[Ein Jahr, ein Roman] Von Blockaden und Selbstsabotagen

Hei, hallo und herzlich willkommen,

was passiert, wenn man zu zwei verschiedenen Zeiten an den Jahresplan für den Blog arbeitet? Genau, man schreibt versehentlich zwei Mal innerhalb kürzester Zeit den gleichen Blogbeitrag. Jetzt könnte ich einfach auf den Beitrag während des NaNoWriMos verweisen. Oder diesen nehmen und ausbauen. Denn zwischenzeitlich hat mein Gehirn ein wenig gearbeitet und es sind noch ein paar Ideen dazu gekommen.

Hier sind sie.

Ich kann nicht schreiben

Sicherlich kennst Du die Form der Schreibblockade, dass Du nichts schreiben kannst. Du sitzt vor dem weißen Papier (sei es real vor einem Block oder am PC) und Dir will und will und will einfach nichts einfallen, was Du schreiben könntest.

Wenn das Mal passiert ist das in Ordnung. Geschieht das aber regelmäßig, kann man durchaus von einer Schreibblockade sprechen. Und die sind einfach nicht lustig.

Vor Jahren habe ich mal gelesen, dass manche nicht an einer Schreibblockade glauben. Denn es gibt ja auch keine Baggerblockade. Also dass ein Baggerführer keine Blockade hat, sein Gerät zu führen. Aber ich denke mal, dieser Vergleich hinkt, weil solche Tätigkeiten immer gleich sind. Zwar mögen sie leichte Veränderungen unterliegen, was das Führen des Gerätes beinhaltet. Aber ansonsten ist es eine gleichbleibende Arbeit. Kreativität hingegen ist nicht gleich. Zum einen müssen wir Autorinnen und Autoren (sowie alle andere aus dem Künstlerbereich) sich immer wieder was Neues einfallen lassen. Zudem spielt noch die Seele hier eine große Rolle. Oder noch besser, die eigene Selbstsabotage.

Ein paar Ideen um die Schreibblockaden zu überwinden

Eine der besten Möglichkeiten, wie ich selbst finde, um eine Schreibblockade zu lösen ist Schreiben. Und jetzt wirst Du Dich fragen, okay, ich kann nicht schreiben, weil mir nichts Gescheites einfällt, dann soll ich schreiben? Finde den Fehler!

Wer nicht schreibt, übt nicht. Vielleicht kann ich Dir das auf diese Weise verständlich machen. Es ist so, wie mit einem Musikinstrument. Wenn Du professionell spielen willst, dann musst Du jeden Tag üben und üben und noch viel mehr üben. Und das nicht nur ein oder zwei Stunden. Das geht dann schon manchmal über den ganzen Tag. Wenn Du aber dann ein oder zwei Tage nicht mehr übst, rostest Du ein. Das gleiche ist dann auch mit dem Schreiben.

Es ist also durchaus empfehlenswert, dass Du jeden Tag schreibst. Egal was es ist, schreibe einfach drauf los. Es können Morgenseiten sein, es kann eine Szene sein, eine Kurzgeschichte. Hauptsache Du machst irgendetwas. Trainiere Dein Unterbewusstsein darauf, dass Du immer und regelmäßig schreibst. Dann wird er sich schon darauf einstellen, weniger Schreibblockaden zu haben.

Was will Dein Charakter eigentlich?

Wenn Du gerade mit einer bestimmten Szene oder einem bestimmten Charakter beschäftigt bist, dann kann Deine Schreibblockade manchmal daher rühren, dass Du nicht weißt, was Dein Charakter will.

Jetzt könnte ich Dir raten, dass Du Dich hinsetzt und noch einmal über Deine Figur schaust. Aber ich rate Dir etwas anderes. Stehe auf und steige aus Deinem Kopf mal kurz aus (solange Du am PC sitzt, bleibst Du auch in Deinem Kopf, diese Perspektive sollst Du mal bitte ändern). Laufe umher, zumindest in Deinem Wohnraum und frage Dich nicht, was will die Figur. Werde zur Figur und frage, was willst DU!

