Meinung zum Schubladendenken

Hei, hallo und herzlich willkommen,

diese Woche hat sich zu einer Meinungswoche entwickelt, da ich heute noch mal einen persönlichen Einblick gewähre, bzw. gewähren soll.

Kurz zur Vorgeschichte dieses Beitrages

Im Rahmen meiner Mary Sue Beitragsreihe und wegen den Alpha-, Beta- und Gammaheldenbeitrag wurde ich zweimal unabhängig voneinander angesprochen, dass ich doch sehr in Kategorien, oder auch in Schubladen denken würde. Aus diesem Grund habe ich versprochen, meine Sicht der Dinge zu den Schubladenbeiträgen zu schreiben.

Und hier ist der Beitrag.

Was meine ich jetzt mit Schubladendenken?

Eine Schublade ist ein Regal, welches man aufzieht und (idealerweise) sich die gleichen Dinge dort befinden (außer Du ziehst eine Schublade bei mir, dort findest Du nur eines, Chaos). Und das gilt dann auch für die Charaktere oder Typen oder Plots oder was auch immer. Ich reiße für einige eine Schublade auf und stopfe da bestimmte Typen von Charakteren rein und mache dann die Schublade zu. Und wenn Du Interesse an etwas hast, reißt Du diese Schublade auf und kannst Dir dort die Charaktere (ich bleibe bei diesem Beispiel) abholen.

Und genau damit hatten jetzt einige Probleme.

Was ist negativ am Schubladendenken?

Schubladendenken vereinfacht alles. Und das ist nicht immer gut. Denn damit können durchaus Vorurteile und ein überholtes Weltbild gefördert werden. In die Richtung, dass ein Mann immer der Starke sein muss, der die Heldin rettet und Ähnliches. Die Frau hingegen steht hinter dem Herd und darf sich immer und immer wieder in Gefahren begeben. Denn wir wissen, der Mann ist da und rettet sie aus der Not.

Und wenn ich dieses Bild als Autorin immer wieder in einem Roman erwähne, dies dann auch andere Autorinnen und Autoren tun, dann manifestiert sich ein Bild, das wir nicht mehr haben wollen.

Zudem macht man es sich auch leicht. Eine bestimmte Figur muss entsprechende Eigenschaften haben, damit sie durchgehen kann. Also ein Alpha muss hart sein, rau und durchaus egoistisch, vielleicht etwas brutal. Ansonsten kann man ihn nicht als einen Alpha bezeichnen. Damit können durchaus die Kreativität und die Freiheit leiden. Denn am Ende schafft man eine Schablone, in die man die Figuren einfach nur reinquetschen kann, um einen Romancharakter zu haben.

Dadurch würde die Kreativität leiden und die Vielfalt. Denn letztendlich ist ein Alphaheld immer gleich (um wieder ein Beispiel herauszunehmen). Er hat unter anderem die oben aufgeführten Charaktereigenschaften und damit hat es sich. Es ist halt wie, als würde man eine Checkliste abarbeiten. Hat er diese Fähigkeit? Check! Hat er dieses Aussehen? Check!

Gibt es was positives am Schubladendenken?

Ich glaube, dass Kategorien auch beruhigen können. Die Welt ist durchaus kompliziert genug. Wenn ich jetzt auch noch in einem Liebesroman eine hoch komplizierte Analyse zum Charakter, zum Plot und eine kritische Bewertung betreiben soll, dann hört es bei mir persönlich irgendwo auf. Denn ich kann nicht vierundzwanzig Stunden am Tag kritisch sein. Das würde vermutlich mich überlasten und ich könnte am Ende an einem Burn-out Syndrom leiden (gut, mag ein wenig übertrieben sein, aber ich denke, Du verstehst, was ich meine).

Wenn ich einen Roman lese, möchte ich durchaus Strukturen haben, die mir vertraut sind. Gerade dann, wenn ich Unterhaltungsliteratur lese. Will ich einen Liebesroman lesen, soll es bitte am Ende gut ausgehen, das Paar findet sich und gut ist. Oder bei einem Krimi will ich, dass der Mörder oder die Mörderin am Ende gefasst wird.

Ich habe gestern ein Buch von Emily Bold zu Ende gelesen, „Der Sehnsucht wildes Herz„. Mir war von vornherein klar, wie dieses Buch ausgeht. Aber es tat trotzdem gut zu sehen, dass es wirklich ein positives Ende hatte, dass sich alle lieb haben und diese Dinge halt.

