[Ein Jahr, ein Roman] Plot – Kapitelübersicht

Hei, hallo und herzlich willkommen,

wenn Du die letzten Wochen am Plot gearbeitet hast, dann solltest Du jetzt die eine oder andere Struktur haben und letztendlich auch eine Zeitleiste. Und ein paar andere Dinge mehr. Heute gehen wir in die Kapitelübersicht und schauen, was Du da alles machen kannst.

Du kannst so oder so anfangen

Dank Deines Exposés weißt Du, wohin die Reise Deiner Geschichte gehen soll. Zumindest kennst Du die groben Strukturen. Und theoretisch könntest Du jetzt einfach drauf los schreiben.

Schnapp Dir ein leeres Schreibdokument Deines Office-Programms und leg einfach drauf los. Von der ersten bis zur letzten Seite. Das habe ich mit meinem letzten Roman so gemacht und am Ende ist ein respektabler Text von 60.000 Wörtern herausgekommen (und ja, auch ein fertiger Roman).

In der Überarbeitungsphase kannst Du dann die Einteilung vornehmen, wenn Du das möchtest. Hierbei kommt es ganz klar darauf an, was für ein Schreibtyp Du bist. Gehörst Du zu den etwas chaotischeren Typen (so wie ich größtenteils), dann wirst Du es lieber vorziehen, einfach mal so drauf loszuschreiben. Bist Du aber eine Plotterin bis zu den Knochen, dann, so denke ich zumindest, wird Dir diese Methode sicherlich nicht behagen.

Eine alternative Methode

Eine andere Idee ist, dass Du Dein Exposé nimmst und schaust, wo Du die Kapiteleinteilung vornehmen kannst. Wenn Du eine Struktur gewählt hast (wie den 3-Akter, 4-Akter, 5-Akter-7-Akter. Freytags Pyramide, die Heldenreise und was auch immer), dann lohnt es sich durchaus, innerhalb der Struktur die Geschichte zu schreiben. Damit meine ich ganz banal, Akt 1, hier passiert das und das. Akt 2, hier passiert dieses und jenes.

Und dann schaust Du einfach, wo Du einen Schnitt einbauen kannst. Ganz einfach, wo ein Teil der Geschichte aufhört und der nächste beginnt. Eben das Ende eines Kapitels und der Beginn eines anderen Kapitels.

Klingt einfach? Ist es aber nicht immer.

Worauf ich achten würde

Wenn Du wissen willst, wie es die „Profis“ machen (also Leute, die entweder in einem Verlag veröffentlicht haben oder erfolgreich im SelfPublishing tätig sind), dann gibt es eine gute Möglichkeit: schnapp Dir einfach ein Buch und schau Dir jedes Kapitelende genau an.

Du wirst dabei aller Wahrscheinlichkeit etwas lernen. Die meisten Kapitel enden mit einem kleinen Cliffhanger.

Info:
Ein Cliffhanger bezeichnet im Buch ein offenes Ende, sodass die Leute dazu angehalten werden, sich das nächste Buch zu kaufen, um zu erfahren, wie es weiter geht.
Die Daily Soaps haben das ja perfektioniert. Aber auch die eine oder andere Buchreihe arbeitet mit kleinen Cliffhangern am Ende, damit wir Leserinnen und Leser und das nächste Band kaufen.

Du sollst natürlich als Leserin bzw. als Leser nicht das Buch zur Seite legen wollen (aber musst, weil Du mal wieder zu lange gelesen hast und eigentlich seit drei Stunden schlafen müsstest 😉 ). Daher ist es durchaus wichtig, dass am Ende eines Kapitels eine Frage offenbleibt, sodass ich gespannt auf das nächste Kapitel bin, um diese Frage zu lösen.

Ich habe mal gelernt, dass jedes Kapitel eine Frage aufwirft, die ungefähr am Ende gestellt wird. Und im nächsten Kapitel wird diese beantwortet. Damit sind aber in erster Linie die kleinen Fragen gemeint.

Von kleinen und großen Fragen

Der Roman hat eine große Frage. Bekommt die Heldin ihren Helden oder wird der Mörder geschnappt. Diese Frage sollte im letzten Kapitel geklärt werden. Nicht früher. Denn Du möchtest ja, dass die Leute bis zur letzten Seite bei Dir bleiben und bis zuletzt lesen. Sehr gut (wie ich finde) hat das Julia London (Skandal in Mayfair) gemacht. Erst im letzten Kapitel wusste man, ob es ein Happy End gibt oder nicht.

