[Ein Jahr, ein Roman] Charakter – Jetzt los, schreib einfach, 10.000 Wörter …

… gut, nach dem Beitrag darfst Du gerne loslegen 😉

In den letzten Wochen haben wir uns ganz schön abgerackert mit den Charakteren. Wir haben Listen erstellt, Zeitlinien geschrieben, Beschreibungen vorgenommen und viele, viele Szenen erstellt, geschrieben und einfach eine Menge getan. Mir ist bewusst, dass so etwas durchaus ermüden kann. Und zwar so sehr, dass manche durchaus keine Lust mehr haben und die Charaktere in die Ecke werfen, nur um dann ein neues Projekt anzufangen. Und eventuell am Ende in der gleichen Situation zu landen oder weitaus oberflächiger zu arbeiten.

Woher ich das weiß? Ich hab das auch hinter mir 🙂

Daher habe ich im letzten Jahr mit etwas angefangen, was das ganze auflockern kann. Denn ab nächste Woche kümmern wir uns ja um den Plot. Das bedeutet also, dass es wieder in die Theorie gehen kann und teilweise muss. Aber wenn Du zu den PlotterInnen gehörst, dann wirst Du aller Wahrscheinlichkeit vorher ein Gerüst haben wollen (eben den Plot), um dann in aller Ruhe schreiben zu können.

Aus diesem Grund habe ich (also im letzten Jahr) eine Art Befreiungsübung angefangen, die meiner Schreibseele durchaus sehr gut getan hat. Und zwar mit Hilfe der Informationen, die Du in den letzten Wochen erarbeitet hast.

Setze Dich am Wochenende (oder wenn Du magst sogar schon heute Abend, anstatt irgendwelche Serien oder Filme im TV zu sehen) hin und öffne eine Datei in Deinem bevorzugten Schreibprogramm (Word, OpenOffice Word, Scrivener, Papyrus Author, von mir aus auch Dein Schreibblock, wenn Du per Hand schreiben willst).

Und dann schreibe 10.000 Wörter.

Ganz einfach, ohne Plan und ohne irgendetwas zu erzwingen. Setz Dich wirklich hin und schreib drauf los. Es gibt hierbei keine Regeln, keine Gesetze und kein Muss, irgendetwas besonders grandios zu schreiben.

Unter meinen Schreibübungen, die ich immer Sonntags veröffentliche, findest Du einige Inspirationen wie „Schlechtes Deutsch schreiben„, Szenen, die Du niemals schreiben oder gar veröffentlichen würdest oder einfach mit wechselnde Perspektiven schreiben. Es gibt also genügend Grundlagen dafür, was Du theoretisch schreiben könntest, anhand der ganzen Sonntagsübungen.

Aber fühl Dich davon nur inspiriert.

Es geht bei dieser Übung einfach nur darum, dass Du Deine wichtigen Hauptfiguren einfach mal alleine durch Deine Welt laufen lässt (auch wenn Du sie noch nicht definiert hast, also Deine Welt, so hast Du sicherlich grobe Gedanken, wie sie aussehen könnte). Schau, wie sie sich benehmen, wie sie sich bewegen, wie sie reden, all das, was Du in den letzten Wochen erarbeitet hast, kannst Du nun zum Leben erwecken. Innerhalb dieses einen Textes.

Warnung!

Bei diesem Text handelt es sich um die erste Fassung eines schriftlichen Textes, nicht um eine Version, die Du nächste Woche veröffentlichen könntest. Daher kann es durchaus sein, dass Du das Gefühl hast, man bin ich großartig bis hin zu, was für ein Mist, ich sollte mit dem Schreiben aufhören (dafür gibt es noch ein Samstagsbeitrag, weil ich dieses Gefühl erst vor zwei oder drei Tagen hatte).

Du sollst hier schreiben, um Dich und um Deine Charaktere zu befreien, nicht um den Literaturnobelpreis zu erhalten. Den kannst Du abholen, wenn Du Deinen fertigen Roman überarbeitet hast 😉

Spaß beiseite!

Schreibe einfach mal das Wochenende drauf los, egal was am Ende dabei herauskommt. Es kann natürlich sein, dass eine Szene, eine Seite oder auch nur ein Satz so genial ist, dass Du diesen unbedingt in Deinem Roman verwenden willst, nein, sogar verwenden musst. Das kann durchaus passieren. Aber hier soll in erster Linie der Spaß und die Befreiung von der harten Arbeit der letzten Wochen eine Rolle spielen.

Lass jetzt einfach mal alles sacken und erlaube Dir das zu machen, was einE SchriftstellerIn eigentlich macht: schreiben!

Es kann aber sein, dass Du beim besten Willen nicht weiß, wie Du anfangen sollst oder worüber Du schreiben könntest, weil Du wirklich einen Plotplan brauchst (den wir erst ab nächste Woche erarbeiten, Schritt für Schritt und mit verschiedenen Möglichkeiten).

Dann hier ein paar Inspirationen, worüber Du schreiben könntest (wenn die Schreibübungen Dir da nicht weiterhelfen):

  • über einen Besuch bei der Mama (oder eine andere Person, die Deiner Figur wichtig ist),
  • eine heiße Nacht mit einer Affäre (oder der Morgen danach),
  • über ein Besuch in einem örtlichen Museum,
  • der Gang auf eine Toilette, die aber besetzt ist (nichts zeigt die Seele eines Menschen so deutlich, wie wenn man nicht aufs Klo kann, aber dringend muss 😉 ),
  • an einem Buffet,
  • Besuch der/des AntagonistIn,
  • etc.

Du kannst natürlich die anderen Charaktere ins Boot holen, musst es aber nicht. Eine Figur hat in diesem Text die Hauptrolle und zwar nur sie. Hierbei ist es egal, wie groß die Rolle am Ende in Deinem Roman werden soll, in diesem Text ist eben alles anders.

Daher kannst Du auch gerne die Vergangenheit beleuschten, die Du sonst in Deinem Roman außen vor lässt oder lassen würdest. Schau also nach, was so in der Kindheit los war, wie es ihr/ihm dort erging und warum sie/er das wurde, was wir im Roman dann lesen dürfen.

Gerne kannst Du aber auch ein paar Seiten vor dem Beginn Deines Romans schauen. Wenn also ein Mord geschehen ist, kannst Du Deine Figur zeigen, was sie kurz zuvor gemacht hat, wsa Du voraussichtlich im Roman nicht verwenden würdest. Weil es unter anderem wohl zu viel verraten könnte.

Alles ist erlaubt, Hauptsache Du gönnst Dir den Luxus ein wenig zu schreiben.

Nun gut, ich will Dich dann nicht weiter davon abhalten, endlich loszulegen und zu schreiben. Haue in die Tasten und schau, was am Ende dabei herauskommt. Trotz allem, bitte vergesse nicht, die Sachen abzuspeichern und/oder gut aufzubewahren. Denn es könnte ja sein, dass Du am Ende das Material doch noch gebrauchen kannst. Und ich sage Dir, als Meisterin aller Klassen des Datenverlustes, das kann schneller gehen, als es Dir lieb ist.

Also dann, viel Spaß beim schreiben 🙂

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Über Frau Schreibseele

eine schreibende, die auf den weg zu ihrer ersten geschichte ist. und bis dahin gibt es beiträge rund ums schreiben, lesen und erleben auf meinem blog :)
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