[Samstagsgedanken] Eine Serie als erstes Projekt?

Hei, hallo und herzlich willkommen,

viele Schreibanfängerinnen und Schreibanfänger stehen irgendwann vor der Frage, soll ich aus meiner Idee einen Einzeltitel oder eine Serie schreiben? Darüber möchte ich mir heute Gedanken machen.

Die großen Vorbilder

Sehr wahrscheinlich ist es, dass Du mindestens eine Serie gerne gelesen hast oder aktuell sogar liest. Zumindest gehe ich davon aus. Denn bei mir ist es so.

Ich lese zum Beispiel gerne die Romane von Robert Jordan „Das Rad der Zeit“, die Reihe von Kim Harrison, natürlich die Romane von Joanne K. Rowling. Und es gibt noch einige Reihen in meinem Bücherregal. Schau Dich mal kurz in Deinem Bücherregal (oder in Deinen Bücherregalen). Sicher findest Du selbst einige Reihen, die Du gerne liest. Oder Du weist spontan, welche Reihen Du liest.

Und sehr wahrscheinlich hat Dich die eine oder andere Reihe dazu inspiriert, selbst einen Roman oder eben auch eine Reihe zu schreiben. Das ist nur allzu verständlich.

Immerhin machen es die, die großen Erfolg haben, vor. Sie haben nicht nur einen Roman geschrieben und sind damit weit oben auf der Bestseller Liste gelandet. Sie haben den ersten Band geschrieben und klar gemacht, dass mindestens ein Zweiter folgt. Oder auch eine Trilogie oder noch mehr Bänder.

Aber ist es auch etwas für Dich, die eine erste Geschichte schreiben und veröffentlichen will? Das ist eine gute Frage und kann nicht so leicht beantwortet werden. Daher sage ich hier ganz klar: Jein.

Andere Anfängerinnen und Anfänger

Viele große Bücher bzw. Buchreihen, die wir kennen und lieben, stammen nicht unbedingt von alteingesessenen Autorinnen und Autoren. Joanne K. Rowling hat vorher vielleicht privat einige Geschichten veröffentlicht. Aber ihre erste Veröffentlichung ist „Harry Potter und der Stein der Weisen“. Der erste Band einer Reihe mit sieben Büchern. Und sie hat es geschafft. Nicht nur, dass sie mit jedem Buch einen Bestseller gelandet hat, sondern jeder Band wurde verfilmt.

Und seien wir mal ehrlich, genau das wünschen wir uns doch alle. Ein Roman, der dann die nächsten nach sich zieht und am Ende haben wir damit Erfolg (eine Verfilmung wäre zwar nett, ist aber nicht zwingend).

Auch Sir Arthur Conan Doyle hat mit Sherlock Holmes eine Reihe geschrieben und keinen Einzeltitel. Auch wenn er zwischenzeitlich den guten Holmes umgebracht hat und den einen oder anderen Einzeltitel geschrieben hat, er blieb bei Sherlock Holmes (und erweckte ihn wieder zum Leben).

Sicherlich wirst Du noch mehr Beispiele finden, um festzustellen, dass viele Anfängerinnen und Anfänger als Erstes eine Reihe geschrieben haben. Da würde man doch durchaus auf die Gedanken kommen, dass auch Du und ich eine Serie schreiben können. Eben auch, wenn wir noch keine einzige Geschichte zuvor veröffentlicht haben.

Doch was spricht für und was spricht gegen das Schreiben einer Serie als Anfängerin bzw. Anfänger im Schreibgeschäft?

