Wie gehe ich mit Ideen um?

Hei, hallo und herzlich willkommen,

mir gefällt die Idee, dass ich ein wenig aus dem Nähkästchen plaudere, sodass ich mir überlegt habe, immer den letzten Montag im Monat das für dieses Jahr zu irgendeinen Thema einen persönlichen Beitrag zu schreiben.

Vorgedanken

Es gibt viele Möglichkeiten an Ideen zu kommen. Letzten Freitag habe ich Dir die ersten zehn Möglichkeiten vorgestellt und diesen Freitag werde ich mich noch einmal mit diesem Thema beschäftigen. Doch nur, weil ich weiß, woher ich Ideen bekommen, heißt das, zumindest für mich, nicht, dass ich damit auch gut umgehen kann.

Aus allen Ecken und Ende, da kommen sie her

Bei mir ist es häufig so, dass ich mir nur ein Bild ansehen muss oder ein Text lese und schon platze ich förmlich vor lauter Ideen. Häufig ist es nur eine Szene oder ein Anfang, aber die Idee ist da und ich habe das Gefühl, dass diese sich gut in einer Geschichte machen würde.

Dabei ist es egal, ob es sich hierbei um eine Kurzgeschichte oder Novelle handelt. Denn zwischenzeitlich bin ich soweit, dass ich weiß, dass nicht aus jeder noch so kleinen Idee, aus jedem Schnipsel der mir einfällt, ein Roman von mindestens 1.000 Seiten werden muss.

Aber ich schnappe die Ideen von überallher auf und müsste eigentlich permanent mein Notizbuch oder mein Handy zur Hand haben, um auch wirklich alles zu notieren. Genauso, wie ich es selbst immer schreibe.

Einzelne Ideen aus dem gleichen Genre

Jedoch ist es bei mir so, dass ich viele Einzelideen habe, mit denen ich arbeite oder zumindest arbeiten will. Selbst wenn sie das gleiche Genre betreffen, sagen wir mal zum Beispiel Romance.

Ich hatte letztens drei oder vier Ideen zu einem Genre und dachte mir, aus der einen könnte ich eine Novelle machen, aus der nächsten mindestens eine Kurzgeschichte und das andere reicht sogar für eine komplette Romanreihe. Wochenlang habe ich im Kopf mit diesen einzelnen Ideen gearbeitet und mir überlegt, wie es aussehen könnte, wenn ich sie zum virtuellen Papier bringen würde.

Kein Zusammenhang

Es ist so, dass ich zuerst gar keinen Zusammenhang zwischen den verschiedenen Ideen sehe. Ich denke aber auch, dass das nichts Ungewöhnliches ist. Denn immerhin trenne ich sie ja geistig, sodass ich erst einmal jede Idee für sich nehme.

Daher ist es für mich immer wichtig, dass ich mir die Ideen oder Szenen oder Charaktere merke und notiere, damit ich sie nicht vergesse. Denn manchmal ist es so, dass ich heute eine Idee habe, aber erst in einigen Monaten oder vielleicht sogar erst in einem Jahr, damit überhaupt etwas anfangen kann. Dann wäre alles weg, wenn ich sie brauche.

Da ist er ja … der Zusammenhang

Doch dann falle ich aus allen Wolken. Denn auf einmal sehe ich einen Zusammenhang zwischen mehreren Ideen und denke mir, warum bin ich nicht schon früher darauf gekommen? Es ist ja doch so einfach.

Es ist dann wie bei einem Puzzle. Auf einmal fügen sich alle Teile zusammen und es passt perfekt. Nun gut, wie ein leicht gewelltes Puzzle, dass ein wenig Feuchtigkeit abbekommen hat. Denn manchmal muss ich etwas drücken oder eine Kante abhobeln, damit die Idee wirklich passt. Aber das tut mir dann nicht weh. Denn es lohnt sich für mich. Denn vorher bin ich ja von einer Einzelidee ausgegangen und die ist manchmal eckiger oder größer, als wenn ich die Ideen eben zusammentrage.

Ich habe aber auf alle Fälle eine dichtere Gesamtidee und damit häufig auch eine bessere Ausgangslage für mein Roman. Und zudem spare ich mir Zeit, da ich nicht noch zwei oder drei Novellen schreiben müsste.

Das passiert bei mir aber eher spontan, während ich gedanklich oder auf dem Papier intensiver mit einer größeren Idee arbeite. Dann fügt sich auf einmal alles zusammen, ohne das ich da wirklich einen Einfluss darauf habe.

