[Inspirationen] Rechtzeitig mit der Werbung beginnen – Porträtbilder

 Am Freitag habe ich das „Handbuch für Autorinnen und Autoren“ in der achten Auflage aus dem Uschtrin Verlag erhalten (http://www.uschtrin.de/produkte/weiteres/handbuch) und zwischenzeitlich auch schon Kapitel 1 gelesen (hier geht es um das SelfPublishing und unter anderem auch Marketing).

In einem Beitrag von Sandra Uschtrin zum Thema Marketing, also welche Werbemittel man verwenden kann, schrieb sie das gleiche, was ich gestern auch schon schrieb (https://schreibkasten.wordpress.com/2015/02/06/ein-jahr-ein-roman-brainstorming-was-fur-eine-autorin-ein-autor-mochtest-du-sein/ – und diesen Teil habe ich erst heute gelesen, hüstel): Wenn Du demnächst Deinen Roman veröffentlichen möchtest, solltest Du sofort mit der Werbung beginnen. Denn je eher Du damit anfängst, desto eher werden die Leute auf Dich aufmerksam.

Natürlich kannst Du warten, bis Dein Roman erscheint, diesen zu kaufen gibt und dann mit der Werbung anfangen. Aber bis Deine Werbung dann zieht, dümpelt Dein Buch im Keller von irgendwelchen Verkaufsrängen herum und Du bist letztendlich frustriert, weil sich niemand für Dein Werk interessiert. Und dabei ist es völlig egal, wie gut oder hervorragend Dein Buch sein mag. Wenn niemand davon weiß, wird es auch niemand lesen.

Ich beobachte viele AutorInnen und sehe bei einigen, dass sie mit der Werbung rund um ihre nächste Veröffentlichung anfangen, bevor der Roman überhaupt erscheint. In diesem Fall machen sie Werbung rund um das Cover, Textausschnitte und ähnlichem. Das ist eine Variante. Es gibt natürlich noch viel mehr.

Unter anderem soll und darf man ruhig rechtzeitig für Werbematerialien und auch Porträtfotos sorgen. Denn gerade letzteres ist durchaus wichtig, wenn man sich zu einer Marke aufbauen will (und nicht nur im Selfpublishing Bereich ist das wichtig, aber wenn man keinen Verlag im Nacken hat, muss man eben selbst in die Tasche greifen).

Ich habe gerade mal nach FotografInnen gesucht, die Porträtfotos anbieten (die kann man sicherlich nach Rücksprache auch für uns AutorInnen verwenden, bzw. so abwandeln, dass wir sie benutzen können 😉 ). Und ich habe einige interessante gefunden.

Da man nie rechtzeitig genug mit dem werben anfangen kann, sollte man auf alle Fälle früh genug darauf achten, gute Bilder von sich zu haben. Sie sollte keine Klischees erfüllen (also nicht die typische Denkerpose, nicht am Schreibtisch sitzen, Kaffee / Tee trinken, Katzen streicheln, in der Natur sitzen, und so weiter).

Es sollte schon etwas ganz einzigartiges sein, was Dich repräsentiert und niemanden sonst. Denn diese Bilder kannst Du nicht nur für Deine zukünftige Webseite benutzen, sondern auch für Pressemitteilungen, in Deinem Roman (zum Beispiel auf der letzten Seite) und so weiter.

Eine Idee von einer befreundeten Autorin fand ich auch gut. Sie möchte zum Beispiel für Ihre Bilder nach draußen gehen, um die Bilder an Orten zu machen, wo ihr Roman spielt. Wenn Dein Roman also an einem See spielt, warum dann nicht Richtung Wasser gehen? Oder wenn es in einem alten Gruselhaus spielt, dann ab in irgendeine verfallene Villa.

Natürlich sind solche Bilder speziell auf einen Roman oder eine Reihe konzentriert. Das würde also bedeuten, dass Du regelmäßig neue Bilder von Dir machen müsstest. Und ja, das kann schon ein ganz schön tiefer Griff in den Geldbeutel bedeuten.

