[Tarotmittwoch] Zwei oder mehr Karten für eine Position

Vielleicht ist es Dir schon einmal passiert. Du mischt die Karten, breitest sie aus und bist bereit die erste Karte für eine Deiner Positionen zu ziehen. Und auf einmal hast Du zwei oder sogar mehr Karten in der Hand.

Was tun?

Theoretisch könntest Du die gezogenen Karten noch einmal ausbreiten und aus dieser eine Karte ziehen. Diese ist dann die Karte für die entsprechende Position.

Aber Du könntest natürlich auch alle Karten für die Position verwenden. Das ist durchaus mehr Aufwand, dass will ich nicht verheimlichen. Aber ich denke mir immer, dass es durchaus seinen Grund hat, warum so viele Karten auf eine Position wollen. Und daher lasse ich sie (ja, es hört sich genauso an, als würde ich den Karten ein gewisses Eigenleben geben, vielleicht haben sie es ja auch).

Gehen wir mal davon aus, dass Du die gezogenen Karten allesamt verwenden willst (und letztendlich ist das ja auch der Sinn dieses Beitrages).

Ich mache es wie folgt:

Zuerst deute ich die Karten eine nach der anderen. Es kommt durchaus vor, dass sich die Karten ergänzen, aber es kommt genauso vor, dass eine oder alle Karten sich in der Bedeutung widersprechen.

Daher finde ich es angenehmer und übersichtlicher, wenn ich erst einmal alle Karten einzeln lese und mir die Bedeutungen und Gedanken aufschreibe. Wie geschrieben, dass kann durchaus mal viel Arbeit sein. Aber ich habe es, ehrlich gesagt, eher selten, dass ich mehr als eine Position habe, die nach mehr Karten ruft. Gelegentlich zwei, sehr selten eine dritte Position.

Und mit ein wenig Übung kommt man da locker hinterher.

Schreibe also ruhig zuerst die Kurzbedeutungen der jeweiligen Karte auf. Dann kannst Du Dir Gedanken machen, welche Verbindung da untereinandersteht und vor allem, welche Verbindung die Karten zu Deiner Figur hat.

Denn trotz allem, wenn eine Karte absolut nicht zur Figur passt, solltest Du Dir ruhig überlegen warum. Natürlich könnte die Karte eine verborgene Seite Deiner Figur enthüllen, an die Du die ganze Zeit nicht gedacht hast. Aber es könnte auch sein, dass sie schlichtweg nicht passt. Nicht zur Figur und auch nicht zur Geschichte.

Ich habe jetzt einfach mal drei Karten gezogen, um es Dir an einem Beispiel mal konkret darzustellen. Es sind folgende Karten:

  • Sieben der Kelche
  • Sechs der Kelche
  • As der Stäbe

Dann kümmern wir uns erst einmal um die Bedeutungen der einzelnen Karten. Das werde ich anhand einer Charakterisierung einer Figur vornehmen. Nehmen wir mal einen Herrn (bei so vielen Kelchen, welche für die Gefühle steht, hätte man auch eine Frau nehmen können, ich mache es aber bewusst anders 😉 ).

Sieben der Kelche

Es geht hierbei um Phantasien, Illusionen aber auch Träumerein. Man soll sich seinen Träumen und Vorstellungen bewusst werden. Es geht aber auch darum, dass man sich in der Traumtänzerei verlieren könnte, aber auch im Vorstellungsvermögen. Beides ist möglich.

Wir können es also mit einer Figur haben, der gerne träumt und die wildesten Illusionen hat. Man könnte ihn einen Hans guck in die Luft bezeichnen. Doch er ist wild entschlossen, seine Träume wahr werden zu lassen. Und er sieht auch keine Gründe, warum das nicht klappen sollte (gut, der letzte Teil gehört nicht mehr zur Karte, aber ich sehe es in der Figur, zumindest jetzt noch).

Sechs der Kelche

Anmerkung: Ja natürlich, die sechs kommt vor der sieben. Aber bei der Reihenfolge der gezogenen Karten achte ich nicht darauf, sondern nur darauf, wie eben die Karten von mir gezogen wurden 🙂

Die Karte steht für Sorgen, Trauer, den Schmerz und ein Verlust. Man wendet sich ab um in Ruhe zu trauern. Aber man könnte auch keinen Trost zulassen. Etwas oder jemand hat man verloren oder verliert es.

