Der ALPHA-Held

Hei hallo und herzlich willkommen,

es gibt verschiedene Heldentypen. Gerade im Romancebereich haben sich die sogenannten Alpha- und Betahelden herausgebildet. Aber nicht nur dort kann man sie finden. Aus diesem Grund möchte ich Dir diese Heldentypen einmal etwas genauer vorstellen. Als Erstes fangen wir mit dem A, also mit dem Alphahelden an.

Definition: Was ist ein Alphaheld?

Vermutlich kennst Du die Bezeichnung Alpha aus dem Tierreich, wie bei den Wölfen. Dort gibt es ein Alpha Männchen und ein Alpha Weibchen. Die Besonderheit bei ihnen ist, dass sie nicht nur das Rudel anführen, sondern sie sind auch die Einzigen im Rudel, welche für Nachkommen sorgen dürfen.

Das bedeutet aber nicht, dass jeder Anführer in den Paranormal Romances, gerade wenn sie Gestaltenwandler sind, automatisch Alpha Helden sind. Aber die Wahrscheinlichkeit ist hier extrem groß.

In Romanen sind Alphas die Männer, die sich um ihre Frauen kümmern und diese um jeden Preis beschützen wollen. Sie können durchaus eifersüchtig reagieren, wenn sich ihre Herzensdame nicht ihnen die notwendige Aufmerksamkeit widmet, aber niemals würde ein Alpha seine Frau physisch oder psychisch verletzten. Ein richtiger Alpha beschützt seine Frau und alle, die ihr gefährlich werden könnten, vertreibt oder bekämpft er.

Definition: Was ein Alphaheld nicht ist

Ein richtiger Alphaheld würde seine Frau niemals schlagen. Das würde der Grundidee des Romancegenres widersprechen. Da wir aber Alphahelden nicht nur in diesem Bereich finden, sollten wir uns das Ganze noch einmal genauer anschauen.

Da ein Held ein Vorbild sein soll und so zu handeln hat, wie wir gerne handeln möchten, darf er natürlich keine unschuldigen schlagen, sie verletzten oder gar töten. Das ist für die Vorbehalten, die Unrecht getan haben und daher es in der Literatur verdient haben, dass man sie in ihre Schranken verweist.

Aber der Alphaheld würde seine Frau auch niemals zu etwas zwingen, was sie nicht möchte. Das gilt sowohl für Aktionen, um den Tag bzw. den Roman zu retten, aber auch in romantische Dinge. Er bringt sie nicht dazu mit ihm ins Bett zu gehen, wenn sie noch nicht bereit dazu ist. Das wäre nun wirklich nicht heldenhaft.

Auch wenn es ihm schwerfallen würde, er würde warten oder sich anders abreagieren. Weniger heldenhaft wäre es natürlich, während des Romans mit anderen Frauen ins Bett zu gehen. Also würde er andere Frauen dankend abweisen. Es mag vielleicht auf dem ersten Blick so aussehen, dass sie doch im Bett gelandet sind, aber er wird es nicht tun. Solange er gebunden ist oder die Möglichkeit besteht, er könnte eine Bindung eingehen, bleibt er solo.

Man kann also sagen, folgende Punkte zeichnen einen Alphahelden nicht aus:

  • er zwingt seine Frau niemals zu einer Handlung, die sie nicht will,
  • er erpresst sie niemals zu einer Handlung und tarnt dies dann irgendwie als Liebe (entweder Du tust das oder wir sehen uns nie wieder),
  • es kommt niemals zum Sex, wenn sie innerlich gar nicht bereit ist,
  • er denkt nicht als erstes an sich und irgendwann kommt mal seine Geliebte.

Das bedeutet nicht, dass ein Alpha seine Frau nicht auch an die Grenzen ihrer Welt bringen kann. Immerhin macht das auch ihre Entwicklung aus. Gerade wenn sie, zum Beispiel, in einem selbst erschaffenen Gefängnis lebt. Dann ist es seine Aufgabe, sie von dort herauszuholen. Aber er respektiert ihre Wünsche und vor allem auch ihr Seelenleben. Er würde also sie nie die Klippen hinabstürzen, wenn sie dazu nicht innerlich bereit ist und fliegen kann (um es bildlich zu schreiben).

Eigenschaften eines Alphahelden

Er ist ein natürlicher Anführer. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass er der reale Anführer einer Gruppe ist. Gerade wenn er erst später dazu gekommen ist und jemand anderes die reale Führungsrolle übernommen hat. Aber das kann dazu führen, dass es ihm stinkt und er sich nicht unbedingt den Spielregeln des realen Anführers unterwirft.

