[Samstagsgedanken] Spiel mir noch einmal das Lied …

Hei, hallo und herzlich willkommen,

wir leben in einer Welt der Sequels, Prequels und was es auch immer noch für Wörter für Serien und Reihen gibt. Sicherlich wird es Dir aufgefallen sein. Da sind Einzeltitel oder Einzelfilme (ich nenne sie selbst Stand Alones) schon überraschende Ausnahmen.

Daher möchte ich mit Dir heute und in den nächsten Beiträgen über Sequels reden. Was sind sie, warum schreiben manche sie und wie schafft man es, dass der zweite Teil nicht schlechter wird als der erste Teil. Und das ist wirklich eine Kunst.

Eine kurze Definition (wie ich die Sache sehe)

Einzeltitel / Stand Aloen

Eine zwischenzeitlich immer rarere Erscheinungsform. Sei es als Film oder Buch, die Geschichte wird innerhalb eines Werkes erzählt und auch beendet. Das bedeutet, dass die Charaktere nur einmal auftreten und wir die Welt nur einmal betreten.

Beispiele:

  • Hans Bemmann: Stein und Flöte
  • Tanya Huff: The Silvered
  • Mark Haddon: The Curios Incident of the Dog in the Night-Time

Trilogie oder auch begrenzte Titel

Der häufigste Vertreter einer Reihe, die eine übersichtliche Anzahl von Büchern hat, ist immer noch die Trilogie, also drei Bücher innerhalb der Reihe. Aber natürlich kann es auch mehr als drei Bücher in der Reihe geben, oder auch nur zwei Titel. Jedoch sind hier meistens die Figuren und die Welt die gleiche. Das bedeutet, dass wir etwas mehr Zeit mit ihnen verbringen können.

Beispiele:

  • Die Tribute von Panem (3 Bände)
  • Harry Potter (7 Bände)
  • Das Rad der Zeit (14 Bände)

Serie / Reihe

Natürlich könnte man eine Reihe, die mehr als drei Bücher haben, als Serie oder Reihe bezeichnen. Aber ich möchte hier damit eine Reihe bezeichnen, die eine gefühlte endlose Reihe ist. Also man kann nicht sagen, wann der nächste Band erscheint und ob es das letzte Band ist oder noch ein weiterer kommt.

Häufig spielt eine feste Figur eine Rolle, es kann aber auch sein, dass nur die Welt immer wieder kehrt und die Figuren wechseln.

Beispiele:

  • Nalini Singh – Die Gestaltenwandler Reihe (eine Welt, verschiedene Figuren)
  • Jim Butcher – Die dunklen Fälle des Harry Dresden (eine Figur, eine Welt)
  • Terry Pratchett – Die Scheibenwelt Romane (eine Welt, verschiedene Figuren, die gleichen Figuren können in verschiedenen Bänder die Hauptrolle spielen)

Natürlich kann man jetzt einwenden, dass irgendwann mal die Reihe beendet wird. Also warum gibt es für diese Kategorie eine eigene Beschreibung? Aber genau dieses irgendwann ist hier das Thema. Es ist nicht abzusehen, wann die Reihe beendet wird. Und da wir es nicht absehen können (und teilweise die Autorinnen und Autoren selbst können dies noch nicht einmal), trenne ich diese beiden Bezeichnungen voneinander.

Die Ausgangssituation

Wenn heutzutage ein Film in die Kinos kommt, dann ist es sehr wahrscheinlich, dass ein zweiter und ein dritter Teil folgt. Das gilt auch für die Bücher. Das hat natürlich gewisse Vorteile. Denn wir müssen uns nicht zu schnell von den geliebten Figuren trennen und haben etwas, worauf wir uns freuen können. Denn meistens ist es so, dass jedes Jahr ein neuer Teil erscheint. Und meistens versuchen die Leute (Filmindustrien und Verlage) die Filme / Bücher zur gleichen Zeit wie den Vorgänger zu veröffentlichen. Zum Beispiel kurz vor Weihnachten.

Aber wo ein Vorteil ist, ist auch meistens ein Nachtteil. In diesem Fall liegt der Nachteil auf der Hand. Denn wir müssen ein Jahr auf den nächsten Teil warten, wenn wir Glück haben. Wenn Du damals die Harry-Potter-Reihe gelesen hast, dann hast Du erlebt, dass es manchmal länger dauerte, bis der nächste Band erschienen ist. Wenn eine Reihe nicht beendet ist, ist es durchaus eine schwierige Angelegenheit die Veröffentlichung regelmäßig vorzunehmen. Immerhin wollen die Romane geschrieben werden. Das bedeutet also, dass Du als Sequelautorin oder Sequelautor den ganzen Prozess eines Romans mehrere Male durchstehen musst. Und manchmal kann es sein, dass ein Roman länger braucht, als ein anderer.

Es gibt natürlich auch andere Vor- und Nachteile. Schauen sie wir uns in der Übersicht an.

Weitere Vor- und Nachteile

Vorteile

  • Du lernst die Figuren besser kennen, wenn Du länger mit ihnen schreibst.
    Wenn Du zwei oder drei Bücher mit den gleichen Charakteren schreibst, wachsen sie unter Deinen Fingern und Du lernst sie besser kennen. Gerade wenn Du sie über einen längeren Zeitpunkt verfolgst, zum Beispiel über Jahre hinweg (wie es bei Harry Potter geschehen ist).

