10 Möglichkeiten um an Ideen für Deine Geschichten zu kommen

Hei, hallo und herzlich willkommen,

das ist der erste Teil einer mehrteiligen Beitragsreihe rund um Kreativität, Ideen und diese Dinge.

Ausgangssituation

Sehr oft stehen Autorinnen und Autoren vor einem großen Problem. Sie wissen nicht, woher sie an Ideen kommen können, um ihren nächsten Roman oder zumindest ihre nächste Kurzgeschichte schreiben können. Das ist nicht umsonst eine der häufigsten Fragen an die Kolleginnen und Kollegen, die veröffentlichen, wie sie zu ihren Ideen kommen.

Darüber habe ich mir Gedanken gemacht und hier sind meine Inspirationen zu dieser Frage.

1. Schnapp Dir den ersten Satz aus einem Roman

Sicherlich hast Du einen absoluten Lieblingsroman oder auch einen absoluten Hassroman. Also ein Roman, der bei Dir gewisse Emotionen hervorruft. Nimm Dir den ersten Satz, markiere ihn, ändere die Schrift auf mindestens Schriftgröße 50 und ändere die Farbe in Schweinchenrosa. Damit hast Du keine Möglichkeit zu vergessen, dass Du versehentlich vergisst, dass das nicht Deiner ist.

Und dann schreib drauf los. Was auch immer in Deinem Kopf vor sich geht und was für Ideen sich entwickeln. Denn es kann durchaus sein, dass Du aus diesem einen Satz ein total genialer Roman entwickelt. Öffne Dich dafür und schau Dir an, was Du mit einer fremden Sache anfangen kannst.

Natürlich ändere den ersten Satz, wenn Du die Geschichte veröffentlichst. Alles andere ist dann Dein Eigentum.

2. Nimm Dir einen Absatz aus einem Roman

Nicht nur der erste Satz kann interessant sein. Sondern sogar einen ganzen Absatz, der Dich inspiriert oder den Du einfach nervig findest. Egal was es ist, nimm ihn Dir, schreib ihn ab und analysiere ihn. Was findest Du gut daran oder was findest Du schlecht daran.

Dann schreib als Nächstes den Absatz so um, dass er Dir gefällt. Und mach so lange weiter, bis Du Dich damit wohl fühlst. Bei dieser Arbeit wirst Du sicherlich so viele Ideen haben, die Du dann gerne in einer Geschichte umsetzen möchtest. Schreib alles auf was Du dabei entdeckst und was Du dann in einer oder mehrere Geschichten entsprechend umsetzen möchtest.

3. Was wäre wenn …

Diesen Ratschlag wirst Du in vielen Schreibratgebern finden. Du kannst eine bestehende Idee nehmen, die schon in einem Buch oder in einem Film umgesetzt wurde und Dir fragen stellen, was wäre gewesen, wenn man die Geschichte anders geschrieben hätte.

Was wäre, wenn Harry Potter ein Mädchen gewesen wäre? Oder was wäre, wenn er zur Mugglepolizei gegangen wäre oder eine Privatdetektei aufgemacht hätte? Das sind Dinge, die Du Dich fragen kannst. Und je weiter Deine Fragerunde geht, desto weiter entwickelst Du Deine Idee und entfernst Dich auch von der Originalidee, die Du als Grundlage genommen hast.

Probiere es einfach aus. Was für ein Buch liest Du gerade oder was für eine Serie schaust Du oder welchen Film hast Du zuletzt gesehen? Schreib in zwei oder drei Sätzen auf, was die Idee der Geschichte ist und leg dann einfach los. Die nächsten fünfzehn Minuten darfst Du Dich austoben. Und was dann auf dem Papier steht, hast Du als Grundlage für Deine Geschichte.

4. Deine Träume sind eine gute Grundlage

Wenn ich Dir erzählen würde, was ich momentan fast jeden Morgen für einen Blödsinn träume, Du würdest Dich sicherlich kringeln vor lachen. Und einige Ideen sind durchaus interessant. Mit denen könnte man sicherlich die eine oder andere Idee umsetzen und schreiben.

Daher wäre es gut, wenn ich mir die Träume aufschreiben würde, um zu sehen, was man damit machen könnte. Es ist gut, wenn Du neben Deinem Bett entweder Dein Notizbuch bereithältst, mitsamt einem Stift, der sofort schreibt, zum Beispiel einem Bleistift, oder Du hast ein Tonbandgerät zur Hand, welches Du dann besprechen kannst. Wenn Du aufwachst und Dich noch an Deinem Traum erinnerst, dann notiere Dir alles oder sprich es auf dem Band. Am besten noch, bevor Du aufs Klo gehst. Was Du danach machst, ist was anderes. Hauptsache Du hast alles notiert.

