Fanfiction – Vom Sinn und den Gefahren

Hei, hallo und herzlich willkommen,

seit etwa zehn Jahren beschäftige ich mich direkt oder indirekt mit dem Thema Fanfiction. Und da dachte ich mir, reden wir doch mal darüber.

Eine kurze Definition – Was sind überhaupt Fanfiction?

Man kann sagen, Fanfiction sind Geschichten von bekannten Serien, Filme, Bücher, Comic, Zeichentrickserien, Computerspielen, Mangas, Animes und so weiter, die von den Fans geschrieben und nicht kommerziell vertrieben werden. Zwischenzeitlich werden sogar von Stars Fanfiction geschrieben (wobei dieser Trend durchaus kritisch zu betrachten ist, gerade dann, wenn zwei Brüder ins Bett geschickt werden – ja, diese Geschichten gab/gibt es wirklich).

Hier setzen sich also Fans hin und schreiben entweder Kurzgeschichten oder sogar kleine Romane zu ihrer Lieblingsserie. Es gibt dabei immer wieder Wellen, wo die Fanfiction zu einem Roman oder Filmreihe kurzerhand sehr stark auftritt. Schwappt der Hype zu dem Thema ab, kommt dann eben das nächste Thema.

Dazu gehören zum Beispiel folgende Serien oder auch Bücher:

  • DragonBall
  • Sailor Moon
  • Harry Potter
  • Herr der Ringe
  • Twilight (immer entstand daraus auch 50 Shades of Grey)
  • etc.

Jede und jeder kann FanFiction schreiben und sie auf entsprechende Portale hochladen. Die Bekanntesten (zumindest mir) sind die folgenden Portale:

Während in Deutschland Fanfiction eher ein Nischendasein führt, ist es in Amerika sehr populär. Es gibt sogar Autorinnen, die es vom Fanfiction schreiben sogar auf die Leinwand geschafft haben. EL James mit ihrer Reihe „50 Shades of Grey“ ist nur eine davon. Eine andere Autorin ist Cassandra Clare. Ich kenne sie selbst mit ihrem „Herr der Ringe“ Tagebücher, sie hat aber auch noch andere Sachen geschrieben. Und ihre City of Bones Reihe wurde zum Teil zwischenzeitlich auch verfilmt.

Warum soll ich mich mit diesem Thema beschäftigen?

Natürlich bedeutet es nicht, nur weil ich Fanfiction schreibe, dass ich am Ende automatisch berühmt werde. Dazu sage ich nur: Schön wäre es. Aber es gibt trotzdem gute bis interessante Gründe, warum es doch lohnt, sich mit diesem Thema zumindest ein wenig auseinanderzusetzen.

Schreibübung ohne massig an Vorarbeit

Ich denke mal, aus den früheren Beiträgen ist klar, ich bin ein Fan von Schreibübungen. Und ja, mit Fanfiktion kannst Du auch Schreibübungen betreiben. Denn Du nimmst Dir ja eine bestehende Welt und die bestehenden Charaktere und arbeitest letztendlich nur an dem Plot, an den Beschreibungen, Dialoge und der Geschichte selbst. Du musst Dir aber keine Gedanken zum Thema Charakteraufbau oder Weltenbau machen.

Das möchte ich Dir anhand meines Lieblingsbeispiels Marvel kurz näher erläutern:

Ich selbst plane wohl seit zwei oder drei Jahren eine Fanfiktion Reihe rund um die Marvelwelt. Wenn ich das dann irgendwann mal durchziehe, brauche ich mich nur aus der Fülle der Figuren zu bedienen und in der entsprechenden Welt umzusehen.

Weder muss ich mich um das Aussehen der einzelnen Charaktere kümmern, noch um ihre Fähigkeiten oder ihre Beziehungen untereinander (außer ich ändere sie selbst ab). Und auch um die Organisationen in der Welt oder die Antagonistinnen oder Antagonisten brauche ich kein Gehirnschmalz aufzuwenden. Das ist definitiv ein Vorteil.

