[NaNoWriMo 2015] Das Ende

Hei, hallo und herzlich willkommen,

das ist er dann, der letzte Beitrag im NaNoWriMo 2015. 30 Tage im November sind nun vergangen. Und Du solltest mindestens 50.000 Wörter geschrieben haben. Wenn nicht sogar mehr, wenn Du gut bist. Jetzt stellt sich natürlich eine große Frage, was nun?

Es ist leider sehr unwahrscheinlich, dass das Werk, was Du geschrieben hast, so gut ist, dass Du es gleich veröffentlichen könntest. Selbst mit der besten Planung dürfte das eher unwahrscheinlich sein. Denn ich habe eines gelernt, die erste Fassung eines Werkes ist nie die Beste.

Was also nun tun? Das Manuskript in die nächste Schublade packen und dort verschmoren lassen? Mein erstes NaNoWriMo Werk landete genau dort. Zumindest in einer virtuellen Schublade. Und als die Festplatte ihren Geist aufgab, verschloss sich diese Schublade für immer. Vielleicht auch besser so. 

Es stellt sich immer die Frage, wie lange soll man zwischen dem Schreiben der letzten Zeile und der ersten Überarbeitung warten. Natürlich ist es schwierig, wenn man noch so dicht am eigenen Werk ist, diesen dann neutral zu betrachten. Da benötigst Du durchaus ein wenig Luft.

Vielleicht wartest Du bis Januar und schaust Dir dann an, was Du geschrieben hast. Im Folgenden gebe ich Dir dann ein paar Tipps, wie Du mit Deinem Text aus dem NaNoWriMo weiter verfahren kannst.

Schreib weiter

Es kann durchaus sein, dass Du mit den 50.000 Wörtern noch gar nicht am Ende Deines Buches angelangt bist. So wie ich. Bei mir dürfte ich gerade mal so bei der Hälfte des Buches angelangt sein. Das bedeutet natürlich, dass Du noch keine erste Fassung von Deinem Roman hast. Ich empfehle Dir ganz klar, schreibe erst einmal Deine Geschichte zu Ende, damit Du ein komplettes Werk hast, dass Du am Ende auch überarbeiten kannst.

Setze Dir nun einen Stichtag, bis wann Du Deinen Roman komplett zu Ende schreibst bzw. schreiben willst. Der Dezember ist doch ein guter Monat. Nutz die Kraft und die Energie aus dem November und übertrage sie auf den kommenden Monat. Denn immerhin hast Du schon einmal sehr gut angefangen. Also warum nicht die Sache auch beenden?

Schreibe also erst einmal Deinen Roman fertig. Und wenn Du das geschafft hast, dann hake das nicht als etwas Alltägliches ab. Genieße diesen Tag und feiere ihn. Und wenn Du Dir nur selbst auf die Schulter klopfst und einen kleinen Freudentanz aufführst. Warum nicht? Immerhin schreibst Du nicht jeden Tag einen Roman zu Ende.

Tritt einen Schritt zurück

Als ich diesen Juli meinen ersten Roman fertig geschrieben habe, da fühlte ich mich geistig sehr erschöpft. Das ist mir bisher auch immer nach jedem NaNoWriMo passiert (ich bin jetzt seit etwa drei Jahren dabei). Im Dezember konnte ich meistens nicht schreiben.

Das ist also normal. Und mach Dir keine Gedanken darum.

Wenn es bei Dir so weit ist, dann nimm Dir eine kleine Auszeit. Schnapp Dir Deine Jacke und Deine bequemsten Schuhe und mache einen ordentlichen Spaziergang. Keine Musik auf die Ohren und kein Buch vor der Nase. Und natürlich, Handy zumindest auf lautlos, wenn Du ihn schon nicht ausmachst. Laufe einfach mit offenen Augen und Ohren und allen anderen Sinnen durch die Straßen und vor allem durch die Natur.

Hab ein Notizbuch dabei. Wenn Du bei dem ausführlichen Spaziergang machst, dann schreibe alles auf. Solche Auszeiten helfen Dir und Deinem Gehirn, Energie aufzutanken und eine andere Perspektive einzunehmen. Dann kommst Du auch auf Lösungen, wenn Du bei einer Szene oder einem Problem gerade arbeitest.

Nutze aber auch eine Ruhezeit um den einen oder anderen Roman zu lesen. Hast Du eine Lieblingsautorin oder Lieblingsautor? Gerade wenn sie einen Stil haben, den Du sehr inspirierend findest. Lese also auch Romane, um Dich mit kreativer Energie aufzuladen.

Auf diese Weise bekommst Du auch eine Pause von Deinem eigenen Werk und kannst dann Deinen Roman mit einem völlig anderen Blick betrachten. Nutze also ruhig die Auszeit und arbeite danach weiter an Deiner Geschichte.

Überprüfe Deine Arbeit

Auch wenn es Dein Erstlingswerk ist, spürst Du sicherlich, wo es Probleme gibt. Also wo es Schwächen in der Geschichte gibt, wo die Charaktere nicht so handeln, wie Du es eigentlich möchtest oder sie kennengelernt hast.

