[Schreibübung] Arbeite mit Deinen Vorbildern

Ich rede hier jetzt nicht von Deiner spontanen Schreibgruppe (https://schreibkasten.wordpress.com/2014/10/31/deine-spontane-schreibgruppe/), sondern von einer ganz konkreten Arbeit.

Sicherlich hast Du AutorInnen, die Du mehr liebst als alle andere. Aber auch gleichzeitig AutorInnen wo Du Dich fragst, warum bitte schön habe ich dieses Buch jetzt zu Ende gelesen?

Du kannst gerne die Schreibübung am Ende mit beiden Gruppen machen, ich empfehle Dir aber den Anfang mit denen zu machen, die Du magst und sogar verehrst 🙂

Der erste Schritt, den ich Dir empfehle ist, mit wem hast Du es eigentlich zu tun? Also wer ist Deine Lieblingstautorin oder Dein Lieblingsautor? Was haben sie bisher geschrieben, was haben sie ursprünglich gelernt und gearbeitet? Viele hatten ein Leben vor dem Schreiben. Gibt es da Parallelen zu ihren Werken, haben sie einen Beruf der regelrecht dazu prädestiniert ist / war um am Ende SchriftstellerIn zu werden?

Und vor allem, was für Bücher hat sie / er geschrieben. Sind es zum Beispiel nur Krimis, nur Fantasyromane, nur Sachbücher? Hat sie / er in verschiedenen Bereichen geschrieben und wenn ja, gibt es ein Muster, also immer von Vampiren oder starken Frauen oder was auch immer?

Lerne Dein Vorbild kennen, sofern Du sie / ihn nicht schon längst kennst 🙂

Und dann nimm Dein Lieblingsbuch von ihr / ihm heraus und suche nach eine Szene, die Dir besonders gut gefallen hat. Deine Lieblingsszene oder eine Szene, die Du für besonders gut gelungen hältst (ein kleiner aber durchaus feiner Unterschied).

Sicherlich musst Du die Szene nicht lesen, denn sehr häufig ist es ja, dass wir diese in- und auswendig kennen. Wir wissen genau was passiert, welche Dialoge kommen und so weiter. Und wenn nicht, lies sie trotzdem nicht durch.

Schreibe den ersten Satz deiner ausgesuchten Szene entweder handschriftlich auf oder in einem Worddokument. Und dann darfst Du loslegen. Schreibe entweder die Szene mit Deinen eigenen Worten nach oder erzähle sie so, wie Du sie selbst gerne gelesen hättest.

Beides ist richtig für diese Übung.

Du kannst erst einfach anfangen und dann immer komplexer in der Ausarbeitung werden (https://schreibkasten.wordpress.com/2015/02/08/schreibubung-schreibe-schlechtes-deutsch/). Oder Du versuchst Dich gleich in einem nahezu perfekten Text, wie immer dieser aussehen mag. Aber denk daran, es ist eine Übung und Du darfst hier machen, was Du willst.

Wie sieht die Szene am Ende aus, ähnlich wie im Buch oder hast Du Dich richtig ausgetobt?

Wenn Du möchtest, kannst Du danach ein Buch nehmen, dass Dir überhaupt nicht gefallen hat. Oder auch lediglich eine Szene, wo Du Dir denkst, dass hätte die Autorin / der Autor besser machen können.

Mache es besser!

Jetzt darfst Du ran. Schreibe auch hier den ersten Satz ab, von mir auch die ganze Szene und schreibe sie so lange um, bis sie Dir gefällt und selbst am liebsten diese im Buch gelesen hättest.

Warum diese Übung?

Wie so oft zur Übung und auch zur Inspiration.

Wenn Du Szenen aus Büchern ausgewählt hast, in denen Du selbst schreiben möchtest, lernst Du die Struktur des Schreibens, des Romans und der ganzen Szene besser kennen. Du übst und wirst darin besser. Und zusätzlich wirst Du auch für Deine Geschichten inspiriert und es kommen Ideen, die Du ansonsten niemals gehabt hättest.

Gelegentlich kann es ja vorkommen, dass wir in einer Sackgasse stecken und dann brauchen wir halt solche kleinen Schubser um weiter zu kommen.

Gerne kannst Du dies auch für Szenen aus Serien und Filme machen, die Dir gefallen haben und mit denen Du üben möchtest.

ACHTUNG!!!

Ich möchte Dich zum Schluss auf eine wichtige Sache hinweisen. Das ist eine Übung! Solange Du sie im privaten durchführst, kannst Du mit Urheberrechtlich geschützten Material durchaus arbeiten.

Das bedeutet, wenn Du mit fremden Szenen arbeitest, sie nacherzählst, umschreibst und was auch immer, darfst Du sie aus urheberrechtlichen Gründen NICHT veröffentlichen.

Lasse sie bitte, bitte in Deiner Schublade verschwinden und schreibe lieber Deine eigenen Geschichten, die Du am Ende veröffentlichen kannst.

Denn Deine Geschichte Dein Urheberrecht.

Es soll eine Übung sein und nicht mehr.

Und auch wenn dies eigentlich selbstverständlich sein sollte, so hat die Vergangenheit immer wieder gezeigt, dass es genau das nicht ist.

Daher noch einmal: Fremdes Urheberrechtsmaterial ist gutes Übungsmaterial, aber kein gutes Veröffentlichungsmaterial 🙂

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Über Frau Schreibseele

eine schreibende, die auf den weg zu ihrer ersten geschichte ist. und bis dahin gibt es beiträge rund ums schreiben, lesen und erleben auf meinem blog :)
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