[Ein Jahr, ein Roman] Die Heldenreise

Schritte zur Heldenreise

Einer der wohl bekanntesten Möglichkeiten ein Plot für Deinen Roman zu erstellen ist wohl die sogenannte “ Heldenreise„. Die Grundstruktur geht auf Joseph Campbell zurück, für den Film (und letztendlich auf für das Buch) umgewandelt und reif gemacht hat es Christopher Vogler. Die Heldenreise besteht aus zwölf Schritten, auf der (über kurz oder lang) jede mystische Reise der Vergangenheit gebaut ist.

Wenn Du den folgenden Beitrag durchliest, dann überlege Dir mal, bei welchem Roman und welchem Film Du die Heldenreise findest. Sicherlich wirst Du bei manchen durchaus überrascht sein.

Kleine Anmerkung: Normalerweise versuche ich immer ein Gleichgewicht zwischen weiblein und männlein in der Schreibweise zu finden. In diesem Fall bleibe ich ausnahmsweise bei der männlein Schreibweise. Doch diese Reise können durchaus auch Frauen durchleben, dazu sage ich nur Ellen Ripley in Alien durchlebt diese Reise.

Und ja, es gibt auch eine Heldinnenreise. Doch ich habe zwischenzeitlich drei verschiedene Versionen hierzu gefunden, dass ich mich da erst einmal durchwusseln muss, um herauszufinden, wo da die Unterschiede sind, Gemeinsamkeiten und so weiter. Sobald ich da was habe, werde ich Dich gerne an der Heldinnenreise teilnehmen (und dann nutze ich die weiblein Schreibweise 😉 ).

Die Heldenreise

Die wohl bekannteste Heldenreise ist wohl immer noch „Star Wars Episode IV – Eine neue Hoffnung“. George Lucas hat seinen Film direkt mit Hilfe des Buches „Der Heros in tausend Gestalten“ geschrieben. Wenn Du also wieder mal Lust hast, dann schau Dir mal den Film an, drucke Dir die folgende Sturktur aus und hacke einfach mal ab, wo Du welche Stufe entdeckst.

Daher werde ich selbst einen anderen Film nehmen, um Dir die Heldenreise näher zu bringen.

Na klar, einer meiner Lieblingspopcornfilme der letzten Jahre „Marvels: The Avengers“ (wobei im Trailer mir zu wenig Loki vorkommt 😉 ).

Dann fangen wir einfach mal an. Ich werde zwar versuchen Spoilers zu vermeiden oder diese zu kennezeichnen. Aber wenn Du den Film noch nicht gesehen hast, ruhig den Beitrag ausdrucken, Film organisieren und dann mit diesem arbeiten 🙂

Stufe 1 – Die Gewohnte Welt

Fragen: Wer ist die Hauptfigur, wo und wann lebt sie, was für ein Genre haben wir, wie sieht die Welt vor der Bedrohung aus?

Wenn wir in eine Welt hineintauchen, sei es Roman oder Film, ist es schon wichtig, dass Du mir als Leserin erst einmal zeigst, mit wem habe ich es zu tun. Das gilt für alle Geschichten, hier hat es halt einen direkten Namen „Die Gewohnte Welt“.

Wir treffen auf unsere Hauptfiguren zumindest kurz bevor etwas schlimmes passiert und sie aus ihrem Alltag gerissen werden. Denn nur wenn ich weiß, wie der Alltag des Helden aussieht, weiß ich am Ende auch, wie hart die Bedrohung auf ihn am Ende wirkt.

Wenn ich als Leserin also sehe, dass unser Held eine nette Familie hat, einer tollen Arbeit nachgeht und ansonsten alles (mehr oder weniger) gut läuft, dann weiß ich, was er verliert, wenn auf einmal seine Familie in Gefahr gerät.

Natürlich muss es nicht immer Friede-Freude-Eierkuchen sein, die Du uns vorstellst, aber eben die normale Welt.

Es kommt natürlich auf die Figur an. Wenn Du einen eher selbstbewussten Helden hast, dem man nicht so schnell auf die Palme bringt, muss sein Einschnitt ein ganz anderer sein, als beim nervösen Buchhalt (um mal in die Cliché-Kiste zu greifen).

