[Ein Jahr, ein Roman] Charakter – Generische (Tarot) Liste

Jede Geschichte, egal wie lang oder wie kurz sie ist, hat eines gemeinsam, mindestens eine Figur. Die meisten haben jedoch mehrere, welche dann letztendlich das Cast für Deine Geschichte / Deinen Roman ausmacht.

Jede Geschichte braucht halt Figuren (außer Du gehörst zu den ExperementalautorInnen, da dürfte es wohl anders aussehen). Aber diese unterscheiden sich vom Genre zu Genre.

Ein Krimi zum Beispiel braucht eineN MörderIn, mindestens ein Opfer (wenn Du über SerienmörderInnen schreibst, dann natürlich auch mehr) und mindestens einE ErmittlerIn. Der Liebesroman hingegen verlangt mindestens eine Heldin und einen Helden. Eine antagonistische Kraft, wie es in den Romantasygeschichten meistens der Fall ist, ist nicht zwangsläufig notwendig. Außer natürlich Du schreibst eine Romantasygeschichte.

Bei Fantasygeschichten sieht es ein wenig anders aus. Du brauchst einE HeldIn und natürlich das absolute Böse (hei, es ist Fantasy, da darf Dein Schatten nicht nur etwas böse sein, sondern so richtig 😉 ).

Das ganze zieht sich letztendlich durch alle Genres, die es gibt. Jedes hat Figuren, die irgendwo auftauchen müssen, da sie ansonsten aus einem anderen Genre kommen könnte.

In einem Krimi muss die ermittelnde Person nicht unbedingt von der Polizei (oder ähnlichen Ermittlungsbehörden kommen), sondern kann auch eine Hausfrau und Mutti sein. Aber Du brauchst eben eine Person, welche die Ermittlungen vornimmt. Wer sollte sonst das Verbrechen aufklären?

Ein Liebesroman braucht zwei Figuren die sich ineinander verlieben. Sie können Weiblein / Männlein sein, Weiblein / Weiblein oder auch Männlein / Männlein. Und ja, von mir aus, es können auch drei oder mehr Personen sein. Dann ändere ich den Ausgangssatz.

Ein Liebesroman braucht mindestens zwei Figuren, die sich ineinander verlieben.

Wenn Du Dir nicht sicher bist, welche Figurenkonstellationen Du letztendlich wirklich brauchst, hier zwei Möglichkeiten: Besorge Dir entweder ein Handbuch dazu (also ein Writing a … Romance, Mystery, etc) und lies es Dir durch. Dort sollte alles aufgelistet sein, was Du benötigst. Oder noch einfacher, lese Romane aus Deinem Wunschgenre und verstehe, wie das Buch geschrieben wurde und welche Rolle die jeweiligen Figuren spielen.

Notfalls halte immer ein Notizbuch bereit und notiere Deine Erkenntnisse. Denn, wie ich schon öfters erwähnte, aus den Romanen lernst Du mehr als aus jedem Schreibratgeber, den Du jemals lesen wirst.

Aber ich gehe jetzt mal aus, dass Du zumindest die Grundkonstellationen für Dein Wunschgenre kennst. Also können wir entsprechend weiter machen 🙂

Um die ersten Schritte für Deine Geschichte zu machen, solltest Du für Dich klären, welche Figuren Du überhaupt brauchst. Damit meine ich wirklich ganz banal, Opfer, MörderIn, PolizistIn, Liebespaar (beide weiblich) und so weiter und so fort.

Sicherlich hast Du schon die Bilder Deiner Figuren und Deiner Geschichte im Kopf, aber halte Dich erst einmal zurück. Es dauert auch nur ein paar Minuten.

Schreibe erst einmal die Hauptfiguren auf, die Du definitiv brauchst. Eben, wie oben erwähnt. Danach gehe weiter und überlege Dir, welche Nebenfiguren Du brauchst. Damit ist jede Figur gemeint, die mehr als nur „Hallo“ und „Ihre Pizza“ sagt. Schreib auf was für eine Rolle sie spielen sollen, also in welcher Position sie stecken werden.

Danach kannst Du entweder die Liste für ein paar Stunden (oder einen Tag) zur Seite legen und Dir alles noch einmal durch den Kopf gehen. Hast Du auch wirklich alle aufgeführt oder könntest Du noch jemanden aufnehmen. Und vor allem, sind wirklich alle Figuren notwendig und könntest nicht doch jemanden streichen? Optimiere Deine Liste auf das richtige Maß an Figuren.

Und nur Du alleine weißt, wie viele Figuren richtig sind. Es kann eben nur eine sein oder eben mal einhundert (wenn Du ein Epos schreiben willst, ist das durchaus realistisch).

