5 schlechte Ausreden für schlecht geschriebene Geschichten

Hei, hallo und herzlich willkommen,

heute möchte ich eine kleine Beitragsreihe rund um Kritik, Ausreden und Ähnliches anfangen. Einerseits um Dich zu warnen, was Du nicht schreiben solltest, wenn Dich jemand kritisiert und wie Du mit schlechten Rezensionen (nächste Woche) umgehen kannst.

Kurze Vorbemerkung

Vielleicht kennst Du das. Du liest eine Geschichte, eventuell auch als Betaleserin, gibst der Autorin gute Ratschläge und dann kommen Sprüche, wo Dir einfach die Spucke wegbleibt. Diese Sprüche oder Ausreden haben häufig einen gewissen Selbstschutz. Die Autorin (und natürlich auch der Autor) wollen nicht erkennen, dass ihr (scheinbar) geniales Werk doch nicht so genial ist, wie sie die ganze Zeit gehofft und geglaubt haben. Denn immerhin kommt jetzt wer daher und wagt es doch tatsächlich das Werk zu kritisieren. Wobei es keine Kritik ist, sondern eine Beleidigung, eine Kampfansage, eine Kriegserklärung. So zumindest fühlt dies die verletzte Autorinnenseele.

Mir sind im Laufe meiner Zeit fünf Ausreden immer wieder aufgefallen, die ich hier ein wenig analysieren möchte. Und ja, ich gestehe, der eine oder andere Spruch wäre mir beinahe selbst über die Lippen gekommen, als man meine Fanfiction kritisiert hatte. Ich konnte mich aber gerade so noch zurückhalten. Zwischenzeitlich habe ich diese aber gelöscht und ist, mit den Daten auf der Festplatte, nach einem Crash ins Nirvana versunken. Denn ich habe erkannt, dass die Geschichte durchaus ihre Stärken hatte, aber eben auch ihre Schwächen. Und aus diesem Grund war es in Ordnung, dass ich sie jetzt nicht mehr habe und sie nirgends mehr einsehbar ist.

1. „Ich habe es nur für Kinder geschrieben“

Ausgangssituation

Der Charakter ist schlecht ausgearbeitet, der Plot ist so einfach, dass er schon fast löchrig wirkt und die Beschreibungen sind so oberflächig, dass man darauf eisaufen kann. Manchmal mag man nicht mehr als die erste Seite einer solchen Geschichte durchlesen, geschweige denn, dass man sich den kompletten Roman antun möchte. Dafür sollte man nicht bezahlen, sondern selbst Geld bekommen: Schmerzensgeld.

Aber das ist alles nicht so schlimm, es ist ja für die lieben Kleinen. Kinder haben ja noch kein Verständnis für Romane, Charakteraufbau oder einen guten Plot, da muss man sich nicht anstrengen.

Wie bitte? Wenn sie solche Romane lesen, werden sie diese auch nie bekommen.

Bewertung

Aus irgendwelche Gründe nehmen manche Autorinnen und Autoren ihr schlechtes Schreiben wirklich aus Ausrede, dass sie ja nur Kinderbücher schreiben. Da muss man sich nicht anstrengen und es ist letztendlich egal, was da steht. Kinder werden es schon lesen. Denn sie haben ja noch nicht das Verständnis wie die Erwachsenen für einen Roman.

Ja, es stimmt, Kinder verstehen noch nicht so viel von der Welt, wie es erwachsene tun. Aber das bedeutet nicht, dass man ihnen deswegen schlechte Literatur vorsetzen muss. Das wäre, zumindest für mich, gleichbedeutend mit schlechter Ernährung. Nur weil sie keine Ahnung haben, was Vitamine, Spurenelemente und den ganzen wichtigen Inhaltsstoffen von gesunder Nahrung haben, muss man ihnen nicht nur Burger und Pommes vorsetzen. Das gleiche gilt für mich auch für Bücher.

Kinder haben nicht nur das gleiche Recht auf gute Bücher wie Erwachsene, hier ist man, meiner Meinung nach, sogar noch mehr in der Verpflichtung, als bei älteren Leserinnen. Denn sie glauben noch das, was man ihnen erzählt. Und wenn sie holprige Geschichten vorgesetzt bekommen, dann glauben sie vielleicht, dass alle Bücher so sein müssen. Und schlimmstenfalls haben sie später gar keine Lust mehr darauf, überhaupt noch einen Roman zu lesen.

