[Ein Jahr, ein Roman] Plot – Exposéschreiben und Dein Nutzen daraus

Hei, Hallo und herzlich willkommen,

sicherlich wird Dir die Bezeichnung Exposé über den Weg gelaufen sein. Ein Exposé ist eine Zusammenfassung für einen Verlag, bei dem Du Dich mit Deinem Roman bewirbst. Warum Du diese Technik auch fürs Schreiben Deines Romans verwenden kannst, das erkläre ich Dir im folgenden Beitrag.

Die Grundidee

In den letzten Wochen hast Du Dich, hoffentlich, ausgiebig mit Deinem Plot beschäftigt. Und dabei bist Du sicherlich auf die lichte Seite und die dunkle Seite Deines Figurencast eingegangen. Doch das sind letztendlich mindestens zwei verschiedene Texte (wenn Du mehrere wichtige Figuren hast, dann sogar noch mehr).

Also sagen wir mal, Du hast jetzt drei verschiedene Texte aus verschiedenen Ansichten Deiner Figur (Heldin, Held, AntagonistIn oder auch Mörder, Opfer, ErmittlerIn, als Beispiel). Natürlich kannst Du jetzt auch loslegen und zu schreiben. Aber vielleicht möchtest Du doch lieber einen einzigen Text haben, an dem Du Dich entlang hangeln kannst.

Daher die Idee, dass Du einen einzigen Text schreibst, der den Pfad Deiner Geschichte am Ende folgt.

Zwei bis drei Seiten

Damit Du eine Übersicht über Deinen Text bekommst, ist es durchaus empfehlenswert, wenn Du den Text erst einmal auf zwei maximal drei Seiten zusammenfasst. In diesem Erstexposé brauchst Du noch keine Emotionen einfügen, welche Deine Figuren haben. Oder was sie bei einer gewissen Situation denken. Du brauchst auch nicht zu überlegen, wie sie auf die Lösung kommen.

Schreibe erst einmal die Geschichte knallhart runter. In den folgenden Texten wird es dann ausführlicher.

Fünf Seiten

Jetzt darfst Du ausführlicher werden.

Schreibe nun hin, in welcher Reihenfolge auch die Charaktere auftauchen. Oben hast Du nur eine grobe Zusammenfassung Deines Textes geschrieben. Hier geht es darum, dass Du jetzt noch die Perspektiven der Figuren einbaust.

Ja, Du kannst gerne wie folgt schreiben:

Heldin: Text, Text, Text …

Held: Noch mehr Text

AntagonistIn: Ich bin ein ganz böser Text.

Auch hier geht es nicht um tief greifende emotionale Beziehungen Deiner Figuren. Es ist wichtig, dass Du Deine Arbeit, die Du in den letzten Wochen hier zusammenfasst und am Ende einen einzigen Text hast.

Natürlich kann es passieren, dass Du völlig neue Ideen hast, auf die Du vorher nicht gekommen bist. Und andere Ideen, die Du eventuell sogar großartig fandest, könnten jetzt unter dem Tisch fallen. Hier siehst Du häufig was funktioniert und was nicht funktioniert.

Tipp:
Behalt bitte unbedingt sämtliche Versionen Deines Textes auf. Es kann sein, dass Du sie Dir später noch einmal ansehen willst. Eventuell möchtest Du überprüfen, was Du in einer früheren Version geschrieben hast. Oder Du willst das Material benutzen, um Dein Verkaufsexposé für den Verlag zu schreiben.

Also bitte nichts wegwerfen bzw. löschen 🙂

Versuche Dich aber ruhig kurz zu halten, damit Du Dich auf das wesentliche konzentrieren kannst.

20 Seiten

Wenn Du die grobe Struktur hast, kannst Du endlich loslegen. Schreib drauf los, was Deine Tastatur und Deine Finger hergeben. Schreibe jedes Detail auf, was Dir einfällt, was Dir wichtig ist und was Du in Deiner Geschichte erwähnen willst.

Du kannst auch gerne in Klammern Notizen machen, was Du im Roman entsprechend ausarbeiten willst. Zum Beispiel eine besonders schöne Beschreibung der Umgebung oder eine extrem heiße Sexszene. Egal was es ist, Du kannst Dir die Notizen machen, damit Du gerade diesen Stellen besonders viel Aufmerksamkeit widmest.

