[Montagsvorstellung] Fantasy – Die Fragestellung zum Roman

Hei, hallo und herzlich willkommen,

in der vorletzten Woche haben wir uns die Fragestellung zum Liebesroman und in der letzten Woche die zum Krimi angesehen. Und heute geht es erst einmal in die letzte Runde, in die Fantasiewelt.

Legen wir los!

Das Böse

Um einen Fantasieroman zu schreiben, brauchst Du natürlich irgendetwas oder irgendjemand, der das Böse darstellt. Während in Krimis und Liebesromanen (solange sie nicht im Paranormal Romance oder eben auch im Fantasiebereich angesiedelt sind), der Antagonist realistisch sein sollte, darfst Du hier aus den vollen schöpfen.

Das Böse darf ruhig mal so richtig schön böse sein. Sie oder er darf die Welt erobern und Deinen HeldInnen so richtig schön den Hintern versohlen.

Nein, natürlich bedeutet das nicht, dass Dein Böses unrealistisch sein soll. Man sollte die Beweggründe durchaus nachvollziehen dürfen. Denn Tom Hiddleston hat es durchaus richtig erkannt:

In der Vergangenheit sind die Bösewichter herumgerannt und haben erzählt, wie toll es doch sei eben böse zu sein. Gefolgt von der berühmten fiesen Lache.

Heutzutage lockst Du damit niemanden mehr hinter dem Ofen hervor. Das sollte Dir bewusst sein. Auch wenn Dein Bösewicht wirklich böse, wirklich eklig und wirklich abstoßend sein darf, Du solltest ihm und ihr gute Gründe für die Handlungsweisen geben.

Stelle Dir also die Frage, warum will mein Bösewicht die Welt erobern oder auch vernichten. Warum will sie und er, dass die Welt in Angst vor ihr/ihm lebt, als SklavInnen und so weiter. Was sind die Gründe dafür?

Wenn Du einen guten Charakter hast, dann wird die Geschichte überzeugender. Daher lohnt es sich, hier besonders viel Energie zu investieren. Und kennst Du Deinen Bösewicht, kennst Du letztendlich auch die Geschichte Deiner Heldin oder Deines Helden.

Die Heldin oder der Held

Die Lichtgestalt in Deinem Roman. Eine, manchmal durchaus unscheinbare, Person rettet die Welt und damit den Tag. Und doch ist diese Figur mehr als nur ein Bauernbursche oder eine Drachen mordende Prinzessin.

Es kann durchaus eine Legende, eine Prophezeiung oder etwas in dieser Richtung geben, damit Deine Heldin sich ins Abenteuer stürzt. So im Sinne von:

Am Morgen des siebten Tages, des siebten Monats, im siebten Jahr wird das siebte Kind eines siebten Kindes den siebten Mondstein erhalten und damit seine Ernennung besiegeln.

Eine Prophezeiung kann schon mal ein guter Start sein. Aber es muss keine Prophezeiung sein, um die Heldin ins Abenteuer zu locken.

Frodo aus „Der Herr der Ringe“ rutschte eher zufällig in die Geschichte hinein. Wenn Bilbo nicht mit seinem Abenteuer (in das er ja auch eher zufällig reinrutschte, wie ich finde) den einen Ring gefunden hätte, hätte Frodo ihn nicht bekommen. Und damit hätte das Abenteuer nicht begonnen.

Aber es reicht nicht aus, sich auf eine Prophezeiung oder auf das hinein stoßen ins Abenteuer zu verlassen. Denn die Heldin kann sich immer noch entscheiden, dass sie lieber nach Hause geht und sich unter die Bettdecke versteckt.

Wenn Du Dich erinnerst (sofern Du den „Herrn der Ringe“ als Film gesehen hast), wollte Frodo beim Rat des Herrn Elrond den Ring gerne weiter geben. Er fühlte sich nicht in der Lage, die Bürde auf sich zu nehmen. Doch am Ende sah er, was für ein Streit um den Ring ausbrach. Da entschied sich Frodo von selbst diese Bürde doch zu tragen und den Ring zu vernichten.

Diese Entscheidung wurde bei Lady Galadriel noch einmal auf die Probe gestellt. Danach wusste er, nur er ist allein in der Lage den Ring zu vernichten. Niemand sonst. Und das macht ihn dann zum Helden.

Du kannst die tollste Prophezeiung schreiben, die es gibt. Wenn Deine Heldin zu Hause im Bett bleiben will, hast Du keine Geschichte. Daher muss auch die persönliche Motivation stimmen. Zeig mir als Leserin, warum ich Deiner Heldin folgen soll. Und zeige mir, warum sich Deine Heldin entschieden hat überhaupt eine Heldin zu werden.

Kommen beide Komponenten zusammen, also der Außenrahmen für die Heldenreise (entweder Deine Heldin wird ins Geschehen geschubst oder es gibt eine Legende) und die persönliche Motivation, wird die Geschichte stärker.

Die Motivation

Jede Heldin sollte einen guten Grund haben, warum sie sich überhaupt ins Abenteuer wirft. Mulan zum Beispiel will ihren Wert zeigen und ihrem Vater das Leben retten, da er nicht mehr in der Lage ist, als Krieger zu dienen. Frodo hingegen will das Auenland retten.

Jeder Charakter hat andere Gründe, warum sie sich am Ende doch entscheidet, den Weg der Heldin zu gehen. Und diesen Grund solltest Du kennen und auch vermitteln.

Wenn Mulan einfach nur so in die Schlacht gezogen wäre (immerhin stand ihr Leben auf dem Spiel, denn man hätte jede Frau getötet, wenn sie in der Armee gedient hätte), also ohne einen überzeugenden Grund, dann wären wir ihr nicht gefolgt. Und auch Frodo hätte man nicht begleitet, wenn er nur den Ring vernichten wollte.

Sie beide aber hatten einen guten Grund, um ihre Entscheidung zu begründen (auch wenn sie es nie so direkt gesagt haben). Das Leben einer anderen Person (Mulans Vater), eines ganzen Volkes (das Auenland, die Heimat von Frodo) oder auch persönliche Gründe (den Platz im Leben finden – ebenfalls noch einmal Mulan).

Suche also eine gute Begründung, warum Deine Heldin so entscheidet, wie sie sich am Ende entscheidet. Und Du hast schon eine Menge damit gewonnen.

Zusammenfassung

Es bedarf drei Grundkomponenten, um den Anfang für einen Fantasieroman zu stricken:

  • das Böse,
  • eine Heldin oder ein Held
    und
  • ein Grund, warum sie ein Teil der Geschichte werden müssen (nicht unbedingt wollen).

Wenn Du diese Informationen hast, kann nicht nur Deine Heldin ins Abenteuer einsteigen – sondern auch Du.

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Über Frau Schreibseele

eine schreibende, die auf den weg zu ihrer ersten geschichte ist. und bis dahin gibt es beiträge rund ums schreiben, lesen und erleben auf meinem blog :)
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