Nehmen wir mal an, Deine Figur heißt Lilian. Du würdest normalerweise fragen, was Lilian von Dir will. Werde nun zu Lilian und frage, was will ich. Was will ich von meiner Mutter, meinem Vater, meiner Chefin, von dieser Situation. Fühle wie Deine Figur und frage Dich das alles. Und vor allem bewege Dich dabei. Denn durch die Bewegung siehst Du die Dinge von einer anderen Warte aus. Und das kann Dich auch von der Blockade befreien. Notfalls mache auch einen Spaziergang an der frischen Luft.

Stehle fremde Sätze 

Natürlich sollst Du diese Sätze nicht in Deinem Endwerk verwenden. Aber warum nicht den ersten Satz aus einem Roman „leihen“ und damit weiterschreiben? Häufig verleihen uns fremde Werke und unser Wissen um die Geschichte darum, ungeahnte Höhenflüge. Und wer weiß schon, was sich am Ende daraus entspinnt.

Oder Du „leihst“ Dir einen ganzen Absatz aus einem Roman, der Dir besonders gut gefällt. Schreib ihn um, damit er mehr nach Dir klingt. Was kommt dann am Ende dabei heraus? Und dann schreib einfach dabei weiter.

Natürlich gilt es hier, stehlen im privaten Bereich ist erlaubt, das gestohlene zu veröffentlichen hingegen nicht. Lass es, Du ersparst Dir eine Menge Ärger.

Ich könnte an zehn Projekten gleichzeitig arbeiten … neben den drei Romanen, an denen ich bereits arbeite

Du kennst diesen Satz von Dir und könntest ihn unterschreiben? Dann leidest Du definitiv ebenfalls an einer Schreibblockade. Auch wenn sich das auf dem ersten Blick lustig anhören mag, so ist es auf dem zweiten Blick leider nicht.

Aus eigener Erfahrung kann ich Dir schreiben, dass ich, aufgrund dieser Art von Schreibblockade mehrere Jahre damit verschwendet habe, an mehreren Projekten gleichzeitig zu arbeiten, zwischen mehreren hin- und hergesprungen bin und am Ende nichts in der Hand hatte. Das war nicht unbedingt ein angenehmes Gefühl.

Führe immer ein Notizbuch mit Dir

Um all Deinen Ideen Herr oder Herrin zu werden, ist es immer eine gute Idee, dass Du Dir alles notierst. Ich habe ein Handy, mit denen ich mir handschriftliche Notizen machen kann. Und diese Funktion nutze ich auch sehr ausführlich. Es gibt aber auch Apps für den Smartphone, welche Du dafür nutzen kannst. Lege Dir einen Ordner an, mit einem eindeutigen Arbeitstitel. Und dann füge all Deine Ideen dort ein und speichere sie Dir ab.

Oder nutze ein Notizbuch und schreibe dort alles auf. Ich werde Dir zum Thema Notizbuch noch einen gesonderten Beitrag schreiben, als Inspiration, wie Du Deines nutzen kannst.

Schreibe Kurzgeschichten und/oder Novellen

Aller Wahrscheinlichkeit wirst Du Deine vielen Ideen niemals in einem ganzen Leben abarbeiten können. Zumal sich alle Ideen noch nicht einmal dafür eignen, um in einem Roman zu enden. Das ist leider Fakt. Daher kannst Du die Ideen, die sich eher für eine kurze Novelle von etwa hundert Seiten oder eben für eine Kurzgeschichte eignen, auch dafür verwenden. Das hält Dich in Übung, Deine Ideen werden weniger, aber die Liste der geschriebenen Geschichten wird länger. Das hat also mehrere Vorteile für Dich.

