Darf ich eigentlich auch Genres mixen?

Hei, hallo und herzlich willkommen,

letztens wurde ich gefragt, ob es in Ordnung ginge, zwei Genres zu mixen. Meine erste Reaktion war „Wieso nicht?“. Aber ich dachte mir, die Frage ist eigentlich interessant. Darüber könntest Du auch einen Beitrag schreiben. Und hier ist er.

Eine Kurzdefinition: Was sind eigentlich Genres?

Die Bezeichnung ist in aller Munde. Aber wie bei vielen Worten, wenn man es erklären soll, fehlen die richtigen Bezeichnungen dafür. Als wenn Du Dich als Schriftstellerin oder Schriftsteller zu erkennen gibst, ist eine der ersten Fragen der anderen Leute, in welchem Genre Du schreibst.

Das Genre ist die Möglichkeit einer Kategorisierung. In diesem Fall die der Geschichte, die Du schreibst. Beinhaltet es bestimmte Elemente, dann kann man es zum Beispiel als Fantasy oder Western klassifizieren. Diese Kategorisierung ermöglicht jedoch nicht nur, dass man die Elemente kennt und erkennt, sondern auch was für Charaktertypen auftauchen können, wie die Länge der Geschichte sein sollte (also Wort-, Zeichen- oder Seitenzahl) und welcher Verlag sich für die Veröffentlichung eignet.

Writers Write hat die beliebtesten Genres aufgelistet. Wenn Du Inspirationen suchst, worüber Du schreiben oder was Du mixen könntest, kannst Du Dich gerne an dieser Liste orientieren.

Eine Kurzdefinition: Was ist ein Subgenre?

Subgenre bezeichne ich als Feinheiten des Genres. Jeder Mensch und auch jede Schriftstellerin bzw. Schriftsteller hat besondere Vorlieben. Die eine mag vielleicht mehr Action und Schwertkampf und Magie, der andere hingegen mehr Romantik oder Intrigen. Dies kann man in einem einzigen Genre nicht abbilden.

Zum Beispiel hatte ich vor Jahren eine Diskussion mit einem anderen Fantasyautor, der überhaupt nichts mit Drachen anfangen konnte. Meine Geschichte, an der ich schon seit einigen Jahren arbeite, dreht sich aber um Drachen. Wir beide schreiben Fantasy. Würde Fantasy beinhalten, dass man unbedingt über Drachen schreiben muss, hätte er sicherlich ein kleines Problem. Oder auch, wenn es keine Drachen in Fantasy geben sollte, was dann? Dann hätte ich ein kleines Problem (die Drachen passen einfach zu gut).

Dank der Subgenres müssen wir uns nicht mehr entscheiden. Er schreibt seine Fantasygeschichten eben ohne Drachen und ich mit Drachen. Wenn ich möchte, kann ich auch andere Elemente einbringen und er sie weglassen. Dank der Subgenres hat man auch mehr Inspirationen, was man schreiben könnte und was nicht. Ich selbst sehe diese als Bereicherung an, anstelle einer Einengung. Aber das sehen nicht alle so. Und auch das ist in Ordnung (in diesem Fall bin ich auf Kuschelkurs).

Eine weitere Kurzdefinition: Was ist nun ein Genremix?

Ich denke, das muss ich nicht tief greifend erklären. Das nehme ich nur zur übersichtshalber auf.

Genremix bedeutet, dass mindestens zwei verschiedene Genres, die normalerweise für sich alleine stehen, miteinander gemixt werden. Das könnte zum Beispiel Fantasy und Science-Fiction sein (Star Wars) oder Science-Fiction und Western (Saber Rider und die Starsherrifs, Bravestarr oder auch die Galaxy Rangers), Historical und Science-Fiction (Steampunk, also daraus ist ein eigenes Genre entstanden).

Mir fallen gerade mal zwei Beispiele an, wo man sagen könnte, dass drei Genres miteinander gemixt sind. Einmal Star Wars (Fantasy, Science-Fiction und ein wenig Western) und Bravestarr (Science-Fiction, Western und ein wenig Fantasy).

