[Tarotmittwich] Kartenbeschreibung – 0 Der Narr oder auch die Närrin

Hauptbedeutung:

  • Sorglosigkeit
  • Spontanität
  • Fröhlichkeit

Allgemein steht die Karte für:

  • Das ausprobieren von neuen Dingen
  • Man geht mit Leichtigkeit, Lebendigkeit und Unbefangenheit voran.
  • Manchmal ist man jedoch auch leichtsinnig.

Einige Beispielbilder zu der Karte:

Beschreibung zur Karte:

Wenn Du Dir die verschiedenen Karten zum Narren ansiehst, wirst Du feststellen, dass ein Motiv immer wieder vorkommt (durchaus in abgewandelter Form): Eine Person wandert durch die Landschaft und stößt auf ein Hindernis. Meistens ist es ein Bergabhang. Doch wie „Hans guck in die Luft“ sieht er den Abgrund nicht. Im Rider Waite Smith Tarot begleitet ein weißer Hund unseren Narren und ist versucht ihn davon abzuhalten in die Tiefe zu stürzen (und dabei zu sterben).

Der Narr hat die Kartennummer 0. Dadurch gilt er als ein kleiner Ausreißer, als eine Figur die nicht weiß, wo genau sie hingehört. In fast allen Decks die ich habe, wird die Karte 0 vor der Karte 1 (Der Magier) gestellt. Als Beginn einer Reise und auch als Ende dieser Reise. Also durchaus nach der Karte 21 Die Welt, somit als 22. Doch so direkt kenne ich nur zwei, welche den Narren wirklich ans Ende gesteckt haben. Einmal im Buch „Tarot für Anfänger“ von P. Scott Hollander und einmal im Tarotdeck „Göttinnen-Tarot“.

Wo Du letztendlich selbst den Narren hinsteckts, also am Anfang oder am Ende der großen Arkana, wirst Du mit der Zeit selbst herausfinden.

Auf vielen Karten hat der Narr auch einen Wanderstab dabei. Einen solchen hat auch die Karte IX Der Eremit. Damit besteht hier eine Verbindung zu den Karten.

Es ist nicht immer klar, was im Kopf des Narren vor sicht geht. Ist er wirklich so gedankenverloren und stürzt gleich in die Tiefe? Oder hat er vertrauen zu dem Hund an seiner Seite, dass dieser ihn rechtzeitig warnen und somit vor der bevorstehenden Gefahr warnt?

Bedeutung der Karte:

Der Narr scheint ein klassischer Dummkopf zu sein. Wenn er nur die Augen öffnen würde, könnte er sehen, was sich vor seinen Füßen abspielt (und müsste nicht in den Tod stürzen). Doch nichts ist so einfach erklärt wie das hier.

Denn wir wissen nicht, warum unser Narr blindlings auf die Klippen zusteuert. Wenn wir die Verbindung zum Eremiten suchen (die Karte IX), dann sehen wir, dass beide Wanderer sind. Sie laufen umher und suchen ihren Weg. Unser Narr ist wie ein Kind, der noch nicht weiß, wohin sein Weg und sein Schicksal ihn führen wird. Aber er weiß, dass er es haben will.

Doch der Narr ist nicht so ganz hilflos, wie wir meinen zu glauben. Denn der Hund ist hier nicht unbedingt als physischer Begleiter zu verstehen. Er ist eine Manifestation des Unterbewussten. Der Narr vertraut also seinem Unterbewussten so sehr, dass dieser ihn schon rechtzeitig warnen wird, bevor er ins Verderben stürzt.

Wenn Du den Narren am Anfang der großen Arkana siehst, dann ist er noch sehr naiv und unbekümmert. Zwar hat er in seinem Beutel alles, was er für die große Reise braucht. Doch noch ist er nicht in der Lage dieses Wissen zu nutzen, um sich vor dem Schicksal zu bewahren. Es könnte sich als Fehler erweisen, wenn er den Weg weiterverfolgt oder er vertraut auf sein Unterbewusstsein (den weißen Hund) und kommt ans Ziel. Doch ist das erreichen des Ziels nicht bewusst gesteuert, sondern eher unbewusst.

