[Tarotmittwoch] Warum überhaupt mit dem Tarot kreativ Schreiben?

Im Grunde genommen erübrigt sich schon fast die Frage, wenn Du Dir die Beiträge der letzten Wochen und Monate ansiehst. Warum nicht mit dem Tarot arbeiten?

Du hast 78 Karten mit mindestens einer Bedeutung. Drehst Du die Karte um, verdoppeln sich die Bedeutungen und Du hast 156. Wenn Du dann noch die Position berücksichtigst, auf denen sie landen, kann sich diese noch einmal erhöhen.

Was ich genau meine?

Ziehe eine Karte und lese Dir die Bedeutung durch. Dann drehe sie um (von mir aus auch gerne die Karte 🙂 ) und meistens reicht es aus, wenn Du die Bedeutung verkehrst. Also eine gegenteilige Aussage für die Karte findest, wenn sie umgedreht ist.

Zu umgedrehten Karten gibt es viele Theorien, dass Du da schwerlich was falsch machen kannst 🙂

Und dann musst Du nur noch schauen, auf welche Position die Karte landet, um die Bedeutung anzupassen.

Wenn Du eine durch und durch positive Karte hast, diese landet aber auf eine Position, welche nach den negativen Eigenschaften Deiner Figur fragt, kannst Du schwerlich sagen, hei, sie ist lieb, nett und einfach toll. Da musst Du schauen, wie Du solche Eigenschaften auf die entsprechende Position anwenden kannst.

Theoretisch hast Du am Ende eine unzählige Anzahl von möglichen Bedeutungen. Und natürlich kannst Du auch mehr als nur eine Karte ziehen, um eine Position näher zu beleuchten.

Ich habe einen ganzen Regal voller Bücher zum Thema Tarot, die Bedeutungen, wie man sie legt, wie man lernt mit ihnen umzugehen und so weiter. Und mit jedem Buch (gerade wenn diese von AmerikanerInnen geschrieben werden, die gehen da nicht so starr heran wie die deutschen AutorInnen) lerne ich immer wieder was neues dazu.

Egal welche Methode Du nimmst, um Dich dem Tarot zu nähern, sehr wahrscheinlich ist es richtig, machbar und hat wohl schon jemand vor Dir versucht (es gibt viele Methoden).

Zwar überschneiden sich die Bedeutungen der einzelnen Karten in den meisten Büchern (die haben sich halt im Laufe der Jahrhunderte entwickelt, warum soll man das Rad neu erfinden?). Doch es gibt immer wieder neue Ansätze wo ich mir denke, daran habe ich jetzt nicht gedacht. Toll!

Doch das ist die rationale Seite des Decks. Hier findest Du eine Art Wissenschaft des Tarots. Es gibt halt Dinge, die sind fest und lassen sich schwerlich aus den Angeln heben (schwerlich bedeutet aber nicht unmöglich).

Dann kommt aber Deine kreative Seite zum Tragen. Und zwar über die Bilder, über Deine eigenen Gefühle und einfach über das, was Du mit dem Tarot machst.

Wenn Du Dir, als Beispiel, den Narren (die Karte 0) aus drei verschiedenen Decks ansiehst (wirklich sehr verschiedenen Decks), dann wirst Du feststellen, dass sie unterschiedlich dargestellt sein können.

Traditionellerweise handelt es sich bei dem Narren um einen jungen Mann, der auf einen Abgrund zugeht. Den Abgrund ignoriert er und starrt in die Luft. Zu seiner Seite ist meistens ein weißer Hund zu sehen, welcher versucht ihn davon abzuhalten, in den Abgrund zu stürzen.

Ich habe einige Beispiele herausgesucht, welche den Narren oder auch die Närrin repräsentieren. Die erste Karte ist die, welche ich gerade beschrieben habe. Alle anderen, schau sie Dir an und lasse mal Deine Kreativität mit diesen Karten spielen:

Du siehst anhand der verschiedenen Tarotkarten, dass sich kein Deck gleicht. Allein die verschiedenen Bilder des Narren / der Närrin lädt mich ein, meine Phantasie spielen zu lassen.

