Der BETA-Held

Hei, hallo und herzlich willkommen,

letzte Woche haben wir uns über den Alphahelden unterhalten. Heute geht es in die zweite Runde der ABG-Heldenreihe, und zwar mit dem Kuschelbär, also dem Betahelden.

Definition: Was ist ein Betaheld?

Der Betaheld ist um einiges netter, als ein Alphaheld. Er ist ruhiger, freundlicher und durchaus auch zugänglicher. Weiterhin ist er auch anfälliger für emotionale Schwingungen. Er kann durchaus auch Anzeichen von Dominanz und Eifersucht zeigen, aber das sind nicht seine Hauptattribute. Denn ein Beta ist ein Teamplayer.

Man kann sagen, er ist der nette Typ von nebenan. Er behandelt definitiv die Damen mit dem Respekt, den sie verdienen. Denn es kann durchaus passieren, dass der Alphaheld mal ein wenig, sagen wir mal, unhöflich ist. Aber er behandelt überhaupt die Menschen mit Respekt. Dies kann sogar so weit gehen, dass der die Wünsche und sogar das Schicksal der anderen Menschen über seine eigenen Bedürfnisse stellt.

Der Betaheld ist monogam. Es kann sein, dass der Held zu Beginn der Geschichte kaum sexuelle Kontakte hatte. Oder er hatte einige feste Beziehungen zu anderen Damen, die ihn emotional ausfüllten (oder auch Herren, je nachdem, was für eine Geschichte Du schreibst). Der Grund für die Trennung kann natürlich unterschiedlich sein. Er ist also nicht der Weiberheld, wie es der Alphaheld teilweise sein kann. Er versucht auch nicht, seinen Willen bei seiner Heldin um jeden Preis durchzusetzen. Immerhin würde es sich mit dem Respekt, den er ihr gegenüber empfindet, widersprechen.

Er arbeitet häufig im Hintergrund, um seine Ziele zu erreichen und tritt damit nicht extrem forsch auf. Man sollte ihn aber nicht unterschätzen und gar als Weichei bezeichnen. Denn irgendwo tief in ihm ist durchaus auch ein kleiner Alpha zu finden.

Auf alle Fälle ist er der Mann, den wir alle im realen Leben eher heiraten würden. Der Alpha ist gut für die schönen Stunden mit dem Roman (oder auch mal für das eine oder andere Abenteuer), der Beta ist der Mann fürs Leben.

Was ein Betaheld nicht ist

Viele sagen, dass es für sie leichter ist zu definieren, was ein Betaheld nicht ist, als zu definieren, was er nun eigentlich ist. Da sieht man, dass er noch schwer zu fassen ist, zumal die meisten Helden, gerade im Romancebereich eher Alphahelden sind, als Betas.

Auf keinen Fall sollte man einen Betahelden unterschätzen. Er ist nicht schwach, nur weil er nicht so dominant ist, wie ein Alphaheld. Oder ein A***loch. Aber seine Haltung kann als solche empfunden werden.

Er ist auch nicht aufbrausend, sondern ruhig und denkt erst einmal nach, bevor er handelt. Weiterhin ist er auf dem ersten Blick nicht so oberflächlich wie ein Alpha, sondern seine emotionale Welt geht sehr tief. Und dies kann man durchaus auch in der Geschichte zeigen.

Grob und vereinfacht gesagt, all das, was ein Alphaheld ist, ist niemals ein Betaheld. Und andersherum. Was ein Alphaheld nicht ist, kann man bei einem Betahelden finden.

Der Betaheld und seine Heldin

Aber eines haben beide Helden gemeinsam, auch der Betaheld würde niemals seine Frau schlagen oder ihr in irgendeiner Art und Weise Gewalt antun. Sie begegnen sich auf Augenhöhe und respektieren einander. Und er liebt sie, was für ihn unmöglich macht, ihr irgendwie Gewalt anzutun.

Eben weil er sie respektiert und sie (zumindest im Roman) niemals betrügen würde, haben sie eine völlig andere Dynamik in ihrer Beziehung. Denn sie kann sich auf ihn verlassen, während er sich auch auf sie verlassen kann. Das bedeutet auch, mit einem Beta ist es leichter eine Familie zu gründen. Denn weil er aus dem Hintergrund agiert, ist er eher für die Kleinen da. Und er würde sich auch nicht unnötig in Gefahr begeben. Denn das Schicksal seiner Kinder sind ihm wichtiger, als sein eigenes.

Die Physik des Betahelden

Ein Betaheld darf durchaus sexy aussehen. Aber er ist weniger der superheiße, geheimnisvolle Typ, der auf einer Harley daher kommt, Deiner Heldin zuzwinkert und sich davon macht, während sie ins Koma fällt. Er kommt eventuell auf einer Harley daher, aber hilft Deiner Heldin dann beim Einkauf. Und sollte sie ins Koma fallen, leitet er die Rettungsmaßnahmen ein und ruft den Krankenwagen.

Mein persönlicher Beta

Ich sehe den Beta eher mit kurzen Haaren, eventuell auch einem Bart. Ein paar Muskeln sind durchaus dabei, aber er hat kein Sixpack. Weiterhin ist seine Kleidung durchaus alltagstauglich und kann in jedem Laden leicht erworben werden. Also ein netter Typ von nebenan.