Weiterhin braucht unser Held einen Mangel. Das bedeutet in der Tat, dass wir etwas bei unserem Helden brauchen, dass er nicht hat, aber braucht um glücklich zu sein. Das kann Liebe, Geld, Schutz, Anerkennung oder was auch immer sein. Ich habe die sogenannte Maslowsche Bedürfnishierarchie gefunden (wofür die Berufsschule so gut ist). Schau Dir mal den Beitrag an und finde heraus, was Dein Held für einen Mangel hat.

Kleiner Tipp: Auch die Tarotkarten können Dir dabei helfen. Mische einfach die Karten und ziehe eine. Dann schau mal nach, was für einen Mangel Deine Figur hat und baue sie in Deine Geschichte ein.

In medias res dürfte Dir sicherlich ein Begriff sein. Das bedeutet, dass mitten im Geschehen der Beginn sein soll. Das bedeutet, dass der Anfang kein ellenlanges epochales Werk (mehr) sein darf, sondern höchstens ein oder zwei Seiten, gelegentlich ist auch ein Kapitel erlaubt. Aber dann ist auch schon Schluss damit.

Die Zeiten, wo Du die ganzen Familienstammbäume, die Vorgeschichte der Welt und alles drum herum erzählen konntest sind vorbei. Außer natürlich, Du willst Deine LeserInnen langweilen 😉

Stufe 1 – Die Gewohnte Welt bei den Avengers

Die Vorgeschichte ist die Szene, wo Loki nach Midgard (also unsere Welt) kommt. Einer der sogenannten Infinity-Steine benimmt sich (gelinde gesagt) etwas seltsam und am Ende kann Loki einige Leute als „freiwillige“ Geiseln nehmen.

Danach wechseln wir zu den einzelnen Avengern und sehen sie in ihrer Umgebung. IronMan (Tony Stark) der seine Firma an ein gesondertes Stromnetz anschließt, die BlackWidow (Natasche Romanow) bei einer Vernehmung und so weiter.

Nicht alle haben eine glückliche Umgebung, aber wir finden sie in ihrer normalen Umgebung. Immerhin läuft Dr. Bruce Banner vor S.H.I.E.L.D weg und Captain Rogers (Captain America) muss damit klar kommen, dass alle Menschen die er kannte und liebte seit siebzig Jahren tot sind.

Stufe 2 – Ruf zum Abenteuer

Wie der Titel schon sagt, hier passiert etwas. Unser Held wird zum Abenteuer gerufen, damit er den Mangel den er hat, ausgleichen kann. Das kann ganz offen passieren (jemand kommt zum Helden und sagt, dass er etwas zu tun hat, einen Auftrag erfüllen soll, die Prinzessin vom Drachen retten darf). Alternativ kann es aber auch sein, dass unser Held auf jemanden trifft, der eine große Rolle in der Geschichte spielt. Und allein diese Tatsache ist der Ruf zum Abenteuer (ein Draufgänger, die Prinzessin, wer auch immer).

Stufe 2 – Die Avengers werden zum Abenteuer gerufen

Die Avengers werden ganz offen gerufen. Entweder es ist Agent Colson, der bei Tony Stark vorbeischaut und sagt, dass er sich der Avengers Initiative anschließen soll. Oder wir haben Director Fury, der das bei Captain Rogers macht.

Unsere HeldInnen werden eine nach dem anderen werden abgegrast und gerufen, damit sie sich dem Abenteuer anschließen.

Stufe 3 – Die Verweigerung des Rufes zum Abenteuer

Romanfiguren sind auch nur Menschen. Und daher haben sie durchaus die Neigung nicht unbedingt zum Abenteuer zu gehen, wenn man sie dazu auffordert.

Kleiner Exkurs: Bei Star Wars haben wir ja gesehen, als Obi-Wan Kenobi Luke Skywalker aufforderte das Lichtschwert seines Vaters zu nehmen und sich der Rebellion anzuschließen, sagte er hier nein. Dabei haben wir noch wenige Minuten zuvor erlebt, dass er eigentlich von seiner Heimat weg will, um auf die Akademie zu gehen.