Eine alternative wäre auch Genrebilder (ich nenne das mal so, ob das eine offizielle Bezeichnung ist, weiß ich nicht). Damit meine ich, dass Du Bilder von Dir machen lässt, die Dein Genre wiederspiegeln. Du schreibst Historicals aus der Regencyzeit? Dann kleide Dich ruhig wie Jane Austen. Oder wenn Du Romane aus der Mittelalterzeit schreibst, dann wirst Du sicherlich ein schönes Kleid finden, was ein Gefühl für diese Zeit wiederspiegelt. Und klar, wer Steampunk schreibt, darf auch gerne Steampunkmässig vor der Kamera aussehen. Das als Beispiele. Sicherlich fällt Dir auch die eine oder andere Möglichkeit ein, wie Du Dich präsentieren kannst.

Aber vor allem, rede mit dem Studio, wo Du Deine Bilder machen willst. Genauso wie wir als AutorInnen ein Gespür für die Entwicklungen auf dem Romanmarkt bekommen sollten, sollten vernünftige Fotostudios wissen, was gute Bilder für AutorInnen sind.

Letztendlich solltest Du Dich aber auch wohl mit Deinen Bildern fühlen. Denn immerhin ist der Gedanke dahinter, dass Du sie auch postest, als Avaterbildchen verwendest, eventuell als Headerbilder auf irgendwelchen Seiten, Deinem Blog und natürlich kannst Du das Bild auch in Deinem Buch abbilden (siehe bezüglich der Rechte weiter unten, danke).

Bekommst Du aber Bauchschmerzen, wenn Du das Bild siehst, dann halte Abstand davor. Es ist wie mit Bewerbungsbildern, es soll Dich präsentieren und zwar die beste Seite von Dir. Wenn nicht, dann landet Deine Bewerbungsmappe (hier eben Dein Roman) eben in der Ablage P. P wie Papierkorb.

Rede daher mit den FotografInnen, sage ihnen deutlich wofür Du die Bilder brauchst (je genauer Du bist, desto besser könnt ihr beide miteinander arbeiten). Und vor allem, was Du Dir vorstellst. Wenn Du es mit Profis zu tun hast, werden sie Dir schon sagen, was geht und was nicht. Und vor allem, was gut aussieht und gut ankommt und eben was nicht. Höre auf alle Fälle zu, lasse Dich nicht überrollen, sei aber nicht stur und winke alles ab. Denn Du hast es hier mit Profis zu tun 🙂

Ein vernünftiges Bild kann da schon mal eine dreistellige Summe veschlingen (eine höhere dreistellige Summe versteht sich, wobei ich auch schon eine vierstellige Summe entdeckt habe). Am besten rechnest Du schon mal mit 250 bis 400 Euro minimum! Nach oben gibt es natürlich keine Grenzen.

Wenn Du jetzt in die freie Wildbahn willst, also an einem See, in eine verlassene Villa oder wohin auch immer, dann können die Preise weiter steigen. Immerhin müssen die FotografInnen ihre Sachen mitnehmen, dort alles aufbauen, eventuell muss der Ort angemietet werden und so weiter und so fort. Kläre das am besten ab und vor allem, wie viel Dich das am Ende kostet. Nicht das Du von den Preisen überrascht wirst.

Wenn Du nach einer / einem entsprechenden FotografIn suchst, dann gib als Suchanfrage einfach „Porträtfotograf + Stadtname“ ein. Zumindest habe ich dadurch zwei gefunden, die mir zusagen. Und durch meine Erwähnung auf Facebook sogar noch einen dritten.

Empfehlungen durch andere ist auch goldwert. Wenn sie schon bei jemanden waren, wissen sie ob mit der Person gut zu arbeiten ist oder man doch eher meiden sollte. Erkundige Dich also ruhig in sozialen Netzwerken. Eventuell ist auch zu empfehlen, mal in eine andere Stadt zu fahren, wenn jemand dort besonders gutes zu finden ist. Und wenn Du die Fahrt dorthin mit einem kleinen Urlaub verbindest, passt alles schön zusammen 🙂 (Mir ist bewusst, dass das alles eine Geldfrage ist, aber hei, es geht um Deine Marke, da musst Du gelegentlich auch etwas investieren, dass ist eine Angelegenheit, mit der ich mich auch bald auseinandersetzen darf.)

Doch wann sollte man die Bilder machen? Es kommt darauf an. Im Grunde genommen, wenn Du Dich entschieden hast Deinen Roman zu veröffentlichen. Und das ist der späteste Termin.