Beispiele für Betahelden

  • Flat-Out Love von Jessica Park
  • Fangirl von Rainbow Rowell
  • Slammed von Colleen Hoover
  • Faking It von Cora Carmack
  • Lola and the Boy Next Door von Stephanie Perkins
  • Make it Count von Megan Erickson
  • Taste the Heat von Rachel Harris
  • Drop Everything Now von Alesandra Thomas
  • Where She Went von Gayle Forman
  • Emma von Jane Austen

Ein etwas ausführlicheres Beispiel für einen Betahelden

In meinen Augen ist Dr. Bruce Banner alias The Hulk aus dem aktuellen Marvel Franchise ein sehr gutes Beispiel für einen Betahelden. Während alle um ihn herum Alphahelden sind und teilweise ihr Testosteron verteilen, hält sich Dr. Banner zurück. Es gibt sogar Bilder, wo er unter anderem neben Captain America und Thor steht. Sie sehen aus, wie aus dem Alphaei gepellt und er eher wie ein Schuljunge. Und das macht den kleinen bzw. großen Unterschied.

Achtung Spoiler!!!

In Avengers 2: Age of Ultron hat Natasha Romanova alias die Black Widow Banner ein eindeutiges Angebot gemacht. Ein Alphaheld hätte hier sicherlich zugegriffen und ihnen beiden den Spaß gegönnt. Banner ist aber kein Alphaheld, sondern eben ein Beta. Und aus diesem Grund lehnte er es ab und ließ lieber die Vernunft walten.

Ende Spoiler!!!

Das ist halt typisch für einen Betahelden. Wie oben schon beschrieben, er denkt meistens vorher nach, bevor er handelt. Dadurch ist er für viele einfach zuverlässiger.

Abschlussworte

Betahelden wirst Du in den meisten Romancebüchern eher seltener antreffen. Im Internet habe ich so einige Interviews mit englischsprachigen Autorinnen gefunden. Und so gut wie alle bevorzugten den Alphahelden. Gerade in Paranormal Romance Genre findet man sie verhältnismäßig seltener. Vermutlich hat das auch damit zu tun, dass er ruhiger und zuweilen schüchterner ist. Und das kann bedeuten, dass er nicht mit der Heldin sofort ins Bett geht. Etwas, was beim Paranormal Romance aber meistens unabdinglich ist.

Das bedeutet nicht, dass nicht auch Betahelden in erotischen Geschichten auftreten können. Charlotte Featherstone’s Addicted ist zum Beispiel solch ein Werk. Zumindest laut einer Empfehlung, die ich dazu gefunden habe (das Buch landet definitiv auf meiner WuLi).

Wenn Du über einen Betahelden schreiben möchtest, der in keiner romantischen Komödie auftreten soll (dort findest Du die meisten Betahelden), dann lies Dir viele Bücher zu ihnen durch. Die oben aufgeführte Liste ist lediglich ein kleiner Anfang.

Ansonsten kannst Du Dich jederzeit gerne ranwagen und versuchen einen Betahelden in einem Genre einzubetten, dem eigentlich den Alphas vorbehalten ist. Das könnte sicherlich ein interessantes Experiment werden.

Egal ob Du mit Alphas oder Betas arbeitest, dabei wünsche ich Dir viel Spaß. Aber vielleicht sind ja auch die Gammas was für Dich?

Finde Deine Betahelden

Sicherlich hast Du auch schon den einen oder anderen Betahelden in Deinem Kopf. Trage sie nun allesamt zusammen und beschreibe kurz, was diese Helden zu Betahelden macht und wie sie sich von den Alphahelden direkt unterscheiden.

Die Beziehung des Betahelden zu seiner Heldin

Wie sieht diese aus? Besteht sie wirklich auf Augenhöhe oder benimmt sich doch der Betaheld unhöflich, vielleicht sogar rabiat ihr gegenüber? Und hat das irgendwelche Gründe, die man erklären kann?

Der Betaheld vs. dem Alphahelden

Das gilt natürlich nur für Bücher oder Filme, wo beide aufeinandertreffen. Und zwar schau Dir bitte beide Typen an. Wie benimmt sich der Alphaheld und wie benimmt sich der Betaheld für sich alleine genommen. Und was passiert, wenn beide aufeinandertreffen? Respektieren sie sich einander oder versuchen sie sich die „Augen auszustechen“? Und wer gewinnt am Ende? Denn in den meisten Fällen, wenn die beiden aufeinandertreffen, geht es um eine Frau. Vor allem, wie gewinnt der Held der Geschichte?

Dein Betaheld

Wie sieht Dein idealer Betaheld aus? Erschaffe nun einen. Beschreibe sein Äußeres und vor allem, wie es in ihm aussieht. Ist er höflich, zurückhaltend, lustig oder eher ernst? Beschreibe ihn so, als würdest Du ihn für eine Geschichte benötigen. Und wer weiß, vielleicht nimmst Du ihn auch für eine Geschichte.

Welche Betahelden kennst Du so? Gefallen Dir die Betahelden aus den verschiedenen Medien? Wenn ja, was genau gefällt Dir daran? Und wenn nein, was fehlt denen? Wie sieht Dein idealer Betaheld aus? In welchem Genre treten sie am häufigsten auf? Eher Comedy oder auch in Actionfilmen (bzw. Bücher)? Und wie sieht es mit seiner Heldin aus? Ist sie eher eine Femme fatale oder die beste Freundin von nebenan? Oder gar beides?

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Über Frau Schreibseele

eine schreibende, die auf den weg zu ihrer ersten geschichte ist. und bis dahin gibt es beiträge rund ums schreiben, lesen und erleben auf meinem blog :)
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