Das ist menschlich. Wir alle träumen davon, dass wir eines Tages unsere Koffer packen und loslegen. Aber wenn wir dann die Möglichkeit bekommen, haben wir Angst. Es könnte sich ja was ändern, es könnte was völlig neues entstehen.

Und das sind die Gründe, warum unser Held erst einmal zögert, sich sogar weigert. Denn er hat Angst vor diesen Veränderungen.

Aber auch die Umgebung kann unseren Helden zurückhalten und sagen, nein Du, warte mal lieber ab, vielleicht nächstes Jahr, gehe nicht, es ist zu gefährlich draußen, und so weiter und so fort.

Denn auch die Gemeinschaft hat häufig Angst vor den Veränderungen. Und wenn jemand aus der Gemeinschaft ausbricht, dann tut er etwas ungewöhnliches. Das bedeutet, dass sich die Gruppe damit auseinandersetzen muss und gegebenenfalls ändern.

Das findest Du in Geschichten häufig bei kleinen Städten, die tagein-tagaus das gleiche triste Leben führen. Und dann kommt jemand dazu und will da was ändern. Natürlich haben die Menschen Angst und wollen nicht, dass sich was ändert.

Kleiner Hinweis: Die Verweigerung ist zum einen nicht immer sofort erkennbar. Das kann also sein, dass sich unser Held zwar aufmacht zum Abenteuer, aber er tief im inneren sich noch weigert wirklich daran teilzunehmen. Gelegentlich wird aber dieser Punkt auch übersprungen und der Held wird sofort ins Abenteuer regelrecht geworfen. Friß oder stirb heißt hier die Parole.

Wenn Du also Filme oder Bücher analysierst, gerade bei diesem Punkt solltest Du ruhig etwas genauer hinsehen 🙂

Stufe 3 oder wie die Avengers sich dem Ruf verweigern

Die Rufverweigerung gilt nicht für alle Avengers. Und meiner Meinung nach ist es auch nicht so offensichtlich. Agent Romanow und Captain Rogers glauben an die Sache von S.H.I.E.L.D und folgen daher Director Fury. Für sie ist das keine griße Sache.

Aber das gilt nicht unbedingt für Tony Stark und Dr. Bruce Banner. Dr. Banner hat Angst, dass sein grüner Freund ausrastet und er für jemanden gefährlich wird. Und Tony Stark hält sich sowieso für den Größten.

Man kann hier auch die Verweigerung sehen, dass sich die Avengers einfach nicht zum Team zusammen raufen wollen. Sogar der später dazu gekommene Thor ist nicht bereit mit den „Sterblichen“ zu arbeiten, wenn sie sich so verhalten.

Hier ist es eine eher indirekte Verweigerung. Zwar arbeiten sie an dem Projekt, aber sobald die Möglichkeit besteht, zumindest Dr. Banner und Tony Stark wären sofort weg. Und darüber wären die anderen sicherlich erst einmal nicht traurig.

Stufe 3 – Begegnung mit dem Mentor

Jetzt steht unser Held da und weiß nicht weiter. Er hört den Ruf zum Abenteuer, aber es gibt noch genügend Hindernisse, die ihm davon abhalten da wirklich hinaus zu gehen und die Prinzessin zu retten und den Drachen zu töten.

Er braucht jetzt einen symbolischen (und gelegentlich auch wörtlichen) Tritt in den Hintern, damit der Held sich aufrafft. Der Mentor war früher selbst ein Held (sehr gut dargestellt von Obi-Wan Kenobi in den zwei Episodengruppen). Daher weiß er, was unserem Helden erwartet und wie er es meistern kann (ohne ihm gleich alle Lösungen auf dem silbernen Tablett zu servieren).

Unser Mentor ist selbstlos und unterstützt unseren Helden in allen Belangen. Denn er will, dass der Held nicht nur auswandert, er will auch, dass dieser Erfolg hat. Er selbst kann das Abenteuer nicht mehr bestehen, daher muss unser Held da ran.

