[NaNoWriMo 2015] 20ter Tag – Wie man eine Szene schreiben kann

Hei, hallo und herzlich willkommen,

ich habe ja schon vom Szenenexposé geschrieben. Doch welche Punkte können dort auftauchen? Hier einige Inspirationen.

1. Tag und Uhrzeit

Damit Du immer weißt, wann und um wie viel Uhr Deine Figuren auftreten, ist es gut, sich dies zu notieren. Auch wenn in Deiner Fantasywelt eine neun Tage Woche herrschen mag und es siebenundzwanzig Stunden gibt, notiere Dir, wie viel Uhr es ist und welcher Tag.

Auf diese weise verhinderst Du, dass aus Deiner neun Tage Woche eine zwölf Tage Woche wird, Deine Figuren drei Tage an einem erleben und ähnliche Dinge, die man versehentlich vergessen kann.

Weiter kannst Du auf diese Weise immer überprüfen, welche Lichtverhältnisse herrschen (also ob es Tag oder Nacht ist), welche Geräusche wahrscheinlich sind (stärkere Lautstärke am Tag und ruhigere in der Nacht) und ähnliche Punkte.

Du kannst Dir auch noch die Wetterverhältnisse notieren, die an diesem Tag herrschen, welche Mondphase herrscht und weitere Punkte, die Dir und vor allem, die in Deiner Geschichte wichtig sind.

2. Die Perspektive (POV – Point of View)

Wenn Du die Geschichte nur aus einer Perspektive schreibst, dann erübrigt sich dieser Punkt für Dich. Ansonsten ist es wichtig, dass Du weißt, wer gerade die Szene erzählt. Und mache Dir auch klar, warum gerade diese Figur am besten dafür geeignet ist, um dies zu tun.

Das bedeutet auch, dass Du Dir notieren kannst, was Deine Figur in dieser Szene weiß und was andere wissen und sie somit nicht. Nehmen wir mal an, Du schreibst die Szene aus der Sicht der Heldin. Damit können wir nicht sehen, was im Kopf des Helden gerade geschieht. Aber Du weißt es. Und das kannst Du uns sagen, indem der Held bestimmte Dinge sagt oder sich verhält. Eben dieses berühmte show don’t tell.

Je mehr Du weißt, was in den Köpfen Deiner Figuren vor sich geht, desto besser kannst Du es uns in der jeweiligen Szene darstellen.

Und wenn Du weißt, wie oft eine bestimmte Figur aufgetaucht ist, desto eher kannst Du auch andere Figuren auftauchen lassen. So entsteht eben das Gleichgewicht zwischen den Figuren.

3. Die Umgebung

Nicht nur die Figuren erzählen eine Geschichte, sondern auch die Umgebung. Zumindest kannst Du es ermöglichen, wenn Du weißt, wo die Geschichte spielt. Also findet sie in einer Bar statt oder zu Hause bei Deiner Heldin? Spielt die Geschichte auf einer lauten Straße oder in einem sehr ruhigen Park statt?

Damit weißt Du auch, wie die Umgebung aussieht, bzw. kannst dies Dir nach und nach vorstellen. Und eben in Deinem Exposé gerne beschreiben. Denn die Details machen dann die Szene entsprechend lebendig, wenn Du sie mir als Leserin zeigst. Was ist so besonderes an diesem Ort? Es sind nicht die großen Dinge, sondern wirklich die kleinen, denen man sonst keine Aufmerksamkeit schenken würde.

4. Die fünf Sinne

Jeder Mensch und damit auch jede Figur hat fünf Sinne:

  1. Sie sehen,
  2. sie hören,
  3. sie riechen,
  4. sie schmecken und
  5. sie fühlen (mit der Haut, mit den Fingern, damit ist nicht die emotionale Ebene gemeint).

Notiere Dir, was Deine POV-Figur mit den Sinnen alles aufnimmt. Du wirst nicht alle Punkte in der Szene gebrauchen. Ansonsten würdest Du sie schlicht überladen. Gerade wenn in wirklich jeder Szene immer und immer wieder alle fünf Sinne aufführst. Das wird auf die Dauer doch langweilig und sehr anstrengend (für Dich zum Schreiben und für mich zum Lesen).

Notiere Dir trotzdem alles und benutze es, wenn Du es brauchst.

5. Das Ziel dieser Szene

Welches Ziel verfolgst Du mit dieser Szene? Was willst Du erreichen, wenn Du die Szene beendet hast? Das können verschiedene Punkte sein. Zum Beispiel einen Charakter näher beleuchten, Informationen einführen, die zuvor niemand gekannt hat, Kontakte bei den Charakteren knüpfen. Jede Szene sollte einen Sinn haben, ansonsten gehört sie gestrichen. So knallhart muss man das sagen.

Überlege Dir also, welches Ziel Du mit der Szene erreichen willst. Und wenn Du sie geschrieben hast und spätestens in der Überarbeitung, kannst Du dann sehen, ob Du das Ziel erreicht hast oder noch eine Nacharbeit leisten musst.

Schlussworte

Schreiben kann durchaus harte Arbeit sein. Aber wenn Du am Ende Deine Geschichte in den Händen hältst, weißt Du, dass sich die harte Arbeit gelohnt hat. In dem Sinne legen wir gemeinsam los.
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Ich freue mich auf Dich 🙂

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Über Frau Schreibseele

eine schreibende, die auf den weg zu ihrer ersten geschichte ist. und bis dahin gibt es beiträge rund ums schreiben, lesen und erleben auf meinem blog :)
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2 Antworten zu [NaNoWriMo 2015] 20ter Tag – Wie man eine Szene schreiben kann

  1. mikakrueger schreibt:

    Das Ziel einer Szene zu finden ist tatsächlich nicht immer so einfach, aber es ist richtig, dass jede nutzlose Szene knallhart gelöscht werden muss. Derzeit habe ich jedoch gerade damit meine Probleme. In meine Geschichten haben sich so viele Perspektiven und Prämissen verirrt, dass mein eigentliches Ziel unklar geworden ist. Das ist sehr ärgerlich. :-/ Allen Autoren wünsche ich, dass ihnen diese Erfahrung erspart bleibt.
    +Mika+

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    • Carola vom schreibkasten schreibt:

      Hallo Mika,
      danke für Dein Kommentar. Wenn Du noch in der ersten Fassung bist, kannst Du das noch mit einer Überarbeitung beheben. Aber ich kenne das ein wenig, denn bei meinem Projekt läuft es auch etwas drunter und drüber.

      Aber ich denke, eine ordentliche Überarbeitung kann helfen und eine neutrale dritte Stimme 😉

      Viel Glück wünsche ich Dir.

      LG Carola

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