[Ein Jahr, ein Roman] Setting – Das vor und nach der Geschichte Setting

Hei, hallo und herzlich willkommen,

wenn ein Mensch eine tief greifende Geschichte erlebt, dann sieht sie ihre Umgebung völlig anders. Daher kannst Du Dir gerne Gedanken machen, wie das in Deiner Figur aussieht.

Die innere Haltung Deiner Figur

Deine Figur hat eine gewisse Haltung gegenüber der Umgebung. Sicherlich hast Du schon davon gehört, dass viele Leute sich nicht mehr wohlfühlen nach Hause zu gehen, wenn dort eingebrochen wurde. Und für einige ist es noch schlimmer, wenn zum Beispiel in der Unterwäsche gewühlt wurde.

Auch Deine Figur hat solche Gefühle, wenn Du sie realistisch genug geschaffen hast. Daher ist es durchaus eine nette Übung Dir zu überlegen, wie es in ihnen aussieht. Dazu brauchst Du nur eine Liste der Orte, die Du in Deiner Geschichte besuchst. Das kann die Wohnung sein, das kann ein Urlaubsort sein oder auch ein Ort, an dem Deine Figur noch nie war.

Gehen wir mal einige mögliche Orte durch und was Du für einen Text schreiben könntest.

Die heimische Umgebung

Dazu zählt natürlich die Wohnung oder auch das eigene Haus. Nehmen wir mal an, dass Deine Figur noch jung ist und sie noch zu Hause bei den Eltern lebt. Dann wird sie diese Umgebung mit anderen Augen sehen als die Eltern. Immerhin bezahlen wie Eltern die Miete, das Kind nicht. Daher können die Eltern mehr über die Wohnung entscheiden, als das Kind. Und das kann beim Kind natürlich ein wenig zur Frustration führen.

Wenn das Kind dann aus der Wohnung auszieht und nach wenigen Wochen und nach einigen Jahren wieder „nach Hause“ kommt, wird das Kind die Wohnung und vor allem das „Kinderzimmer“ mit anderen Augen sehen. Vermutlich ist das Kinderzimmer anderweitig in Benutzung. Dazu sage ich nur, das berühmte Nähzimmer der Mutter.

Daher nutze mal diese Ideen, um einige kurze Szenen dazu zu schreiben. Das Kind, das noch zu Hause lebt. Dann, wenn es kurz vor dem Auszug ist, natürlich dann auch kurz nach dem Auszug. Zuletzt auch, wenn das Kind einige Jahre später wieder nach Hause kommt. Wie sieht es in Deiner Figur aus? Wie fühlt sich Deine Figur, wenn sie kurz davor ist auszuziehen. Und wie fühlt sie sich, nachdem sie sieht, dass aus dem Kinderzimmer ein Nähzimmer geworden ist (oder was auch immer daraus geworden ist).

Die Wohnung rund um einen Einbruch

Jetzt stellen wir uns mal vor, dass Deine Figur eine eigene Wohnung hat (bei erwachsenen Figuren ist das durchaus selbstverständlich, schreibst Du über Kinder, dann darfst Du hier gerne kreativ werden). Sagen wir mal, Deine Figur fühlt sich richtig wohl in dieser Wohnung. Es ist genauso eingerichtet, wie sie es haben will. Von mir aus, dann kannst Du ein Modemagazin als Inspiration verwenden.

Auf alle Fälle hat Deine Figur die perfekte Wohnung in der perfekten Umgebung mit den perfekten Nachbarn. Und ja, dass soll es gelegentlich sogar geben. Und für die Übung darf es sogar ein wenig perfekter sein. Leg also los. Beschreibe es und vor allem, wie es in Deiner Figur aussieht.

Und dann kommt eines späten Nachmittags oder auch Abends nach Hause und man sieht es eindeutig, es wurde eingebrochen. Kleidungsstücke liegen überall herum, Sachen wurden kaputtgemacht und es wurde auch in der Unterwäsche herumgewühlt.

Nachdem der erste Schock vorbei ist, ruft Deine Figur die Polizei an. Und auch die greift in die Persönlichkeit und in die Räumlichkeit Deiner Figur ein.

Wenn die Polizei weg ist, ist dann die Figur alleine. In der Wohnung, in der so viele Menschen herumgewühlt haben und letztendlich ihre geheimen Orte, die ihr bzw. ihm einmal so wichtig war. Da ändert sich etwas in Deiner Figur. Denn immerhin hat man sie richtig in die Seele angegriffen.

Daher leg los. Wie fühlte sich Deine Figur vor dem Einbruch und wie danach? Sicherlich kannst Du das nachempfinden. Aus diesem Grund kannst Du sicherlich hier drei gute Texte schreiben.

  • Die Wohnung vor dem Überfall.

  • Die Wohnung nach dem Überfall mit der Polizei vor Ort.

  • Und die Wohnung nach dem Überfall, wenn Deine Figur ganz alleine ist.

Deine Figur an einem unbekannten Ort

Während eines Romans kann es vorkommen, dass Deine Figur an einem unbekannten Ort kommt. Daher kannst Du das auch für eine Schreibübung nutzen. Und vielleicht ist die eine oder andere Szene oder sogar auch nur ein Satz gut für Deine Geschichte verwendbar.

Auch wenn Deine Figur nur kurz an einem neuen Ort ist, dann wird sie die Umgebung aufnehmen und neue Eindrücke sammeln. Wenn kurz danach etwas an diesem Ort passiert, sei es, dass Deine Figur dort ein interessantes Gespräch führte, gefoltert wurde oder heißen Sex hatte.

Danach wird dieser Ort eine völlig andere Bedeutung für Deine Figur haben. Daher überlege Dir, warum Deine Figur an diesem Ort sein muss. Und vor allem, was Deiner Figur an diesem Ort passiert und wie Deine Figur am Ende diesen Ort sieht.

Da dieses Wechselbad der Gefühle innerhalb von wenigen Minuten geschehen kann, ist hier Fingerspitzengefühl angesagt. Wann ändert sich, sagen wir mal, dass positive in ein negatives Gefühl oder das negative Gefühl in ein positives.

Zusammenfassung

Das ist hier in erster Linie eine Schreibübung. Du tauchst in die Seele Deiner Figur ein und das im Hintergrund der Umgebung. Denn die Umgebung ist sehr wichtig für die Geschichte und die Figur. Wenn eine Wohnung in Rot und Schwarz getaucht ist, sagt das etwas über Deine Figur aus. Ist sie hingegen in Rosa oder Lila gehalten, sagt sie etwas anderes aus. Oder auch, wenn überall in der Wohnung irgendwelche Teddys oder Puppen stehen.

Du kannst die Umgebung nutzen, um Gefühle, Eindrücke oder auch Situationen näher beschreiben. Betrachte die Umgebung als eine Nebenfigur. Nur dass diese Figur immer wieder auftaucht und durchgehend anwesend ist. Nur in verschiedenen Kleidern.

Nutze diese Nebenfigur gut.

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Über Frau Schreibseele

eine schreibende, die auf den weg zu ihrer ersten geschichte ist. und bis dahin gibt es beiträge rund ums schreiben, lesen und erleben auf meinem blog :)
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2 Antworten zu [Ein Jahr, ein Roman] Setting – Das vor und nach der Geschichte Setting

  1. Hanna Mandrello schreibt:

    Das ist eine wirklich tolle Übung. Vielen Dank!
    LG
    Hanna

    Gefällt 1 Person

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