[Ein Jahr, ein Roman] Plot – Die Zeit in Deinem Roman

Hei, hallo und herzlich willkommen,

wie lange dauert ein Tag, wie lange eine Woche? Wenn Du jetzt verdutzt über diese Frage schaust und sagst, dass die Antwort wohl logisch sei, dann hast Du Dich noch nie mit der Zeit in Deinem Roman verhaspelt. Für alle anderen ist dieser Beitrag ❤

Ich werde Dir jetzt ein kleines Geheimnis verraten (auch wenn es eigentlich keines ist). Meine Figuren rennen jetzt seit 50.004 Wörter durch meine Welt (gestern habe ich mein Monatsziel erreicht) und bisher war meine Heldin wohl einmal schlafen. Die Nächte schlägt sie sich um die Ohren und gerade die letzten Tage hat sie gar nicht geschlafen. Das Material der Geschichte bietet durchaus die Möglichkeit, mehrere Tage zu füllen. Aber ich habe sie noch nicht einmal wieder ins Bett geschickt.

Das ist natürlich nicht schlimm, immerhin ist es die erste Fassung. Somit habe ich die Möglichkeit jederzeit diesen Text zu überarbeiten. Aber so etwas kann ganz leicht passieren. Aus einer Woche wird letztendlich ein Tag. Die Leute gehen nicht essen, nicht schlafen, ja noch nicht einmal aufs Klo (okay, bis auf Michael Ende und „Die unendliche Geschichte“ hat sich auch niemand um dieses Thema gekümmert).

Daher lohnt es sich durchaus ein Blick auf die Zeitlinie Deiner Geschichte zu werfen, damit Deine Figuren ab und an zum Essen kommen und auch mal ins Bett dürfen.

Eine Übersicht gestalten

Es gibt mehrere Möglichkeiten, wie Du eine Übersicht gestalten kannst, um eine ordentliche Zeitlinie zu erhalten.

Du kannst Dir ganz banal aufschreiben, an welchem Tag welche Ereignisse geschehen soll. Notfalls kannst Du auch gerne die Uhrzeiten aufschreiben, wann genau diese Dinge geschehen.

Das kann also wirklich so gehen:

  • Tag 1: Heldin und Held treffen sich
  • Tag 2: 13 Uhr – heftiger Streit
  • Tag 2: 17:30 Uhr – sie versöhnen sich

Als Beispiel. Natürlich kannst Du die Sache noch viel ausführlicher machen und viel detaillierter. Alles ist erlaubt, solange es Dir hilft.

Alternativ kannst Du einfach einen Kalender benutzen. Und ich meine durchaus einen richtigen Kalender, in dem Du Deine Termine notierst. Es reicht, wenn Du Dir den Kalender vom letzten Jahr dafür nutzt oder einen günstigen kaufst (der für ein paar Euro reicht völlig aus).

Dann schaust Du nach, mit welchem Tag Du beginnen möchtest. Schreibst Du einen historischen Roman, kannst Du über diverse Kalenderfunktionen im Internet schauen, welcher Tag, sagen wir mal, der 17. April 1675 war (übrigens ein Mittwoch). Dann fängst Du einfach mit dem ersten Mittwoch im Kalender an oder dem ersten Mittwoch im April. Sollte zufälligerweise der Mittwoch auf einen 17ten April fallen umso besser. Aber es geht um die Wochentage und nicht zwingend um die Tage. Notfalls einfach den Tag durchstreichen und durch Deinen Romantag ersetzen.

Wenn Du diese kleine Vorbereitung gemacht hast, schreibst Du einfach in den Kalender, was Deine Figuren gerade an diesem Tag machen. Alternativ kannst Du Dir auch notieren, was an diesem Tag alles genau geschehen soll.

Wir haben ja schon über Dein Exposé geredet. Mit diesen Daten, die Du zusammengetragen hast, kannst Du sehen, was zu einem Tag gehört und was zum nächsten. Sofern Du dies schon herausgearbeitet hast.

Du kannst auch Dein Exposé nutzen und diesen entsprechend aufteilen. Also wenn Du das Gefühl hast, dass nach gewissen Handlungen durchaus ein Tag Unterbrechung angebracht ist, dann teile den Text dort entsprechend auf. Schreib ruhig rein, Tag 1 und dann der Text, Tag 2 und der nächste Text.

Ganz schöner Aufwand

Es mag sein, dass bei einigen das Gefühl entsteht, dass es ja doch ein ganz schöner Aufwand ist, nur für einen Roman. Also Kalender besorgen, die Tage einteilen, eventuell sogar die Uhrzeiten. Warum, bitte schön sollte man das alles machen?

Es geht hierbei darum, dass Dein Text logisch klingt. Egal ob Deine Figuren fliegen können, ohne zu atmen stundenlang unter Wasser leben können und was auch immer. Aber es ist nun einmal so, dass ein Tag auf diesen Planeten 24 Stunden hat (auch wenn wir uns die eine oder andere Stunde mehr wünschen). Und ein Teil dieses Tages ist hell (normalerweise, außer Wolken verdunkeln alles 😉 ) und der andere Tag ist dunkel.

Vielleicht wird noch nicht einmal jemanden auffallen, dass sich Tag und Nacht abwechseln. Dafür wirst Du sogar sehr wahrscheinlich noch nicht mal in einer Rezi eine entsprechende Notiz bekommen. So von wegen: Die Autorin hat auch wunderbar daran gedacht, den Wechsel zwischen Tag und Nacht zu berücksichtigen. Sehr unwahrscheinlich.

Aber was glaubst Du was passiert, wenn Du es vergisst? Genau, man wird Dir das vorwerfen. Es reicht auch aus, wenn Du einfach nur erwähnst, dass es Nacht ist und mal Tag. Aber Du solltest durchaus wissen, welche Szenen zu welcher Tageszeit spielen. Dadurch kannst Du auch noch bestimmte Schwierigkeiten herauskitzeln.

Denn eine Szene kann durchaus spannend wirken, wenn sie bei Tag geschieht. Aber was ist, wenn sie noch besser wirkt, wenn sie zur Nachtzeit geschieht? Überlege, wo Du mehr Spannung und mehr Konflikte einbauen kannst. Das lohnt sich durchaus, wenn Du da noch ein wenig nachbessern kannst.

Zusammenfassung

Aller Wahrscheinlichkeit wird es niemanden wirklich auffallen, ob es in Deinem Roman Tag oder Nacht ist (außer Du erwähnst es explizit). Aber wenn Du die Geschichte, wenn Sie durchaus über mehrere Tage spielen kann und auch sollte, in einem Rutsch durch erzählt wird, dann schon.

Auch wenn es sich ein wenig nach Aufwand anhört, aber es lohnt sich durchaus. Gerade die Kalendermethode. Denn mit ihr kannst Du durchaus auch plotten. Und zwar so, dass am Ende ein runder Roman herauskommt. Schau Dir also an, wie die Tageszeiten Deines Romans aufgebaut sind. Und dann kannst Du gerne zur nächsten Stufe übergehen.

Und darüber reden wir nächste Woche 🙂

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Über Frau Schreibseele

eine schreibende, die auf den weg zu ihrer ersten geschichte ist. und bis dahin gibt es beiträge rund ums schreiben, lesen und erleben auf meinem blog :)
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