Gerade weil Kinder noch so leicht beeinflussbar sind, sollte man ihnen die bestmögliche Geschichte präsentieren, zu der man selbst in der Lage ist zu schreiben. Dadurch fördert man (hoffentlich) die Lust bei ihnen, weitere Romane zu lesen. Vielleicht sogar ein ganzes Leben lang. Ich sehe Kinderbuchautorinnen in einer weitaus größeren Verantwortung als Autorinnen für Erwachsene.

Des Weiteren beweisen viele Autorinnen und Autoren, dass Kinder- und Jugendbücher sehr gut sein können. Harry Potter von Joanne K. Rowling, Die Tribute von Panem von Suzanne Collins, Die Chroniken von Narnia von Clive Staples Lewis oder auch der His Dark Materials von Philipp Pullman. Sie alle sind Bücher für die jüngere Generation und haben eines gemeinsam. Neben der guten Geschichte wurden sie auch noch verfilmt.

2. „Ich verdiene Geld damit“ bzw. „Die Leute lesen meine Geschichte“

Ausgangssituation

Die Aussage ist abhängig davon, ob man mit der Geschichte Geld verdient oder sie online auf irgendwelchen Portalen oder der eigenen Internetseite gelesen wird.

Spontan könnte ich Dir mindestens eine Handvoll Geschichten auflisten, wo ich mich frage, wie die jemals einen Verlag gefunden haben und warum dafür Bäume sterben mussten. Aber sie haben einen Verlag gefunden, sie wurden verkauft und einige von diesen Geschichten haben durchaus einen beachtlichen Erfolg gefeiert oder feiern diesen immer noch. Andere hingegen weniger.

Und wenn diese Autorinnen und Autoren sehen, dass ihre Bücher gekauft werden oder sie gar einen Filmvertrag bekommen (ja, auch hier gibt es genügend Beispiele, ich denke, diese muss ich hier jetzt nicht aufführen), dann sagen sie sich, warum sollte ich was anderes schreiben? Es funktioniert doch alles hervorragend.

Bewertung

Nur, weil Leute eine Geschichte lesen, heißt das noch lange nicht, dass sie deswegen gut ist. Ich habe damals mit Harry Potter auch nur angefangen, weil mich meine damalige Brieffreundin dazu gedrängt hat. Eigentlich wollte ich mit diesem Hype nichts zu tun haben. Das in diesem Fall die Geschichte gut war, ist erfreulich.

Sehr häufig haben aber die Hypes der letzten Jahre im Bereich der Bücher nichts damit zu tun, dass die Geschichten wirklich überzeugend waren. Sondern in erster Linie liegt der Erfolg dieser Bücher an einem sehr guten Marketing.

Wenn der Verlag sich für diese Autorinnen und Autoren ins Zeug legt, Werbung über Social Media betreibt und dafür sorgt, dass diese Werbung von den Nutzerinnen der Netzwerke weitergetragen wird, verbreitet sich eine Geschichte schneller, als ich „Wie bitte“ sagen kann. Und wenn alle auf einmal von irgendeiner neuen Geschichte sprechen oder schreiben oder deren Werbung weiterleiten, dann muss ja wohl was da dran sein. Ansonsten würde man nicht immer und überall über dieses Buch regelrecht stolpern.

Aus diesem Grund kaufen es die Leute. Dabei ist es egal, ob sie die Bücher lesen, hier ist letztendlich nur der Kauf entscheidend. Denn je besser ein Buch sich verkauft, desto eher landet es in den Bestsellerlisten. Und dort wird es auch von Leuten gesehen, die noch nie etwas von dieser Werbung mitbekommen haben. Aber sie vertrauen darauf, dass interessante Bücher auf einer solchen Liste landen, und kaufen es ebenfalls. Und schon steigt das Buch in der Liste weiter oder behält eine Spitzenposition.