Versuche so schnell wie möglich Dein aktuelles Projekt abzuschließen

Das Planen und Plotten kann den Meisten noch viel Spaß machen. Geht es aber darum den Roman dann wirklich zu schreiben, ist manchmal einfach nur ebbe (siehe auch weiter unten). Irgendwo scheint beim Schreiben dann die Liebe und Leidenschaft langsam zu schwinden. Daher ist es gut, wenn Du Dein Projekt so schnell wie nur möglich abschließt. Sage Dir, allein für das Schreiben gibst Du Dir etwa zwei Monate. Danach sollte die erste Fassung fertig sein.

Die Überarbeitung selbst ist dann eine andere Sache. Da ich für Januar die Überarbeitung meines ersten Romans geplant habe, werde ich Dich daran teilhaben lassen. Mal sehen, wie es mir gelingen wird.

Ich sabotiere mich selbst

Vermutlich können die wenigsten von uns sagen, dass sie sich bewusst darüber sind, dass sie sich selbst sabotieren. Selbstsabotage bedeutet, dass Du Dinge tust oder unterlässt, um am Ende bloß keinen Roman oder zumindest eine Kurzgeschichte in den Händen zu halten.

Einige Beispiele

Hier sind einige Beispiele, damit Du erkennen kannst, ob Du Dich selbst sabotierst.

  • Du bist viel mehr auf Seiten wie Facebook, tumblr oder Pinterest zu finden, als bei Deinem Roman,
  • Du willst nur noch ein Spiel spielen (zum Beispiel Candy Crush),
  • Du bist immer wieder müde und kannst daher nicht schreiben,
  • anstatt zu schreiben, wird auf einmal der Abwasch, das Aufräumen oder die langweiligste Serie der Welt total interessant,
  • [füge hier ein, was es bei Dir ist].

Es ist wichtig eine Zeit zum Schreiben zu finden und eine Zeit, um sich abzulenken. Wenn Du nur dem einen nachhängst (hier natürlich die Zeit zum Ablenken), wirst Du niemals einen fertigen Roman in den Händen halten. Denn häufig spielt Angst eine große Rolle dabei. Angst, dass Du nicht gut genug bist, Deine Geschichte zu erzählen. Aber auch irgendwo Angst, dass Du doch eine fertige Geschichte am Ende hast, die Du dann veröffentlichen könntest. Und dann musst Du Dich der Welt stellen und zeigen, wer Du bist und was Du kannst.

Negative Affirmationen

Noch schlimmer als diese kleinen Ablenkungen, sind negative Affirmationen. Das sind negative Glaubenssätze, die Dich und vor allem Deine Arbeit betreffen. Sie hören sich dann in etwa so an:

  • Du bist nicht gut genug,
  • glaubst Du wirklich, dass Du jemals einen Roman schreiben wirst,
  • es will eh niemand lesen, was Du zu sagen/schreiben hast,
  • Du kannst auch gleich aufhören mit dem Schreiben, dass will sowieso niemand lesen,
  • Du bist eine schlechte Autorin / ein schlechter Autor,
  • etc.

Diese Glaubenssätze müssen nicht einmal annähernd wahr sein, aber sie beeinflussen uns und unser Schreiben doch sehr. Manchmal so sehr, dass sie Schreibblockaden auslösen können und uns daran hindern, anzufangen, weiter zu schreiben oder frühzeitig aufhören lassen.

Auflösung der Selbstsabotage

Während Du diese kleinen Zeitfresser wie Candy Crush oder Ähnliches noch halbwegs unter Kontrolle bringen kannst (schalt einfach das Internet ab, richte Dir bestimmte Zeiten zum Schreiben ein, etc.), sind negative Glaubenssätze ein wenig schwieriger zu bewältigen.