Natürlich gibt es auch falsche Mentoren. Auch sie unterstützen unseren Helden, damit er sich ins Abenteuer stürzt. Aber nicht, weil sie wollen, dass der Held etwas verändert, die Welt rettet, unsere Prinzessin beschützt. Er soll die Interessen unseres falschen Mentors umsetzen.

Stufe 3 – Die Avengers begegnen gleich zwei Mentoren

Zumindest sehe ich es so, dass sie zwei Mentoren treffen.

Der erste Mentor ist Loki (*sabber* – ähm, sorry). Er lehrt die Menschen, wie gefährlich er ist und das eigentlich ihr Schicksal schon besiegelt sei. Dadurch motiviert er zwar, dass die Avengers sich an die Kehle gehen, aber über kurz oder lang führt er die Avengers erst zusammen.

Er gibt ihnen den Tritt in den Hintern, damit sie ins Abenteuer gehen. In diesem Fall ist er aber ein falscher Mentor, denn er hat hier eindeutig egoistische Motive.

Der richtige Mentor ist hier ein Duo. Einmal Agent Phil Coulson und dann Director Nick Fury. Denn Loki greift Coulson an und (Achtung Spoiler) tötet ihn dabei. Dadurch kann Director Fury die Situation nutzen, um an das Ehrgefühl der Avengers zu appelieren und sagen, hei, schaut mal, da ist jemand gestorben, der an euch geglaubt habt. Und was macht ihr aus der Situation?

Genau, sie raufen sich zusammen.

Stufe 5 – Das Überschreiten der ersten Schwelle

Hier gibt der Held alle Sicherheiten auf und legt los. Hier wird der Held aktiv und beginnt das Abenteuer (vorher geschieht alles mit ihm, aber ab hier wird er aktiv).

In der Geschichte ist das der Punkt, wo es kein Zurück mehr gibt (im realen Leben würden spätestens jetzt alle abspringen und sich wieder ins bequeme Leben zurück ziehen). Nun wird es spannend, weil der Held aktiv wird, seine Haltung ändert sich und nun beginnt er sich vorzubereiten dem Gegner selbst einen Tritt in den Hintern zu geben.

Stufe 5 – Die Avengers raufen sich endlich zusammen

Ab hier gilt es, hier vereinigen sich die Avengers und werden endlich zum Team.

Captain Rogers, Agent Romanow, Agent Barton (der zwischenzeitlich dazu gekommen ist) und Tony Stark bereiten sich darauf vor, Loki von seinem Plan abzuhalten.

Thor und Hulk (bzw. Dr. Banner) sind an andere Orte und zweifeln, was sie nun tun sollen. Doch dann siehst Du, wie Thor nach seinem Hammer greift und Blitze herauf beschwört. Ein Zeichen, dass auch er endlich aktiv wird.

Dr. Banner hingegen ist ja vom „Himmel gefallen“ und ändert hier ebenfalls seine Haltung. Er will nicht mehr das Monster sein.

Stufe 6 – Freunde und Feinde in der neuen Welt, wir treffen auf erste Probleme

Nun sind wir mitten im Abenteuer. Die Entwicklung der Figuren schreitet voran und unser Held traut sich endlich Risiken einzugehen. Natürlich kann er verletzt werden (physisch aber auch psychisch). Doch das ist ihm egal, er wagt es und will es nicht nur versuchen.

Hier findet er sowohl neue Freunde als auch Feinde. Masken können fallen und wir sehen endlich, mit wem wir es zu tun haben. Es zeigt sich ob Freunde wirklich Freunde waren und ob die Feinde wirklich die Feinde sind. Und hier findet unser Held wirklich heraus, war ich bereit dieses Abenteuer anzugehen?

Hier treten die Selbstzweifel auf. Habe ich wirklich das Zeug dazu? Eine Rückkehr ist durchaus möglich, wäre aber der falsche Weg. Würde er das tun, dann wäre das Leben so wie er es kennt in Gefahr.

Stufe 6 – Die Avengers treffen auf erste Probleme und auf Freunde und Feinde

Hier wird es ein wenig knifflig. Denn die Heldenreise ist nicht stur aufeinander gebaut, wie wir es gerne hätten. So kann es passieren, dass eine Stufe erst später kommt oder an mehreren Stellen zu finden ist. Und hier ist es so.