Das ist eine der Gründe, warum ich mir einen gewissen BDSM-Roman gekauft habe (ich werde den Titel nicht nennen, aber ich denke mal, Du kannst Dir denken, welchen ich meine). Alle haben darüber geredet und ich dachte mir, gut, ich probiere es doch auch und lese es. Letztendlich kann ich nicht über ein Buch urteilen, nur weil ich Onlineberichte gelesen habe.

Nachdem ich mich durch die Hälfte des Buches gekämpft habe, trauerte ich jeden einzelnen Cent hinterher, den ich dafür ausgegeben habe. Denn die Onlineberichte haben recht, zumindest aus meiner Sicht (wenn Du dieses Buch gut findest, ist es Dein gutes Recht, ich finde es schlichtweg grottig geschrieben, tut mir wirklich leid). Aus diesem Grund habe ich es abgebrochen. Damit gehöre ich eindeutig zu den Käuferinnen dieses Buches, die es gepuscht haben, ohne es zu lesen.

Zudem gibt es immer Stimmen, die klar sehen, wenn ein Buch schlecht geschrieben ist. Natürlich, ja, niemals wird eine Geschichte so gut sein, dass alle Leserinnen und Leser es lieben werden. Darüber sollten wir uns im Klaren sein. Aber wenn die Leute klar auf Schwächen im Plot hinweisen, dann sollte man das durchaus ernst nehmen.

Erfolg bedeutet hier also nicht automatisch, dass wir es mit einer guten Geschichte zu tun haben. In diesem Fall speziellen Fall kann Erfolg bedeuten, dass drum herum alles gut gelaufen ist. Dazu gratuliere ich diesen Autorinnen und Autoren. Aber ehrlich gesagt, in diese Reihe möchte ich mich, trotz allem, nicht einreihen.

3. „Versprochen, das nächste Buch ist besser, viel besser“

Ausgangssituation

Es ist eine Reihe und ich musste erst einmal die ganzen Figuren, die Welt und die Geschichte einführen. Da hatte ich einfach keine Zeit, mich auf einen tief greifenden Plot zu konzentrieren. Aber da das jetzt erledigt ist, kann ich mich im nächsten Band um die Geschichte kümmern. Das wird dann viel besser.

Normalerweise ist es Band 2, dass ich persönlich als schlecht erachte. Aber es gibt auch genügend Beispiele, wo Band 1 durchaus schwach ist und man da hätte besser nacharbeiten können. Sehr häufig erklären das die Autorinnen und Autoren, dass das nicht so schlimm ist. Denn sie müssen sich auch erst einmal warm laufen und in Band 2 geht es dann so richtig rund. Man solle ihnen die Zeit geben und dafür werden sie dann entsprechend belohnt.

Aus diesem Grund ist es nicht so schlimm, wenn Band 1 als schlecht bewertet wird.

Bewertung

Nein, es ist wirklich nicht schlimm, dass Band 1 schleppend anfängt, unnötige Längen hat oder ein Haufen Charaktere eingeführt werden, sodass man am Ende schön die Übersicht verliert: Es ist eine Katastrophe, aber nein, es ist nicht schlimm.

Der erste Band einer Serie ist wie der erste Satz eines Romans, verhaust Du ihn, kommen unter Umständen die Leute nicht mehr zu Dir zurück. Denn warum sollte ich bitte schön meine kostbare Lebenszeit mit einem Roman verbringen, der mich nicht vom Hocker reißt? Schon mit dem ersten Band solltest Du Deine Reihe richtig rocken. Ansonsten hast Du unter Umständen verloren.

Deine Leserinnen und Leser vertrauen Dir. Sie vertrauen darauf, dass Du schon mit Band 1 Dein Bestes gegeben hast. Sie wollten gut unterhalten werden und ein wenig die Zeit vergessen. Wenn aber Dein Bestes ein schlechter Roman ist, warum bitte schön sollen sie dann noch einmal zu Band 2 gehen? Wegen einer Aussage, dass es eventuell besser sein könnte? Immerhin haben sie keine Garantie, dass dem wirklich so ist. Sie gehen also davon aus, dass Band 2 genauso schlecht wird wie Band 1. Und nur die wenigsten haben wirklich Lust darauf, sich dieser Tortur ein zweites Mal auszusetzen.

