Weitere 10 Möglichkeiten, um Deine Ideenmaschine anzukurbeln

Hei, hallo und herzlich willkommen,

letzten Freitag habe ich von den ersten zehn Möglichkeiten geschrieben, wie man an Ideen kommen kann und am Montag, wie ich mit Ideen umgehe. Heute tauche ich noch einmal in die Welt ein, wie man an Ideen kommt.

1. Stell Dir eine Frage

Elizabeth George stellte sich einmal die Frage „Aus welchem Grund kommt ein netter Mensch dazu, einen anderen netten Menschen zu töten“. Mit dieser Frage schrieb sie einen Roman aus ihrer Insepctor Lynley Reihe.

Sicherlich hast Du auch die eine oder andere Frage in Deinem Notizbuch oder Deinem Kopf, wo Du Dich fragst, wie könnte eine Geschichte am Ende aussehen. Solche Fragen können auch Herausforderungen sein, denen Du Dich am Ende stellen kannst. Du musst Dich nur trauen, auch schwierige Fragen zu beantworten. Dann funktioniert alles.

2. Schreib für eine Nische

Es gibt unzählige Krimis und Fantasyromane und aus vielen anderen Genres. Und dann gibt es Romane, die man eher als Nischenromane bezeichnen kann. Auch wenn es das eine oder andere Exemplar mal zu Weltruhm schafft, so haben es die Geschwisterromane häufig schwer, aus ihrem Schattendasein zu kommen.

Ein konkretes Beispiel. Es gibt ein Haufen Fantasybücher. Doch in wie vielen davon gibt es lesbische oder schwule Hauptcharaktere, oder auch Transgendercharaktere? Wenn Du solche Romane gerne liest (oder andere Bücher aus Nischenbereichen), fühlst Du Dich vielleicht dazu ermutigt, selbst einen Roman dazu zu schreiben.

3. Alternative Welten

Steampunk ist für mich persönlich die bekannteste alternative Welt, die ich hierzu aufzählen könnte. Aber auch die Welt der Superhelden würde ich glatt dazu zählen.

Es geht um die Frage, was wäre, wenn in meinem Roman die Welt nach anderen Gesetzen handeln würde, als wir es kennen. Wenn Vampire, zum Beispiel, die wahren Herrscher wären (es gäbe die Möglichkeit, dass man es weiß oder auch nicht). Oder, wenn Aliens unter uns leben würden.

Hierbei kannst Du Deiner Fantasie absolut freien Lauf lassen und überlegen, in was für eine Welt Du Deine Figuren setzen möchtest. Und durch die Gesetze Deiner Welt etablierst Du letztendlich auch ganz spezielle Figuren. Denn, wenn Deine Heldinnen und Helden es mit Vampiren zu tun haben, werden sie ganz anders gestrickt sein, als wenn die Gegenspieler Aliens sind.

4. Setz Deine Figur in eine fremde Umgebung aus

Nimm einen Deiner Figuren, welchen Du bereits ausgearbeitet hast, und setze sie oder ihn in einer völlig anderen Umgebung oder auch Welt aus. Sagen wir mal, Du hast eine Historicalheldin erschaffen, die zwar höflich, aber ein wenig störrisch ist. Was wäre, wenn sie auf einmal im Weltall zu finden wäre? Wie würde sich ihr Charakter ändern, wie ihre Persönlichkeit, um in dieser Welt zu überleben?

Man könnte jetzt meinen, das wäre ein Plagiat des eigenen Charakters. Aber so weit musst Du es gar nicht kommen lassen. Denn, wenn Deine Figur in einer anderen Umgebung ist, wird sie sich automatisch verändern und anpassen.

Du kannst dem Ganzen natürlich gerne nachhelfen. Ändere zum Beispiel das Geschlecht, das Aussehen, die Eigenschaften. Aber erst, nachdem Du weißt, was es für eine Geschichte werden kann. Du kannst Dich erst einmal freischreiben und dann sehen, was kommt. Sicherlich wirst Du da Deine kreativen Ideen haben.

5. Übertreibe eine Sensationsmeldung

Bestimmt läufst Du öfters an Zeitungsläden vorbei und liest die Überschriften gewisser Zeitungen, deren Namen ich hier wohl nicht nennen muss. Oder die Überschriften von Berichten im Internet, die auf Facebook geteilt werden. Das sind nicht nur nette Berichte für zwischendurch, sondern können auch die Grundlage für eine gute Geschichte sein.