Zum einen raufen sich die Avengers zusammen und wissen, dass sie sich nun aufeinander verlassen können bzw. müssen. Als sie wieder zurück in New York sind, treffen sie auf die Chitauri, dem Feind. Dabei taucht Thor auf und will mit den Sterblichen zusammen kämpfen.

Während der Schlacht von New York (die zeitlich ein wenig später statt findet) taucht dann ein Freund auf, mit dem man offiziell nicht gerechnet hat (aber sich trotzdem die ganze Zeit gefragt hat, wo bleibt er denn): der verschollene Dr. Bruce Banner.

Stufe 7 – Vordringen in die tiefe Höhle und das mitbringen der Erkenntnis

Der Held kennt die Regeln der neuen Welt und ist bereit den Höhepunkt einzuleiten. Hier wird klar, was der Bösewicht eigentlich will und welche Geheimnisse er hat.

Hier erkennt der Held auch das wahre Wesen des Antagonisten. Wenn unser Held Liebe, Treue und Freundschaft will, dann ist genau das Gegenteil was unser Antagonist will, als Hass, Feindschaft, Rache, wie auch immer. Natürlich muss der Antagonist nicht immer eine reale Figur sein, sondern auch eine Einstellung.

Wie oft siehst Du in Filmen, dass es für den Helden eigentlich alles gut läuft, ZU gut. Und dann wird er größenwahnsinnig und vertreibt seine einzigen und vor allem wahren Freunde, weil er glaubt nun cool zu sein und nicht mehr die Vergangenheit benötigt.

Nun wird es schmutzig, es wird hässlich und es wird weh tun. Er blickt in den tiefen Abgrund und weiß, von nun an kann er sich keine Selbstzweifel mehr leisten, denn es gibt kein Zurück mehr.

Stufe 7 – Die Avengers schauen in den tiefen Abgrund und bringen ihre Erkenntnisse mit

Auch diese Stufe würde ich in drei Teilbereiche aufsplitten (und Dir damit zeigen, dass es eben nicht linear funktioniert).

Die erste Erkenntnis hat Tony Stark, als er erkennt, was Loki wirklich vorhat und warum dieser den Stark Tower dafür braucht.

Die zweite Erkenntnis ist ein Dialog zwischen ihm und Loki wo beide ihre Standpunkte klar machen (und Tony erkennen muss, dass es keinen anderen Weg gibt als zu kämpfen).

Und die dritte Erkenntnis hat Thor, als dieser mit Loki kämpft (ebenfalls auf dem Stark Tower). Er redet auf ihn ein, was für ein Wahnsinn Loki angestellt hat und ob es das ist, was er will (da ruhig mal auf Lokis Gesichtsausdruck achten – ich behaupte mal ganz dreist, NEIN 🙂 ). Als Loki sich der Diskussion entzieht muss Thor letztendlich feststellen, dass er wohl seinen Bruder verloren hat (mal sehen was wir in Thor 3 zu sehen bekommen).

Stufe 8 – Der Entscheidungskampf

Es kommt natürlich darauf an, was für ein Genre Du schreibst. Dann kann der Entscheidungskampf eher symbolischer Natur sein oder Du darfst es wortwörtlich nehmen.

Wir haben hier eine Situation die zum zweiten Mal alles ändert. Nach dem Kampf wird nichts mehr so sein, wie zuvor. Es kommt zum Showdown, zur Entscheidung, zum alles entscheidenen Überlebenskampf.

Der symbolische Entscheidungskampf ist, wenn unser Held aufsteht und zu seinen (wenigen) Freunden der Vergangenheit steht (das Beispiel was ich oben erwähnte). Er steht auf, sagt seinen falschen Freunden, dass sie ihn mal können und steht zu sich selbst.

Der wortwörtliche Entscheidungskampf wird in Fantasy oder Science-Fiction Romanen zum Beispiel ausgtetragen. Hier wird zu den Waffen gegriffen und Mann gegen Mann gegen den Feind gekämpft. Und natürlich kann es auch Verluste geben.