Ich habe schon von der einen oder anderen Reihe Band 1 gelesen, die eben so schlecht war, dass ich keine Lust mehr darauf hatte, meine Zeit mit Band 2 zu verschwenden. Hier haben die Autorinnen und Autoren alles falsch gemacht, was man nur machen kann. Denn an mir haben sie, trotz teilweise sehr guter Geschichte, eine eventuell treue Leserin verloren. Denn ich werde nicht nicht nur das nächste Band nicht kaufen, sondern anderen Leuten empfehlen, es mir gleich zu tun. Ich möchte nicht, dass sie ebenfalls ihre Zeit damit verschwenden.

Ab dem ersten Satz solltest Du immer Dein Bestes geben und die bestmöglichste Geschichte schreiben, zu der Du aktuell in der Lage bist. Es ist auch völlig in Ordnung, wenn Du Dir dafür Hilfe holst. Aber verschreck nicht Deine Leserinnen und Leser mit einer schlechten Geschichte, nur weil Du irgendwelche Punkte für Band 1 abarbeiten willst, um dann mit Band 2 so richtig in Fahrt zu kommen.

Was auch immer Du mit Band 1 darstellen möchtest, notiere es Dir und versuche es über die komplette Reihe einzubauen. Dadurch hast Du noch genügend Material für die späteren Bänder und Du kannst in Band 1 schon richtig mit einer guten Geschichte loslegen und die Leserinnen an Dich binden. Denn das ist es ja doch letztendlich, was wir alle wollen, treue Leserinnen und Leser, die sich auf alle unsere Bänder freuen und sie mit Freude lesen möchten.

4. „Du hast das Buch nicht gelesen“ oder „Du hast das Buch nicht verstanden“

Ausgangssituation

Es gibt genügend Leserinnen, die ein Buch nicht gut finden und dies auch deutlich in einer Rezension sagen. Dabei vergeben sie auch die dazugehörigen Sterne. Sehr häufig werden diese Leserinnen dann von anderen und durchaus auch von der Autorin regelrecht angegriffen, sie haben ja gar nicht das Buch gelesen oder es nicht verstanden oder auch beides.

Diese Argumentation finde ich immer wieder faszinierend. Denn beide Gruppen müssen dementsprechend wohl über hellseherische Fähigkeiten besitzen, um zu wissen, dass die Leserin das Buch nicht gelesen, sondern vielleicht nur eine Zusammenfassung gefunden hat.

Bewertung

Es gibt natürlich die Rezensionen, die lediglich aufgrund einer Meinung geschrieben wurden oder eines Onlinebeitrages. Die Leserinnen hatten nie das Buch in der Hand gehabt, fühlen sich aber genötigt, ihre Meinung in irgendeiner Art und Weise kundzutun. Warum sie das machen, darüber kann ich keine Aussage machen. Aber um diese Gruppe der Leserinnen und Rezensentinnen geht es hier auch gar nicht.

Es geht darum, dass wir alle Menschen sind, dass wir einen unterschiedlichen Geschmack haben und diesen unterschiedlichen Geschmack gelegentlich auch in einer negativen Rezension anderen Leserinnen und Leser mitteilen wollen. Das ist alles. Jetzt jeder Leserin oder jeden Leser zu unterstellen, nur weil sie der Meinung sind, eine Geschichte mit weniger als vier Sternen zu beurteilen (was für viele eine Katastrophe sind, ab drei Sterne haben wir den Untergang) dass sie nicht die Geschichte gelesen haben oder gar zu dumm sind, um die Schönheit und Eleganz zu verstehen, bei aller Liebe, das ist naiv (andere Wörter behalte ich für mich).

Wir alle haben im Laufe unseres Lebens Erfahrungen gemacht, die wir unterschiedlich verarbeitet haben. Auch wenn wir in einer gleichen Situation wären, würden wir diese anders wahrnehmen und mir ihr völlig unterschiedlich umgehen. Aus diesem Grund entwickeln wir einen unterschiedlichen Geschmack. Und diese tun wir dann durchaus mal kund und sagen, was uns auf der Seele brennt.