Warum überhaupt Genres mixen?

Natürlich könntest Du Dir Dein Genre bzw. das dazugehörige Subgenre (siehe oben) aussuchen und damit arbeiten. Aber ich weiß nicht, wie es Dir geht, ich habe mehrere Lieblingsgenres. Besonders interessiere ich mich momentan für Fantasy und Romance. Was soll ich also machen? Jeweils eine getrennte Geschichte schreiben oder doch beides in einem Topf werfen?

Früher hätte man vielleicht in der Tat beide Genres getrennt und jeweils eine eigene Geschichte geschrieben (auch wenn Romance in diesem Fall ein blödes Beispiel ist, denn viele Fantasygeschichten enthalten durchaus Elemente einer romantischen Ebene). Heutzutage sieht die Sache ein wenig anders aus.

Nehmen wir das Beispiel Western und Science-Fiction. Western sind Geschichten, die in den Zeiten des Wilden Westens spielen. Also Cowboys, Pferde, Schießeisen und ja, auch Indianer und Saloons, Postkutschenüberfälle und die Eisenbahn. Und Science-Fiction hat unter anderem ferne Welten, andere Rassen, Raumschiffe und Physik zum Inhalt. Aber auch Schusswaffen und das Böse (in irgendeiner Art und Weise).

Die oben aufgeführten Serien wie Saber Rider and the Star Sherrifs, Bravestarr oder die Galaxy Rangers haben aus dem Westerngenre die Pferde, die Saloons und die Wüstenthematik übernommen (um es mal ein wenig einzugrenzen) und aus dem Bereich Science-Fiction die Raumschiffe, ferne Welten und eine Weltraumbasis. Und als Mischwesen kann man die technischen Pferde sehen, sowie die Blaster.

In den Serien wurde alles so harmonisch zusammengefügt, dass man nicht das Gefühl hat, dass da irgendetwas erzwungen wirkt. Elemente wurden ausgetauscht, hinzugefügt oder weggelassen, je nachdem was benötigt wurde, damit es eine runde Geschichte wird. Somit musst Du Dich nicht entscheiden, ob Du nur Western oder nur Science-Fiction schreiben sollst, Du mischst beides und kannst daraus durchaus (mit ein wenig Arbeit natürlich) eine harmonische Geschichte schreiben.

Die besondere Möglichkeit hierbei ist, dass Du Dich von anderen Autorinnen und Autoren abheben kannst. Während die einen vielleicht nur Romance oder nur Young Adult schreiben, bietest Du Deinen Leserinnen und Leser ein völlig anderes Leseerlebnis. Und wenn es ihnen gefällt, kannst Du eventuell sogar zwei Gruppen an Dich binden. Einmal die, die gerne Western lesen und dann einmal die, die gerne Science-Fiction lesen (um bei dem oben aufgeführten Beispiel zu bleiben).

Natürlich solltest Du Dich in Deinen Wunschmixgenres auskennen und wissen, was die Besonderheiten sind. Denn Deine Leserinnen erwarten schon von Dir, dass Du weißt, worüber Du schreibst. Wenn Du Dir also sagst, ja, Western hört sich ganz lustig an, nehme ich, aber nicht weißt, welche Besonderheiten dieses Genre ausmacht, oder noch schlimmer, eigentlich noch nie eine Geschichte daraus gelesen hast, oder noch einmal schlimmer, dieses Genre überhaupt nicht magst, dann spricht alles dagegen, diese als Grundlage für einen Mix zu verwenden (entschuldige bitte diesen Bandwurmsatz).

Daher empfehle ich ganz klar, wenn Du mixt, dann am besten die Genres, die Du auch gerne liest und in denen Du Dich zumindest halbwegs gut auskennst. Alles andere kannst Du gegebenenfalls noch recherchieren.

