein oder zwei Jahre (also auch keine Nachdrucke von Werken die zehn Jahre alt sind oder noch älter, die gibt es auch). Dann lies sie durch und lerne aus den Werken. Was ist gerade angesagt, was solltest Du bei Deinem Schreiben durchaus berücksichtigen. Was kannst Du für Dich nutzen und was möchtest Du auf keinen Fall schreiben?

Im Liebesromanbereich sind aktuell zum Beispiel Romantasybücher ja total beliebt. Da kommen folgende Zutaten vor: Romantik, Erotik, Magie bzw. übernatürliche Wesen (Vampire, Werwölfe, was auch immer) und mindestens zwei bis drei Sexszenen (die ich nicht unbedingt unter Erotik fasse).

Romantasybücher sind seit einigen Jahre eine größe in der Buchhandlung (immerhin haben sie ihre eigene Ecke). Und ich gehe davon aus, dass es in Varianten in einigen Jahren noch so sein wird.

Du sollst auf keinen Fall einen billigen Abklatsch solcher Bücher schreiben, bitte nicht. Es geht immer darum eine eigene Geschichte zu schreiben und letztendlich zu veröffentlichen. Aber kenne durchaus den Markt. Was ist beliebt und was nicht. Von den Inspirationen, die Du durch solche Recherchen erhälst, will ich an dieser Stelle nicht schreiben 🙂

Kenne Deine Konkurrenz und wisse, was sie schreiben. Und keine Sorge, sobald Du ein wenig bekannter wirst und auch Erfolg hast, wirst Du automatisch ebenfalls im Fokus solcher Beobachtungen landen. Mach Dir also darum keine Gedanken.

In den letzten Tagen und Wochen habe ich einige Bücher gelesen, wo ich mir dachte, wow, die gefallen mir, so möchte ich auch schreiben. Nicht genau das gleiche, aber so intensiv und so dicht, wie es die Autor_innen getan haben. Und dann hatte ich Bücher auf meinem Stapel wo ich mir nur dachte, die armen Bäume, für so etwas mussten sie sterben.

Das ist aber auch gut, weil Du (und auch ich) damit sagen können, dass möchte ich schreiben und das möchte ich auf keinen Fall schreiben. Denn Du möchtest sicherlich auf Deine eigene Art und Weise lesenswert sein. Nur musst Du für Dich herausfinden, was Dich so lesenswert macht.

Dabei ist es sehr gut Dir vorzustellen, wer Deine Zielgruppe sein könnte. Gut, ich gestehe, das ist durchaus eine Sache, die mir noch schwer fällt. Ich kann mir irgendwie vorstellen, wer meine Romane eines Tages lesen könnte. Und gleichzeitig fällt mir genau das schwer. Ist es Susie, 24 aus Köln, gerade in der Ausbildung? Oder doch eher Maik, 36, Vater von zwei Kindern und erfolgreicher Rechtsanwalt. Du verstehst was ich meine?

Es soll dabei sehr genau gehen. Denn je genauer Du Deine mögliche Zielgruppe kennst, desto eher wirst Du für sie schreiben können. Es ist wie mit einem Laden. Du wirst nicht ein Laden öffnen ohne zu wissen, was Du verkaufen möchtest. Sind es Lebensmittel, Hochzeitskleider oder Autoteile? Und dementsprechend wirst Du die Ladenfläche gestalten, Werbung schalten, Leute einstellen und Ware bestellen (wenn Du ein Hochzeitskleidladen eröffnen willst, dann wirst Du sicherlich keine Autoteile bestellen).

Und das gilt für Dich als Schriftsteller_in genauso. Wenn Du weißt, dass Du einen Krimi schreibst, wirst Du entsprechend Deinen Stil anpassen, schauen was für Krimis ankommen und was nicht. Welche Covers verwendet werden und welche Verlage zur Zeit interesse an Krimis haben.

Mache Dir jetzt Gedanken, solange Du noch kein Buch veröffentlicht hast oder das nächste auf sich warten lässt. Denn so kannst Du Dein Marketingplan eben planen und jetzt sogar schon beginnen ihn Schritt für Schritt umzusetzen (es wird häufig Werbung geschaltet, bevor das Produkt auf den Markt ist, Du musst noch keine Werbung machen, aber Dich schon mal bekannter).

Wenn Du weißt wohin Du möchtest, dann kommst Du auch eher an, als wenn Du ein wenig oder so richtig planlos durch die Gegend hetzt.

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Über Frau Schreibseele

eine schreibende, die auf den weg zu ihrer ersten geschichte ist. und bis dahin gibt es beiträge rund ums schreiben, lesen und erleben auf meinem blog :)
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