Ein Alpha kümmert sich um seine Gruppe oder sein Rudel, je nachdem was für eine Geschichte erzählt wird. Dabei ist er gewitzt und intelligent und weiß, was zu tun ist, wenn es Zeit ist, etwas getan zu werden. Das bedeutet nicht, dass wir es hier mit einem Übermenschen zu tun haben, der nie Fehler macht. Sollte es zu einem Fehler kommt, sucht er dann die Schuld bei sich. Aber er vergeht nicht an seinen Schuldgefühlen, sondern sucht einen Weg, um das Problem aus der Welt zu schaffen.

Überhaupt hat er seine Gefühle mehr unter Kontrolle, als die anderen in der Geschichte. Er ist nicht emotionslos, sondern er, wie oben schon erwähnt, konzentriert sich eher auf Lösungen, als darauf, sich in die Ecke zu setzen und zu grübeln. Dadurch mag er auf andere hart wirken, aber spätestens, wenn es um seine Frau geht, bricht seine harte Schale und er liebt bedingungslos.

Die Physik eines Alphahelden

Ein Alphaheld muss in puncto Aussehen auffallen. Immerhin soll sich Deine Heldin nach ihm umdrehen und sich nach ihm verzerren, auch wenn sie in einer festen Beziehung steckt. Das bedeutet, er ist groß, hat Muskeln und sieht gut aus. Es kommt auf die Geschichte und den persönlichen Geschmack an, ob er zum Beispiel Brusthaare hat oder nicht. Das gilt auch für den Dreitagebart und die Haarlänge.

Mein persönlicher Alphaheld wäre groß, muskulös, würde mal einen Bart tragen und mal nicht und darf ruhig auch längere Haare haben. Was bei mir persönlich aber nicht geht, wären Haare auf der Brust. Das ist halt nicht mein Geschmack.

Die anderen Männer rund um den Alpha dürfen durchaus attraktiv sein. Sie können sich aber mit dem Alphahelden nicht messen. In seiner Geschichte ist er der Held und zudem der Attraktivste von allen. In einer Reihe kannst Du dann die Vorzüge der Männer einzeln hervorheben, sorge aber dafür, dass der Held vom Aussehen her immer so attraktiv ist, dass die Heldin ihm verfällt.

Die Heldin für Deinen Alphahelden

Dein Alphaheld sollte irgendeine Schwäche haben, an die er kaputt gehen könnte. In Romanen darf es ja ein wenig dramatischer sein, daher ist dieser Vergleich durchaus in Ordnung. Und diese Schwäche gleicht sie aus.

Wenn also Dein Held Angst vor einer Beziehung hat, dann kannst Du eine Heldin schaffen, die kein Problem damit hat und ihn daher bringt, sich emotional diesem Thema zu öffnen. Das Gleiche kannst Du auch in die andere Richtung bauen. Wenn sie Angst vor einer Beziehung hat, kann er zeigen, wie er sie liebt und wie wunderbar das Leben zu zweit ist. Und am Ende kommen sie halt doch zusammen.

Egal, mit wem Du anfängst, also mit dem Helden oder der Heldin (beim planen und dem kennenlernen), sie sollten aufeinander abgestimmt werden. Wo sie Stärken hat, kann er die Schwächen haben und andersherum. Sie sollte durchaus eine starke Persönlichkeit haben, da ansonsten ein Alpha kein Interesse an ihr haben könnte. Immerhin ist er eine Anführernatur. Da braucht er eine Frau an seiner Seite, die mit ihm mithalten kann.

Fange also mit einem der beiden an und wandere dann zur Gefährtin oder zum Gefährten. Dann wirst Du Dein perfektes Alphapaar haben.

Was solltest Du berücksichtigen, wenn Du einen Alphahelden kreierst?

In erster Linie solltest Du Spaß haben, einen Alphahelden zu erschaffen, mit ihm zu arbeiten und über ihn zu schreiben. Wenn Du über Alphahelden liest und dabei keinen Spaß hast oder sogar diese Art von Büchern meidest, solltest Du auch meiden, sie zu Deinem Heldentyp zu machen.

Ansonsten solltest Du natürlich darauf achten, dass der Alphaheld nicht zu perfekt ist und eine nachvollziehbare Schwäche besitzt. Aber er darf gerne durch und durch ein Alpha sein. Angela Knight erwähnte in ihrem Buch Passionate Ink: A Guide to Writing Erotic Romance, dass sie mal über einen Alpha gelesen hatte, der Angst hatte nie gut genug zu sein. Das galt in allen Bereichen, besonders im Bett. Und für ein Alpha ist das unlogisch. Denn er hält sich auf allen Ebenen für gut, auch wenn er es nicht hundertprozentig ist.