Stufe 8 – Die Avengers in der Schlacht von New York

Hier muss man nicht groß herum diskutieren. Der Kampf der Avengers gegen die Aliens (Chitauri) spricht für sich. Hier kämpfen die Avengers entweder alleine oder im Duo gegen die Gegner und versuchen diese aufzuhalten.

Und natürlich Tony Starks Aufopferung mit der Atombombe (eine herrliche Szene, ich gestehe).

Hier darf auch der obligatorische Rothemd (ein Insidergag aus dem Star Trek Universum) sterben, auf alle Fälle darf es unseren Helden nicht ZU leicht gemacht werden. Sie dürfen hierbei auch gerne schon mal in die Knie gehen.

Stufe 9 – Die Belohnung

Unser Held hat es geschafft. Er hat den Gegner überwunden und die Prinzessin gerettet. Nun kann er den Schatz entgegen nehmen. Er kann auf das, was er erreicht hat zurückblicken und sich ruhig mal gönnen, sich selbst auf die Schulter zu klopfen. Denn das, was er erreicht hat, ist allerhand.

Ich habe darauf selbst zwar nie geachtet, aber erfahren, dass hier dann ein Cut gemacht wird. Ab hier enden viele Romane und Filme.
Das bedeutet für Dich, dass Du auch hier enden kannst, musst aber natürlich nicht.

Stufe 9 – Die Belohnung unserer Helden

Unsere Helden wissen nun, dass sie sich aufeinander verlassen können und das sie von nun an ein Team sind. Vor allem weiß nun auch Tony Stark (letztendlich die wahre Hauptfigur des Films), dass er nicht nur ein egoistischer Finanzfuzzi ist, sondern ein wahrer Held sein kann. Denn er hat sich aufgeopfert, um anderen Menschen das Leben zu retten (Notiz: ich habe es oben nicht erwähnt, aber es gab eine Diskussion zwischen Rogers und Stark, dass dieser sich sicherlich nicht auf Stacheldraht werfen würde, damit andere Menschen darüber robben können, Stark erwiderte lachs, dass er den Draht einfach durchschneiden würde, er war zu diesem Zeitpunkt noch kein wahrer Held).

Und Thors „Belohnung“ ist eines der Infinity Steine und die Übergabe Lokis, damit er sich vor einem Asengericht rechtfertigen muss.

Stufe 10 – Zurück in die gewohnte Welt

Unser Held hat Probleme bewältigt, Prinzessin gerettet und ist über sich selbst hinaus gewachsen. Und vor allem, er hat sich verändert. Er sieht nun die Welt mit völlig anderen Augen.

Er kann nun an den Ort zurückkehren, wo seine Reise begonnen hat. Die Figur hat hier noch einmal kleine Zweifel. Und zwar, ob die Gemeinschaft den nun veränderten Helden aufnimmt und willkommen heißt (das siehst Du bei den Herrn der Ringe oder den Hobbit am Ende der letzten Teile sehr gut, Bilbo Beutlin (im Hobbi) muss sich gegen die gierige Verwandschaft wehren und findet irgendwo wieder zurück – Frodo Beutlin (Herr der Ringe) hingegen nicht).

Dein Held muss aber nicht unbedingt den Ort gewechselt haben. Er kann auch am gleichen Ort die ganze Zeit geblieben sein. Unser Freund von oben, der seine wahren Freunde vergrault hat und sie nun wieder sieht, dort erlebt er eine innere Entwicklung und kehrt nun zur alten Welt zurück. Aber als neuer Mensch. Oder er muss erkennen, dass seine alten Freunde nicht das richtige für ihn ist und er sich auch von ihnen trennen muss.

Das kann er aber auch, weil er gewachsen ist und sich verändert hat. Er ist ein neuer Mensch und damit hat er auch ein völlig neues Selbstbild von sich entwickelt.

Notfalls können Charaktere hier auch sterben, geopfert, entsorgt werden. Sie sind nicht mehr notwendig für unseren Helden, da sie ihre Aufgabe erfüllt haben. Unseren Helden beim Wachstum zu unterstützen.

