[Tarotmittwoch] Legemethoden

Wenn Du Dich mit dem Tarot beschäftigst, sei es aus spirituellen oder auch schreibtechnischen Gründen, wirst Du über sehr kurze Zeit (noch nicht einmal lang) über die sogenannten Legemethoden stoßen. Zumeist hat jedes noch so kleine Handbüchlein zu den Tarotkarten eine Legemethode zu bieten.

In meinen Augen ist die Legemethode zum „Keltischen Kreuz“ wohl das bekannteste und das mit wohl Abstand am Variantenreichste unter den Legemethoden.

Aber eins nach dem anderen.

Eine Legemethode (oder auch Legesystem, wenn Du im Internet nach entsprechenden Vorlagen suchen möchtest) ist ein Bild mit einer bestimmten Anzahl von Positionen. Jede der Position steht für eine bestimmte Sache und für diese wird mindestens eine Karte gezogen. Danach wird die Karte in Verbindung zu ihrer Bedeutung, zu der Position und im Zusammenhang ihrer näheren Umgebung gedeutet.

Klingt kompliziert? Joah, dafür brauchst Du ein wenig Übung.

Aber glücklicherweise wird nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird.

Hier noch einmal die langsamere Erklärung.

Je nach Hintergrund warum Du das Tarot befragen willst, wählst Du eine Legemethode aus. Es gibt sowohl für die Liebe als auch Beruf und für viele weitere Bereiche mehrere verschiedene Legemethoden. Denn theoretisch wer kreativ genug ist, kann eine eigene kreieren. Wenn Du für Deine Arbeit als Schriftsteller_in eines Tages auch eine Legemethode kreieren möchtest, nur zu, nichts und niemand hält Dich auf.

Du solltest eine Legemethode wählen, die Deinem Wunsch nach Klärung am nächsten kommt. Schau Dir genau an, welche Positionen in der Legemethode vorkommen und ob sie Dir zusagen.

Sehr häufig findest Du auch eine Beschreibung zu der Legemethode, für welche Frage sie geeignet ist und ähnliche Dinge. Vertraue letztendlich Deinem Gefühl.

Danach mischt Du die Karten so wie es Dir gefällt und ziehe so viele Karten, wie es das Legesystem verlangt. Es kann sein, dass Du mal eine Karte mehr ziehst. Entweder aus Versehen oder weil das Gefühl es Dir sagt. Mache es einfach und vertraue, dass es schon seine Richtigkeit hat.

Wenn Du während der Deutung bei einer Karte nicht sicher bist, ob sie Dir alles sagen kann, dann ist es auch in Ordnung, wenn Du Karten nachziehst. Bisher musste ich das nie, weil ich mir lange den Kopf über die Karte und ihre Position zerbrochen habe.

Aber schau erst einmal wie Du damit klar kommst und entscheide spontan ob Du zusätzliche Karten brauchst. Mal kann es sein, dass Du welche benötigst und mal nicht. Das ist immer unterschiedlich.

Danach legst Du die Karten in dem jeweiligen Bild aus. Das ist durchaus wichtig, denn so kannst Du Querverbindungen ziehen.

Jetzt nehmen wir mal an, Du arbeitest mit einer Legemethode für Deine berufliche Zukunft. Da sind zwei Positionen nebeneinander, einmal für Deinen Berufswunsch und daneben eine Karte für Deine inneren Ängste. Wenn Du sie zusammen deutest, siehst Du eher, wo ein mögliches Problem stecken könnte.

Legst Du aber die Karten nebeneinander aus (was natürlich auch möglich wäre), würdest Du eine Position nach der anderen deuten und würdest keine Zusammenhänge erkennen.

Am besten probierst Du beide Methoden mit den gleichen Karten aus und siehst dann, welchen Einfluss es auf Deine Deutungen haben kann. Wenn Du noch nicht sehr oft mit Legemethoden gearbeitet hast, dann ist es in Ordnung, wenn es am Anfang länger dauert.