Meine Empfehlung für den Anfang

Wenn Du noch keine Erfahrung mit Genremix hast, empfehle ich Dir, Dich erst einmal an einer Kurzgeschichte zu versuchen. Sie kann etwas länger sein, sagen wir mal um die zwanzig Seiten. Du kannst dann probieren, wie man Deine Genres entsprechend zusammenmischen kann, ohne dass Du Deine Zeit und vor allem Deine Energie auf ein Romanprojekt konzentrierst.

Pro und Contra des Genremix

Es gibt gute Gründe, warum man Genres mixen kann, darf und vielleicht sogar sollte. Und gleichzeitig birgt dies auch eine gewisse Gefahr. Daher habe ich mir Gedanken gemacht, welche Vor- und Nachteile das Ganze bringen könnte.

Die Pro-Argumente

Du kannst Vorreiterin auf dem Gebiet werden

Ein Roman zu schreiben braucht seine Zeit. Bei manchen dauert diese Arbeit sogar bis zu einem Jahr. Und es ist noch fraglich, ob Du dann mit dem Roman Erfolg haben wirst. Gerade dann, wenn Du ein Roman liest und Dir denkst, der war so Hammer, in diesem Bereich möchte ich meine nächste Geschichte ansiedeln. Jetzt würden die Verlage und die Leserinnen und Leser Deine Geschichte gerne lesen und kaufen. In einem Jahr kann die Angelegenheit schon wieder anders aussehen.

Daher empfehlen viele Autorinnen und Autoren (insbesondere wenn sie selbst Erfolg haben), dass man einem Trend niemals hinterher schreibt (wie es vor einigen Jahren zum Beispiel mit den Vampiren war), sondern man sollte lieber versuchen, neue Trends zu erschaffen.

Die Autorin Angela Knight hatte mal geschrieben, dass vor einigen Jahren Westernromane in Amerika sehr erfolgreich waren. Diese interessierten sie aber nicht, sondern sie liebte Vampire. Da sie aber Erfolg haben wollte, griff sie das Thema Western auf (nun gut, damit wäre meine Empfehlung von oben hinfällig) und kombinierte es mit ihren Vampiren. Damit erschuf sie ihren persönlichen Erfolg. Zwar schrieb sie einem Trend hinterher (hier dem Genre Western), kombinierte es aber mit ihrem Lieblingsthema, den Vampiren.

Hätte sie dem Trend hinterher geschrieben, bestände die Gefahr, dass sie zu spät gekommen wäre. Dann wäre der Westernhype bereits vorbei und eventuell wären die Vampire sehr stark im Trend gewesen. Sie hat das Beste aus beiden Welten genommen und ihren eigenen Stil geprägt. Daher spricht vieles dafür, nicht nur über etwas zu schreiben, was man selbst gerne liebt, sondern auch die persönlichen Lieblingsgenres miteinander zu vermischen.

Du kannst bei zwei verschiedenen Leserinnengruppen punkten

Natürlich ist dies kein Muss, aber durchaus eine interessante Kannmöglichkeit. Wenn Du Western und Science-Fiction miteinander vermischst, kann es durchaus möglich sein, dass Du aus den Leserinnengruppen der Western- und Science-Fiction-Literatur Deine Leserinnen findest.

Du wirst niemals alle Leserinnen der Genres auf Dich bzw. auf Deine Geschichte, vereinen können. Schön wäre es. Wenn Du die Mischung aber gut hinbekommst, wird durchaus die eine oder der andere Dein Experiment honorieren und Deine Geschichte ausprobieren. Und wenn sie einen Buchblog haben oder regelmäßig irgendwo Rezensionen schreiben, werden sie (hoffentlich) Dein Buch empfehlen und somit kommst Du dann auch an deren Seitenbesucherinnen.

Du könntest für andere interessant werden

Es kann durchaus auch sein, dass Du Leserinnen mit Deiner Geschichte begeisterst, die ansonsten mit den einzelnen Genres niemals zu tun hätten oder zu tun haben wollen. Denn es gibt durchaus Leserinnen und Leser, die offen für Neues sind. Sie freuen sich über Bücher, die das Ergebnis eines Experiments sind. Und daher geben sie gerne mal dem Ungewöhnlichen eine Chance.