Aber sei bitte nicht enttäuscht, wenn Du im Text dann siehst, dass diese Szene dann einfach nicht passt und Du sie kürzen musst oder gar nicht schreiben kannst.

Vor Jahren hatte ich mal eine Geschichte, da wollte ich eine eigentlich klasse Szene einbauen. Ich hatte sie vor meinem inneren Auge und wollte sie unbedingt schreiben. Und ja, ich habe sie auch geschrieben. Und ehrlich gesagt, sie hat einfach nicht gepasst. Das hatte mich damals schon enttäuscht, aber ich konnte damit leben (bis dann die Geschichte von einem Virus gefressen wurde – aber auch das habe ich überlebt).

Aber halte Dich jetzt nicht davon ab, alles aufzuschreiben, was Dir wichtig erscheint. Was am Ende in Deinem Roman kommt und vor allem, was in der zweiten Fassung bleibt, das ist ein Thema, was erst später kommt. Erst einmal ist es wichtig, dass Du überhaupt Deinen Roman schreibst. Und dafür ist dieses Exposé eine sehr gute Grundlage.

40 Seiten bzw. Überarbeitung

Lass den 20-Seiten-Text jetzt einige Tage, wenn Du kannst, auch gerne ein paar Wochen liegen. Arbeite zwischenzeitlich an einem anderen Projekt und lasse dieses einfach Mal in Ruhe. Wenn Du Dich bereit fühlst, kannst Du das Exposé hervorholen und dann noch einmal überarbeiten.

Lies Dir den Text in Ruhe durch. Überlege Dir, ob Du auch wirklich alles erwähnt hast. Möchtest Du noch etwas hinzufügen oder doch lieber löschen. Willst Du vielleicht sogar die eine oder andere Szene schon einmal schreiben? Oder auch ein Dialog?

Nein, Du musst am Ende keine vierzig Seiten schreiben. Aber es kann passieren, dass Dein Text sich weiter und weiter aufbläht. Lasse es ruhig zu. Was Du am Ende in den Händen hältst, hast Du schon einmal in den Händen. Und vierzig Seiten zu haben, vielleicht sogar mehr, das kann man durchaus schon als erste Fassung Deines Romans bezeichnen.

Ob Du diesen Text jetzt schon ausdruckst oder wartest, bis wir mit dem Plotteil am Ende sind, das ist Dir überlassen.

Tipp:
Egal was Du mit dem Text machst (ausdrucken oder nicht), sichere bitte die Datei gut. Idealerweise auf eine externe Festplatte.
Denn glaub mir, ich habe das zwei- oder dreimal durch. Es ist nicht lustig die Sachen permanent zu verlieren.

Und nun?

Wir haben einige Punkte, die ich gerne mit Dir abarbeiten möchte. Daher behalte auf alle Fälle den Text und wir werden sehen, ob wir diesen noch erweitern. Aber wenn Du diesen schon einmal hast, hast Du eine sehr gute Grundlage für Deinen Roman.

Auch die letzte Version kannst Du gerne ein wenig ruhen lassen und Dir den noch einmal ansehen.

Aber Achtung! Übertreibe es nicht. Letztendlich ist das nur ein Leitfaden, wie Du überhaupt anfangen wirst. Am Ende, mitten im Roman, wirst Du sehen, was von diesem Text übrig bleibt und was nicht. Daher lasse diesen dann ruhig in der Ecke liegen und konzentriere Dich nächste Woche auf den nächsten Punkt. Es wird alles gut 🙂

Zusammenfassung

Schreib zuerst eine kurze Übersicht über Deine Geschichte, damit Du einen roten Faden hast, wohin es gehen soll. Dann arbeite diesen Text (am besten immer als Kopie) mithilfe der einzelnen Perspektiven, aus denen Du schreiben möchtest. Und danach kannst Du auf Besonderheiten in Deinem Text eingehen, die Du am Ende in Deinem Roman unbedingt erwähnen willst (aber vergiss bitte nicht, es kann sein, dass diese Sachen keinen Eingang finden).

Am Ende sicher Deine Texte gut ab und sichere sie auch. Nicht, dass ein Virus oder sonst was Deine Festplatte frisst und Du keinen Zugang mehr zu Deinen Arbeiten hast.

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Ich freue mich auf Dich 🙂

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Über Frau Schreibseele

eine schreibende, die auf den weg zu ihrer ersten geschichte ist. und bis dahin gibt es beiträge rund ums schreiben, lesen und erleben auf meinem blog :)
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