[Tarotmittwoche] Karte VIII – Gerechtigkeit

Kurze Anmerkung vornweg: Die Gerechtigkeit kann sowohl als Karte VIII als auch als Karte XI in Deinem Tarotdeck auftauchen. Je nach persönlicher Vorliebe oder nach Deck kannst Du selbst entscheiden wo die Karte am Ende landen soll.

Hauptbedeutung:

  • Gerechtigkeit
  • Neutralität
  • Urteil / Urteilsvermögen
  • Berücksichtigung aller Interessen

Allgemein steht die Karte für:

  • man handelt objektiv und fair
  • ein Streit wird geschlichtet
  • Verantwortung aufzeigen

Einige Beispielbilder zu der Karte:

Beschreibung zur Karte:

Die Karte der Gerechtigkeit enthält einige grundlegende und größtenteils immer wieder kehrende Symbole:

  • ein Schwert (das Schwert der Gerechtigkeit)
  • eine Waagschale
  • selten eine Augenbinde
  • und alles wird von einer Frau gehalten (selten, aber kommt durchaus vor, auch ein Mann)

Die Karte der Gerechtigkeit steht unter der Herrschaft von Ma’at, der ägyptischen Göttin der Gerechtigkeit. Sie besaß die Waagschale, welche zur Prüfung der Reinheit der Toten genutzt wurde. War das Herz genauso leicht wie die Feder der Göttin, durften die Verstorbenen ins Reich der Toten. Wenn nicht, wurden sie sofort von einem Krokodilmonster vernichtet.

Vermutlich spielt die Göttin auch eine große Rolle, warum die Herrin der Gerechtigkeit größtenteils eine Frau ist.

Sie sitzt oder steht zumeist mit ihren oben genannten Symbolen und trägt zumeist ein sehr prächtiges Gewand. Die Göttin Justizia trägt eine Augenbinde, um immer ein gerechtes Urteil zu fällen, unabhängig wer sie um Recht anfragt.

Ma’at hingegen trägt selten eine Augenbinde, zumeist sind ihre Augen weit geöffnet, so dass sie alles sehen und beurteilen kann. Denn man kann sie nicht blenden, sie schaut hinter die Fassade derer, die sie um Rat und Urteil anfragen. Menschenwerk kann sie nicht blenden.

Versuche sie also erst nicht hinters Licht zu führen. Sie wird es herausfinden und Du erhältst Deine gerechte Strafe, sei sie positiv oder negativ. Das wird sich entsprechend entscheiden.

Bedeutung der Karte:

Sie steht für die göttliche Gerechtigkeit. Und im Gegensatz zur menschlichen Gerechtigkeit, ist sie die einzig wahre. Denn sie ist unparteisch, gerecht und individuell. Es gibt kein Gesetz für alle, es gibt nur Du und die göttliche Gerechtigkeit.

Ma’at lässt sich nicht beirren oder bereden. Egal wie sehr Du es auch versuchen magst, sie wird ihr Urteil sprechen, so wie Du es verdient hast. Und daran führt kein Weg vorbei. Akzeptiere ihre Entscheidung und wachse daran.

Die menschliche Gerechtigkeit ist zu einem solchen Urteil nicht fähig. Denn häufig ist sie noch nicht einmal in der Lage Recht von Unrecht zu unterscheiden. Wie soll sie daher auch ein gerechtes Urteil sprechen?

Vertraue Dich selbst daher nur dem göttlichen Urteil an. Denn ihre Waage ist immer im Gleichgewicht, wenn Dein Herz rein ist, wenn Du, wie die alten ÄgypterInnen zu sagen pflegten, Ma’at gewirkt hast.

In der einen Hand hält sie die Waagschale, in der anderen Hand mühelos ein Schwert. Die Genauigkeit und die Strenge sind im harmonischen Gleichgewicht. Du musst Dir keine Gedanken machen, dass etwas von beiden überwiegt und Dir das Leben schwer machen könnten.

Wenn Du im Stadium der Gerechtigkeit angelangt bist, dann schaue die Welt so an, wie sie ist. Nicht wie Du sie Dir vorstellst. Halte Deine Augen offen, schaue alles mit offenen Herzen an und urteile nicht, sondern beobachte erst einmal. Hinterfrage und schaue hinter der Fassade. Dann, wenn Du alle Fakten kennst, bewerte es für Dich. Und erst dann fälle Dein eigenes Urteil, für Dich und für niemanden sonst.