Die verschiedenen Alphatypen

Es gibt nicht den Alphahelden, sondern verschiedene Typen. Das bedeutet, dass Du noch einmal die Wahl hast, was für einen Alpha Du Dir selbst bastelst.

  • Der Kriegeralpha
    Ein Kriegeralpha hat etwas, wofür es sich zu kämpfen lohnt und vor allem, wofür sie auch kämpfen. Dabei leben/existieren sie in einem System, das ihnen nicht unbedingt freundlich gesinnt ist. Ein berühmtes Beispiel ist die Rolle von Russell Crow in Gladiator.
  • Der Chefalpha
    Sie sind Anführer einer Gruppe von Frauen und Männern, die ihre speziellen Stärken haben. Im Kampf dreht es sich nicht um ihre eigenen Bedürfnisse, sondern um das der anderen. Diese beschützen sie und kümmern sich, dass das Böse sie nicht weiter bedroht. Auch hier können wir Russell Crow in Gladiator als Beispiel nehmen.
  • Extreme Alphas
    Es handelt sich hierbei um einen Typ der Kämpfer. Hier finden wir die Undercoveragenten, die Navy Seals, Spione, all die, die unter extremen Bedingungen agieren müssen, um selbst am Leben zu bleiben. Normalerweise dürfen sie dabei nicht nett sein, um zu überleben. Daher dürfte es ihnen schwerfallen „weich“ zu werden, um eine Frau zu beeindrucken. In diesem Bereich habe ich herausgefunden, dass die Autorin Lora Leigh wohl sehr gute Extreme Alphas schreiben soll. Leider kenne ich ihre Bücher noch nicht und kann dazu erst einmal nichts sagen.
  • Bad Boy Alphas (die bösen Jungs)
    Die meisten Frauen lieben die Bad Boys, auch wenn sie im realen Leben aller Wahrscheinlichkeit niemals einen solchen heiraten würden. Das dürfte dann wohl auch ihre Anziehungskraft ausmachen. Sie haben durchaus eine gewisse Moralvorstellung, aber man darf sie ab und an hinterfragen. Weiterhin besitzen sie nicht die starke Einstellung eines Anführeralphas oder die eines Kriegeralphas. Ein sehr gutes Beispiel ist der wohl sehr bekannte Han Solo aus den Star Wars Filmen.
  • Der verwundete Alpha
    Hiermit sind in erster Linie keine physischen Verwundungen gemeint, sondern eher die seelischen. Das kann durch Folter oder andere Methoden geschehen sein. Dabei haben sie einen Teil von sich selbst verloren und es fällt ihnen schwer, wieder ins Leben zurückzufinden. Hier kann die Heldin als Heilerin seiner Seele sehr gut arbeiten. Ein Beispiel ist Lestat von Anne Rice.
  • Die Haudegenalphas (Swashbuckling)
    Sie stammen durchaus aus dem Fantasy Genre und sind furchtlos, suchen das Abenteuer und bedingt auch die Gefahr und sind sehr rau. Wenn ich sage, dass Indiana Jones ein gutes Beispiel ist, muss ich diesen Punkt sicherlich nicht weiter ausführen.
  • Der Playboyalpha
    Sein Ruf ist bekannt, weil sexy ist, er hat Charme und er ist ein einmaliger Liebhaber. Weiter ist er witzig, durchaus frech und teilweise sogar schockierend, wie er sich gibt. Aber unter seiner sexycharmanten Schale hat er ein Herz aus Gold. Da muss ich an Tony Stark, gespielt von Robert Downey Jr. als Beispiel denken.
  • Der A****alpha
    Er dürfte nicht jeder Leserin gefallen. Denn er kann durchaus wirklich ein richtiges schönes und herrliches A****loch sein. Hier darfst Du Dich sogar ein wenig austoben. Denn er darf egoistisch sein, überheblich und nur an sich denken. Aber hier besteht auch das beste Potenzial, zu wachsen und sich zu ändern. Denn je mieser ein Charakter ist, desto schöner kann seine Verwandlung sein. Daher lohnt es sich hier sehr viel Arbeit hineinzustecken, um zu zeigen, wie er am Anfang ist und wie er sich verwandelt und wie er dann am Ende ist. Loretta Chase soll sehr gute A*alphas schreiben.
  • Bist Du ein Alpha – Alpha?
    Nächste Woche möchte ich mit Dir über die Betas und in der darauffolgenden Woche auch noch über die Gammas sprechen. Aber ein Alpha, der kein Alpha ist, der ist eigentlich ein Beta, der nur so tut (was für ein Satzungetüm). Er wirkt auf dem ersten Blick wie ein Alpha, doch es gibt auch unterschiede. Denn er ist meistens um einiges ruhiger und gelassener, weiß aber was er will und hat auch keine Probleme hinauszugehen, um sich das zu holen. Die Bücher von Nicole Helm sind da durchaus zu beobachten.
  • Der ordentliche Alpha
    Das ist der Typ Alpha, der vom Kragen bis zur Schuhsohle ordentlich gepflegt ist und auf dessen Anzug man keinen einzigen Staubkrümmel findet. Er hat seine Regeln und am besten ziehst Du Deinen Kopf ein, wenn Du einen dieser Regel verletzt. Doch dann kannst Du sehen, wie er nach und nach seinen inneren bösen Jungen (den Bad Boy) entdeckt und näher kennenlernt. Dabei kann seine Heldin sehr hilfreich sein, damit er Wege entdeckt, auf die er zuvor niemals gegangen wäre. Die Bücher von Sarah Mayberry wären als Beispiel zu erwähnen.

