[Ein Jahr, ein Roman] Von großen und kleinen Konflikten

Hei, hallo und herzlich willkommen,

letzte Woche haben wir uns über Dein Exposé für Deinen Roman unterhalten. Diese Woche schauen wir uns an, ob genügend Konflikte in Deinem Text enthalten sind.

Letzte Woche hast Du (hoffentlich) angefangen an Deinem Exposé zu arbeiten. Eventuell hast Du sogar eine Version fertig. Dann sage ich jetzt schon einmal, herzlichen Glückwunsch dazu. Das ist durchaus eine tolle Leistung.

Jetzt schau Dir aber mal Dein Text an und überprüfe mal, sind auch genügend Konflikte enthalten? Oder plätschert alles irgendwie dahin. Gerade wenn Deine Figuren das Glück haben durch alle Gefahren durchzukommen und es irgendwie nie gefährlich wird, wird es definitiv langweilig.

Vor Jahren habe ich mal ein Fantasybuch gelesen, wo die HeldInnen zwar immer wieder in Gefahren geraten sind. Aber egal was sie taten, es war für sie ein Leichtes zu überleben. Und ich meine das so, wie ich es geschrieben haben.

Hat man sie mitten in ein Kriegsgebiet geschickt, sie haben es locker überlebt. Wurden sie in die Höhle des Löwen geschickt, hei, auch das haben sie überlebt und sogar noch den Löwen getötet (oder gezähmt, such es Dir aus). Und natürlich haben sie den Endkampf ohne größere Probleme bewältigt.

Irgendwann wurde das Buch daher langweilig. Natürlich müssen die Leute nicht reihenweise getötet werden. Aber das Überleben sollte ihnen auch nicht zu einfach gemacht werden. Und in diesem Fall ging es leider in die Hose.

Gerade wenn Du ein Buch aus der Harry Dresden Reihe gelesen hast, wirst Du das durchaus verstehen.

Konflikte beleben das Lesen und letztendlich auch den Lesefluss. Wenn Deine LeserInnen das Gefühl haben, dass nach jeder Seite etwas passiert, dann bleiben sie Dir auch wohlgesonnen. Und seien wir doch mal ehrlich, das ist es ja auch, was wir wollen.

Aus diesem Grund solltest Du ein wenig Energie auf dieses kleine Thema mit sehr großer Wirkung geben. Das Endergebnis sollte dann Deine Mühe wert sein.

Dein Text von letzter Woche ist dafür die entsprechende Grundlage. Nimm ihn Dir vor und überlege, wo könntest Du noch ein paar Konflikte einbauen. Sie sollten natürlich aus der Figur und aus der Geschichte heraus entstehen und nicht einfach willkürlich entstehen. Lass Deine Figuren dann streiten, wenn es sich lohnt, dass der Streit vom Zaun gebrochen wird. Ansonsten nicht. Es wirkt aufgesetzt und künstlich, auch in einem Buch, wenn es keinen richtigen Grund dafür gibt.

Wenn Du aber die Figuren so angelegt hast, dass sie sich regelmäßig streiten, dann können sie auch im unpassendsten Moment durchaus loslegen. Das wäre dann natürlich kein Problem. Denn Du hast eben zwei Streithähne geschaffen und sie nicht streiten zu lassen, das würde definitiv gegen ihre Natur sein. Und das wollen wir natürlich nicht.

Brainstorming ist eine sehr gute Alternative, wenn Du Dir nicht sicher bist, wann Du überhaupt ein Konflikt einbauen sollst. Oder wenn Du nicht weißt, zu welchen Konflikten Deine Figuren überhaupt in der Lage sind.

Schreib dann eine bestimmte Szene oder den Namen einer Figur in der Mitte eines weißen Blattes. Alternativ kannst Du auch das Programm Scapple dafür verwenden. Mit diesem Programm bist Du nicht auf die kleine Größe eines DIN-A4 Blattes begrenzt, sondern kannst Dich ordentlich austoben.

Schreibe auf, was Dir alles zu der Szene oder zu der Figur für Konflikte einfallen. Es gibt bestimmte Grundarten des Grundkonfliktes:

  • Mensch gegen Mensch,
  • Mensch gegen sich selbst
  • Mensch gegen Maschine
  • Mensch gegen Natur
  • Mensch gegen was anderes, woran ich gerade nicht denke 😉

Das ist der große Konflikt, um das sich Dein Roman dreht. Die kleinen Konflikte hingegen sind die, die Deine Figuren daran hindern, den großen Konflikt zu lösen. Streitereien, der Mafiaboss steht vor der Tür, eine Bombe unter dem Hintern Deiner Hauptfigur. Alles hilft Dir, Deine Geschichte spannender zu gestalten.

Schau also genau hin, wo noch Potential für Deine Geschichte zu finden ist. Verschenke nichts.

Überarbeite dann Deinen Text, wenn Du genügend Ideen hast. Was könnte wo passen und was nicht. Denk immer daran „Kill Your Darlings“. Das bedeutet also, auch wenn Du eine gute Idee hast und der Meinung bist, dass sie irgendwo doch hineinpassen sollte. Wenn nicht, dann lösche es. Vernichte es und verwende es eventuell ein anderes Mal. Was passt, kommt rein. Was nicht passt, muss nicht unbedingt passend gemacht werden.

Wenn Du damit fertig bist, lege den Text wieder beiseite (die Datensicherung bitte nicht vergessen) und schau ihn Dir an, wenn Du wieder ein wenig Luft im Kopf hast. Also wenn genügend Zeit vergangen ist und Du schauen kannst, ob das, was Du geschrieben hast, wirklich gut ist oder Du nur glaubst, dass es gut ist.

Bist Du damit fertig, dann hast Du durchaus ein Text, mit dem sich arbeiten lässt. Natürlich wirst Du erst fertig sein, wenn Du mindestens die dritte Version Deines Romans am Ende in den Händen hältst. Aber wenn Du schon einmal ein ordentliches Exposé hast, dann hast Du eine sehr wichtige Grundlage geschaffen, um überhaupt Deinen Roman schreiben zu können.

Und dabei wünsche ich Dir viel Glück und gerne helfe ich Dir auf den Weg dorthin.

Melde Dich für meinen kostenfreien Newsletter an.

Hat Dir der Beitrag gefallen? Dann melde Dich gerne für meinen kostenfreien Newsletter an. Ich informiere Dich einmal im Monat über aktuelle Beiträge, interessante Links und vieles mehr. Und Du bekommst Informationen zum Thema „Wie erschaffe ich eine eigene Welt für meinen Roman“. Eine Reihe für Dich und Deine alternative Welt.

Ich freue mich auf Dich 🙂

Advertisements

Über Frau Schreibseele

eine schreibende, die auf den weg zu ihrer ersten geschichte ist. und bis dahin gibt es beiträge rund ums schreiben, lesen und erleben auf meinem blog :)
Dieser Beitrag wurde unter Ein Jahr, ein Roman abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s