Es kann sein, dass Du während des Arbeitens am Plot oder des Schreibens siehst, dass Du unbedingt eine weitere Figur benötigst. Das ist kein Problem. Nur ist es wichtig, dass Du am Anfang alle soweit fertig hast, damit Du eben anfangen kannst. Wenn eine oder auch zwei fehlen, ist das halb so schlimm, wie, wenn Dir am Ende von zehn acht Figuren fehlen.

Dann schreibe zu Deiner Liste die ersten Eckdaten. Also genau die Position und Rolle der Figur in Deiner Geschichte. PolizistIn ist schon mal gut. Aber welcher Rang hat sie / er, eventuell wo spielt Deine Geschichte (dadurch ändert sich der Rang, also wenn Deine Geschichte in Deutschland spielt hat sie / er einen anderen Rang als in Amerika), welches Geschlecht, Haare, Augenfarbe, dick oder dünn. Also wirklich die wichtigen Eckdaten.

Das machst Du dann für alle weiteren Personen auf Deiner Liste. Je wichtiger die Person ist (also hier triffst Du natürlich nur die Auswahl zwischen Haupt- und Nebenfigur), desto mehr Daten kannst Du niederschreiben. Aber wie geschrieben, erst einmal nur die Eckdaten. Alles weitere kommt noch in den späteren Beiträgen (versprochen).

Du kannst als nächstes schon die groben Daten zum Aussehen niederschreiben. Also hier geht es dann wirklich, groß (1,90 Meter), Gewicht, Haarfarbe, Haarlänge, Augenfarbe, Hautfarbe und so weiter. Auch zum Kleidungsstil kannst Du Dich grob auslassen (ist elegant gekleidet, auf Arbeit immer in Anzug und Kostüm, Privat immer in Joggingsachen, als Beispiel).

Ich werde noch auf die generische Liste mit dem Tarot direkt zu sprechen zu kommen. Hier nur eine kleine Erwähnung. Die 22 Karten der großen Arkana enthält ja die großen Geheimnisse des Lebens. Und können in einer Geschichte auch den Figurencast darstellen.

Du kannst die Karten der großen Arkana nehmen und zu jeder Karte eine Figur benennen (für die Welt kannst Du gegebenenfalls die Welt Deiner Geschichte nehmen, zumindest mache ich das immer). Damit habe ich selbst immer eine sehr ausgewogene Mischung der Figuren in meiner Geschichte bisher erhalten. Und es ist manchmal auch so, dass ich dabei auf Figuren komme, an die ich zuvor nicht gedacht habe, aber für die Geschichte wichtig ist.

Als optionale letzte Schritte kannst Du noch folgendes machen:

Du kannst Dir schon einmal überlegen, aus welcher Sicht Du die Geschichte spielst. Es müssen nicht immer die Hauptfiguren sein. Aber denk daran, normalerweise ist es so, dass Du die Perspektiven nicht ändern solltest, wenn Du sie für eine Szene (oder gar für die ganze Geschichte) gewählt hast. Wenn Du nur aus der Sicht einer Nebenfigur erzählst, wie sie die Hauptfiguren erlebt, darfst Du nicht, nur weil es mal bequemer ist, in den Kopf einer Hauptfigur springen. Wenn Du wechselnde Perspektiven hast, ist das was anderes. Aber wenn Du nur eine wählst, bleib dabei. Deine LeserInnen werden es Dir danken.

Natürlich musst Du Dich jetzt noch nicht dafür entscheiden, kannst es aber.

Und was ich gerne noch mache ist, Bilder aus dem Internet suchen, um die Figuren visuell darzustellen.

Das ist eine kleine Leidenschaft von mir, der ich gerne nachgebe. Dazu gibt es verschiedene Seiten im Internet, wo Du suchen kannst oder Du gehst einfach über die Bildersuche der entsprechenden Suchmaschinen.

Aber Achtung: Die Suche kann schon eine gewisse Zeit fressen. Übertreibe es also nicht und lege Dir eine gewisse Zeit fest, wo Du suchst und danach ist auch wirklich Schluss. Nicht das Du Tage mit der Bildersuche verbringst. In der Zeit könntest Du Dich auf die nächste Aufgabe stürzen 😉

In dem Sinne, ein schönes Wochenende wünsche ich Dir.

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Über Frau Schreibseele

eine schreibende, die auf den weg zu ihrer ersten geschichte ist. und bis dahin gibt es beiträge rund ums schreiben, lesen und erleben auf meinem blog :)
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