Warum?

Im Rahmen deiner Veröffentlichung kann es passieren, dass Du viel bis sehr viel zu tun hast. Für Dein Buch werben, gucken, dass alles grade läuft und so weiter. Da kann es schlichtweg passieren, dass Du es vergisst (wäre nicht das erste und letzte Mal). Oder Du hast Dir fest vorgenommen, dass Du in der kommenden Woche die Fotos machen willst. Und dann kommt eben alles zusammen und Du fragst Dich, mal wieder sicherlich, wo ist die Zeit geblieben, Du wolltest doch und hast doch und so weiter. Leider kann das schneller gehen, als es uns lieb ist.

Jetzt gibt es natürlich ein paar naheliegende Probleme, auch wenn wir uns vornehmen zeitnah wirklich, aber auch wirklich die Bilder zu machen.

Das Geld aufzutreiben ist eine Sache. Worauf kannst Du die nächsten Wochen und Monate verzichten, so dass Du am Ende die Summe zusammen hast? Es geht immerhin um Dein Baby (also Dein Buch meine ich natürlich 😉 ), da sollte es Dir schon Wert sein am Ende DAS perfekte Produkt (hier erst einmal das Porträt) in den Händen zu halten. Wie oben schon geschrieben, meine Recherchen haben ergeben, dass richtig gute Bilder nicht günstig sind. Daher wird es wohl sein, dass Du da tiefer in die Taschen greifen darfst/musst.

Notfalls frage nach, ob Du nicht eine Ratenzahlung vereinbaren kannst. Es werden sicherlich nicht alle darauf eingehen, dass sollte Dir bewusst sein. Aber wenn Du dem Studio erklärst, wieso Du eine Ratenzahlung brauchst und die Bilder erst kriegst, wenn die letzte Rate gezahlt ist, vielleicht klappt es ja. Immerhin wollen sie ja auch Geld verdienen. Und vielleicht sagen sich die einen, lieber verdiene ich mein Geld mit kleinen Beträgen (und eventuell einem kleinen Zinsaufpreis, wie bei den Katalogbestellungen), als gar kein Geld zu verdienen.

Merke: Wenn Du NICHT fragst, wirst Du NIE erfahren, ob eine Ratenzahlung oder vielleicht sogar ein Rabatt nicht doch möglich ist bwz. wäre.

Ja, mir fällt es schwer, so etwas direkt von Person zu Person zu erfragen oder in dieser Richtung gar zu handeln, ich gestehe. Da bin ich zu introvertiert und schüchtern (eine dumme Mischung die mir da aufgebürdet wurde). Aber was sollen sie schon sagen? Nein! Das war es auch schon. Köpfe abreißen, werden sie sicherlich niemanden. Wäre auch auf Dauer schädlich fürs eigene Geschäft 😉

Du kannst immer noch danke sagen und zum nächsten gehen oder die komplette Summe auftreiben. (Bedanke Dich trotzdem für die ehrliche Antwort bei ihnen, solange sie höflich geblieben sind und bleibe natürlich auch immer selbst höflich, dass sollte selbstverständlich sein, aber ich denke mir, genau das ist es eben nicht, hab mal selbst im Einzelhandel ein Praktikum gemacht – ohne Worte über die Erlebnisse).

Wenn Du Dir sagst, gut, ich mache die Bilder, aber nicht jetzt, dann mache jetzt einen Termin (oder Montag, notfalls, schreibe eine ausführliche Mail). Du kannst sagen, Leute, ich möchte nicht jetzt, sondern erst in August einen Termin haben, weil ich bis dahin noch zehn Kilo abnehmen möchte (das ist übrigens der Grund warum ich jetzt noch keine Bilder machen möchte, ich muss auch noch einiges an Gewicht verlieren, hüstel).

Solche Termine sind wie Deadlines für Deine Geschichten. Du bist auf diese Art und Weise durchaus gezwungen Dich bis zum Termin anzustrengen und entweder abzunehmen, zur / zum Friseur_in zu gehen, Dir neue Klamotten zu besorgen und was weiß ich, was Du für Gründe nennst, nicht jetzt einen Fototermin zu machen. Du musst Dir nur selbst klar machen, dass es keinen, aber auch wirklich gar keinen Grund gibt, diesen Termin zu verschieben, abzusagen oder einfach zu ignorieren.