Was ich machen muss, ist, mir die wichtigen Daten aufschreiben, die ich zu den Figuren benötige (oder die dazugehörigen Datenbanken durchsuchen) und kann mich dann eher auf meinen Plot konzentrieren. Und gerade wenn man sich mehr mit dem Plot auseinandersetzen will, können Fanfiktions dabei helfen. Durch das Schreiben und Erarbeiten eines Plots mit den bestehenden Figuren lernen ich, wie ich das überhaupt mache. Es gibt durchaus Autorinnen und Autoren, die genau damit ihre Probleme haben und so lernen können, damit umzugehen.

Erschaffe Dir eine Fanbase

Eine Fanbase ist eine Gruppe von Menschen, die nur darauf warten, dass Du den nächsten Teil Deiner Geschichte veröffentlichst. Denn viele Fanfiktion werden kapitelweise veröffentlicht und das in regelmäßigen Abständen. Natürlich dauert es am Anfang eine Weile, bis sie auf Dich und Deine Geschichte aufmerksam werden (hier kannst Du also schon einmal üben, Werbung für Dich und Deine Geschichte zu machen). Doch dann können sie sich zu sehr treuen Fans entwickeln, wenn Du Deine Arbeit richtig machst.

Das hatte ich erlebt, als ich meine Harry-Potter-Geschichte veröffentlichte. Da warteten einige so dermaßen auf meine neuen Kapitel, dass sie mir sogar private Nachrichten schickten, wann es denn so weit ist. Leider hatte ich damals den Sinn von Plots noch nicht so verstanden, dass das Ende der Geschichte einfach nur schlecht war. Und danach stellte ich das Schreiben der Fanfiktion erst einmal ein.

Machst Du es also richtig und scharrst Deine Fanbase um Dich herum, kann es natürlich auch sein, dass sie Deinen ersten Roman kaufen und Dich damit bei Amazon (und dem ganzen Ranking) unterstützen. Das ist natürlich kein MUSS, darüber brauchen wir nicht zu diskutieren. Aber es KANN sein, dass Du damit Glück haben kannst.

Übung in einer fremden Welt

Weiterhin siehst Du auch die Dynamik einer Welt. Zwar sind veröffentlichte Werke nicht frei von Widersprüchen (ich spreche hier als Beispiel das Thema „Klingone“ aus dem Stark Trek Universum an). Aber sie sind eher durchdacht, als wenn Du spontan eine neue Welt kreierst. Da kann immer noch was dazu kommen, etwas wegfallen, Themen geben, die Du noch nicht bedacht hast und so weiter.

Du kannst Dir also eine fremde Welt ansehen und schauen, wie sie funktioniert. Wie sind die Figuren dort eingebaut, wie die besonderen Eigenschaften dieser Welt und wie harmonieren sie miteinander. Mit Fanfiktion kannst Du das lernen und das Gelernte für Deine Geschichten anwenden.

Gefahren der Fanfiktion

Natürlich ist nicht alles eitler Sonnenschein, wie es so schön heißt. Wer sich mit dem Thema Fanfiktion beschäftigt, sollte sich auch mit der Schattenseite auseinandersetzen. Einige davon sind harmlos, andere hingegen greifen sogar in Deine Tasche.

Es ist NICHT Deine Welt

Was manche Fanfiktion-Autorinnen und -autoren nicht zu begreifen scheinen ist, die Welt, die sie sich leihen, ist eben nicht ihre Welt. Auf jede Welt, die ich oben aufgeführt habe und zu der eine Fanfiktion geschrieben werden kann, unterliegt ein Urheberrecht oder Copyright. Das bedeutet, dass Du Dich eigentlich in einem nicht ganz legalen Bereich vorwagst, wenn Du über zum Beispiel einen Roman wie Harry Potter eine eigene Kurzgeschichte schreibst.

Wenn Du die Geschichte auf Deiner Festplatte hast und sie dort lässt, passiert Dir erst einmal nichts. Aber veröffentlichst Du die Geschichte, kann man eigentlich von einer Urheberrechtsverletzung sprechen.