Die Argumente, die dafür sprechen

  • Du bindest Deine Leserschaft an Dich.
    Wer mit dem Schreiben anfängt, hat eher ein kleines Publikum. Auch Joanne K. Rowling hatte mit ihrem ersten Band von Harry Potter nicht sofort den großen Erfolg, den wir kennen. Der erste Verlag druckte zuerst eine kleine Auflage, bis dann ihre Reihe zu einem Erfolg wurde.
    Und leider ist es sehr wahrscheinlich, dass es uns allen so ergeht. Auch wenn ich uns den Erfolg gönne, so ist es eher so, dass wir mit den ersten Bändern vielleicht die Kosten einnehmen, weniger einen Gewinn machen.
    Aber wenn Du schon Leserinnen und Leser hast, dann ist das schon einmal ein Erfolg. Wenn Du jetzt Band 2 zu Deiner Reihe schreibst, dann wirst Du diese Leserschaft wieder anlocken können. Und vielleicht weitere Menschen, die sich für Deine Geschichten interessieren. Dadurch kann ein positiver Schneeballeffekt entstehen.
    Damit meine ich Folgendes:
    Band 1 holt die erste Leserschaft ran. Sagen wir mal hundert. Dann kommt Band 2. Du holst wieder die ersten einhundert Menschen heran, die sich auf die nächste Geschichte freuen. Da einige von ihnen wahrscheinlich Deine Geschichte rezensieren, werden weitere darauf aufmerksam und mit Band 2 hast Du, sagen wir 150 Leserinnen und Leser. Und mit Band 3 kann das wachsen. Denn sie werden wahrscheinlich auch im privaten Bereich über Deine Geschichten reden und sie empfehlen.
    Wenn Du also eine Serie schreibst, dann machst Du ganz anders Werbung, als wenn Du einen Einzeltitel schreibst. Denn mit jedem Einzeltitel musst Du Dich neu auf dem Markt positionieren. Schreibst Du hingegen eine Serie, hast Du wenigstens eine Grundlage (die Leserschaft), mit der Du bedingt arbeiten kannst. Wenn Du sie enttäuschst, dann bringt Band 7 auch nichts mehr.

  • Mehr Tiefe, mehr Wissen um Deine Charaktere und Deine Welt
    Wenn Du eine Reihe verfolgst, dann wirst Du aller Wahrscheinlichkeit feststellen, dass die Autorinnen und Autoren mit jedem Band besser werden. Denn sie haben Zeit, sich mit ihren Figuren und mit ihrer Welt auseinanderzusetzen und sie besser kennenzulernen. Weiterhin bekommen sie mit jedem Band mehr Schreiberfahrung und werden dadurch ebenfalls besser.
    Band 1 kann also gut werden, aber der letzte Band zeigt dann das ganze Können, wozu Du momentan in der Lage bist.
    Also kann man sagen, dass eine Reihe durchaus auch eine permanente Schreibübung ist, mit der Du Dich verbesserst. Ob das eine so gute Idee ist, mag dahin gestellt sein. Aber mit jedem Text, den Du schreibst, wirst Du immer besser.
    Weiterhin hast Du die Möglichkeit, mit als Leserin Deine Figuren und als Welt tiefer und besser vorzustellen. Dabei ist es egal, ob Du Anfängerin / Anfänger bist oder schon einige Titel veröffentlicht hast, es kann vorkommen, dass Du in einem Roman noch nicht die komplette Geschichte erzählt hast. Damit ist noch nicht einmal die Geschichte an sich gemeint, sondern die Geschichte der Charaktere. Denn häufig ist es so, dass uns die Charaktere mehr fesseln, als das, was sie erleben. Wenn das so ist, dann hast Du sehr gute Arbeit geleistet. Glückwunsch auf alle Fälle dazu.
    Es kann daher wichtig sein, dass wir Deinen Figuren noch ein wenig weiter folgen, damit wir bis in die Tiefen ihrer Seele schauen, um zu sehen, wer sie wirklich sind und was sie uns noch zu erzählen haben. Und das schaffst Du dann, wenn Du sie über mehrere Bänder erzählst und uns an ihre Geschichte teilhaben lässt.

  • Manche Geschichten brauchen einfach mehr Platz.
    Es ist einfach so, dass manche Geschichten einfach ehr Platz, mehr Zeit, mehr Seiten benötigen, als die, welche man in einer Geschichte reinbringen kann. Auch wenn Dein Roman um die 1.000 Seiten lang wird, ist die Geschichte noch nicht erzählt. Wie bereits oben erwähnt. Das bedeutet also, dass Du weitere Seiten benötigst, um die Geschichte fertig zu erzählen.
    Und es kann auch noch einen Grund haben, warum Du einen Roman auf zwei oder mehr Bänder verteilen solltest. Einige SelfPublischer Distributoren können keine Bücher mit zum Beispiel 1.000 Seiten drucken. Dafür ist die Technik einfach nicht ausgelegt. Daher empfiehlt es sich, dass Du ein vernünftiges Ende nach, sagen wir mal, der Hälfte des Buches, suchst und dann Deinen 1.000seitigen Band in zwei Teile teilst, um diese dann zu veröffentlichen. Das ist also eine rein technische Angelegenheit, aber kann durchaus notwendig sein.