Wenn Du die Karten ausgelegt hast und deutest, dann ist es am besten, wenn Du Dir jede Position und jede dafür gezogene Karten aufschreibst. Ich sage nur Notizbuch 😉 und natürlich alles, was Dir spontan bei der Legung eingefallen / aufgefallen ist. Du kannst auch theoretisch ein Bild von Deiner Legung machen (das ist für die eiligen / faulen durchaus geeignet 😉 ) und mit einem Tonbandgerät (die meisten Smartphones bieten diese Funktion auch an) Deine Gedanken diktieren und aufschreiben.

Wie kannst Du das aber fürs Schreiben benutzen?

Ganz einfach, die meisten Legemethoden kannst Du direkt oder abgewandelt für Deine Figuren oder auch Deine Geschichte benutzen.

Du nimmst Dir also eine Legemethode, zum Beispiel wenn Du die Beziehung zwischen Deiner Heldin und Deinem Helden in einer Romance näher erläutern möchtest und legst dafür die Karten. Dann siehst Du innerhalb dieser Legemethode, wie Deine Figuren zueinander stehen, wie sie sich entwickeln und wo mögliche Fehler sind.

Dadurch kannst Du Deine Charaktere zum einen besser kennen lernen und zum anderen auch tiefere Einblicke in Deine Geschichte bekommen. Du weißt wohin Deine Geschichte gehen muss. Zumindest tief in Deinem Unterbewusstsein. Mit Hilfe der Karten kommt alles hoch und zeigt Dir, hei, hallo, hier ist die Lösung, wieso siehst Du sie nicht?

Mir zumindest ist das sehr häufig passiert, dass mir danach die Schuppen von den Augen flogen und ich mir nur dachte, ist ja so was von klar.

Aber auch wenn Du mal in einer Sackgasse stehst und Du nicht weiter weißt, kannst Du die Karten nutzen. Entweder ziehst Du eine Karte (letztendlich ist das lediglich die einfachste Legemethode die es gibt 😉 ) oder nimmst eine Legemethode, welche direkt fürs Schreiben entwickelt wurde. Denn da gibt es auch einige.

Kleines Beispiel dafür: Es gibt viele Methoden fürs Schreiben eines Romans. Zum Beispiel den 3-Akter. Das ist eine klare Struktur und durchaus ein guter Anfang für das plotten eines Romans.

Und Du musst nicht viel dafür tun. Ziehe lediglich drei Karten und lege sie aus. Hier kannst Du auch schon schauen, wo der erste Akt mit dem zweiten in Verbindung steht und der zweite dann mit dem dritten Akt.

Dann kannst Du schon einmal schauen wie Deine Geschichte, zumindest in groben Zügen, laufen kann. Dazu musst Du noch nicht einmal viel zu der Geschichte wissen, sondern kannst sofort damit anfangen.

Natürlich ist es besser, wenn Du mehr über Deine Figuren und den Hintergrund weißt. Dann ahnst Du schon, ah, da ist ja jemand, den brauche ich da jetzt, hier geht es weiter.

Probiere es einfach aus und ziehe zu, was sich dabei entwickelt. Letztendlich kannst Du nichts falsch machen, dass ist das tolle hierbei. Und mit jeder Legung wirst Du zum einen besser mit der Deutung der Karten (wenn Du die Bedeutung immer nachschlägst, wirst Du irgendwann automatisch wissen, was welche Karte auf welcher Position bedeutet). Und zudem wirst Du auch geübter mit der Deutung von Kombinationen der Karten.

Übe und siehe zu, wie Du wächst.

Zum Schluss habe ich Dir einige Links- und Büchertipps aufgeführt, damit Du anfangen, bzw. weitermachen kannst. Viel Spaß wünsche ich Dir 🙂

Linktipps:

Buchtipps:

  • Jeannue Ruland: Das Große Buch der Legemethoden
  • Corinne Kenner: Tarot for Writers
  • Joan Bunning: Learning Tarot Spreads

 

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Über Frau Schreibseele

eine schreibende, die auf den weg zu ihrer ersten geschichte ist. und bis dahin gibt es beiträge rund ums schreiben, lesen und erleben auf meinem blog :)
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