Da ich selbst keine Anwältin bin, werde ich Dir keine rechtliche oder juristische Beratung anbieten. Im Zweifelsfalle kontaktiere bitte eine Anwältin oder einen Anwalt für, ich würde sagen, Medienrecht. Die können Dir eher weiterhelfen.

Nur tolerieren viele Eigentümerinnen und Eigentümer der entsprechenden Marken das. Joanne K. Rowling fühlt sich zum Beispiel sogar geehrt, wenn man über ihre Romane Fanfiktion schreibt. Andere, wie Anne Rice hingegen, verbieten ganz klar, dass man zu ihren Figuren und Welten Fanfiktion schreibt. Und die Portale reagieren entsprechend darauf und löschen die dazu geschriebenen Fanfiktion meistens.

KEINE kommerzielle Nutzung

Es sollte eigentlich klar sein, aber es gibt wirklich Leute, die fragen, ob sie ihre geschriebenen Fanfiktions kommerziell nutzen dürfen. Oder anders ausgedrückt, ob sie es veröffentlichen dürfen, um damit Geld zu verdienen.

Es sind nicht Deine Welten oder Deine Figuren, darüber sind wir uns einig. Und wenn Du nicht gerade die Erlaubnis vom Verlag hast oder eine Lizenz erwirbst oder wie immer das auch geht, ist erst einmal die klare Antwort: NEIN!!!

Natürlich kann man darüber diskutieren, ob die Portale ein kommerzielles Interesse an der Veröffentlichung der Fanfiktion haben. Aber das ist das Problem deren Anwältinnen und Anwälte und nicht Deines. Daher würde ich Dir raten, dass Du Deine Geschichten nur über diese Portale veröffentlichst und nicht einmal auf Deiner Seite, außer Du hast die Erlaubnis dazu.

Ansonsten würde ich einfach die Pfoten von der Veröffentlichung der Geschichte lassen, wenn Du nicht auf entsprechende Portale zurückgreifst oder die Rechte dazu hast. Oder solltest Du bei der ganzen Sache ein schlechtes Gefühl haben.

Finger weg vom Bruder-Sex

Auf der LoveLetter Convention 2013 habe ich gehört, dass es Fanfiktion von zwei Fußballbrüdern gibt. Und ja, die beiden mussten am Ende auch ins Bett (leider erinnere ich mich nicht mehr an die Namen, tut mir leid). Die Brüder waren darüber so irritiert, dass sie die entsprechenden Portale gebeten haben, diese Geschichten zu löschen und solche nicht mehr freizuschalten. Dem wurde auch nachgekommen.

Egal ob es Schwester, Brüder, Elternteil und Kind oder sonst welche Verbindungen gibt, schreib nicht darüber. Lass es einfach sein, bitte. Es gibt genügend interessante Paare da draußen, dass Du nicht unbedingt Inzestgeschichten schreiben musst. Halte Dich einfach an die gesetzlichen Regelungen und Du erregst keine unnötigen Irritationen.

Und warum muss ich überhaupt zwei Geschwister ins Bett schicken? Will mir nicht ganz in den Kopf.

Grüße von Mary Sue und Harry Stu

Mary Sue hat es vorgemacht und Harry Stu die männliche Version, eines durchaus interessanten Phänomens. Wobei Du dieses Phänomen durchaus meiden solltest.

Mary Sue

Mary Sue ist ein Charakter aus einer Fanfiktion der 1970er Jahre aus der Welt von Star Trek Raumschiff Enterprise (Classic). Die Figur war sowohl Captain Kirk als auch Spock und Dr. McCoy in allen Belangen überlegen. Zudem verliebten sich natürlich alle Charaktere in sie, weil sie so einmalig war, toll und was auch immer. Und am Ende gab sie ihr Leben, um den Herren der Serie das Leben zu retten.