Trage Dir diesen Termin fett, aber wirklich fett in Deinen Kalender ein, Deinem Handy, Deinen Wandkalender, auf Deinem Handrücken und wo auch immer Du Dir die Termine merkst.

Bei den drei Studios, die ich gefunden habe, habe ich keine negativen Auswirkungen gefunden, wenn man keine Termine wahrnimmt (also das man eine gewisse Gebühr bezahlen muss oder derartiges). Aber richte sie für Dich ein, wenn Du ahnst, dass Du zu den Drückeberger_innen gehörst. Und wenn es Dir hilft, bestrafe Dich selbst, wenn Du Dich vor den Termin erfolgreich gedrückt hast. Es gibt sicherlich etwas, was Du haben willst. Wenn Du hingehst, dann gönne es Dir. Wenn nicht, dann gibt es eben eine einjährige Sperre (die dann aufgehoben wird, wenn Du doch hingehst 😉 ). Gilt natürlich nur für DrückebergerInnen. Wenn Du damit kein Problem hast, dann gehe einfach hin 🙂

Wenn Du mit den Leuten / oder der Einzelperson vom Studio sprichst, mit der / dem Du Deine Bilder machen möchtest, kläre vorne weg auch, wie es mit den Rechten aussieht. Zwar bist Du auf dem Bild drauf, aber das bedeutet noch lange nicht, dass es Dein Bild ist.

Hier gilt nicht das Prinzip „Recht am eigenen Bild“. Doch gilt es. Das Studio darf nicht einfach mit Deinem Bild verfahren wie sie wollen. Aber das gilt auch für Dich. Denn die künstlerische Arbeit am Bild liegt beim Studio. Sie haben immerhin einen gewissen Stil, der sie einzigartig macht bzw. machen sollte.

Also kurz gesagt: Du kannst nicht alles damit machen, was Du möchtest.

Für was genau solltest Du die Rechte abklären?

Für die Verwendung auf Facebook, Twitter und andere Social Medias. Für die Verwendung in Flyern, Broschüren, auf Büchern und ähnliches. Auf Deiner Internetseite und Deinem Blog. Im Grunde genommen für alles, wo Du denkst es zu verwenden bzw. verwenden zu wollen. Am besten klärst Du eine Generalverwendung ab. Denn es könnte ja in ein oder zwei Jahre sein, dass irgendetwas neues erfunden wird und Du gerne Deine Bilder verwenden möchtest, es aber nicht geht, weil Du dafür nicht die Rechte hast.

Ich habe schon mal bei einem Fotografen gesehen, bei dem ich meine Bewerbungsbilder gemacht habe, dass die von selbst die Kosten für eine solche Verwendung aufgelistet haben. Sogar eine komplette Abtretung der Bildrechte stand da drauf.

Also Achtung: Eine vollständige Übertragung der Bildrechte bedeutet häufig noch eine Extragebühr. Abklären und notfalls bezahlen, dann hast Du Deine Ruhe für die Zukunft. Nicht dass das Studio ihre Arbeit erkennt und Dich am Ende verklagt. Es kann nämlich sein, dass sie Recht bekommen und Du eine schöne Strafzahlung.

Kleiner Tipp noch: Wenn Du die Aufnahmen machen willst, gehe zur Terminabsprache direkt zu dem Fotostudio hin. Da kannst Du sehen, mit wem oder was Du es zu tun hast. Gefallen sie Dir, dann ist der Termin geklärt, wenn nicht, ab zum nächsten. Denn Bilder die Dich repräsentieren sollen, also das Beste aus Dir herauslocken sollen, sind wichtig und es sollten Personen machen, bei denen Du Dich wohlfühlst.

Sobald ich meine Bilder gemacht habe, melde ich mich dann und zeige Dir die Ergebnisse 🙂

Originalbeitrag vom 07.02.2015
Übearebeitung vom 14.05.2015
Bild von https://unsplash.com/ // https://unsplash.com/license

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Über Frau Schreibseele

eine schreibende, die auf den weg zu ihrer ersten geschichte ist. und bis dahin gibt es beiträge rund ums schreiben, lesen und erleben auf meinem blog :)
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