Natürlich muss die Mischung gut sein, ansonsten würde niemand Dein Buch lesen. Aber sicherlich wäre das für die eine oder den anderen interessant.

Du musst Deine Idee nicht zerstückeln

Wie oben schon geschrieben, hat ein Mensch durchaus viele Interessen. Da kann es schon passieren, dass sich in Deinem Bücherregal ein Science-Fiction-Roman neben einem Liebesroman tummelt, eine Fantasygeschichte neben einem Sachbuch über Kernfusion.

Und da kann es durchaus passieren, dass man Lust hat, mal eine Science-Fiction-Geschichte zu schreiben und dann einen Krimi oder einen Fantasyroman. Und manchmal hat man das Gefühl, dass alles zusammenpassen könnte. Mit dem Genremix musst Du Dich nicht entscheiden, was Du schreibst, sondern nur noch wie.

Du begeisterst Dich selbst für Dein eigenes Projekt

Wenn Du etwas schreibst, was aus Einzelelementen besteht, was Dich sowieso begeistert, dann kann es sein, dass die Mischung Dich sogar regelrecht anspornt. Denn es gibt nicht umsonst den Tipp, wenn Du ein Buch suchst und diesen nicht im Regal findest, schreib ihn selbst.

Und ich bin mir sicher, dass Du die eine oder andere Idee hast, die Du mit einem Genre einfach nicht abdecken kannst. Also, warum sollst Du Dich zurückhalten und limitieren? Es gibt keinen Grund dafür. Immerhin ist es Deine Geschichte. Und letztendlich kannst Du mit ihr machen, was Du willst.

Zwischenfazit

Die Vorteile des Genremix sehe ich persönlich sehr stark auf der persönlichen Ebene. In erster Linie empfehle ich immer, wenn Du etwas schreibst, dann sollte es Hand und Fuß haben. Und zwar auf Deiner eigenen emotionalen Ebene. Wenn Du etwas schreibst und eigentlich gar keine Lust dazu hast, weil es sich für Dich nicht gut anfühlt, dann stellt sich die Frage, warum Du Dich damit überhaupt beschäftigen sollst?

In einem Schreibratgeber habe ich mal gelesen, dass die Autorin Probleme hatte, eine Szene zu schreiben. Irgendwann fragte sie sich nicht mehr, warum die Szene ihr Probleme bereitete, sondern warum sie diese Szene überhaupt schreiben soll. Es ist immerhin ihre Geschichte. Und dementsprechend sollte es ihr doch Spaß machen, was sie da schreibt. Aber ihr machte diese Szene keinen Spaß. Wo war also das Problem?

Das Ende von diesem Lied war, dass sie die Szene komplett strich und etwas schrieb, zu dem sie mehr Gefühl hatte, weil es ihr auch mehr Spaß machte. Und da ging es nur so rund. Daher stelle ich mir auch die Frage, warum soll ich eine Geschichte schreiben, mit der ich mich eher rumquäle, als dass ich mich mit etwas beschäftige, dass meine Seele befriedigt und mir Freude bereitet?

Neben dem Brotberuf haben wir schon wenig Zeit zum Schreiben. Warum also diese kostbare Zeit mit einer Geschichte verschwenden, die keinen Spaß macht? Ich sehe das persönlich nicht ein.

Die Contra-Argumente

Aber es gibt durchaus praktische Gründe, warum ein solcher Genremix nicht unbedingt gut sein kann. Die folgende Punkte sollen Dich nicht abhalten, Deine Geschichte zu schreiben. Aber sie können ein Hinweis sein, dass der Weg um einiges schwieriger ist, als wenn Du bei einem Genre bzw. Subgenre bleibst. Gerade wenn es um das Thema Veröffentlichung geht.

