[Tarotmittwoch] Mit den Karten das Aussehen der Figuren beschreiben

Ich habe jetzt schon öfters erwähnt, dass man mit den Karten in das Innenleben der Figuren hineinschauen kann. Aber ich glaube nicht, dass ich mal darüber schrieb, wie man mit ihnen das Äußere der Figuren beschreiben kann.

Alles was Du dafür brauchst ist ein Tarotdeck mit halbwegs realistischen Figuren (ich werde noch mal meine Tarotdecks vorstellen, damit Du da eine Übersicht bekommst).

Sehr wahrscheinlich hast Du schon ein Bild von Deiner Figur vor Augen. Das geht mir mit meiner Hauptfigur meiner aktuellen Reihe genauso. Doch wenn ich diese beschreibe, dann wirkt sie völlig anders. Also genau das Gegenteil von dem, wie ich sie beschrieben habe.

Egal welche Ideen Du hast und egal welche Karte Du letztendlich ziehst, bleib bei dem, wie Du Dich wohlfühlst. Alles andere ist schlichtweg Blödsinn 🙂

So, ich schnapp mir wieder das Vanessa Tarot, weil es noch immer auf meinem Schreibtisch liegt und ziehe daraus eine Beispielkarte.

Ich habe „Sieben der Schwerter“ gezogen (http://imramma.com/wp-content/uploads/2014/09/7ofSwords.jpg). Kurz zum Bild. Wir sehen eine asiatisch aussehende Frau, die mit einem geklauten Safe ein Haus hinabklettert und dabei selbstsicher und eventuell etwas hämisch grinst.

Wie könnte unsere Figur aussehen? Sie könnte durchaus eine Asiatin sein (wäre auch mal eine Abwechslung), mit schwarzen Haaren und dunklen Augen. Sie ist klein (weil sie als Diebin auf dem Bild dargestellt wurde und die müssen sich ja immer und überall durchquetschen, um was klauen zu können), aber sie ist stark (immerhin kann sie einen Safe mit einer Hand schleppen 😉 ).

Es kommt darauf an, welche Geschichte Du schreibst. Sie muss natürlich keine Miss Hulk sein, um etwas zu stärker sein zu dürfen. Krafttraining oder harte Arbeit in der Jugend reichen schon aus (ich kenne einige, die auf einem Bauernhof groß geworden sind und sind dementsprechend stärker als Stadtkinder).

Beim Vanessa Tarot sind die Frauen eher als dünn zu bezeichnen. Ich habe mir gerade die Karten noch einmal angesehen und ich würde vielleicht eine handvoll der Damen (alle Bilder werden vornehmlich von Frauen dargestellt) als normalgewichtig bezeichnen. Aber übergewichtige Frauen wirst Du dort vergeblich suchen.

Müssten also alle Frauen zukünftig nur noch untergewichtige Magermodels sein, wenn man mit diesem Deck arbeitet?

Zum Glück nicht. Das ist jetzt die Individulität gefragt, mit der Du Dich auseinandersetzen kannst.

Nehmen wir eine weitere Karte aus dem Deck: „Drei der Münzen“ (https://tarotinateacup.files.wordpress.com/2011/09/vanessa-tarot-ace-of-coins-3-of-coins-queen-of-coins.jpg) – zur Orientierung, es ist die mittlere Karte.

Wir sehen hier eine Designerin mit einer Brille, einem Haarreifen und bis oben hin zu geknüpft.

Schon mal an eine Brillenträgerin gedacht? Oder an etwas ungewöhnlicheren Haarschmuck? Vielleicht trägt sie aber auch nur Kontaktlinsen. Sie könnte ein paar hässlische Narben unter dem Kragenpullover verstecken.

Sehr häufig können solche Kleinigkeiten auch die Phantasie anregen, um der Figur mehr Detailschärfe zu geben.

Denn eine Figur ist mehr als nur Größe, Gewicht, Statur, Haarfarbe, Augenfarbe und ähnliches. Das ist wichtig, natürlich. Aber jetzt stell Dir mal vor, Du hast mehrere große Frauen oder Männer nebeneinander. Sie alle sind blond, schlank, muskulös, was auch immer (nehmen wir mal an, die Figuren nehmen an ein Wettbewerb teil, wo nach ähnlichen Menschen gesucht wird, dann kann es schon mal passieren, das so viele Leute mit ähnlichen Merkmalen aufeinander treffen).

Und einer dieser Leute ist eben Deine Figur. Sie ermittelt unter diesen ganzen Leuten, die sich so ähnlich aussehen, weil jemand von ihnen ermordet werden soll oder einE MörderIn ist (such es Dir aus 😉 ).

Eben durch die ganzen Details. Wenn Deine Figur ein Brille trägt, ungewöhnlichen Haarschmuck, überhaupt Schmuck oder was auch immer, wird sie unter den ganzen Leuten immer noch ein Individuum sein.

Lass also Deine Fantasie spielen, nutze die Details auf den Karten und schaffe auch äußerlich individuelle Figuren, damit sie sich ins Gehirn Deiner LeserInnen brennen. Denn das ist es ja, was wir uns wünschen, Figuren, die nicht sofort vergessen werden, wenn man das Buch schließt (und glaub mir, das geht definitiv).

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Über Frau Schreibseele

eine schreibende, die auf den weg zu ihrer ersten geschichte ist. und bis dahin gibt es beiträge rund ums schreiben, lesen und erleben auf meinem blog :)
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