Stufe 10 – Die Avengers kehren zurück

Thor kehrt mit Loki zurück nach Asgard. Captain Rogers schwingt sich auf sein Motorrad und fährt davon, genauso wie das Science-Bro Duo Stark-Banner und das AgentInnenduo Romanow-Barton. Sie alle nehmen ihre „alten“ Leben auf, mit dem Wissen, sollten sie noch einmal als Avengers gebraucht werden, dass sie dann als Team zusammen arbeiten können.

Aber das ist auch etwas, dass Director Fury weiß. Deswegen verteidigt er die Entscheidung der Avengers vor dem Rat.

Und spätestens in Teil 2 ist das der Fall.

Stufe 12 – Die endgültige Verwandlung

Unser Held gerät ja in eine Konfrontation mit der Gewohnten WElt. Und dadurch findet eine letzte Reinigung statt. Er erkennt, dass er nicht mehr in die reale Welt zurück kann und vor allem will. Alle guten Eigenschaften unseres Helden, die schon immer ein Teil von ihm war und seine Persönlichkeit ausgemacht hat, ergänzen sich hier nun.

Der Held widmet sich nun ganz seiner neuen Welt und er schließt mit der alten Welt ab. Und vor allem, mit seinem alten Ich. Es kommt nun zum Happy End.

Stufe 11 – Die Avengers in ihren nächsten Teilen

Thor, Captain America und IronMan haben nach „Marvels: The Avengers“ ihre eigenen Filme bekommen. Im Film hier selbst sehe ich nur bei Tony Stark eine Verwandlung (wenn man das so bezeichnen kann) und zwar an der Stelle wo er und Pepper den Stark Tower neu planen.

In den einzelnen Filmen nutzen die drei ihre Erkenntnisse (Thor hat ein besonderes Auge auf Loki, der Captain ist nicht mehr ganz so naiv und Tony nimmt die Warnung aus der Schlacht um New York mit), um sich in ihren Filmen entsprechend vorzubereiten und bereit zu sein, um zu kämpfen.

Stufe 12 – Der Kreis schließt sich

Unser Held erreicht endlich das, was er in Stufe 1 haben wollte. Sei es endlich die wahren Freunde, die Rettung der Welt oder die Prinzessin. Hier geht es schlicht um das Happy End, wenn sie nicht gestorben sind und so weiter.

Stufe 12 – Der Kreis schließt sich nicht für die Avengers

Aus Merchandising Gründen haben die Avengers noch nicht Stufe 12 erreicht (immerhin sollen die Marvel Filme bis 2027 oder so gehen).

Aber wir haben ein solches Happy End und zwar bei Tony Stark in IronMan 3.

Achtung Spoiler!

Am Ende des dritten Teils wird Tony Stark endlich erfolgreich operiert, so dass die Metallsplitter, die sein Leben bedrohten, entfernt werden. Dadurch kann er den Reaktor in seiner Brust auch entfernen lassen. Zudem hat er seine Panikattacken nach der Schlacht um New York besiegen können.

Für ihn beginnt nun ein neues Leben als Tony Stark an der Seite von Virginia „Pepper“ Potts. Und damit endet eigentlich auch die Iron Man Reihe (sofern sie nicht wirklich noch einen viertel Teil raushauen – aber da müssen wir wohl mal warten).

Schlusswort

Du siehst, es ist durchaus eine interessante Struktur, mit der Du arbeiten kannst. Versuche Dich einfach mal da drinnen und siehe, was am Ende dabei heraus kommt. Ich bin mir sicher, dass es Dich begeistern wird. Und natürlich, es ist durchaus ein Formular. Aber innerhalb dieser Sturktur kannst Du die verschiedensten Geschichten schreiben, von denen Du gar nicht zu träumen wagst.

In dem Sinne, ich wünsche Dir viel Spaß. Und erzähl mir ruhig, wie Du die Struktur empfindest. Ich freue mich, von Dir zu hören.

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Über Frau Schreibseele

eine schreibende, die auf den weg zu ihrer ersten geschichte ist. und bis dahin gibt es beiträge rund ums schreiben, lesen und erleben auf meinem blog :)
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