Die durchaus schwierige Suche nach einem Verlag (bzw. Agentur)

Die meisten Verlage veröffentlichen bestimmte Genres. Das kann man ein reiner Romanceverlag sein oder ein Verlag, der Fantasy, Krimis oder auch Fantasy gemeinsam veröffentlicht. Aber häufig suchen sie eine Geschichte, die sich klar einordnen lässt.

Öfters habe ich schon gelesen, dass Verlage Geschichten lieben, die man eindeutig einordnen kann. Das erleichtert die Arbeit der Kategorisierung (im Verlagsbereich, auf der Internetseite, beim Coverdesign, aber auch in den Buchhandlungen, aber zu denen gleich mehr). Wenn sie aber nicht wissen, ist Deine Geschichte nun ein Western oder eine Science-Fiction-Geschichte, kann es bei einigen durchaus dazu führen, dass sie sagen, danke aber nein danke.

Das gilt natürlich nicht für alle Verlage. Aber Du solltest am besten damit rechnen, dass das geschehen kann. Also das Deine Geschichte abgelehnt wird, weil man sie nicht einordnen kann. Ist nicht lustig, aber Realität.

Buchhandlungen: In welches Regal stellen wir das Buch?

Fakt ist, eine Buchhandlung ist ein Wirtschaftsunternehmen. Und sie nehmen nicht nur Bücher in ihre Regale oder gar auf den Tischen, die überall sehr prominent stehen, weil sie nett sind. Diese Plätze kosten bares Geld. Und das müssen die Verlage bezahlen.

Ein weiterer Fakt ist, dass sie ihre Regale nach Genres unterteilt haben. Das bedeutet also, dass sie es gerne mit Büchern zu tun haben, die man eindeutig zuordnen kann. Ist Dein Buch eine Science-Fiction-Geschichte, dann kommt sie ins entsprechende Regal. Handelt es sich bei der Geschichte um ein Historical, wirst Du diesen dort finden, wo die anderen Historicals sind. Und so weiter.

Das gilt natürlich auch für die Subgenres. Es ist den Buchläden egal, ob es eine Romancegeschichte ist oder ein Eroticromance. Hauptsache man kann das Label Liebesgeschichte drauf packen und gut ist. Eine Ausnahme sind die Paranormal Romance Geschichten. Die haben zwischenzeitlich ihr eigenes Regal bekommen.

Wenn sie für jeden Genremix ein eigenes Regal einrichten würden, würde es im Laden ein regelrechtes Chaos ausbrechen. Und aus diesem Grund kann es passieren, dass sie Deine Geschichte nur dann bestellen, wenn jemand explizit danach fragt. Mit anderen Worten, dieser Roman könnte im Buchladen unsichtbar sein, obwohl Du eine Verlagsautorin bist (ich gehe jetzt davon aus, dass Du einen Verlag gefunden hast, mit dem Du zusammenarbeiten kannst).

Die Einsortierung in Onlineshops – auch so eine Sache

Das Problem mit den Buchläden gibt es automatisch auch bei den Onlineshops. Ich kenne nicht alle Möglichkeiten, wie Du, im Rahmen des Selfpublishing, Deinen Roman einordnen kannst. Aber Du müsstest mindestens zwei Oberthemen wählen, damit Dein Roman richtig eingeordnet ist. Und schlimmstenfalls geht das nicht.

Somit müsstest Du Deine Geschichte im populäreren Genre einsortieren, wo die Geschichte untergehen könnte. Und wenn Du Dich für das andere Genre entscheidest, geht es da ebenfalls unter, weil niemand danach sucht.

Du verwirrst Deine Leserinnen und Leser

Ist Deine Geschichte nun ein Western oder eine Science-Fiction-Geschichte? Wenn das nicht eindeutig ist, kannst Du einige Leserinnen und Leser verwirren. Es mag sein, dass auf der einen Seite es Leute gibt, die Deiner Geschichte, aufgrund des Mix Dir eine Chance geben. Auf der anderen Seite wird es Leute geben, die genau aus diesem Grund Deine Geschichte ablehnen. Auch ohne sie gelesen zu haben.