Das sind durchaus Gründe, warum Du Dir überlegen solltest, ob Dein erstes Projekt nicht vielleicht doch eine Reihe sein könnte.

Welche Gründe sprechen gegen eine Reihe für das erste Projekt?

Aber wo auch Licht ist, gibt es Schatten. Es gibt also auch ganz praktische Gründe, warum es sich für Dich und Dein erstes Projekt nicht lohnt, eine Serie zu schreiben, sondern erst einmal mit Einzeltiteln anzufangen.

  • Das erste Buch muss verkauft werden, bevor sich das zweite Buch verkauft.
    Mag sich vielleicht banal anhören, ist es aber nicht. Wie oben schon geschrieben, kannst Du einen festen Stamm an Leserinnen und Leser an Dich binden, wenn Du eine Reihe schreibst. Aber diesen Stamm musst Du Dir auch erst einmal erarbeiten.
    Und leider ist es noch nicht einmal sicher, dass Du es schaffst. Das bedeutet, dass die Leserinnen und Leser, die Band 1 gekauft haben, nicht unbedingt Band 2 kaufen werden. Einige ja, andere wieder herum nicht. Und das muss noch nicht einmal an der Qualität Deiner Geschichte liegen. Es kann einfach sein, dass sie Deinen Roman gut fanden, aber dann verpassen Band 2 zu kaufen. Und dann entwickelt sich die Sache nicht so, wie Du es Dir wünschst.
    Das bedeutet für Dich auch, rechtzeitig mit der Werbung anfangen.

  • Die Leidenschaft wird schwächer.
    Damit ist sowohl Deine eigene Leidenschaft gemeint, als auch die Deiner Leserinnen und Leser. Es kann sein, dass Band 1 ein schöner Schreib- bzw. Lesegenuss war. Aber bei Band 2 ist alles schwerfälliger. Da kann es durchaus passieren, dass jeder Satz für Dich anstrengend ist zu schreiben und dann auch entsprechend beim Lesen ist.
    Aber das muss noch nicht einmal Band 2 sein, sondern Band 3 oder Band 7. Irgendwann kann einfach die Luft draußen sein und Du steckst dann da fest. Hast Du aber Deine Geschichte auf eine bestimmte Anzahl von Büchern ausgelegt, dann musst Du sie (leider) auch schreiben.
    Was wäre passiert, wenn die Harry-Potter-Reihe nach Band 5 zu Ende gewesen wäre? Die Leute hätten sich veralbert gefühlt und dann hätte man garantiert niemals mehr ein Buch der Autorin gelesen. Auch wenn die letzten Bänder niemand mehr liest (oder gefühlt niemand), führe am besten die Reihe immer zu Ende.

  • Das erste Buch verkauft sich nicht.
    Gut, so schlimm muss das nicht sein. Aber gerade wenn Du noch unbekannt bist, dann ist es sehr wahrscheinlich, dass sich Deine erste Geschichte aus einer Reihe noch nicht so gut verkauft, wie Du es Dir wünschst. Das bedeutet, dass man gelegentlich durchaus froh sein kann, wenn man die investierten Kosten (Lektorat, Korrektorat, Cover, etc.) wieder herein bekommt. In solchen Fällen heißt es, einen sehr langen Atem besitzen.
    Und wenn sich ein Buch nicht gut verkauft oder erst später, stellt sich durchaus die Frage, lohnt es sich Zeit und Geld in Band 2 oder auch Band 3 zu investieren. Immerhin kann es passieren, dass Du die Leute nach und nach überzeugst. Es kann aber auch sein, dass Du an einer Reihe schreibst, die man als Ladenhüter bezeichnen kann. Das ist nicht immer vorher absehbar.
    Gerade wir Schöpferinnen und Schöpfer einer Geschichte halten diese für Wert gelesen zu werden. Und vielleicht ist sie es ja sogar. Aber findet die Geschichte dadurch den Weg zu Deinem Stamm?

  • Zu viele, zu wenige oder die falschen Informationen.
    Wenn man im Schreibprozess ist und im Hinterkopf hat, dass man eine Reihe schreibt, können gewisse Denkprozesse entstehen. Was soll ich den Leuten sagen, damit sie die Geschichte oder auch den Hintergrund verstehen. Andererseits könntest Du Dir auch sagen, Du willst nicht zu viel verraten, damit die Leute die nächste Geschichte lesen. Und natürlich besteht auch die Gefahr von Info Dump, also Infomüll.
    Wer eine Reihe schreibt, sieht sich vielen Gefahren ausgesetzt. Und dieser musst Du begegnen, wenn Du eine gute Serie schreiben willst. Wann schreibst Du was, wann nicht und wann solltest Du, vermeintlich, wichtige Informationen schreiben oder auch löschen.