Kleiner Tipp: Ich habe die Erfahrung gemacht, wenn ich auf die Uhr schaue oder Licht im Bad anmache, dann vergesse ich entweder sofort den Traum oder doch relativ schnell. Danach kann ich mich nur noch schwerlich an diesen erinnern. Du solltest also wirklich sehr schnell reagieren, damit Du die besten Möglichkeiten einfach nicht vergisst.

5. Schreib drauf los

Es ist interessant, was herauskommt, wenn man einfach drauf losschreibt. Ich habe dadurch manchmal die besten Ideen. Sei es so für eine Geschichte oder wenn ich Probleme habe, mich bei einer Geschichte fortzubewegen.

In meinem aktuellen Roman habe ich einige Lücken in der Planung. Nun gut, welche Planung, ich gestehe. Dann habe ich einfach drauf losgeschrieben und siehe da, ich hatte auf einmal Ideen und Lösungen für meine Probleme, die ich mit der Planung oder dem Plot niemals gefunden hätte.

Daher schreibe ich gerne einfach drauf los, damit ich sehe, was am Ende dabei herauskommt. Ich schreibe gerne einfach drauf los. Das nenne ich immer „frei schreiben“. Und das tut meiner Seele total gut.

6. Mit der Hand schreiben

Vor einigen Jahren war ich mal bei einem VHS-Kurs und dort war eine Teilnehmerin, die mich einfach hat schmunzeln lassen. Noch heute ist es so. Denn sie hat mit einem Tablet geschrieben. Und ich bin mir nicht sicher, ob es kurz vor diesem Kurs oder danach war. Aber ich habe einen Beitrag gelesen, wo eine Seminarleiterin bat, Leute, schreibt doch bitte mit der Hand. Und dieser Zusammenhang lässt mich immer noch irgendwie eben noch schmunzeln.

Ich weiß nicht, wie es bei Dir ist, aber wenn ich mit der Hand schreibe, platze ich beinahe vor Ideen. Daher nimm Dir doch heute Abend ein DIN-A4 Blatt und schreibe einfach mal drauf los. Egal was es ist, schreib einfach mal. Es muss nichts zu einer aktuellen Idee sein. Du kannst ein Selbstgespräch führen, über den Tag berichten oder was auch immer Dich gerade beschäftigt. Es kann natürlich auch ein Tagebuch sein, dass Du schreibst. Hauptsache es ist mit der Hand.

Aktuell schreibe ich jeden Tag in mein Tagebuch und mache mir dabei Gedanken über die Geschichten, die ich gerade schreibe. Und ich stelle dabei fest, dass ich dabei immer zu interessanten Ideen komme.

7. Überarbeite eine schlechte Geschichte

Ich wette mit Dir, Du hast mindestens eine Geschichte in Deinem Leben gelesen, wo Du Dir dachtest, was hat sich die Autorin oder der Autor dabei gedacht, das zu schreiben. Und vor allem, was hat sich der Verlag dabei gedacht, diese Geschichte zu veröffentlichen.

Es geht hierbei nicht nur um diese Geschichte, wo Du das Bedürfnis hast, sie an die Wand zu klatschen, sondern wo Du Dir denkst, an sich war sie ja nett, ich hätte es aber besser gemacht. Und das darfst Du auch. Führe ein Brainstorming durch, was Dir an der Geschichte gefallen hat. Sicherlich wird es da was geben. Dann darfst Du loslegen und überlegen, was Du besser gemacht hättest. Sind da zwei Figuren zusammengekommen, die niemals eine Beziehung hätten eingehen dürfen? Trenne sie. Oder sind zwei Figuren eben nicht zusammengekommen, obwohl alles auf Liebe stand? Führe sie zusammen. Genauso wie die Lösung des Falls oder die Rettung der Welt. Schreibe auf, was Du anders gemacht hättest.

Dann schau Dir das Setting an. Sagt es Dir zu oder hättest Du gerne ein komplett anderes? Oder auch das Genre? Gefällt es Dir oder hättest Du die Geschichte statt in einer Fantasywelt in einer Science-Fiction Welt angesiedelt?

