Grundlagenkenntnisse: Kapitel

Hei, hallo und herzlich willkommen,

im Internet und auch bei Facebook verfolge ich gerne die eine oder andere Diskussion. Und dabei habe ich festgestellt, dass sich viele Autorinnen und Autoren nicht unbedingt die Frage stellen, wie sie ein magisches System erstellen oder Genres mixen können. Es geht ihnen auch um einfache grundlegende Fragen. Daher werde ich mich zukünftig auch diesen widmen. Und heute mache ich einen Anfang damit.

Was ist ein Kapitel?

Man kann sagen, dass ein Kapitel eine (hoffentlich) logische Aufteilung eines Romans in mehreren Unterteilen ist. Man kann ein Buch also in mehrere Sinneinheiten aufteilen (eben die Kapitel), sodass sich die Leserinnen oder der Leser an ihnen orientieren können.

Ein Kapitel kann nach einer gewissen Anzahl von Seiten oder auch Zeichen gesetzt werden oder nach ganz individuellen Kriterien, die Du ganz alleine bestimmst. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten ein Kapitel zu benennen.

Brauche ich überhaupt Kapitel?

Um es mal klar zu sagen: Nein!

Es gibt durchaus Autorinnen und Autoren, die einen Roman quasi mit einem Kapitel versehen. Nur das sie diesen nicht als solchen benennen. Der Roman fängt an, hat seine entsprechenden Teile (Einleitung, Hauptteil und Schluss) und hört dann auf. Und Du findest keinen Hinweis darauf, dass irgendwo eine Kapiteleinteilung stattfindet.

Aber die meisten halten sich doch daran, dass sie ihren Roman in Kapitel einteilen. Und um es kurz zu sagen: Beide Wege sind völlig in Ordnung, solange Du Dich damit identifizieren kannst. Wenn Du sagst, ich brauche keine Kapitel, dann schreibe Deinen Roman ohne diese Unterteilung. Fühlst Du Dich aber mit dieser Art der Einteilung sicherer, dann nutze diese Möglichkeit durchaus.

Und natürlich kannst Du in einem Roman mal ohne Kapitel arbeiten und im nächsten mit Kapiteln. Das ist völlig Dir überlassen.

Wie lang sollte so ein Kapitel sein?

Das ist der Pudelkern und letztendlich auch der wahre Grund für diesen Beitrag. Aber ich kann Dir jetzt schon mal sagen, dass Du mit der Antwort nicht sonderlich zufrieden sein wirst. Denn es gibt keine Regelung dafür, wie lang oder wie kurz ein Kapitel sein sollte. Genauso wenig, wie Du eine Antwort bekommen kannst, wie lang Dein Roman überhaupt sein soll.

Es gibt einige, die entscheiden, dass ihre Kapitel zwischen 2.000 bis 5.000 Wörter lang sind. Danach versuchen sie ihr Kapitel zu einem Ende zu bringen und einen Neuen anzufangen. Aber ich lese gerne die Romane von Anne Perry. Und ihre Kapitel sind durchaus bis zu 30 Seiten lang und länger. Und ich behaupte mal, ohne es nachgezählt zu haben, dass das mehr als 5.000 Wörter sind.

Ich würde selbst nicht darauf Wert legen, wie viele Wörter so ein Kapitel haben sollte, sondern eher, was Du mit dem Kapitel aussagen möchtest. Aber das kann man durchaus gespalten sehen.

Der Inhalt Deines Kapitels

Idealerweise hat Dein Kapitel einen inhaltlichen Sinn. Das bedeutet, dass Du mit einem Kapitel eine bestimmte Aussage hast und dadurch klar ist, wenn Deine Leserinnen und Leser das Kapitel beendet hat, dass auch die Sinneinheit beendet ist.

Ein Beispiel, damit Du verstehst, was ich meine:

Wenn Du einen Krimi schreibst, könntest Du ein Kapitel dafür benutzen, die Leiche zu finden (oder eine Leiche von mehreren). Dann wäre ein weiterer dafür geeignet, wie die ersten Zeugen und Zeuginnen vernommen werden. Und dann wie der Fall aufgeklärt wird. Und so weiter.

Aber das ist kein Muss.

Wichtig finde ich persönlich, dass Du weißt, was Du in einem Kapitel einfügst. Wenn Du Dir sagst, dass Du diese und jene Informationen einfügen möchtest, dann notiere Dir alles es in Deinen Roman.

Definiere Dein Inhalt

Egal was Du in Deinem Kapitel einfügen möchtest, mache Dir es klar. Es kann ja sein, dass Du nur ein paar Sachen schreiben möchtest, aber der Inhalt nicht innerhalb eines Kapitels erledigt ist, ist das völlig in Ordnung.

