[Samstagsgedanken] Lass mal Deine Musklen spielen

Nach jeder Tarotkarte, sonntags oder auf meiner Facebookseite stelle ich Dir diverse Schreibübungen vor, die Du jederzeit machen kannst. Doch vielleicht fragst Du Dich, wieso bitte schön soll ich überhaupt Schreibübungen machen? Mir ist es wichtiger, dass ich weiß, wie man (zum Beispiel) ein Plot gestaltet.

Um diese Frage dreht sich der heutige Beitrag.

Warum also Schreibübungen?

Du wirst vielleicht lachen, aber das Schreiben ist, wie das trainieren. SportlerInnen gehen regelmäßig auf den Platz oder in ein Studio, um ihren Körper und natürlich die Muskeln zu trainieren. Sie wollen in Bewegung bleiben, geschmeidig und gesund sein.

Das gilt auch für das Schreiben. Die Fähigkeit mit bestimmten Worten zu spielen, in Szenen einzutauchen, sich Gedanken zu machen, wie sich etwas besser anhört oder auch nicht, dass alles hat, etwas mit Training zu tun. Aber auch um die Fantasie zu stärken, Texte besser zu schreiben und noch mehr gehört zum Training von SchriftstellerInnen dazu.

Daher empfehle ich Dir ganz klar, trainiere regelmäßig Deine Schreibmuskeln.

Wie sieht es mit einem Beispiel aus?

Vor einige Zeit hatten wir in Deutsch (ich mache ja eine zweite Ausbildung) eine Aufgabe. Wir bekamen die ersten Sätze einer Kurzgeschichte und sollten daraus dann eine eigene Kurzgeschichte nach bestimmten Regeln schreiben (die Regeln sind jetzt egal, es geht hier um das Beispiel 🙂 ).

Jemand aus der Klasse sollte den Text dieser Aufgabe vorlesen. Es sei angemerkt, keine Schreiberfahrungen. Und dementsprechend klang aus das Geschreibsel. Nicht gerade sehr kreativ und nicht gerade sehr wohlformuliert.

Dann wurde ich dran genommen. Nein, ich will nicht sagen, dass ich hervorragend war (schön wäre es). Aber man hat doch ein völlig anderes Ergebnis bekommen. Denn ich habe mich auch getraut Wörter zu nehmen, die man normalerweise nicht in Kurzgeschichten benutzte (kotzen zum Beispiel). Und das hatte die Lehrerin auch gemerkt.

Und AnfängerInnen trauen sich nicht immer frech in der Wortwahl zu sein.

Und in diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass der Klasse meinen Text gefallen hat (so, genug mit der Lobhudelei 🙂 ).

Was willst du mir jetzt damit sagen?

Wenn Du nur an Deinem Roman schreibst, dann kannst Du natürlich auch Erfahrungen sammeln. Darüber werde ich nicht diskutieren. Aber wenn Du Schreibübungen zusätzlich machst, werden Deine Talente noch mehr gefördert.

Natürlich könnten die SportlerInnen auch direkt aufs Feld gehen und sofort mit dem Wettkampf loslegen. Vielleicht wird auch die eine oder der andere einen passablen Platz erreichen. Aber wenn sie vorher trainieren, sich vor dem Wettkampf aufwärmen und erst dann loslegen, haben sie auch die Chance auf eine Goldmedaille.

Aufwärmen?

Auch vor dem Schreiben, also direkt vor dem Akt des Kapitelschreibens zu Deinem Roman, kannst Du auch noch Aufwärmübungen machen. Dazu gehört zum Beispiel, dass Du erst einmal Deinen Geist von dem Tag lehrst (gerade wenn Du von der Arbeit kommst).

Du kannst auch erst einmal Deine Figuren laufen lassen und sehen, was sie an diesem Tag machen könnten. Und dann legst Du erst los. Da gibt es auch viele Möglichkeiten, um damit zu arbeiten.

Wie oft sollte man Schreibübungen machen?

So oft Du willst. Aber vergiss trotz allem nicht das Schreiben (es kann passieren, dass Schreibübungen süchtig machen).

Du kannst Dir einen Termin in Deinem Kalender setzen und einmal die Woche Dich, sagen wir mal, für eine Stunde zurück ziehen. Dann nimmst Du entweder Block und Stift oder eine mechanische Schreibvariante davon und suchst Dir eine Schreibübung heraus. Und dann legst Du einfach los.

Nein, es muss keine Hochliteratur sein. Hauptsache Du schreibst. Und ich werde Dir was verraten, wenn Du lange genug solche Übungen machst, wirst Du automatisch besser (Du trainierst einfach nur Deine Muskeln).

Nach und nach wirst Du Texte schreiben, die wunderbar klingen und Dich zu einer/einem hervorragendeN SchriftstellerIn machen. Dann darfst Du aber auf keinen Fall aufhören, dann solltest Du erst recht weiter und noch viel mehr schreiben.

Das alles ist eine reine Übungssache.

Okay, ich probiere es aus – gib mal eine Schreibübung her

Schreibe eine Fantasyszene mit folgenden Wörtern:

  • Pferd
  • Prinzessin
  • rennen
  • Feuer
  • Staubsauger

Gerade das letzte Wort kurbelt sicherlich Deine Kreativität ordentlich an. Sollte es zumindest. Also, leg los.

Schlusswort

Es gibt keine Regeln oder Gesetze beim schreiben (wer Dir was anderes erzählt, kann gerne daran glauben, meine Empfehlung, Finger weg von solchen Leuten – es gibt nun einml Pantser und Plotter und sie alle leben nach ihren eigenen Regeln). Das gilt auch für die Schreibübungen. Ich kann Dir aber nur dringend empfehlen, dass Du Dich regelmäßig hinsetzt und die Schreibübungen machst. Du wirst bald schon feststellen, welche Veränderungen Dein schreiben haben wird.

Also, schreib drauf los 🙂

Frage

  • Was ist Deine Lieblingsschreibübung?
  • Und führst Du regelmäßig diese durch?

Hinterlasse gerne ein Kommentar 🙂

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Über Frau Schreibseele

eine schreibende, die auf den weg zu ihrer ersten geschichte ist. und bis dahin gibt es beiträge rund ums schreiben, lesen und erleben auf meinem blog :)
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