Damit ist Mary Sue der Inbegriff eines Charakters, um den sich alles dreht. Sie ist hübsch, sie ist intelligent, alle lieben sie und zudem ist sie mit den wichtigsten Charakteren der Geschichte in irgendeiner geheimnisvollen Art und Weise verbunden. Und am Ende rettet sie den Tag, während die wahren Heldinnen und Helden eher dumm aus der Wäsche gucken. Natürlich verlieben sich alle Jungs (oder je nach Geschichtstyp auch alle Mädchen) in sie und sie entscheidet sich heroisch für die verletzte Seele, um sie oder ihn zu retten.

Einige Beispiele:

  • Harry Potter: Sie ist entweder mit Proffessor Snape verwandt oder die Enkelin von Proffessor Dumledore, mit Du-weißt-schon-wem verbunden oder hat eine Beziehung mit Draco Malfoy.
  • Marvel: Sie ist reicher als Tony Stark, stärker als Captain America, wahrscheinlich mit dem Red Skull verwandt, wird aber nach und nach von den Heldinnen und Helden gerettet und wird am Ende ein wichtiges Mitglied der Avengers.
  • Der Herr der Ringe: Sie ist die schönste Elbin aller Zeiten, kann Bogen schießen, mit dem Schwert kämpfen und ist eher eine Einzelgängerin. Aller Wahrscheinlichkeit wird sie schwer verletzt und am Ende kann man ihr das Leben retten. Und jeder Mann der Geschichte (Legolas, Aragorn, etc.) dreht den Kopf nach ihr um.

Böse Zungen sehen in der Elbin Tauriel (aus der Reihe „Der Hobbit“) solch ein Mary Sue Charakter. Denn sowohl Legolas als auch der Zwerg Kili verlieben sich in sie. Und Legoas Vater Thranduil macht ihr das Leben schwer. Natürlich ist sie hübsch, kann mit dem Bogen gut umgehen und wird verstoßen, weil sie ihrem Herzen folgt. Und noch einiges mehr (ich will nicht zu viel Spoilern).

Wenn Du also das Bedürfnis hast, einen solch perfekten Charakter zu schaffen, rechne damit, dass sie zerrissen wird. Denn in Mary Sue sieht man eine Figur, wie die Autorin sich selbst gerne sehen möchte. Eben auch schlank, hübsch, sportlich und all diese Dinge. Gib ihr ruhig einige vernünftige Schwächen, die mehr sind als, sich zu sehr um jemanden zu kümmern. Und lass die wahren Heldinnen und Helden auch die wahren Heldinnen und Helden sein.

Harry Stu oder auch Harry Styles

Ich kenne ihn eher als Harry Stu, aber es gibt ihn wohl auch als Harry Styles. Die männliche Version von Mary Sue. Er ist der einsame Held, der aus dem Nichts auftaucht, ein Opfer der Umstände ist und kriegt am Ende natürlich das tollste Mädchen der Geschichte (oder den Jungen, je nachdem was für eine Geschichte Du schreibst).

Wenn ich an unseren Harry und seine Rolle denke, kommt mir immer eine Serie der Wochenend-Kids in Erinnerung. Die vier Heldinnen und Helden wurden zu einer Party eingeladen und dabei wollten die beiden Mädels der Serie, dass die beiden Jungs wie verletzte Hündchen wirken. Das ist durchaus eine gute Beschreibung von Harry Styles, dass verletzte Hündchen.

Einerseits ist er der Außenseiter und zugleich hat er die Rolle des Weltenretters inne. Also auch hier Vorsicht, bevor Du ein solch perfektes verletztes Hündchen beschreibst.

Okay, ich will es mal probieren

Wenn Du jetzt vielleicht Lust bekommen hast Deine eigene Fanfiktion zu schreiben, bedarf es nur einiger Zutaten.

Such Dir eine Welt aus

Ich denke mal, dass Du da nicht lange suchen musst. Wenn Du liest, dass Du fast jede Welt benutzen kannst, die da draußen besteht, dann kann man das wie ein Süßigkeitenladen beschreiben. Du kannst wirklich jede Süßigkeit nehmen und sie so verändern, wie Du willst. Das ist auch ein Vorteil der Fanfiktion. Am Ende schreibst Du Deine Geschichte so, wie Du es willst.

