[Ein Jahr, ein Roman] Schreiben – Titel und Kapitelüberschriften

Hei, hallo und herzlich willkommen,

vielleicht ist es für einige zu früh am Anfang des Schreibprozesses sich darüber Gedanken zu machen. Aber es ist durchaus lohnenswert, sich darüber überhaupt Gedanken zu machen. Legen wir einfach los. Und ändern kannst Du das jederzeit, wann es Dir lieb ist.

Der Titel – ein Arbeitstitel

Letztendlich ist es so, was auf dem Cover kommt, ist ein Thema für sich. Da musst Du schon recherchieren, was es für Titel gibt und ob Du daher Deinen Wunschtitel verwenden darfst. Dazu sage ich nur ein Stichwort, Titelschutz. Das bedeutet, um es kurz zu sagen, wenn es einen Titel gibt, dann darfst Du diesen nicht verwenden. Umgehen kannst Du diesen übrigens mit einem Untertitel, was viele machen. Aber um das zu machen, musst Du erst einmal wissen, ob Dein Wunschtitel überhaupt vergeben ist. Das bedeutet eben Recherche.

Das gilt aber nicht für Deinen Arbeitstitel. Also der Titel, wie Du Deinen Roman nennst, um ihn überhaupt zu bennenen. Na klar, Du kannst ihn gerne Projekt A oder Roman 1 nennen. Warum nicht. Ich selbst finde das aber unpersönlich und somit haben alle meine Projekte einen eigenen Namen. Und wenn es nur ein Stichwort ist, wie ich sie benenne, Hauptsache ich kann sagen, ich arbeite jetzt an meinem Projekt, sagen wir mal, Die Liebenden. Schon weiß ich, um was es geht und kann schneller das Projekt aufrufen. Wenn ich sagen würde, ich arbeite an Projekt 2, dann müsste ich schon kurz inne halten und überlegen, was war das denn noch einmal?

Meine Empfehlung ist also ganz klar: Überlege Dir einen Arbeitstitel. Und wer weiß, vielleicht ist er auch so gut, dass Du diesen dann auch als Romantitel übernehmen kannst. Sofern Dein Verlag nichts dagegen hat (und Du überhaupt einen willst).

Kapitelüberschriften

Wenn Du einen Roman aufschlägst, dann wirst Du aller Wahrscheinlichkeit dort eine Kapiteleinteilung finden. Natürlich gibt es Ausnahmen. Doch bei den populären Büchern ist mir das noch nicht untergekommen, dass es fehlt. Gehen wir durch, was Du theoretisch nehmen könntest.

Gar keine Einteilung

Das bedeutet, dass jedes neue Kapitel mit einer Einrückung des Textes anfängt. Oder das die erste Zeile nicht ganz oben ist, sondern das erste Drittel der Seite frei bleibt und dann erst die erste Zeile kommt. Habe ich bisher ein oder zwei Mal gesehen. Ist meiner Meinung nach selten. Aber es funktioniert.

Kapitel 1, Erster Kapitel, 1. Kapitel oder auch 1 und I

Meinen Erfahrungen nach ist die Einteilung der Kapitel anhand ihrer Anzahl vorzunehmen, die wohl weitverbreiteste. Es dürfte wahrscheinlich sein, wenn Du ein X-beliebiges Buch aufschlägst und dort schaust, wie die Einteilung ist, eine der obigen Varianten findest.

Und warum auch nicht? Sie funktioniert.

Wenn Dir also nichts Extravagantes einfällt oder etwas Entsprechendes einfach nicht zum Stil Deines Romans passt, dann verwende eine dieser Möglichkeiten.

Ort, Datum oder auch die Perspektive

Es gibt auch Möglichkeiten, dass Du den Ort erwähnst, wo sich Deine Figuren gerade aufhalten, dass Datum oder auch, dass Du immer schreibst, aus welcher Perspektive wir die Geschichte gerade erleben.