Es muss keine Nachrichtenüberschrift sein, sondern es darf auch eine wissenschaftliche Errungenschaft sein, wenn Du Dich dafür interessierst. Hauptsache, sie hört sich interessant an. Wenn Du willst, kannst Du Dir den Beitrag durchlesen (was ich gerade bei wissenschaftlichen Berichten empfehle). Bei den Nachrichten kannst Du Dir ein Stück Papier und einen Stift nehmen und überlegen, was passiert ist, damit sich jemand hingesetzt hat, um eine solche Überschrift zu schreiben.

Überlege Dir, welche Charaktere an einer solchen Geschichte beteiligt sein können, wer was getan hat und wer dann dafür da ist, um die Angelegenheit zu klären. Gerade wenn es ein Krimi ist, brauchst Du jemanden von der Polizei oder Privatdetektei.

Oder, wenn es sich um einen wissenschaftlichen Beitrag handelt, was könnte diese Errungenschaft, Erfindung oder Entdeckung für die Welt bedeuten? Wie könnte die Welt aussehen, wenn man hier weiterforscht und sich überlegt, was am Ende dabei herauskommt?

Dabei können durchaus interessante Geschichten herauskommen. Gerade, wenn Du dann noch weiter recherchierst und entsprechende Literatur zur Rate ziehst.

6. Schreib die fehlende Geschichte

Was ist in Budapest passiert?

Diese Frage stellen sich die Avengers Fans nach Teil 1. Und ich befürchte, wir werden die Antwort nicht so schnell bekommen. Und ich bin mir sicher, dass Du in anderen Büchern oder Filmen auch diese Fragen hast, welche die Autorinnen und Autoren Dir nicht beantwortet haben.

Dann bist Du dran. Es muss ja keine Fanfiction Geschichte sein, die Du schreibst. Du nimmst die Figuren, änderst sie nach Deinen Vorlieben ab (sicherlich haben die Originalfiguren etwas an sich, was Dir nicht gefällt, hier darfst Du Dich frei bewegen), ändere die Frage und schreibe die fehlende Geschichte, bis sie Dir gefällt und Dir eine befriedigende Antwort gibt.

Wenn Du noch das Gefühl hast, dass die Originalcharaktere noch durch Scheinen könnten, dann ändere das Geschlecht und ihre Rolle in der Geschichte. Das hilft häufig. Und natürlich, eine sehr gute Charakterarbeit.

7. Führe mehrere Ideen zusammen

Sicherlich hast Du ein Haufen Ideen, die Du für einzelne Geschichten reserviert hast. Bei mir ist es so, dass ich zu einem Thema viele Ideen habe, diese aber erst einmal nicht zusammenbringe. Bei mir hat es einmal mehrere Wochen gedauert, bis ich den Zusammenhang gesehen habe.

Du kannst es anders machen. Nimm Dir die eine oder andere Stunde Zeit und schreibe einfach mal alle Ideen in einem Satz auf, die Dir gerade so einfallen, oder mit denen Du Dich schon länger beschäftigst. Einfach notieren, ohne irgendwelche Wertungen vorzunehmen. Gerne kann es auch kreuz und quer auf Deinem Blatt Papier sein (oder wenn Du ein Programm hast, auch dort nach belieben).

Wenn Du (erst einmal) fertig bist, lege das Papier kurz weg, mach einen kleinen Spaziergang und nimm Dir es dann wieder vor. Welche Ideen hören sich ähnlich an oder könnten zu einer Geschichte gehören. Notiere sie Dir auf einem weiteren Blatt Papier und streiche sie auf dem ersten Blatt auf. Wenn Du dann Ideen für eine andere Geschichte hast, notiere sie Dir auf einem anderen Blatt.

Hast Du alles sortiert, schau Dir ein Blatt an und überlege dann (gerne auf diesem Blatt oder einem separaten), was Du für eine Geschichte daraus spinnen könntest. Sicherlich hast Du schon Deine ersten Ideen während des Schreibens gehabt. Jetzt darfst Du gerne ins Detail gehen.