    Wie man eine Serie schreibt, darüber werde ich mir auch noch Gedanken machen und diese in einem gesonderten Beitrag niederlegen.

  • Das Beste kommt zum Schluss.
    Wenn ich etwas esse, dann hebe ich mir das Beste gerne zum Schluss auf. Wenn ich schon pappsatt bin. Denn ich möchte ja diesen tollen Geschmack noch länger im Mund haben und nicht das, was mir nicht schmeckt. Das betrifft sowohl ein Mittagessen, als auch bei meiner Lieblingsschokolade. Und ich kenne viele, die das auch machen.
    Und viele Leute schreiben so auch ihre Geschichten. Das Beste soll eben zum Schluss kommen, weil sie denken, dass sie so die Leute an der Stange halten können. So von wegen, wenn Du die vorherigen zehn Bänder durchhältst, bekommst Du ein furioses Finale. Aber wie beim Essen ist es so, die Leute sind satt und haben genug. Sie wollen nach der ganzen Vollmilchschokolade nicht noch die leckere Nugatschokolade essen (ich liebe Nugat, daher würde ich es als letztes essen).
    Das Beste sollte immer dann kommen, wenn es so weit ist. Aber hier besteht die Gefahr bei Anfängerinnen und Anfänger, dass sie es verpassen, die Leute versuchen hinzuhalten und dadurch verlieren.

    Aber über das Wie unterhalten wir uns ja noch.

  • Unnötige Längen.
    Es ist sowohl Robert Jordan (Das Rad der Zeit) als auch Joanne K. Rowling (Band 5) passiert. Sie haben ihre Geschichten irgendwann in die Länge gezogen, ohne das es wirklich einen Mehrwert geboten hat.
    Bei Robert Jordan erleben wir, dass sich einige Figuren über einige hundert Seiten baden und Pläne schmieden. Und Joanne K. Rowling lässt ihre Figuren ein Haus über gefühlte Hundert Seiten putzen.
    Da kann man sich zurecht fragen, was bitte schön soll das?
    Es kann mehrere Gründe haben, warum Autorinnen und Autoren ihre Reihe unnötig in die Länge ziehen. Zum einen wollen sie mehr Bücher schreiben und vor allem verkaufen. Das war bei Robert Jordan wohl der Fall (zumindest habe ich dies als Begründung gelesen). Er hat erlebt, wie erfolgreich seine Bücher geworden sind, und wollte daher das Ende noch ein wenig hinauszögern, damit er noch mehr schreiben kann.
    Und bei Joanne K. Rowling war es so, dass jedes Band dicker geworden ist. Also musste sie sich wohl etwas einfallen lassen, wie sie Band 5 noch dicker schreiben kann, als die anderen. Eben mit der unsinnigen Putzaktion.
    Vermeide daher bitte unnötige Längen. Damit kannst Du durchaus Deine Leserinnen und Leser vergraulen. Und ich weiß nicht, ob das wirklich der Sinn der Sache ist.

Es gibt, wie so oft in solchen Dingen, gute Gründe warum Du als Anfängerin bzw. Anfänger eine Serie schreiben kannst oder auch solltest, und warum Du es vermeiden solltest. Als Anfängerin oder Anfänger hast Du noch nicht immer das Gefühl, wann etwas zu viel, zu wenig, zu früh oder zu spät ist. Das sind Dinge, die erst im Laufe der Zeit kommt. Dieses Gefühl, die dazugehörige Erfahrung und dann das Wissen, wenn Du es gelernt hast.

Und das kann Dir auch niemand wirklich beibringen. Denn Deine Leserinnen und Leser werden sich von denen unterscheiden, die zum Beispiel Joanne K. Rowling hat.

Zusammenfassung

Aber lasse Dich nicht nervös machen von guten Ratschlägen oder vermeintlichen Angstmachern. Wenn Du das Bedürfnis hast eine Reihe zu schreiben, dann mache es ruhig. Du musst nur dabei sehr aufmerksam sein. Dann siehst Du, was auf Dich zukommt und was auch Deine Leserinnen und Leser wollen.