Zu fast jeder Welt gibt es zwischenzeitlich auch ein eigenes Wikiprojekt, sodass Du dort die wichtigsten Eckdaten bekommst. Da fällt die Recherche durchaus leichter, als wenn Du eine eigene Geschichte schreiben willst.

Aber Achtung, schau ruhig genauer hin, ob Du überhaupt dazu eine Fanfiktion schreiben darfst. Anne Rice und auch Yasemin Galenorn möchte zum Beispiel nicht, dass man zu ihren Welten Geschichten schreibt. Zu Deinem eigenen Besten respektiere diesen Wunsch und konzentriere Dich ruhig auf andere Geschichten. Da draußen gibt es genug Material.

Plotte

Wie zu jeder Geschichte benötigst Du hier auch einen guten Plot. Arbeite daran genauso, als würdest Du an Deinem eigenen Roman schreiben. Je besser Dein Plot am Ende ist, desto eher werden die Leute Deine Geschichte lesen. Und auf den kostenfreien Portalen hast Du durchaus die Chance, dass die Leute Deine Fanfiktion lesen und es bewerten. Und je besser Du bist, desto eher kannst Du Dir einen entsprechenden Ruf aufbauen.

Regelmäßigkeit ist Trumpf

Romane sollten in schöner Regelmäßigkeit erscheinen. Das gilt auch für die Kapitel Deiner Fanfiktion. Wenn Du einmal die Woche oder einmal im Monat einen längeren Text veröffentlichst, wissen die Leute Bescheid und werden dann auch schön regelmäßig Dein Text lesen. Bereite daher ruhig einiges an Material vor, damit Du eventuelle kurzfristige Zeitfresser entgegenwirken kannst.

Mit anderen Worten schreib schon mal zwei oder drei Kapitel vor, bevor Du das Erste veröffentlichst. Sollte es mal in einer Woche oder in einem Monat (je nachdem, wie Du Deine Veröffentlichungsweise wählst) mal keine Zeit haben zu schreiben, kannst Du auf das vorbereitete Material zurückgreifen.

Kommentare respektieren und nicht betteln

Es gibt Leute, die regelrecht nach Kommentaren betteln (zumindest zu meiner aktiven Zeit auf animexx). Und das sogar direkt in den Geschichten, wo eigentlich der Text zu Deinem Roman stehen sollte. Das wurde irgendwann verboten. Aber die meisten Leserinnen und Leser geben auch so Kommentare zu Deinen Werken ab, egal ob sie gut oder schlecht sind.

Respektiere sie genauso, als wären es Rezensionen zu Deinem Roman auf Amazon oder sonst wo. Einige davon sind hilfreich, andere hingegen nicht. Hier kannst Du auch üben, mit schwierigen Leserinnen und Lesern umzugehen. Sei höflich und zugleich professionell.

Beta-LeserInnen

Es ist immer gut, wenn Du auch Deine Fanfiktion von sogenannten Betaleserinnen und -lesern durchlesen lässt. Hierfür ist ein professionelles Lektorat nicht notwendig. Zumal Du nur Ausgaben und keine Einnahmen hast. Aber Du wirst nicht alle Fehler entdecken, daher lasse gerne ein weiteres Augenpaar drüber lesen. Und bedanke Dich für deren Hilfe. Immerhin opfern sie ihre Zeit für Deine Geschichte.

Such Dir Dein Portal

Du kannst die oben aufgeführten Portale zur Veröffentlichung Deiner Geschichte nutzen, oder auch weitere suchen. Im Internet gibt es genügend davon. Lies Dir aber die Regeln durch, gerade wenn es um das sogenannte Rating Deiner Geschichte geht.

Rating bedeutet, wenn zu viel Sex oder Gewalt vorkommt, dass es natürlich für Kinder bzw. Jugendlich unter, sagen wir mal, sechszehn Jahren die Geschichte nichts ist. Oder auch unter achtzehn. Wegen dem Jugendschutz. Sorge dafür, dass Du das richtige Rating einträgst.