Bedeutung:

Positiv:

  • Sieg des Rechts
  • Deine Seite triumphiert
  • die Fähigkeit mit offenen Herzen zu urteilen (und Vorurteile oder persönliche Neigungen)
  • Fairneß
  • Angemessenheit
  • Ausgewogenheit
  • Unparteilichkeit
  • gelegentlich kann die Karte auch auf ein reales Gerichtsverfahren hinweisen

Negativ:

  • Scheinheiligkeit
  • Ungleichbehandlung
  • Vorurteile
  • Rechtsmissbrauch
  • unfaire Strafe
  • übermäßige Stränge
  • es kann im Rahmen einer Gerichtsverhandlung zu Komplikationen kommen

Zehn Fragen zum Charakter:

  1. Wie steht Dein Charakter zum Thema Gerechtigkeit
  2. Wie fair ist Deine Figur?
  3. Ist sie/er in der Lage eine Situation wirklich offen zu beurteilen oder schwingen immer irgendwelche „leisen“ Stimmen mit?
  4. War Deine Figur schon mal angeklagt, vor Gericht als Zeuge oder kam sie/er sonst wie mit dem Gesetz in Berührung?
  5. Hat sich Deine Figur schon mal auf eine bestimmte Seite geschlagen, um zu gewinnen? Warum und wie ging die Sache aus?
  6. Hat Deine Figur Vorurteile? Wenn ja, gegen wen und wie sehen sie genau aus?
  7. Hat Deine Figur im Rahmen der Gesetze schon mal gelogen, ein Rechtsmissbrauch begangen? (z. B. die Versicherung betrogen, vor Gericht die Wahrheit etwas gebogen, etc.)
  8. Wie reagiert Deine Figur, wenn sie von einer unfairen Strafe hört? Wie genau definiert Deine Figur eine unfaire Strafe und welche Gefühle spielen hierbei eine Rolle?
  9. Hatte Deine Figur schon einmal eine Klage angestrebt und verloren? Worum ging es dabei und wieso verlor Deine Figur die Klage?
  10. Wie reagiert Deine Figur auf Scheinheiligkeit anderer Menschen?

Zehn Schreibinspirationen:

Schreibe eine Szene mit folgendem Inhalt:

  1. Beschreibe, wie Deine Figur sich vor Gericht benimmt.
  2. Deine Figur erlebt ein ungerechtes Urteil, entweder sich selbst gegenüber oder gegenüber einer Person, die ihr/ihm wichtig ist – beschreibe die Gefühlswelt.
  3. Noch einmal das ungerechte Urteil: Was tut Deine Figur, nachdem das ungerechte Urteil ausgesprochen wurde? Beschreibe die Details (sie müssen juristisch nicht korrekt sein, es geht um das ankurbeln Deiner Fantasie).
  4. Beschreibe, wie Deine Figur mit den eigenen Vorurteilen konfrontiert wird und sehen muss, dass sie falsch sind (solltest Du keine „falschen“ Vorurteile haben, konstruiere für die Schreibübung ruhig ein oder zwei).
  5. Deine Figur hat eine sehr wichtige und auch sehr emotionale Gerichtsverhandlung überstanden und sogar gewonnen – was geht in ihr/ihm vor?
  6. Sie/Er muss sich einer Situation stellen, in der unfair gehandelt wurde (z. B. auf der Arbeit, bei den Kindern in einer Klassenarbeit, etc) – wie reagiert Deine Figur darauf? Beschreibe die Details.
  7. Deine Figur versucht sehr ausgewogen mit sich und der Umwelt zu leben – wie sieht dies genau aus?
  8. Wie versucht Deine Figur Genauigkeit und Strenge auszuleben (lass einfach Deine Gedanken hier mal freien Lauf)?
  9. Deine Figur soll in einer Situation selbst RichterIn spielen und dabei natürlich unparteiisch sein – das kann sie aber nicht, weil sie auf der Seite einer der Parteien ist. Beschreibe dies in einer Kurzgeschichte, um was es sich in dieser „Gerichtsverhandlung“ dreht, auf welcher Seite Deine Figur ist und wie alles ausgeht.
  10. Deine Figur trifft auf die anderen Figuren aus dem Tarot (vom Narren, der Närrin bis zum Wagen) – beschreibe die jeweiligen Treffen in einer eigenen Szene bzw. Kurzgeschichte.
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Über Frau Schreibseele

eine schreibende, die auf den weg zu ihrer ersten geschichte ist. und bis dahin gibt es beiträge rund ums schreiben, lesen und erleben auf meinem blog :)
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