8. Leih Dir einen Charakter und mach was Eigenes daraus

Sicherlich hast Du irgendeinen Charakter, von der oder dem Du nicht genug kriegst. Bei mir ist es Nynaeve al‘ Meara aus „Das Rad der Zeit“. Sie ist stark, störrisch und weiß, was sie will. Ich liebe sie nach all den Jahren, seit ich den ersten Band der Reihe gelesen habe, immer noch.

Wenn Du eine Figur magst, die über Jahre hinweg bekannt ist oder gar eine Verfilmung hinter sich hat, ist es sehr wahrscheinlich, dass Du Informationen im Internet findest (wenn auch häufig auf Englisch). Such Dir die Infos ruhig zusammen, wenn Du Dich nicht mehr an alle Details erinnerst, und schreibe dann einfach eine Kurzgeschichte mit ihr.

Schreibe eine Geschichte, die Du mit ihr (oder ihm) schon immer erleben wolltest, also wie bei Punkt 6. Nur, dass Du Dir hier eine Figur leihst. Nach und nach wirst Du sicherlich erleben, wie sie ein gewisses Eigenleben entwickelt und dann zu einer völlig neuen Figur wird. Das kann schnell passieren, aber auch mehrere Geschichten dauern.

Sei offen, was am Ende passiert und schau Dir an, was aus der Figur am Ende geworden ist.

9. Tilge einen Fehler aus einer Geschichte

Es gibt Geschichten, die verdienen es, dass man sie so richtig schön an die Wand klatscht. Und ich habe leider so einige davon gelesen. Komischerweise in erster Linie aus dem Romancebereich (hat das was zu bedeuten?).

Sicherlich hast Du auch mindestens ein Roman gelesen, wo Du Dir dachtest, gute Geschichte, miese Umsetzung. Schnapp Dir die Idee und überlege Dir, was davon gut ist, was davon zu streichen ist (nach Deinem Geschmack) und was Du da gerne hinzufügen möchtest.

Dann füg Deine Figuren hinzu und schreibe an der Idee, bis sie sich gut anfühlt und ganz nach Dir klingt.

10. „Sie haben das Recht zu schweigen …“

„Sie haben das Recht zu schweigen, alles was Sie sagen kann, und wird in meiner nächsten Geschichte verwendet.“

Ich bin mir fast sicher, dass Du diesen Satz schon einmal gelesen oder gehört hast, eventuell sogar selbst verwendetest. Dieser Satz sagt einfach aus, was auch immer Du erlebst, Du kannst es in Deinen Roman verwenden. Damit meine ich nicht nur Alltagsbegebenheiten, sondern vor allem Menschen.

In meinem Leben gibt es so einige Begegnungen mit Menschen, die verdienen, dass sie in einen meiner Geschichte auftauchen, so als Moorleiche, Brandopfer und andere Rollen. Auch wenn es nur für eine Kurzgeschichte reicht, es tut manchmal gut, wenn man den eigenen Frust auf diese Art und Weise freien Lauf lässt.

Und letztendlich, die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Leute wiedererkennen, ist eher gering. Denn ihre Rolle muss nicht groß sein, sie müssen nur ermordet werden. Wie daraus eine Geschichte entsteht? Auch sie haben es verdient, dass ihr Mord aufgeklärt wird, so mehr oder weniger.

Abschlussgedanken

Mit dem letzten Beitrag hast Du 20 Möglichkeiten, um die Ideenmaschine in Deinem Kopf anzuschmeißen und loszulegen. Ich denke, jetzt gibt es definitiv keine Ausreden mehr, dass Dir nichts mehr einfällt. Sollte mir jedoch noch was einfallen, dann werde ich gerne noch einen dritten Beitrag hierzu veröffentlichen.

Fang an!

Nimm Dir eine der oben aufgeführten Ideen und versuche sie in der kommenden Woche umzusetzen. Egal was, nimm Dir eine oder zwei Stunden Zeit und überlege Dir, wie Du es in Deinem Schreiballtag integrieren kannst, um Deine Ideenmaschine anzutreiben.

Und notier Dir Deine Ergebnisse ruhig in Dein Notizbuch. Dann weißt Du, was für Dich funktioniert und was nicht. Wenn Du damit fertig bist, kannst Du die nächste Idee dann probieren und so weiter.
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Über Frau Schreibseele

eine schreibende, die auf den weg zu ihrer ersten geschichte ist. und bis dahin gibt es beiträge rund ums schreiben, lesen und erleben auf meinem blog :)
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