Siehst Du den Narren dagegen am Ende der großen Arkana, dann ist er nicht unbedingt der Narr, der er zu sein scheint. Seine Handlungen mögen närrisch sein, er nicht. Manchmal ist es notwendig blind zu vertrauen, in den Abgrund zu stürzen ohne zu wissen, was uns am Ende dort erwartet. Es könnte sein, dass wir dabei sterben (wenn auch nicht physisch, sondern dass der Versuch scheitert), es kann aber auch sein, dass wir auf weichen Rasen landen und dadurch wachsen und uns neue Wege eröffnet werden (wir haben unser Ziel erreicht).

Egal wo Du die Karte siehst, in beiden Fällen geht unser Narr dem Schicksal blind entgegen. Nur stellt sich die Frage mit welcher Motivation und ob wir ihm auf diese Art und Weise folgen wollen.

Bedeutung:

Positiv:

  • Torheit
  • Gedankenlosigkeit
  • Ausgefallenheit
  • Mangel an Disziplin
  • Raserei

Negativ:

  • Sorglosigkeit
  • Vernachlässigung
  • Zögern
  • Instabilität

Zehn Fragen zum Charakter:

  1. Wann hat sich Dein Charakter närrisch benommen?
  2. Vertraut Deine Figur dem eigenen Unterbewusstsein?
  3. Wie reagiert Deine Figur, wenn man sie/ihn auf das närrische Verhalten aufmerksam macht?
  4. Deine Figur scheitert an der Klippe, wie reagiert sie/er darauf?
  5. Deine Figur hat an der Klippe Erfolg. Was macht das mit ihr/ihm charakterlisch?
  6. Wie zeigt sich der weiße Hund (das Unterbewusstsein) bei Deiner Figur?
  7. Deine Figur wird scharf für eine närrische Entscheidung kritisiert. Wie geht sie/er damit um?
  8. Aufgrund einer närrischen Entscheidung kommt es zur Katastrophe (abhängig von der Geschichte) – wie geht Deine Figur damit um?
  9. Deine Figur trifft auf eineN anderen Narren/Närrin – wie reagiert sie/er (Spiegel vorgehalten bekommen)?
  10. Deine Figur wächst aus dem Narren/der Närrin heraus – wie reagiert sie/er und die Umwelt?

Zehn Schreibinspirationen:

Schreibe eine Szene mit folgendem Inhalt:

  1. Dein Charakter scheitert auf dem Weg.
  2. Dein Charakter hat Erfolg.
  3. Das Unterbewusstsein Deiner Figur nimmt reale Gestalt an – wie sieht das Unterbewusstsein aus und wie reagiert Deine Figur.
  4. Deine Figur verliert den Kontakt zum Unterbewusstsein.
  5. Sie/Er schaut in den Spiegel und das Spiegelbild erwacht zum Leben – was geschieht nun?
  6. Das Unterbewusstsein Deiner Figur hält sie/ihn von einer närrischen Tat ab – wie und was geschieht danach?
  7. Schreibe eine Szene zu Frage 10 – Deine Figur entwächst dem närrischen Verhalten, wie reagiert sie/er und die Umwelt.
  8. Beschreibe eine typische Handlung, wie Deine Figur närrisch reagiert.
  9. Bringe Deine Figur in eine emotionale Extremsituation und beschreibe die Szene.
  10. Das Gegenstück des Narren ist der Eremit – beschreibe eine Szene, wie die Beiden aufeinander treffen.
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Über Frau Schreibseele

eine schreibende, die auf den weg zu ihrer ersten geschichte ist. und bis dahin gibt es beiträge rund ums schreiben, lesen und erleben auf meinem blog :)
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