All das weißt Du auch intuitiv ohne Deine Geschichte überarbeitet zu haben. Wenn Du ein Plot erstellt hast, dann schau nach, was Du alles geschrieben hast. In der Theorie hast Du eine andere Geschichte geschrieben, als es in der Praxis dann entstanden ist.

Das hat einen guten Grund. Denn wenn man sich in die Geschichte hineinlebt, was Du beim Schreiben getan hast, dann hat es seine verdammt guten Gründe, warum Du nicht den ursprünglichen Plan gefolgt bist. Aber es kann auch sein, dass Deine neuen Ideen mit den ursprünglichen Ideen eine gute Mischung ergeben. Also schau Dir an, was Du schreiben wolltest und letztendlich auch geschrieben hast. Und dann füge die Ideen ein, von denen Du überzeugt bist, dass sie in Deiner Geschichte fehlen.

Wenn die Ideen, die Du noch einfügen willst, sich auch genauso lesen, also das man merkt, dass sie eingefügt wurden und es in der Harmonie mehr als nur hapert, mache Dir keine Gedanken. Das ist immer noch die erste Version oder sagen wir mal, die 1,5te Version. Die verbesserte Version bekommst Du noch nach und nach. Aber erst einmal muss Deine Geschichte stimmen. Also arbeite erst einmal die Ideen ein, dann überarbeite noch einmal die Charaktere und dann sieh, was danach weiter kommt.

Benötigst Du noch weitere Hilfe, dann setze Dich mit einer Autorin oder einem Autor zusammen und rede mit ihnen über Deine Geschichte. Das kann natürlich auch virtuell geschehen. Frage sie, was sie von einer Idee halten, führe ein Brainstorming durch und versuche dadurch auf neue Ideen oder Zweige zu kommen, die Du brauchst, um Deine Geschichte runder werden zu lassen.

Wenn Du Dich traust, dann kannst Du ihnen auch Szenen oder Deine ganze Geschichte zum Lesen geben. Warne sie natürlich, dass es noch nicht fertig ist. Dann gehen sie mit einer anderen Erwartungshaltung dran, als wenn sie ein fertiges Werk erwarten. Dann kann das Urteil härter ausfallen.

Frage sie, was Du an den Charakteren und an der Geschichte verbessern kannst, damit es eine runde Geschichte wird. Hör Dir ihre Vorschläge an und überprüfe, was Du davon wirklich übernehmen willst. Nur weil andere Dir Vorschläge machen, bedeutet das noch lange nicht, dass Du sie alle übernehmen musst. Gerade dann, wenn sie Dir nicht zusagen. Die wenigsten Autorinnen und Autoren sind deswegen beleidigt. Immerhin geht es um Deine Geschichte. Wenn sie es sind, dann hast Du Dir die Falschen ausgesucht.

Aber sei offen für ihre Vorschläge. Sie sind nicht so nahe dran an Deiner Geschichte, wie Du es bist. Das bedeutet, dass sie einen frischeren, neutraleren Blick darauf haben. Sie können also Dinge erkennen, die Du nicht siehst. Sei offen, aber trotz allem kritisch.

Überarbeitung, Überarbeitung und noch ein bisschen Überarbeitung

Irgendwann hast Du Deine erste Fassung fertig. Dann heißt es, jetzt geht es los. Nun geht es darum, dass Du Deine Geschichte gerade rückst. Also arbeite Dich durch jedes einzelne Kapitel, durch die einzelnen Szenen und überarbeite sie so gut, wie es Dir gefällt.

Notiere Dir, was Du ändern möchtest, was Dir nicht gefällt und was Du behalten möchtest. Je nachdem wie Du die Angelegenheit angehen möchtest. Und dann arbeite auch diese Punkte nach und nach ein, damit Du Deine Geschichte am Ende so hast, wie Du sie lesen möchtest.

Denke daran, die beste Geschichte, die Du schreiben kannst, ist die Geschichte, die Du selbst lesen möchtest.

Nutze die Energie aus dem November und arbeite Dich durch, damit Du am Ende Deinen Roman in den Händen halten kannst. Und wenn Du das geschafft hast, dann atme durch, feiere (wie ich es oben beschrieben habe) und danach mache eine kleine Pause, um dann zur nächsten Geschichte zu wechseln.

Zusammenfassung

Der NaNoWriMo ist nur der Anfang. Nutze jeden Monat, um jeden Tag an Deinen Romanen zu arbeiten. Wenn Du Romanschriftstellerin oder Romanschriftsteller werden möchtest, dann arbeite daran. Dann wirst Du es schaffen, Deinen Traum zu leben. Aber egal was der neue Monat Dir bringen mag, jetzt wird erst einmal gefeiert.

Und dabei wünsche ich Dir viel Spaß und viel Glück.

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Ich freue mich auf Dich 🙂

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Über Frau Schreibseele

eine schreibende, die auf den weg zu ihrer ersten geschichte ist. und bis dahin gibt es beiträge rund ums schreiben, lesen und erleben auf meinem blog :)
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