Schreibe in der kommenden Woche jeden negativen Glaubenssatz auf, der Dir über den Weg läuft. Ja, dazu ist eine Menge Selbstdisziplin notwendig, um immer zum Stift zu greifen und alles aufzuschreiben, was Du so denkst und fühlst. Gerade, wenn Du versuchst, kreativ zu sein.

Nun schreibe jeden negativen Glaubenssatz in einen positiven um. Wenn Du Dir also selbst vorwirfst, dass Du eine schlechte Autorin seist, schreibe daraus „Ich bin eine tolle Autorin, die kreativ ist und viele wundervolle Ideen hat“. Es kann sein, dass Du am Anfang noch üben musst. Aber bald hast Du den Dreh da heraus.

Positive Affirmationen dürfen keine Negation enthalten (also kein ich bin nicht, kein, nicht, habe nicht oder weitere ähnliche Bezeichnungen) und sollten immer in der Gegenwart geschrieben sein. Du wirst also nicht eine wundervolle Autorin sein, Du bist es. Das Unterbewusstsein kann wohl, so habe ich öfters schon mal gelesen, die Zukunft nicht von der Gegenwart unterscheiden. Wenn Du ihm also sagst, dass Du eine wundervolle Autorin bist, dann bist Du es auch.

Verbrenn dann die negativen Affirmationen so schnell wie möglich, um sie aus Deinem Leben zu lassen. Und die positiven Affirmationen solltest Du dann täglich sprechen. Schnapp oder besorg Dir ein Spiegel und sage Dir selbst die Affirmationen, während Du Dich im Spiegel betrachtest.

Ich kam mir damals, als ich es mit anderen Affirmationen versucht habe, durchaus erst einmal albern vor. Mach Dir nichts draus. Erst einmal muss Dich ja niemand dabei beobachten. Verschwinde für einige Minuten ins Bad oder in die Küche oder sonst wohin, wo Dich für einige Minuten niemand beobachten kann. Es wäre natürlich ideal, wenn Du auch dort zur Ruhe kommen kannst, ohne zu befürchten, dass Dich jemand dabei erwischen könnte.

Sprich die Affirmationen, schaue in den Spiegel dabei und sei auch davon überzeugt, dass das, was Du Dir sagst, auch wirklich wahr ist. Denn es ist alles wahr, was Du Dir sagst. Wenn Du Dich jeden Tag hinsetzt und schreibst, dann bist Du eine Autorin. Und wenn Du Dir Mühe gibst, dann werden Dir die Leute zuhören bzw. Deine Werke lesen. Warum daran zweifeln? Es gibt dafür überhaupt keinen Grund.

Daher probiere es einfach mal aus und sehe, was es Dir bringt. Fange erst einmal mit einem Monat an und mache dann eine Pause. Wenn Du das Gefühl hast, dass die Wirkung nachlässt, dann fange wieder an. Irgendwann hast Du die Affirmationen so dermaßen verinnerlicht, dass Du sie nicht mehr brauchst. Dann kannst Du sie nur noch verwenden, wenn Du mal einen Tief hast. Die sollten aber dann immer weniger und weniger werden.

Abschlussworte

Nur weil Du an einer Schreibblockade leidest, heißt das noch lange nicht, dass Du es nicht irgendwie und irgendwann abstellen kannst. Du musst nur Deine Blockade identifizieren und diese auch angehen. Wenn Du sie einfach hinnimmst und Dir sagst, dann ist es eben so, wird sich nichts ändern. Du wirst keinen Roman schreiben, diesen überarbeiten, veröffentlichen und dann sehen, was Du davon letztendlich wirklich hast.

Vertraue Dir letztendlich selbst, auch wenn es am Anfang schwierig ist. Denn Du kennst die Lösung bereits. Du musst sie nur finden.
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Ich freue mich auf Dich 🙂

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Über Frau Schreibseele

eine schreibende, die auf den weg zu ihrer ersten geschichte ist. und bis dahin gibt es beiträge rund ums schreiben, lesen und erleben auf meinem blog :)
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