  • Du musst Dich nicht von ihnen so schnell trennen.
    Ein Einzeltitel ist nach zum Beispiel 300 bis 500 Seiten vorbei (oder wie lange auch immer das entsprechende Werk ist). Schreibst Du an einer Reihe, dann kannst Du zum Beispiel drei Mal dreihundert Seiten schreiben. Oder noch mehr Seiten. Wenn Du also Deine Figuren liebst, dann musst Du Dich noch nicht so schnell von ihnen trennen. Du schiebst diese also auf.
    Aber denk daran, irgendwann musst Du Dich doch mal von ihnen trennen. Zumindest empfehle ich es Dir. Auch wenn Leserinnen und Leser Dir gerne in Deine Welten folgen, irgendwann wird es sogar den hartgesottenen unter ihnen zu viel. Daher sollte auch bei einer Reihe irgendwann mal ein Ende in Sicht sein.

  • Du bindest Deine Leserinnen und Leser an Dich und Deine Geschichte
    Wenn Deine Leserinnen und Leser Deine Geschichte lieben, kannst Du sie an Dich und eben diese Geschichte binden. Sie werden sich freuen, wenn Du einen neuen Roman veröffentlichst, weil sie darauf warten und hoffen, dass Du so schnell wie nur möglich schreibst, damit sie das nächste Band bald in den Händen halten können.
    Und ja, das kann natürlich auch eine teilweise sichere Einnahmequelle sein.

  • Du kannst mehr Geschichten mit den gleichen Figuren erzählen.
    Sehr häufig ist es so, dass wir nicht nur eine Geschichte mit den Figuren erzählen wollen, sondern uns so viele einfallen. Mit einem Einzeltitel ist das nicht möglich. Mit diesem musst Du Dich für eine Geschichte entscheiden. Und wenn diese Geschichte erzählt ist, dann ist sie eben erzählt. Kein Wiedersehen, keine Rückkehr, keine weiteren Ideen. Bei einer Reihe sieht das natürlich anders aus.

Nachteile

  • Du musst Dir regelmäßig neue Geschichten ausdenken.
    Egal wie gut Du die Figuren kennst, Dir muss immer etwas Neues einfallen. Denn Deine Leserinnen und Leser wollen mit jedem weiteren Band neu unterhalten werden. Wenn Du eine Trilogie schreibst, dann ist es eine übersichtliche Angelegenheit. Meistens wird eine Geschichte über einen längeren Zeitpunkt oder mit verschiedenen Abschnitten erzählt.
    Aber je länger Deine Buchreihe wird, desto mehr musst Du Dir einfallen lassen. Immerhin sollen die Geschichten sich abwechseln und jedes Mal etwas Neues bieten. Das kann man als durchaus anstrengend bezeichnen.

  • Es fällt schwer, sich auf ein anderes Projekt zu konzentrieren.
    Wenn Du Dich permanent auf eine Reihe konzentrieren musst, dann kann es schwer sein, dass Du eine zweite Reihe anfängst oder gar einen Einzeltitel. Wenn Du aber anfängst, Bücher für eine zweite Reihe zu veröffentlichen, ist es empfehlenswert einen Spagat zwischen den beiden Reihen zu schaffen. Also das Du abwechselnd für beide Reihen veröffentlichst.
    Ich habe von einem Autor gelesen, der zwei tolle Reihen schreibt. Aber scheinbar hängt sein Herzblut an einer der beiden Reihen und somit konzentriert er sich auch eher auf diese. Dadurch vernachlässigt er die andere. Die Konsequenz ist, dass Fans der anderen Reihe enttäuscht, traurig und die eine oder der andere auch etwas verärgert über diese Entscheidung ist. Und seien wir ehrlich, das ist auch verständlich.

  • Es besteht die Gefahr, dass Du die Leidenschaft für die Geschichte verlierst.
    Natürlich kannst Du jederzeit die Reihe beenden, wenn Du keinen Spaß mehr an der Reihe hast (der fiktive Schriftsteller Richard Castle hat dies mit Derek Storm vorgemacht). Aber wenn Du gerade mitten im Prozess der Geschichte bist, dann kann das Ende der Reihe für viele Leserinnen und Leser zu abrupt sein. Daher musst Du schon die Reihe so weit verfolgen, bist Du das Ende harmonisch gestalten kannst. Wenn es aber anstrengend ist, weil Du die Liebe zu der Geschichte verloren hast, dann spürt man das durchaus in den Worten, die Du schreibst.

Zusammenfassung

Wenn Du Dich mit dem Gedanken beschäftigst, eine Reihe zu schreiben, dann ist es eine gute Idee, dass Du Dich mit den Vorteilen und Nachteilen dieser Idee beschäftigst. Dann weißt Du, was Dich erwartet, wenn Du Dich auf das Abenteuer eine Reihe zu schreiben, einlässt.

Es gibt gute Gründe, warum man eine Reihe schreiben kann, aber auch gute Gründe einen Einzeltitel zu schreiben. Definiere daher ruhig Deine Vor- und Nachteile für eine Serie.

Das nächste Mal schauen wir uns an, was die Grundlage dafür ist, eine Reihe zu schreiben.

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Über Frau Schreibseele

eine schreibende, die auf den weg zu ihrer ersten geschichte ist. und bis dahin gibt es beiträge rund ums schreiben, lesen und erleben auf meinem blog :)
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