Schlussworte

Ich hoffe, dass der Beitrag Dir eine kleine Übersicht über die Alphas geben konnte. Wie Du siehst, es ist nicht alles in eine Kategorie zu werfen. Und wenn Du zwei Alphatypen miteinander mischen möchtest, dann kannst Du das natürlich jederzeit tun. Dafür musst Du sie nur kennenlernen (also Filme gucken oder Bücher lesen) und dann den Helden ordentlich planen und plotten. Dann bekommst Du als Autorin und wir als Leserinnen einen tollen Helden präsentiert.

Durch die Recherchen habe ich selbst einiges lernen dürfen, und werde natürlich versuchen, dass der Betabeitrag ebenfalls so ausführlich wird.

Suche ein paar Alphahelden

Oben habe ich Dir einige Beispiele für Alphahelden genannt. Jetzt bist Du dran!

Sicherlich hast Du einige Bücher und Filme in Deinem Regal zu stehen, die Du schon auswendig kannst. Aber schnapp Dir ruhig noch einmal die Sachen und ruf Dir die Helden in Erinnerung. Sind das alles Alphas oder doch eher nicht? Und wenn ja, was zeichnet sie genau aus? Welche Eigenschaften haben sie? Wie sehen sie aus? Zu welcher Kategorie gehören sie?

Es geht hierbei in erster Linie darum, dass Du verstehst, wie die verschiedenen Autorinnen und Autoren ihre Alphas angelegt haben. Und natürlich, wie ihre Dynamik ist.

Die Beziehung zwischen dem Alpha und seiner Heldin

Ein richtiger Alpha wäre ohne seine Heldin nur ein halber Held. Also schau Dir die Beziehung zwischen ihr und ihm an. Wo ergänzen sie sich, wo widersprechen sie sich? Wie stark ist sie als Heldin? Und ist sie auch stark genug, um dem Alphahelden entgegentreten zu können?

Die Alphaheldin?

Während des ganzen Beitrages habe ich mich auf den Alphahelden, also dem Mann, konzentriert. Doch wie sieht es aus? Gibt es auch unter den Frauen die eine oder andere Heldin, die man in die obere Liste einordnen könnte? Oder ist die ganze Alphanummer wirklich nur für die Männer reserviert?

Dein eigener Alphaheld

Mit diesem Beitrag und vor allem mit Deinen eigenen Recherchen solltest Du die Dynamik eines Alphahelden kennen. Jetzt ist es Zeit, dass Du Deinen eigenen Alphahelden, nach Deinen Wünschen, entsprechend erschaffst. Für den Anfang reichen Stichpunkte aus. Doch wenn Dir der Charakter gefällt, was spricht dagegen, ihn für eine Geschichte zu verwenden? Dabei wünsche ich Dir viel Spaß.

Welche Alphahelden kennst Du so? Gefallen Dir die Alphahelden aus den verschiedenen Medien? Wenn ja, was genau gefällt Dir daran? Und wenn nein, was fehlt denen? Wie sieht Dein idealer Alphaheld aus? Können Frauen Alphaheldinnen sein? Oder ist das doch eher eine Angelegenheit, ausschließlich für die Herren?

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Über Frau Schreibseele

eine schreibende, die auf den weg zu ihrer ersten geschichte ist. und bis dahin gibt es beiträge rund ums schreiben, lesen und erleben auf meinem blog :)
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