Das hat Vor- und natürlich auch Nachteile. Die Orte solltest Du nur dann verwenden, wenn sich der Ort ändert. Sagen wir mal, Deine Figuren bleiben die ganze Zeit in Dublin, Irland. Und ein Ortswechsel findet zu keinem Zeitpunkt statt. Warum dann bei jedem Kapitel erwähnen? Da reicht es aus, wenn Du es bei Kapitel 1 machst, damit die Leute sofort wissen, wo sie sich befinden und dann lasse es am besten. Wenn sie aber doch mal den Ort wechseln, dann kannst Du das dann gerne erwähnen.

Das gilt auch für die Zeitangaben. Gerade wenn Du einen historischen Roman schreibst, kann es gut sein, dass Du zumindest das Jahr erwähnst. Ansonsten dann nur noch, wenn das Datum sich ändert oder auch große Zeitsprünge stattgefunden haben. Ansonsten können sich Deine Leserinnen und Leser denken, dass es zeitnah alles spielt oder es immer noch der gleiche Tag ist.

Wenn Du die Namen der Personen am Anfang schreiben willst, aus deren Perspektive Du gerade schreibst, müssen natürlich mindestens zwei Perspektiven dran kommen. Ansonsten lohnt es sich. Aber ansonsten kannst Du jedes Kapitel mit den Namen der Person einleiten, aus deren Sicht wir die Geschichte erleben. Dann musst Du auch nicht am Anfang irgendwie deutlich machen, bei welcher Figur wir gerade sind. Das hat also durchaus gewisse Vorteile.

Gedichte, Zitate, Prophezeiungen, kleine Einleitungssätze

Auch das ist möglich. Ich habe schon Romane gelesen, bei dem jedes Kapitel mit einem Zitat, dass zum Thema passte, anfing.

Wichtiger Hinweis: Immer auf das Urheberrecht achten!

Du kannst Dir aber auch Prophezeiungen, die in Deiner Welt eine Bedeutung haben, schreiben und dann als Anfang nehmen. Oder wie bei Jules Vernes „Reise um die Welt in achtzig Tagen“ das Kapitel in einem Satz zusammenfassen.

Kleiner Tipp: Verrate nicht zu viel, sonst macht das Lesen keinen Spaß mehr.

Weitere Möglichkeiten

Sicherlich fallen Dir spontan noch weitere Möglichkeiten ein, wie Du Deine Kapitel einleiten kannst. Probiere sie aus, lasse Testleserinnen darüber schauen, was sie davon halten. Und dann wirst Du schon sehen, ob es auch Dir gefällt.

Weitere Ideen

Du kannst natürlich auch eine kleine Pause einlegen, indem Du die Hauptfigur zu Deinen Leserinnen und Leser sprechen lässt (zum Beispiel Marion Zimmer-Bradley „Die Nebel von Avalon“). Oder indem Du eine Geschichte aus der Vergangenheit erzählst. Oder ein Brief einfügst. Oder, eine Prophezeiung, eine Legende oder was auch immer zu Deiner Geschichte passt.

In diesem Fall darfst Du Deiner Kreativität gerne freien Lauf lassen. Doch sorge dafür, dass Deine Geschichte am Ende geschrieben wird. Ansonsten kannst Du Dir Deine tolle Kapitelübersicht und Deine herzzerreißende Prophezeiung leider nur an die Wand hängen, aber nicht an Deine Leserinnen und Leser weiterleiten.

Zusammenfassung

Es gibt natürlich verschiedene Möglichkeiten an Titel, Kapitelübersichten oder weitere Ideen für Deinen Roman zu kommen. Lasse Dich gerne von anderen Romanen inspirieren, aber natürlich nicht kopieren.

In dem Sinne genieße diesen Teil und tobe Dich aus. Und vergiss das Schreiben nicht nebenbei. Dann kannst Du Deine kreativen Ideen auch umsetzen.

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Über Frau Schreibseele

eine schreibende, die auf den weg zu ihrer ersten geschichte ist. und bis dahin gibt es beiträge rund ums schreiben, lesen und erleben auf meinem blog :)
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2 Antworten zu [Ein Jahr, ein Roman] Schreiben – Titel und Kapitelüberschriften

  1. Purple schreibt:

    Hat dies auf The Purple Diary rebloggt.

    Gefällt 1 Person

  2. Texthase Online schreibt:

    Zum Folgen gut und empfohlen!

    Gefällt 1 Person

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