Es mag sein, dass man irgendwann eine ablehnende Haltung zu dem Roman hat und nicht die größere Intention dahinter versteht. Aber das ist auch in Ordnung. Vielleicht wird sich diese Leserin noch einmal an das Buch heranwagen und es noch einmal probieren. Oder sie lässt es sein, weil es ihr nicht zusagt. Sollte man aber diese Leserin angehen und beleidigen (ja, ich habe da schon einige Kommentare von Autorinnen und Autoren gelesen, da hätte ich am liebsten mein Kopf gegen die Wand geschlagen), dann verwirkt man, dass sich die Leserin noch einmal das Buch durchliest.

Oder würdest Du es noch einmal lesen und kritisch betrachten und eventuell Deine Meinung ändern, wenn man Dich als dumm, minderbemittelt oder mit einem Kleingehirn gesegnet bezeichnen würde? Ich auf keinen Fall.

Akzeptiere also, dass nicht alle Deine Geschichte lieben, und versuche daraus etwas zu lernen. Und vor allem sieh es als eine Meinung von vielen an. Es gibt Leute, die mit Dir auf einer Wellenlinie schwimmen und es gibt Leute, die Dich nicht verstehen. So ist nun einmal das Leben. Damit müssen wir klarkommen.

5. „Schreib doch selbst eine Geschichte“

Ausgangssituation

Diese Aussage lese ich fast ausschließlich von anderen Leserinnen und Leser und selten bis gar nicht von Autorinnen oder Autoren. Aber sicherlich kam das auch schon Mal vor und ich habe das nur verpasst. Man wagt es eine Geschichte zu kritisieren und schon tauchen sie auf, die Hardcorefans die Dir als kritische Leserin vorwerfen, wenn Du alles zerreißt, warum schreibst Du dann nicht eine eigene Geschichte und zeigst, dass Du es besser kannst?

Mit dieser Argumentation sollen kritische Leserinnen nur mundtot gemacht werden. Wenn Du es nicht besser kannst, dann kritisiere auch nicht. Da kann man natürlich ein Gegenargument schreiben: Wenn Du es so toll findest, warum schreibst Du nicht eine genauso gute Geschichte?

Bewertung

Es gibt Autorinnen, es gibt Leserinnen und es gibt Kritikerinnen, so einfach kann es manchmal sein. Und viele Leserinnen wollen keine Geschichten schreiben. Ich habe mich letztes Jahr auf der Love Letter Convention mit einigen Leserinnen unterhalten und wir kamen auf die Frage „Schreiben: Ja oder Nein“. Ich sagte ganz klar Ja, sie sagten ganz klar Nein. Und warum sollten sie sich mit einem Thema beschäftigen, was sie nicht reizt? Eben das Schreiben von Romanen?

Deswegen hat man aber kein Recht ihnen abzusprechen, dass sie keine Meinung haben dürfen. Leserinnen schaffen es durchaus, einige Dutzend Bücher im Jahr zu lesen (oder das zehnfache davon). Sie können also durchaus entscheiden, was ihnen gefällt oder nicht. Und man kann ihnen zutrauen, dass sie Geschichten verstehen. Wenn nicht, dann hat das selten damit zu tun, dass sie ein zu kleines Gehirn haben oder beschränkt sind. Sondern es hat damit was zu tun, dass sie die Geschichte nicht verstanden haben.

Das bedeutet aber nicht, dass sie sich hinsetzen werden, um eine bessere Geschichte zu schreiben. Sie greifen eben zu einer anderen Autorin und werden deren Roman lesen, wo sie die Hoffnung haben, dass diese Geschichte besser ist. Damit hast Du eventuell eine Leserin verloren, wenn Du auch zulässt, dass Deine Leserinnen sich auf sie stürzen.

Die amerikanische Autorin AJ Rose hatte da richtig gehandelt. Eine Leserin wagte es, eines ihrer Werke zu kritisieren. Während AJ Rose dies als akzeptabel hinnahm und darüber hinwegsah, haben einige Leserinnen diese Kritik und damit die Frau regelrecht angegriffen und auf unschöne Weise beleidigt (ich habe einige Screenshots auf Facebook gelesen, die von Anfang 2015 stammen). Da musste AJ Rose sogar einschreiten und die Autorin der negativen Rezension verteidigen. Sie hat es richtig gemacht und akzeptiert, dass eben nicht alle einer Meinung sein können.