Arbeite so lange an die Idee, an den Charakteren, an dem Plot, bis es Dir gefällt und es zu Deiner Geschichte wird. Und dann schreibe sie.

8. Nutze Lieder oder Bilder

Sicherlich hast Du irgendein Lieblingslied, wo Du ins Schwärmen kommst oder mit dem Du sehr viele Erinnerungen verbindest. Momentan liebe ich von AdeleHello„. Da könnte ich regelmäßig abgehen. Und mit dem Lied “ November Rain“ von Guns n\‘ Roses habe ich bis heute noch eine sehr tiefe emotionale Verbindung.

Nimm Dir Dein momentanes Lieblingslied vor und höre Dir den Text genau an. Oder schreib ihn Dir auf oder wie Du auch immer zu den Liedzeilen kommst. Was will die Sängerin oder der Sänger Dir mit dem Lied sagen? Was für eine Geschichte könnte dahinter stecken? Auch hier ist Brainstorming eine gute Grundlage.

Das gilt auch für ein Bild, das Dir schon immer gut gefallen hat oder zumindest momentan. Es muss Dich halt nur ansprechen und Dich einladen, Dich zu fragen, was könnte das Bild für eine interessante Geschichte erzählen. Es gibt genügend Wallpapers da draußen oder Bilderseiten wie Pinterest oder tumblr. Sicherlich wirst Du fündig werden und ein Bild finden, was Dich anspricht.

9. Ändere eine Geschichte voller Klischees

Es gibt genügend Geschichten, die nur so von Klischee strotzen. Die Prinzessin, die vor dem bösen Drachen gerettet werden muss, der Bösewicht, der die Welt erobern will, alternativ auch das komplette Universum (und das im schicken Schwarz).

Schreib Dir alle Klischees auf, die Dir in einer Geschichte auffallen oder die Dir überhaupt so spontan einfallen. Da wird sicherlich eine Menge zusammenkommen. Dann überlege Dir, wie man dieses Thema aufgreifen kann, ohne eben in Klischees zu verfallen. Notiere alles, was Dir in den Kopf kommt und wo Du denkst, dass sie Dir in Deiner Geschichte gefallen könnte.

Über kurz oder lang kommst Du dann auch zu Deiner Geschichte.

10. Achte auf Deine Umgebung

Wenn ich auf den Weg zur Arbeit bin, sehe ich immer wieder einen Laden mit schwarzen Fenstern, kein Ladenschild, eine Rampe und ein Klebebild für Rollstuhlfahrerinnen und -fahrer. Die ganze Zeit habe ich mich gefragt, was das für ein Laden sein könnte und meine Fantasie dabei spielen lassen.

Es hätte ja ein Geheimtreffen für Vampire sein können oder Jägerinnen und Jäger von eben diesen. Oder ein Ort, wo sich Aliens treffen, damit sie ihre Angelegenheit auf der Erde besprechen und klären können.

Solche Orte, Hinweise und Inspirationen findest Du überall. Geh einfach mal morgen raus und mach einen ordentlichen Spaziergang. Vielleicht auch an einem Ort, wo Du bisher noch nicht warst. Ich bin mir ziemlich sicher, wenn Du Deine Augen und Ohren offen hältst, dass Du interessante Dinge finden wirst, wo Du Dir denkst, das könnte die Grundlage für Deine nächste Geschichte werden. Es reicht manchmal nur ein Ort, ein Gesprächsfetzen oder auch nur eine Situation aus, was für Deinen Roman ausreicht.

Dass es nur ein öder Stripklub war, wurde mir dann übrigens zu Weihnachten klar.

Abschlussgedanken

Es gibt noch mehr Möglichkeiten, wie Du zu Ideen kommen kannst. Das sind hier nur einige davon. Montag stelle ich Dir dann vor, wie ich mit meinen Ideen umgehe. Und wenn mir noch was einfällt, wie Du zu Deinen Ideen kommen kannst, bekommst Du nächsten Freitag noch einen Beitrag. Bis dahin, vielleicht magst Du ja die eine oder andere Inspiration ausprobieren und mir davon berichten. Ich würde mich sehr freuen.

Fang an!

Nimm Dir eine der oben aufgeführten Ideen und versuche sie in der kommenden Woche umzusetzen. Egal was, nimm Dir eine oder zwei Stunden Zeit und überlege Dir, wie Du es in Deinem Schreiballtag integrieren kannst, um Deine Ideenmaschine anzutreiben.