Die Gefahren von Schubladendenken für Deine Geschichte

Natürlich besteht die Gefahr, dass Du viel zu eindimensionale Charaktere erschaffst oder was auch immer Dich gerade beschäftigt. Du liest Dir die Beiträge durch, erschaffst dann Deine Figur und gut ist. Mit den oben aufgeführten Beiträgen kann es natürlich passieren, dass Du nicht weiter nachdenkst und Dir sagst, so wie es da steht, ist es gut. Ich muss mich nicht mehr weiter bemühen, um dahinter zu steigen, was es noch geben kann. Natürlich vereinfache ich hier die Gedankengänge. Bitte entschuldige dies.

Es kann aber durchaus passieren, dass solche Beiträge das Bild vermitteln, dass es nur bestimmte Kategorien, bestimmte Schubladen gibt, derer man sich lediglich bedienen muss, um am Ende Erfolg zu haben.

Das Problem hierbei ist, dass viele sich genau nach einem solchen Patentrezept halten und damit Erfolg haben. Während meiner vielen Recherchen habe ich öfters auch Interviews von Autorinnen gelesen. Da wurden sie gefragt, über welchen Typ Helden sie gerne schreiben. Die meisten sagten dem Alpha. Und damit greifen sie genau in diese Schublade.

Denn sicherlich haben sie ihre Vorstellungen von einem Alpha (oder was für einen Heldentyp auch immer) und beschreiben diesen nach Schema F. Und sie haben damit Erfolg.

Die Vorteile von Schubladendenken für Deine Geschichte

Du weißt, wo Du anfangen kannst. Wenn Du, zum Beispiel, eine Geschichte schreiben möchtest und noch gar nicht weißt, in welche Richtung Du gehen kannst, dann schaust Du einfach auf Deine Checkliste und fängst an. Mit diesen Schubladen kannst Du erst einmal eine Grundlage schaffen, welche Du dann im zweiten Schritt erweiterst, umarbeitest oder, wenn Du es möchtest, dabei bleibst, was Du im ersten Schritt geschaffen hast.

Weiterhin lernst Du die Grundlagen der Gesetzmäßigkeiten. Was ich damit meine? Wenn Du weißt, was zum Beispiel ein Alpha ist, dann kannst Du Dich mit diesem Thema beschäftigen. Erst einmal liest Du einen Beitrag, dann liest Du Dir vielleicht den einen oder anderen Roman dazu durch. Und dann überlegst Du, wie Du einen völlig anderen Alpha schaffen kannst, als was Du bisher gelesen hast. Wenn Du die Gesetzmäßigkeiten kennst, nach denen bisher alle gespielt haben, kannst Du sie anwenden und vor allem, Du kannst sie brechen.

Um das zu schaffen, eigne Dir dieses Grundwissen an (dafür sind unter anderem meine Blogbeiträge gedacht), überlege, was Du für Dich anwenden willst und was nicht. Und dann entscheide Dich für Deinen Weg.

Abschlussworte

Vielleicht ist dieser Beitrag nicht so kritisch, wie Du ihn Dir gewünscht hast. Ich sehe die Dinge aber häufig sehr zwiespältig. Einerseits denke ich mir, das hat alles durchaus seine Berechtigung. Und auf der anderen Seite frage ich mich, warum muss ich mich daran halten? Aber das ist immer ganz individuell und vor allem persönlich.

Vielleicht kommt das nicht immer rüber, aber mit meinen Beiträgen will ich Dir nicht vorschreiben, wie Du etwas unbedingt zu tun hast. Und zwar in dem Sinne, wenn Du das so und so machst, machst Du es richtig, alles andere ist falsch. Falls doch, ich werde versuchen mit der Überarbeitung dies dann zu überarbeiten. Denn wir sind alle unterschiedlich ausgelegt und haben unterschiedliche Ansichten zu den Dingen. Daher kann ich Dir nichts vorschreiben, weil Du bisher Deinen eigenen Weg gegangen bist und dies auch in Zukunft gehen wirst. Ich selbst will Dir im Bereich Deiner Romane nur Inspirationen, Impulse und kreative Denkanstöße geben.

Letztendlich entscheidest Du, wie Du mit den ganzen Informationen umgehst. Entweder Du nimmst sie an oder Du lässt es sein. Aber gerade am Anfang Deines Weges als Schriftstellerin oder Schriftsteller solltest Du so viel lesen wie nur möglich. Nicht nur Romane, sondern auch Sachbücher zu Deinem Beruf (etwas anderes ist das nicht). Also auch die Beiträge auf diesem Blog. Denn damit kannst Du Inspirationen für Deine Geschichten bekommen und vor allem, Du kannst schauen, was Dich interessiert und wo Du noch weiter suchen gehst, um mehr zu erfahren.

Jetzt bist Du dran: Entscheide Dich für Deinen Weg.
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Über Frau Schreibseele

eine schreibende, die auf den weg zu ihrer ersten geschichte ist. und bis dahin gibt es beiträge rund ums schreiben, lesen und erleben auf meinem blog :)
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