Sicherlich ärgerst Du Dich auch über gewisse Dinge. Sei es, dass Deine Handwerker ihre Arbeit nicht richtig gemacht haben, der Postbote nicht das Paket bei Dir abgegeben hat, sondern zehn Kilometer im nächsten Bezirk oder worüber auch immer. Stellst Du Dich jetzt hin und machst es besser? Wohl kaum. Du akzeptierst es und irgendwie geht das Leben weiter.

Warum sollten also Leserinnen, die eine Geschichte nicht mögen sich deswegen hinsetzen und eine bessere schreiben? Das ist, so gesehen absolut unlogisch. Akzeptieren wir es und gut ist. Wir müssen nicht alle Autorinnen sein, aber Leserinnen können wir durchaus werden.

Abschlussworte

Es gibt genügend Ausreden für schlechte Literatur. Dem ist definitiv so. Aber wir sollten uns ihrer nicht bedienen, sondern uns Mühe geben, die beste Geschichte zu schreiben, zu der wir aktuell in der Lage sind. Dass wir nächstes Jahr oder sogar schon nächste Woche zu einer besseren Geschichte in der Lage sind, ist was anderes. Aber jetzt sollten wir etwas schreiben, worauf wir auch stolz sein können.

Bemühe Dich also bitte nicht um irgendwelche Ausreden, warum Deine Geschichte nicht das Potenzial hat, was Du Dir gewünscht hast. Das ist reine Zeitverschwendung. Denn in der Zeit, in der Du nach Ausreden suchst, könntest Du eine tolle Geschichte schreiben, oder eine schwache überarbeiten. Und das solltest Du auch versuchen.

Und auch wenn es Dir in den Fingern juckt, schreib auch nicht entsprechende Kommentare unter kritischen Beiträgen zu diversen Romanen, Geschichten, Fanfiction oder was auch immer. Auch das ist reine Zeitverschwendung. Du kannst Dich natürlich jederzeit äußern. Aber wenn Du solche Kommentare schreibst, dann ist ein Streit durchaus vorprogrammiert. Und in dieser Zeit könntest Du einen Absatz geschrieben haben, während Du Dich mit anderen streitest.

Lass die Ausreden und schreib Deinen Roman. Dann ist alles in Ordnung.

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Über Frau Schreibseele

eine schreibende, die auf den weg zu ihrer ersten geschichte ist. und bis dahin gibt es beiträge rund ums schreiben, lesen und erleben auf meinem blog :)
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4 Antworten zu 5 schlechte Ausreden für schlecht geschriebene Geschichten

  1. Yannick Signard schreibt:

    Ausreden sind auch schwach. Es mag wirklich Gründe geben, selbst wenn der Grund fehlendes Talent, zu wenig Motivation oder schlicht und ergreifend zu wenig Zeit ist.
    Aber dann muss man entweder halt länger daran sitzen ODER es ganz sein lassen.
    Das schlimmste, was man machen kann, ist einfach die Schuld bei anderen suchen. Das ist einfach nur peinlich.

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    • Carola vom schreibkasten schreibt:

      Ich sehe das so, das Ausreden durchaus bequem sind. Jeder und jeder hat sich ihrer Mal bedient. Und das ist durchaus normal.
      Aber über kurz oder lang muss man sich eingestehen, nutze ich Ausreden, nutze ich NICHT das Leben.

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  2. Anne schreibt:

    Hallo,
    super Artikel! Habe den gleich mal auf unserer Facebook-Seite geteilt!
    Werd öfter mal hier vorbei schauen…
    Freue mich, wenn du auch mal bei uns vorbei schaust, wir veranstalten im März eine Challenge für Autoren. Vielleicht hast du ja auch Lust, mitzumachen? Alle weiteren Infos findest du hier: http://www.dynebooks.com/30-tage-challenge/
    Bis ganz bald 🙂
    Anne von DyneBooks

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    • Carola vom schreibkasten schreibt:

      Hallo Anne. Vielen Dank für Deinen Besuch und die Weiterleitung meines Artikels. Ich habe mich mal angemeldet. Mal sehen was am Ende rauskommt.
      Lustig natürlich, dass ich ebenfalls an einer 30 Tages Challenge arbeite.

      Lg carola

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