Viele Leserinnen und Leser möchten genau wissen, worauf sie sich mit Deiner Geschichte einlassen. Bietest Du ihnen keine Struktur, reagieren einige verärgert. Und diese Verärgerung lassen sie dann in einer entsprechenden Rezension aus (sowohl in den entsprechenden Onlineshops als auch in Literaturportalen oder Bücherblogs).

Zwischenfazit

Es mag gute Gründe dafür sprechen, ein Genremix zu meiden. Denn es kann hart sein, durch die verschiedenen geschlossenen Türen zu laufen und die Besonderheit des eigenen Werks anzupreisen.

Bei der Letztjährigen Love Letter Convention gestand ein Verlag, dass jede Lektorin und jeder Lektor mindestens einen Roman abgelehnt hat, der bei einem anderen Verlag oder im Selfpublishing erfolgreich war. Also die Romane, wo man sich am Ende wunderbar in den eigenen Popo beißt, weil man die Geschichte abgelehnt hat. Und es kann durchaus sein, dass dies auch Deine Geschichte betrifft.

Andererseits kannst Du auch einen Treffer mit Deiner Geschichte landen und einen Trend begründen. Auch diese Möglichkeit kann durchaus bestehen. Aber um diesen Weg zu beschreiten, musst Du den Mut haben, Deine Geschichte zu schreiben und hinter ihr zu stehen. Viele wagen es, manche bleiben auf der sicheren Seite und schreiben eben dem Trend hinterher, als einen zu begründen.

Es stellt sich also die Frage, auf welcher Seite Du stehen möchtest.

Abschlussgedanken

Ob Du nun einen richtigen Genremix startest (also das, was ich die ganze Zeit beschrieben habe) oder nur kleine Elemente miteinander vermischst, es gibt sowohl gute Gründe, die dafür und zugleich dagegen sprechen. Letztendlich musst Du Dich entscheiden, ob Du eine Geschichte auf diese Weise schreibst oder nicht. Vorerst sollte es egal sein, wie groß (oder wie klein) die Wahrscheinlichkeit ist, dass Du eine Agentur bzw. Verlag findest und ob Du am Ende in der Buchhandlung landest. Wenn Deine Geschichte gut ist, wird sie ihren Erfolg schon finden.

Daher empfehle ich Dir zu überlegen, was Du schreiben willst und ob Du den Mut hast, diesen Weg zu gehen. Natürlich, ja, Du kannst scheitern, wenn Du das probierst. Aber stell Dir mal vor, Du probierst es und hast am Ende damit Erfolg?

Dein persönlicher Mix

Überlege Dir, welche Genres Dich faszinieren und welche Du schon immer mal mischen wolltest. Schreib diese auf einem Blatt Papier (am besten auf einem Blankopapier) und schreibe alles auf, was Dich daran fasziniert und worüber Du gerne schreiben würdest (also Themen, Charaktere und was auch immer Dir persönlich wichtig an einer Geschichte ist). Das ist dann die Grundlage für Deinen persönlichen Mix.

Schreibe eine Kurzgeschichte

Kurzgeschichten haben den Vorteil, dass man sich mit einem Thema auseinandersetzen kann, bevor man einen kompletten Roman dazu schreibt. Nimm daher Deine Liste zur Hand und überlege, was für eine Geschichte Du dazu schreiben könntest. Und dann schreibe, nach Deinem persönlichen Schreibstil, eine Kurzgeschichte mit maximal 20 Seiten.

Wenn sie danach noch nicht fertig ist, ist das egal. Es geht in erster Linie darum, dass Du für den Mix ein Gefühl bekommst (gut, Du kannst natürlich die Geschichte jederzeit auch fertig schreiben, egal wie lang sie am Ende wird).