Daher empfinde ich es immer als gut, dass ich verschiedene Tarotdecks habe. So kann ich für die verschiedenen Geschichten, das richtige Tarotdeck verwenden, um mich allein von den Bildern inspirieren zu lassen.

Zum Beispiel liegt gerade bei mir vor der Nase das „Vanessa Tarot“ (http://www.aeclectic.net/tarot/cards/vanessa/). Dieses Deck eignet sich durchaus für einen dieser Chick-Lit Romane. Also Romane über Frauen, die mitten im Leben stehen und alles haben wollen und vor allem, alles haben können.

Wenn ich manchmal nicht weiter weiß, weil ich gerade fest stecke und auch meine innere Schreibgruppe (https://schreibkasten.wordpress.com/2014/10/31/deine-spontane-schreibgruppe/) mir nicht weiter helfen kann, nutze ich eben das Tarot.

Entweder ich ziehe spontan ein oder zwei oder auch drei Karten und sehe zu, was sie mir sagen. Oder ich nehme eine Legemethode, welche mir in der momentanen Situation weiterhelfen kann und lege dann die Karten. Bisher bin ich noch nie aus einer solchen Sitzung ohne ein Haufen neuer Ideen, Inspirationen oder Schreibimpulsen herausgegangen.

Natürlich musst Du dafür offen sein und Dich auf diese Art des kreativen Schreibens einlassen. Wenn Du auch nur unbewusst denkst, dass ist sowieso alles Blödsinn, dann bringt es nichts. Du wirst immer auf eine gewisse Art und Weise blockiert sein und daher keinen Zugang zu den Bildern finden. Dann wird das Tarot auch nicht für Dich arbeiten.

Du musst damit nicht Deine Zukunft vorhersagen, dass verlangt niemand von Dir (und ich am wenigsten). Aber viele AutorInnen arbeiten mit dem Tarot, dass schon was dahinter stecken soll. Meines Wissens nach sollen unter anderem Umberto Eco und auch angeblich Stephen King mit dem Tarot in der Vergangenheit gearbeitet haben.

Und wenn schon AutorInnen das Tarotdeck verwenden, wo wir sagen könnten, hei, die habens drauf, die müssten eigentlich nicht damit mehr arbeiten, warum dann nicht auch wir Rest?

Denn häufig stößt es Dich auf Möglichkeiten, auf die Du zuvor vielleicht gar nicht gekommen wärst. Ich erwähnte eine Figur, bei der ich dachte, der wäre ein studierter. Doch als ich erkannte (dank der Karten), dass er es eben nicht ist, wurde sein Charkater um einiges interessanter.

Es gibt unzählige Gründe, warum man mit dem Tarot kreativ arbeiten sollte. Ich habe es selbst noch nicht ausprobiert, aber sicherlich kann man damit auch Gedichte schreiben, vielleicht sogar malen oder zeichnen. Letztendlich kannst Du es nur herausfinden, indem Du es probierst.

Es ist ein Praxistool in Deinem schreibkasten. Du kannst es verwenden oder Du kannst es sein lassen. Beides ist möglich. Aber ich finde es schade auf dieses tolle Werkzeug zu verzichten, nachdem ich es mal ausprobiert habe. Es ist nützlich, unterstützt mich in vielen Belangen und am Ende kommt etwas heraus, woran ich zuvor nicht gedacht habe. Daher ist es für mich zwischenzeitlich von unschätzbaren Wert geworden.

Daher meine Empfehlung, ausprobieren, um eigene Erfahrungen zu machen 🙂

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Über Frau Schreibseele

eine schreibende, die auf den weg zu ihrer ersten geschichte ist. und bis dahin gibt es beiträge rund ums schreiben, lesen und erleben auf meinem blog :)
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