Damit meine ich Folgendes: Deine Polizistin vernimmt gerade eine Zeugin und Du endest die Vernehmung an einer spannenden Stelle. Die Vernehmung kann aber in einem späteren Kapitel fortgesetzt werden. Ich würde das zwar nicht zu häufig machen, aber das ist eine legitime Möglichkeit. Die Angelegenheit muss nicht zwingend innerhalb eines Kapitels abgeschlossen sein. Stichwort: Cliffhanger.

Definiere Deine Länge

Es kann aber auch sein, dass es Dir mehr Sicherheit gibt, wenn Du eine gewisse Wortlänge schreibst, um Dein Kapitel zu beenden. Wenn Du eine bestimmte Wortzahl erreicht hast, dann musst Du Dir halt überlegen, wie Du die Angelegenheit beendest, egal wo Du gerade bist oder was Du noch schreiben möchtest.

Wenn Du für Dich entschieden hast, dass Deine Kapitel maximal 5.000 Zeichen lang werden, dann musst Du Dich daran halten (es ist ja Deine Entscheidung). Das bedeutet, wenn Du siehst, wie sich die Wortzahl immer mehr und mehr an Deine Wunschwortzahl annähert, liegt es an Dir, das Kapitel auf eine sinnvolle Art und Weise abzuschließen. Eben mit einem Cliffhanger oder mit einem runden Ende. Das liegt an Dir und wo Deine Geschichte gerade ist.

Der Vorteil, der bestimmten Wortzahl

Es kann durchaus Vorteile haben, wenn Du eine bestimmte Anzahl von Worten für Dein Kapitel wählst. Auf diese Art und Weise machst Du Dir Gedanken, wie Du die wichtigen Informationen innerhalb der selbst gesteckten Wortzahl sinnvoll unterbringen kannst.

Denn häufig ist es gut, wenn man sich darauf konzentriert, alles klar und strukturiert darzustellen und sich nicht in ewigen Erzählungen auslässt. Es kann nämlich passieren, dass Du das Bedürfnis hast, noch das zu schreiben und dann kommt noch eine wichtige Information und dann ist Dein Kapitel vollgestopft mit irgendwelchen Sachen, die zwar nett zu lesen sind, aber nichts zur Geschichte zu sagen haben.

Und leider kann ich da aus eigener Erfahrung schreiben.

Wie viele Kapitel braucht so ein Roman eigentlich?

Auch dazu gibt es keine einheitliche Regelung. Anne Perry schreibt zum Beispiel Romane mit ca. 500 Seiten. Trotzdem hat sie gerade mal um die 12 Kapitel (mal etwas mehr, mal weniger).

Andere Bücher haben bei 500 Seiten die doppelte oder dreifache Anzahl. Es kommt halt darauf an, was Du sagen möchtest. Und beide Methoden funktionieren gut (also wenige Kapitel oder viele).

Aber ich kann Dir eines sagen, egal für welche Länge oder für welche Anzahl von Kapitel Du Dich entscheidest. Es wird immer Menschen geben, die sich trotzdem beschweren. Mal sind die Kapitel zu kurz und mal zu lang. Also in dem Sinne entscheide Dich für Deine eigene Länge. Du wirst sowieso Kritik erhalten (ich weiß, das klingt sehr ermutigend).

Abschlussgedanken

Es gibt keine Gesetze für die Länge Deines Kapitels. Wichtig ist, dass Du Dich mit dem Inhalt wohlfühlst. Alles andere ist dabei völlig nebensächlich.

Analysiere andere Geschichten

Sicherlich liest Du gerade einen Roman. Schnapp ihn Dir und schau Dir ein Kapitel an. Was enthält das aktuelle Kapitel, wie lang ist dieser und welche Inhalte hat dieser. Mach dies auch bei den anderen Kapiteln und auch bei anderen Büchern.

Wenn Du erfährst, wie die anderen es machen, findest Du sicherlich Inspirationen für Deine Geschichte.

Wie sieht es bei Dir aus?

Hast Du bisher einfach drauf losgeschrieben? Oder hattest Du schon einen Plan gehabt, wie Du Deinen Roman in Untereinheiten einteilst. Schau nun genauer hin, was Du bisher geschrieben hast und überprüfe, wie Du die Angelegenheit jetzt angehen möchtest.
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Über Frau Schreibseele

eine schreibende, die auf den weg zu ihrer ersten geschichte ist. und bis dahin gibt es beiträge rund ums schreiben, lesen und erleben auf meinem blog :)
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