Und hier noch ein wichtiger Hinweis: Du kannst natürlich noch „zensierte“ Version Deiner Geschichte veröffentlichen und für alle freigeben. Und daneben noch die „unzensierte“ Version, bei dem Du die Leserechte entsprechend einschränkst. Zum Beispiel die Sexszene kürzen, die Gewalt nicht bildlich darstellen. Aber es werden immer wieder Leute kommen, die fragen, ob Du ihnen das Kapitel nicht zusenden kannst. Wenn sie unter achtzehn sind, würde ich Dir klar empfehlen: Mach es nicht. Denn Du kannst nicht wissen, ob es nicht nur ein Test der Moderatorinnen oder Moderatoren sind und am Ende nicht Dein Konto gesperrt wird, weil Du Dich nicht an die Regeln gehalten hast. Und überhaupt gehört gewisses Material nicht in allen Händen.

Dein Urheberrecht

Es mag sich vielleicht etwas ironisch anhören, aber Du hast auf Deine Fanfiktion auch ein gewisses Urheberrecht. Nicht auf die Figuren oder auf Originalzitate oder Ähnliches. Aber alles, was Dein Gehirnschmalz hervorbringt (zum Beispiel Dialoge oder auch der Plot) gehört Dir.

Vor Jahren gab es mal ein Projekt „Lösch Dich!“ wo schlechte Fanfiktion regelrecht auseinandergenommen wurde. Und jemand klagte erfolgreich (ich glaube sogar mit Anwalt) gegen das Komplette hochladen der fremden Geschichte, damit diese besprochen werden konnte. Denn, wie geschrieben, gibt es ein Urheberrecht auf die Geschichte. Somit ist es anderen nicht erlaubt, dass sie Deine Geschichte übernehmen.

Klingt verrückt, ist es vielleicht sogar auch, aber notfalls mit einer Anwältin oder einem Anwalt beraten, wenn Dein Urheberrecht verletzt wurde.

Vorsicht – Zeitfresser!

Neben den vielen Vorteilen der Fanfiktion hat es definitiv einen Nachteil: Du schreibst an einer fremden Geschichte und nicht an Deinen nächsten Roman.

Nehmen wir mal an, Du arbeitest pro Tag eine Stunde an einem Kapitel für Deine Fanfiktion. Das ist eine Stunde weniger, die Du an Deinem Roman, Deiner Novelle oder zumindest Deine Kurzgeschichte arbeiten könntest. Und es kann durchaus vorkommen, dass Du am Ende so viel Spaß hast, die Fanfiktion zu schreiben, dass Dein Romanprojekt ins Abseits gerät.

Du solltest daher schauen, dass Dein Projekt nicht überhandnimmt und Du Dich in erster Linie um Deinen Roman kümmerst und die Fanfiktion Geschichten noch nebenbei schreibst. Mit der entsprechenden Harmonie zwischen diesen beiden Projekten kannst Du Spaß haben und mit Deinen Romanen weiterkommen.

Zusammenfassung

Fanfiktion haben natürlich ihre Nachteile:

  • fremde Welten und Figuren,
  • fremdes Urheberrecht
  • Zeitfresser

Aber sie haben auch ihre Vorteile:

  • Plotübung
  • Schreiberfahrung
  • Gründung einer Fanbase
  • Du kannst die fremde Geschichte so schreiben, wie Du sie gerne gelesen oder gesehen hättest

Ich bin daher der Meinung, dass es sich durchaus lohnt, sich mit dem Thema näher zu beschäftigen. Natürlich ist es kein zwingendes Muss, das Du wirklich eine Fanbase aufbaust. Oder, wenn Du es doch tust, dass sie am Ende auch Deinen Roman kaufen.