Deine eigene Mixgeschichte

Wenn Du Dich bereit fühlst, kannst Du Dich daran machen, Deine eigene Geschichte zu planen und zu plotten. Mit den Vorübungen solltest Du ein Gefühl für Deine Geschichte haben und wissen, wohin die Reise geht. Jetzt brauchst Du nur noch die Energie, die Kreativität und vor allem den Mut, um den letzten Schritt zu gehen. Schreib Deinen Roman.

Dabei wünsche ich Dir viel Energie und Kraft und vor allem viel Spaß.

Welche sind Deine Lieblingsgenres? Und welche davon würdest Du gerne mal mischen? Wie soll das Ergebnis aussehen? Wenn Du frei wählen könntest, in welchen Regal würdest Du am Ende Dein Buch packen (sowohl in der Buchhandlung, als auch im Onlineshop)?
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Über Frau Schreibseele

eine schreibende, die auf den weg zu ihrer ersten geschichte ist. und bis dahin gibt es beiträge rund ums schreiben, lesen und erleben auf meinem blog :)
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2 Antworten zu Darf ich eigentlich auch Genres mixen?

  1. Florian Eckardt schreibt:

    Mal kurz ein paar Gedanken zu dem Thema Genres: Mir sind Genres im Prinzip egal, solange mich die Geschichte anspricht. Im Zweifel lande ich zwar fast immer irgendwo zwischen Science-Fiction und Fantasy (besonders gerne Dystopien), aber auch mal bei einem netten Thriller (Psychothriller ganz besonders, Sebastian Fitzek lässt grüßen).
    Zu der Frage, was ich gerne Mixen würde, bzw. in welchen Genres ich schreiben will: Ich habe derzeit vier Ideen in meiner Schublade: Nummer 1: Thriller bzw. Kriminalroman: Nummer 2: High Fantasy; Nummer 3: Steampunk, Science-Fiction, Urban Fantasy; Nummer 4: Dystopie, Fantasy, Science-Fiction.
    Ich bin also von den Ideen her eher der Typ, der alle Gedanken durch den Fleischwolf jagt und dann aus dem gehäkselten Fleisch einen duftenden Braten zaubert (wohl gemerkt in meinem Kopf). Beim Schreiben bzw. Ausarbeiten der Ideen beschränkt sich die Umwelt und die Handlung ohnehin auf ein Hauptgenre, das dann Spuren von weiteren (Sub-)Genres enthält. Andernfalls wäre das dann wohl zu komplex, um es niederzuschreiben (ich will ja schließlich nicht zig Jahre an einem Roman schreiben). Auf jeden Fall sollte man es nicht übertreiben, weil man nicht nur den Leser sondern vor allem sich selber verwirrt, wenn man die Regeln von mehreren Genres einhalten will/muss.

    Gefällt mir

    • Carola vom schreibkasten schreibt:

      Guten Abend Florian,

      vielen Dank für Dein Kommentar. Ich gebe zu, in meinem Kopf geht es noch wilder durcheinander, als man es sich kaum vorstellen mag. Und ich liebe mein Kopfkino.
      Aber in der Realität sieht es in der Tat anders aus. Deswegen hatte ich Schwierigkeiten gehabt, Filme mit mehr als drei Genres gemischt zu finden. Am Ende wurden es ja doch immerhin zwei.

      Ich denke auch, dass man es nicht übertreiben sollte. Einmal, um fair sich selbst gegenüber zu sein. Wenn man es übertreibt, überfordert man sich selbst. Und gerade am Anfang kann das eher zu Frustrationen führen, als das man danach noch Lust hat weiterzuschreiben.
      Aber wie Du auch richtig geschrieben hast, den Leserinnen und Lesern gegenüber möchte man auch fair bleiben. Immerhin haben sie Dein/mein/von wem auch sonst Buch gekauft. Sie möchten nicht verwirrt werden, sie wollen unterhalten werden. Und daher sollte man durchaus ihnen diesen Respekt zollen.

      Dein Kommentar kann ich also so unterschreiben 🙂

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