Das ist aber die große Frage. Das solltest Du mit der Struktur geklärt haben. Die kleinen Fragen sind kapitelabhängig. Wird die Heldin das Elixier finden, um durch das Portal zu kommen? Wird der Inspektor herausfinden, wem die Fingerabdrücke gehören?

Daher kannst Du Dir, wenn Du die Kapitel aufteilst, ruhig die Frage zum entsprechenden Kapitel aufschreiben. Und dann wird diese Frage am Ende des Kapitels aufgeworfen (natürlich innerhalb des Textes, aber das muss ich nicht erwähnen) und dann entweder im nächsten oder im übernächsten Kapitel beantwortet.

Bitte noch einmal in der Übersicht

Zuerst schaust Du in Dein Exposé, wie Du Deinen Text gut aufteilen kannst, um aus dem langen Text, ein Text mit Kapiteln machen kannst.

Danach schaust Du Dir jedes Kapitel an. Gibt es dort eine Frage, welche Dich zur großen Frage führt und die Figuren weiter im Roman? Was brauchen Deine Figuren um die Handlung voranzutreiben? Und schaue dann, wie Du sie in den einzelnen Kapiteln unterbringen kannst, um entsprechend die Geschichte voranzutreiben.

Du kannst auch gerne die Struktur wie folgt aufbauen:

Kapitel 1
Frage – Antwort

Welche Frage willst Du in diesem Kapitel aufwerfen? Und wie soll die Antwort lauten? Und vor allem willst Du sie schon im nächsten Kapitel lösen oder doch eher erst im übernächsten?

Hier kannst Du auch ein Szenenplan in einer Tabelle entwerfen. Ich stelle mir die Übersicht wie folgt vor:

  • Kapitel – evt. Kapitelbezeichnung (das ist besonders wichtig, wenn Du nicht nur Kapitel 1 oder derartiges schreiben willst, sondern eine Überschrift verfassen möchtest)
  • Frage
  • Antwort
  • Antwort in Kapitel (wo auch immer sie zu finden ist)
  • weitere Informationen (die Dir wichtig sind)

Das würde ich Dir zur Übersicht schon empfehlen, damit Du nicht den Blick für das Wesentliche verlierst, die Geschichte. Hacke am Ende ab, ob Du Dein Ziel erreicht hast und die Frage beantwortet wurde. Und wenn nicht, dann frage Dich, warum nicht.

Natürlich kannst Du am Ende alles noch einmal überarbeiten und sehen, wie Du die größte Spannung herausbekommst.

Denn bedenke …

Kapitelüberschriften

Zuletzt darfst Du Dir noch überlegen, mit welchen Überschriften Du die einzelnen Kapitel versehen möchtest. Mir fallen spontan folgende Möglichkeiten ein:

  • Kapitel (und die Nummer)
  • (Zuerst die Nummer) Kapitel
  • Nur die Zahl des Kapitels
  • Der Name der Person, aus deren Perspektive Du gerade schreibst
  • Der Ort wo wir uns gerade befinden
  • Der Zeitraum oder die genaue Zeit
  • Eine individuelle Überschrift, welche auf den Inhalt schließen lässt

Das ist aber die Kür und Du kannst am Anfang, als Einteilung wirklich nur mit den Nummern arbeiten. Was Du dann entscheidest, entscheidest Du dann eben zuletzt.

Zusammenfassung

Wenn Du keinen endlosen Text schreiben möchtest, wirst Du früher oder später auf das Thema Kapitel und die entsprechende Einteilung kommen. Daher kannst Du im Rahmen der Planung damit beginnen, wie Du es so richtig spannend für Deine LeserInnen machst. Immerhin willst Du ja, dass wir Dein Werk nicht mehr aus den Händen legen.

Aber bedenke, was Du planst, ist niemals in Stein gemeißelt. Wenn Du eine bessere Lösung findest, als die Erste, ändere alles. Habe aber dabei immer die Geschichte im Blick. Denn um sie dreht sich letztendlich die ganze Arbeit.

Packen wir es gemeinsam an!

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Ich freue mich auf Dich 🙂

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Über Frau Schreibseele

eine schreibende, die auf den weg zu ihrer ersten geschichte ist. und bis dahin gibt es beiträge rund ums schreiben, lesen und erleben auf meinem blog :)
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