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Ich freue mich auf Dich 🙂

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Über Frau Schreibseele

eine schreibende, die auf den weg zu ihrer ersten geschichte ist. und bis dahin gibt es beiträge rund ums schreiben, lesen und erleben auf meinem blog :)
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2 Antworten zu [Samstagsgedanken] Eine Serie als erstes Projekt?

  1. Florian Eckardt schreibt:

    Mal eine Sache vorweg: Es ist der Band und der Plural heißt Bände (Bänder sind die Dinger, aus denen man Schleifen macht). Aber soviel zu den Feinheiten der deutschen Sprache.
    Um deinen Punkt „Das Beste kommt zum Schluss“ anzusprechen: Dem kann man entgegen wirken, ohne dass es einem Leser auffällt. Das Stichwort heißt in diesem Fall Spannungsbogen. Wenn du eine Reihe planst, hast du wahrscheinlich eine Haupthandlung, die sich wie ein roter Faden durch die Bände zieht. Von diesem Hauptplot zweigen aber immer wieder Nebenplots ab und in einer Reihe hast du auch genug Platz, diese auszubauen. Das hat den Vorteil, dass der Leser immer einen Höhepunkt und einen Abschluss hat, auch wenn die eigentliche Handlung noch nicht zu Ende ist. Dann hat vielleicht ein kleineres Ereignis und der Plot aus Band 1 den viel größeren Plot aus der Gesamthandlung erst richtig ins Rollen gebracht. So hast du am Ende Bücher, die in sich halbwegs abgeschlossen sind, aber immer noch Potenzial für eine Fortsetzung haben.
    Beim Lesen sind mir bisher vier Arten von Reihen aufgefallen:
    1. Das von mir beschriebene Phänomen, das sich zum Beispiel auch in Harry Potter wieder findet.
    2. Nahtlos angebundene Folgebände, die man auch in einem Roman hätte beschreiben können (der dann allerdings um die 2000+ Seiten hätte), die aber Aufgrund des Umfangs oder weil sie gar nicht als Reihe geplant waren, geteilt wurden. Ein Beispiel hierfür wären „Die Seiten der Welt“ von Kai Meyer, bei denen es im Prinzip nur einen (wichtigen) Plot gibt und die anderen Handlungsstränge mehr oder weniger nur Deko sind.
    3. Diesen Fall findet man oft bei Kriminalromanen. Diese Reihen sind eine Sammlung aus Einzelromanen, die sich entweder die selbe Welt bzw. die selben Hauptcharaktere teilen. Charakteristisch dafür ist, dass man die einzelnen Teile in beliebiger Reihenfolge lesen kann, ohne dass man zu viele Informationen nicht mitbekommt.
    4. Ein prominentes Beispiel, das einen großen Teil meines Bücherregals ausmacht: Die Enwor-Saga von Wolfgang Hohlbein. Die Bände bauen lose aufeinander auf, die Handlung schließt aber gerne mal zeit- bzw. ortsversetzt an Vorgänger an. Ich glaube in der ganzen Reihe wechseln die Hauptcharaktere mehrmals (mindestens einmal), weil sie über einen unglaublich langen Zeitraum von schätzungsweise 600 bis 700 Jahren spielen. Die Reihe hat insgesamt 15 Bände, bei denen man zwischendrin auch einfach Teile weglassen und trotzdem die groben Zusammenhänge verstanden werden können.

    So viel dazu. Ich glaube ich schreibe dazu irgendwann noch ein, zwei eigene Beiträge, weil mich das Thema gerade ziemlich interessiert.

    Gefällt mir

    • Carola vom schreibkasten schreibt:

      Ups. Danke. Da muss ich dann noch mal korrigieren. Manchmal schieße ich übers Ziel hinaus, weil ich mit dem Beitrag so dermaßen beschäftigt bin, dass ich alles andere übersehe. Danke dafür.

      Deine Beschreibung erinnert mich sehr an „Das Rad der Zeit“. Immerhin elf oder dreizehn Bände lang.
      Wobei ich halt der Meinung bin, dass Beste zum Schluss ist eher im Endkampf zu finden. Alles was vorher passiert ist, kann man eher als Geplänkel bezeichnen und dann kommt der Kampf gegen den Obermacker.

      Ansonsten danke für Deine Ansicht. Und bei der Überarbeitung werde ich das mit den Bänden noch korrigieren. 😁

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