Und notier Dir Deine Ergebnisse ruhig in Dein Notizbuch. Dann weißt Du, was für Dich funktioniert und was nicht. Wenn Du damit fertig bist, kannst Du die nächste Idee dann probieren und so weiter.

Deine eigene Ideenmaschine

Überlege Dir, was Dich inspiriert und Deine Ideenmaschine regelrecht antreibt. Notiere Dir alles und überlege Dir, wie Du das nun aktiver nutzen kannst, um auch Einzelheiten in Deinem Roman anzutreiben.
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Über Frau Schreibseele

eine schreibende, die auf den weg zu ihrer ersten geschichte ist. und bis dahin gibt es beiträge rund ums schreiben, lesen und erleben auf meinem blog :)
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4 Antworten zu 10 Möglichkeiten um an Ideen für Deine Geschichten zu kommen

  1. Florian Eckardt schreibt:

    Hier. Zu Nummer 4: Das Notizbuch am Bett ist eine Idee, noch besser ist es allerdings, das Notizbuch IM Bett zu haben. Direkt neben dem Kopfkissen ist es nicht einmal eine halbe Armlänge entfernt, was bei Aufschreiben wertvolle Sekunden Zeit sparen kann. Lustig ist es auch, wenn man unter den Eintrag eine Zeitmarke setzt. Da steht dann sowas wie 26.02.2016 3;42 bis 4:04. Mitten in der Nacht eben.
    Und zu Nummer 6: Das habe ich vor ein paar Tagen tatsächlich gemacht und auf Twitter geteilt. Ich hätte den #oldschool weglassen sollen, jedenfalls wurde ich gleich gefragt, ob ich denn Probleme mit meinem Windows oder dem PC an sich hätte. Nein. Per Hand schreiben hat einfach den Vorteil, dass es WESENTLICH schneller geht und ich mehr Ideen in weniger Zeit aufschreiben kann und somit weniger Ideen vergesse.

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    • Carola vom schreibkasten schreibt:

      Hallo Florian,

      danke für Dein Kommentar.

      Mein Notizbuch IM Bett zu haben, das wäre mir persönlich zu unbequem, auch wenn es sicherlich von Vorteil wäre. Aber in meinem Bett wäre mein Notizbuch (was ein wenig größer ist) eher störend, als wirklich hilfreich. Da würde ich persönlich lieber auf mein Diktiergerät. Das ist handlich und ich komme damit gut zurecht. Und da kann ich auch Nachts relativ gut damit arbeiten. Aber ansonsten stimme ich Dir zu, auf alle Fälle sehr nahe haben, damit man sofort reagieren kann, ohne aufzustehen.

      Und ja, mit der Hand zu schreiben, ist nicht nur allgemein eine aussterbende Form, sondern wurde ja, ich glaube in Finnland, sogar zur Politik erhoben *kopfschüttel*.
      Ich schreibe halt gerne per Hand, weil ich damit umgemein viele Ideen generiere, die ich per Computer nicht schaffe (auch wenn das Internet aus ist). Und es fühlt sich auf irgendwie gut an. Auch wenn es bei einigen noch seltsam anmuten mag 😉

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      • Florian Eckardt schreibt:

        Funfact: In Finnland gibt es sogar Grundschulen (!) die komplett auf Papier verzichten und wo die Schüler nicht mal lernen per Hand zu schreiben. Ein Diktiergerät habe ich nicht einmal. Wobei notfalls ist mein Handy irgendwo auf der Kommode (ein Vorteil, wenn man einen Zweitakku hat und das Handy nicht jede Nacht an der Steckdose hängt) liegen habe. Mein Notizbuch ist nur DIN A5 groß, deshalb passt das immer ganz gut zwischen Bettrand und Kopfkissen.

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      • Carola vom schreibkasten schreibt:

        Okay, dann war es Finnland. Was ich übrigens total schade finde. Denn mit der Hand schreiben ist ja nicht nur Nostalgie, sondern auch wichtig für das Gehirn.

        Und mein Handy hat auch ein Diktiergerät. Ich benutze es als Wecker (bei drei verschiedenen Weckzeiten in der Woche für mich durchaus empfehlenswert) und ist einige Meter von meinem Bett entfernt. Theoretisch könnte ich sofort aufspringen, zum Handy watscheln (anders könnte ich den Gang dann nicht beschreiben) und dann alles aufnehmen. In dem Sinne.

        Okay, bei der Größe würde ich es vielleicht auch im Bett haben 🙂

        Gefällt 1 Person

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