Aber auch die anderen Vorteile sprechen für die Fanfiktion. Eben die Schreiberfahrungen, die Du damit sammelst. Oder auch der Prozess bis zur Veröffentlichung. Dass Du regelmäßig an einer Geschichte arbeitest und vor allem veröffentlichst (auch wenn es mit den Portalen um einiges leichter ist, als mit einem (Selbst-) Verlag). Und der Umgang mit Kritikerinnen und Kritiker (egal ob sogenannte Neiderinnen und Neider oder eben Deinen Fans).

Schau Dir daher Deine Wunschwelt genau an, über die Du schreiben willst und ob Du es darfst (sieh die oben aufgeführten Beispiele). Und dann fange an zu recherchieren, welche Elemente in Deiner Welt auftauchen sollten und welche Du weglassen kannst und möchtest.

Denn mithilfe der Fanfiktion kannst Du eben die Geschichte schreiben, die Du gerne auf der Leinwand gesehen oder zwischen den Buchdeckeln gelesen hättest. Natürlich hat auch die Fanfiktion ihre eigene Sprache, wie die folgenden Links Dir das beweisen:

Aber im Grunde genommen ist das keine komplizierte Sache. Und vieles erklärt sich von selbst. Daher ist die Beschäftigung damit auch kein Ding der Unmöglichkeit.

Und ehrlich gesagt, ich weiß nicht, wie es Dir geht, aber ich habe jetzt Lust bekommen, mich doch meinem Fanfiktion Projekt zu widmen. Es wird vielleicht nicht eine Stunde am Tag sein und ich weiß nicht, wann ich damit mal an die Öffentlichkeit gehe. Aber ich denke durchaus, dass ich damit anfangen werde.

Wie sieht es mit Dir aus? Willst Du eine Fanfiktion schreiben? Zumindest eine Kurzgeschichte? Zu welchem Thema? Mit welchen Figuren? Und würdest Du es auch hochladen wollen?

Lies Dir ein paar Geschichten durch

Ruf Dir die oben aufgeführten Portale auf und lies Dir die eine oder andere Geschichte durch. Wie gefallen sie Dir? Was ist gut? Und was würdest Du ändern? Es geht hierbei um die Erfahrung, die Du mit anderen Geschichten machen kannst.

Möchtest Du eine eigene Fanfiktion schreiben?

Es reicht aus, wenn Du erst einmal eine Kurzgeschichte schreibst. Einfach um zu sehen, ob es Dir überhaupt liegt, mit fremdem Material zu arbeiten. Wenn Du damit fertig bist, kannst Du immer noch entscheiden, ob Du weitere Geschichten schreiben oder sie gar veröffentlichen willst.

Ziehe Zettelchen

Wenn Du gar keine Ahnung hast, mit wem und worüber Du schreiben sollst, kannst Du verschiedene Situationen und Figuren aus Serien, Filmen oder Büchern auf kleine Zettelchen schreiben. Dazu gehören Orte, Situation, Name und Konflikt. Sowie weitere Punkte, welche Dich persönlich interessieren.

Dann ziehe zu jeder Kategorie ein Zettelchen und schau Dir an, was am Ende dabei herausgekommen ist. Und dann schreib eine Szene dazu. Das ist zugleich auch eine schöne Schreibübung, die Du da machen kannst. Und es gibt dafür sogar Potenzial, so dermaßen zu lachen, dass man unter dem Tisch liegt (hatte ich schon einmal gehabt).

Plane Deine Fanfiktion

Wenn Du Dich dafür entscheidest, eigene Fanfiktion zu schreiben und zu veröffentlichen, dann wird es Zeit für Deine Planung. Wann willst Du an welchem Projekt arbeiten? Also am Roman, an einer Kurzgeschichte oder an einer Novelle sowie an der Fanfiktion. Und dann schau, wie Du alles unter einem Hut bringen möchtest.
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Erste Version: 22. August 2015
Zweite Version: 04. Juni 2016

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Über Frau Schreibseele

eine schreibende, die auf den weg zu ihrer ersten geschichte ist. und bis dahin gibt es beiträge rund ums schreiben, lesen und erleben auf meinem blog :)
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