Notieren, aufschreiben, verwerten

Ich gebe es ehrlich zu, nicht immer notiere ich mir sofort alles, was mir so an Ideen kommt. Das sollte ich durchaus tun, aber es ist nicht immer so. Meistens schreibe ich dazu etwas in meinem Tagebuch oder notiere mir etwas in meinem Handy.

Zwischenzeitlich habe ich ein Scrivenerprojekt aufgemacht, welche ich Ideenschmiede genannt habe. Immer wenn ich eine Idee habe, egal was es ist, notiere ich es mir dort. Entweder eine Szene, eine Charakterbeschreibung oder was es auch immer ist. Das ist durchaus ein Notizbuch, aber eigentlich ist es zugleich auch mehr.

An der Ideenschmiede kann ich jedoch auch nur arbeiten, wenn ich am PC sitz. Daher sollte ich mich durchaus disziplinieren, mehr mit der Hand zu schreiben. Denn es macht mehr Spaß, zumindest mir, und bringt mehr, auch zumindest mir.

Nicht alles findet letztendlich überhaupt eine Geschichte

Letztendlich habe ich mehr Ideen für eine Geschichte, für einen Roman oder was auch immer, als ich gebrauchen kann. Das ist für mich auch gut, solange ich mich nicht behindere, weiter an meinem aktuellen Projekt zu schreiben.

Denn es kann durchaus passieren, dass ich so viele Ideen habe, dass ich mir denke, dass mein aktuelles Projekt gut und gerne mal kurz etwas warten kann, dann kümmere ich mich um etwas anderes und schon gerät mein Roman in Vergessenheit. Das ist ja nicht Sinn der Sache.

Zumal viele Ideen eher als Blitzlichter bezeichnet werden können. Sie tauchen auf, sind ganz nett und dann muss ich mir eingestehen, dass sie mich überhaupt nicht reißen, daran weiter zu arbeiten. Aber mich erst einmal piesacken, damit ich ihnen meine Aufmerksamkeit schenke, das können sie gut.

Irgendeinen Plan zum Umgang brauche ich – Abschlussgedanken

Aber mir ist es wichtig, dass ich weiß, wie ich mit meinen Ideen umgehe. Lasse ich einfach alles mit mir geschehen, wie ich es in den letzten Jahren teilweise getan habe, dann gehe ich in der Flut unter. Auch wenn ich an einem Projekt fest arbeite, darf ich nicht zulassen, dass ich mich selbst überrenne und mehr Ideen habe, als es dem Roman gut tut.

Daher lerne ich mich jeden Tag selbst kennen und finde heraus, wie ich damit umgehe und wie ich mich selbst diszipliniere, alles zu notieren, was mir wichtig ist und womit ich arbeiten will.

Aber ich höre und lerne gerne von Dir, wie Du das mit den Ideen machst.
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Über Frau Schreibseele

eine schreibende, die auf den weg zu ihrer ersten geschichte ist. und bis dahin gibt es beiträge rund ums schreiben, lesen und erleben auf meinem blog :)
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12 Antworten zu Wie gehe ich mit Ideen um?

  1. Yannick Signard schreibt:

    Vieles kommt mir bekannt vor. Die letzten 8 Jahre habe ich vor allem damit verbracht, von einer Idee zur nächsten zu springen. Ich hoffe, dass ich das langsam in den Griff bekomme, da ich sonst nie fertig werde. Aber leider ist das so. Die Ideen kommen, wann sie wollen und nerven die ganze zeit. Und sie lauern überall. Man kann sich gar nicht vor Ihnen retten…

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  2. Yannick Signard schreibt:

    Ich benutze auch noch mein Notizbuch. Auch wenn es meist leichter ist, alles irgendwo in der Cloud zu speichern, ist es manchmal einfacher, alles in sein Buch zu schreiben, so wie es gerade kommt. 🙂

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  3. Ideen aufschreiben mache ich auch gerne. Ich habe aber oftmals das Problem, wenn mir solche Ideenschnipsel in den Sinn kommen, dass sie gleichzeitig auch mit einem gewissen Gefühl verbunden. Wenn ich mich dann hinsetzte und eine dieser Ideen herauspicke, um darüber zu schreiben, ist die Schwierigkeit genau dieses Gefühl, welches ich mit dieser Idee hatte in Worte zu übersetzen. Ich finde, auch wenn es meist nicht klappt, sollte der Anspruch des Schriftstellers sein, alle Sinne des Lesers mit Worten anzuregen.

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