Unsere Figur könnte also einen Verlust erlitten haben und ist noch nicht darüber hinweg, weil er die Trauer darüber nicht zugelassen hat. Eventuell eine wichtige Bezugsperson (eine Mutter- oder Vaterfigur, das würde sich aus der Geschichte ergeben) oder eine geliebte Person (vielleicht eine gute Freundin oder die Liebhaberin).

Also etwas, was ihn aus der Bahn geworfen hat und ihn nun seelische Schmerzen hinzufügt.

Und wie Du siehst, die beiden Karten beißen sich erst einmal ganz schön. Aber schauen wir uns die dritte Karte an und gucken dann, was wir damit machen.

As der Stäbe

Die Karte steht für Möglichkeiten und Chancen auf Heldentum. Gleichzeitig aber auch für Vitalität und Initiative ergreifen. Du bist mit Begeisterung und Schwung bei der Sache. Und zeigst Risikobereitschaft, um ein Vorhaben zu verwirklichen.

Die Figur ist bereit ein Risiko einzugehen, gegen allen Widerstand seiner Umgebung. Seine Freunde raten ihm, sich ruhig zu verhalten, einen Gang runterzuschalten. Doch unsere Figur interessiert es nicht. Er will seine Chance nutzen und zeigen, dass er es noch drauf hat. Seine Begeisterung zeigen und das er noch an einer Sache dran bleiben kann.

Die Sieben der Kelche und das As der Stäbe passen erst einmal perfekt zusammen. Ich denke mal, da können wir uns einig sein. Aber mit ein wenig Kreativität können wir auch die Sechs der Kelche einbauen.

Natürlich ist dieses Beispiel ein wenig schwieriger. Ich arbeite mit einer mir völlig unbekannten Figur. Ich habe mir keine Gedanken um sie gemacht und daher ist natürlich alles möglich und zugleich ist das auch gelegentlich ein Problem. Solltest Du also bei der Deutung die Stirn runzeln, bitte ich in diesen Fällen höflichst um Nachsicht 🙂

Ich sehe mit den Karten einen gebrochenen Mann, der einen wichtigen Menschen verloren hat. Eventuell seine Schwester, es könnte aber auch seine große Liebe sein. Doch er kann nicht trauern, weil seine Familie immer gegen die Beziehung war und er am Ende so getan hat, als hätte es sie nicht gegeben (die Beziehung also geheim gehalten). Daher kann er nicht öffentlich mehr zu ihr stehen (die Gründe müsste man jetzt noch einmal im Zusammenhang der Geschichte recherchieren, daher lasse ich das einfach mal mit einem netten Fragezeichen stehen).

Mit ihr gemeinsam hatte er gewisse Pläne gehabt, die er umsetzen wollte. Da sie nun Tod ist (also nicht die Schwester oder eine gute Freundin, sondern die Liebhaberin darf es nun sein), will er diese Pläne alleine umsetzen. Dabei stürzt er sich regelrecht in die Arbeit, um auch zu vergessen. Den Verlust, die Einsamkeit und die Liebe, die er zu ihr empfunden hat.

Seine Umgebung will ihn zur Vernunft bringen, weil sie Angst haben, dass er an einem Burn Out leiden könnte. Dabei ahnen sie noch nicht einmal, was sich hinter seiner Arbeitswut und seine Leidenschaft für die neue Aufgabe, wirklich verbirgt.

Das ist jetzt nur ein kleiner Abschnitt. Aber Du siehst sicherlich, dass ich alle drei Karten irgendwie eingebaut habe. Natürlich könnte ich jetzt noch weiter arbeiten, eventuell auch weitere Karten ziehen, um noch tiefer zu gehen. Aber für ein Beispiel soll das erst einmal reichen.

Natürlich hätte ich mit einer Karte auch arbeiten können. Darüber brauchen wir nicht diskutieren (können wir aber gerne 😉 ). Aber mit diesen drei Karten habe ich eine völlig andere Ebene der Tiefenarbeit geleistet, die ich mit einer nicht hätte erreichen können.

Entweder Du ziehst bewusst mehr als nur eine Karte oder Du lässt einfach den Zufall entscheiden, ob mehr als nur eine Karte auf eine Position soll. Egal für was Du Dich am Ende entscheidest, beides ist richtig.

In dem Sinne, viel Spaß beim mixen 🙂

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Über Frau Schreibseele

eine schreibende, die auf den weg zu ihrer ersten geschichte ist. und bis dahin gibt es beiträge rund ums schreiben, lesen und erleben auf meinem blog :)
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