5 Ideen, wie Du die Geschichte der Auserwählten anders erzählen kannst

Hei, hallo und herzlich willkommen,

sicherlich kennst Du die eine oder andere Geschichte einer Figur, die als Auserwählte oder Auserwählter bezeichnet wird. Heute dreht es sich um Gedanken, wie man die Geschichte um sie oder ihn anders erzählen kann.

Vorgedanken

Sicherlich kennst Du auch mindestens eine der folgenden Geschichten:

  • Harry Potter (die komplette Reihe)
  • Star Wars (gerade die Teile I bis III)
  • Das Rad der Zeit (von Robert Jordan)
  • Matrix (die komplette Reihe)
  • sowie einige weitere Filme oder Romane

Es gibt da also diese eine Legende, die von einem meist männlichen Auserwählten spricht (siehe meine Beispiele, dort findest Du auch nur männliche Auserwählte), der die Welt und das Leben und was auch immer verändern oder retten sollen. Er hat irgendwelche besonderen Fähigkeiten oder bekommt irgendwelche Gegenstände, welche ihm bei seinem Auftrag helfen kann. Das kann ein Schwert sein, ein Kristall oder was auch immer.

Nicht nur, dass ich eben nur männliche Auserwählte aufzählen kann. Es ist auch so, dass diese Geschichten sehr stark nach Schema F ablaufen. Es gibt da die eine Legende, Prophezeiung, was auch immer. Diese spricht von der Befreiung des Volkes von einer bösen Macht. Dann wird nach dem Auserwählten gesucht, dieser wird gefunden. Und der Auserwählte kümmert sich meistens relativ gut um diese Prophezeiung.

Doch wie könnte man diese Geschichte anders erzählen? Außer der Tatsache, dass man gerne auch Frauen als Auserwählte nehmen könnte. Das ist übrigens auch der einzige Grund, warum ich den folgenden Beitrag definitiv konsequent in der weiblichen Form schreibe. Männliche Auserwählte sind immer mitgemeint.

1. Die Prophezeiung ist falsch oder sogar gefälscht

Wo Menschen arbeiten, können auch Fehler passieren. Dieser Spruch gilt nicht nur für die Arbeit, sondern auch für alle anderen Bereiche. Warum sollen dann die Prophezeiungen korrekt sein?

In den Geschichten gehen die Charaktere davon aus, teilweise bedingungslos, dass die Prophezeiungen absolut korrekt sind. Ich habe noch nie jemanden erlebt, dass irgendwer Zweifel hegte, ob die Prophezeiung wirklich korrekt ist oder auch richtig ausgelegt wurde.

Es gibt nämlich durchaus Gründe, warum man eine Prophezeiung anzweifeln könnte.

Wenn eine Prophezeiung mehrere Jahrhunderte alt und älter ist, dann wurde sie ursprünglich aller Wahrscheinlichkeit in einer Sprache geschrieben, die wir nicht mehr beherrschen oder gar lesen bzw. sprechen können. Also haben wir es mit einer Übersetzung zu tun. Und wir sicher ist diese Übersetzung? Bei lebendigen Sprachen (also Sprachen, die wir aktuell sprechen) gibt es mindestens zwei oder mehr Bedeutungen für ein Wort. Und wie oft habe ich schon gelesen, wenn Bücher aus dem englischen übersetzt werden, wie schlecht diese Arbeit teilweise sei. Da werden Wörter im falschen Zusammenhang verwendet oder einfach ein falsches Wort dafür benutzt. Und das eben in einer lebendigen Sprache.

Wie können wir also sicher sein, dass es sich bei der Übersetzung einer uralten Sprache keine Fehler eingeschlichen haben? Zumal wir noch nicht einmal sagen können, ob wir wirklich alle Wörter, die in der Prophezeiung auftauchen, wirklich verstehen und eine korrekte Übersetzung dafür gefunden haben.

Und was wissen wir über die Verfasserin der ursprünglichen Prophezeiung? Nichts!

Woher können wir also die Sicherheit nehmen, dass die Prophezeiung uns wohlgesonnen ist? Es könnte ja auch sein, dass die Schöpferin dieser Prophezeiung uns bewusst in die Irre treiben wollte. Denn früher waren die Zeiten anders. Und wir können uns nicht hineinversetzen wie das Leben und die Struktur damals wirklich war. Denn teilweise haben wir schon Schwierigkeiten die Geschichte nachzuvollziehen, die vor gut hundert Jahren geschah. Und je weiter wir in der Zeit zurück reisen, desto schwieriger wird es. Zumal Geschichtsfälschung durchaus ein akzeptiertes Mittel vieler Herrschenden war.

Da gab es vielleicht Kriege oder auch Unterdrückung in Deiner Geschichte, die sich gegen das einfache Volk, gegen eine Volksgruppe oder wen auch immer gerichtet wurde. Und die Schöpferin diente der damals herrschenden Klasse. Sie könnte eine solche Prophezeiung erschaffen haben, damit die Leute ruhig blieben und der herrschenden Klasse dienten. In der Hoffnung das irgendwann einmal eine Erlöserin kommt, die es nicht gibt.

Im Laufe der Zeit weiß aber niemand mehr, was damals geschah und man glaubt Jahrhunderte später, dass es sich hierbei um eine Tatsache handelt. Eben, weil man es nicht besser wissen kann. Und damit kannst Du Deinen Heldinnen schön viel Ärger einbringen.

In Deiner Geschichte

Du könntest also in Deiner Geschichte eine falsch übersetzte oder schlichtweg eine gefälschte Prophezeiung aufnehmen. Es kann durchaus sein, dass sie einfach nur falsch übersetzt wurde und eine korrekte Übersetzung angefertigt wird, die dann teilweise oder komplett eine andere Bedeutung hat.

Damit können Deine Heldinnen und / oder die Auserwählte immer noch den Tag retten. Aber es könnte hierbei durchaus eng werden, als wenn von vornherein die korrekte Übersetzung zur Verfügung gestanden hätte.

Oder Deine Figuren vertrauen ebenfalls auf diese gefälschte Prophezeiung, und als sie herausfinden, dass sie nur eine Lüge ist, fallen sie zuerst in ein tiefes Loch. Das bedeutet für sie, dass sie sich etwas anderes einfallen lassen müssen, um sich von dem Joch des Bösens zu befreien. Und das ist mehr, als nur auf ein paar hohle Phrasen von einer falschen Prophetin zu verlassen.

2. Die Auserwählte ist böse oder sie ignoriert den Ruf der Prophezeiung

Vielleicht kennst Du den Manga und Anime „X/1999„. In diesem Manga konnte die Hauptfigur sich entscheiden, ob er zu den sogenannten Himmelsdrachen gehört (welche die Menschheit retten sollen) oder zu den Erddrachen (welche die Menschheit vernichten soll, um der Erde eine neue Chance zu geben).

Hätte sich die Hauptfigur für die Erddrachen entschieden, wäre er einer der „Bösen“ gewesen.

Was ich damit sagen will? Wer garantiert uns, dass die Auserwählte wirklich gut und edel und liebevoll ist? Es ist eine Entscheidung, die wir im Laufe unseres Lebens treffen, ob wir nett und lieb und freundlich sind oder alles platt machen, was uns in die Quere kommt.

Also könnte die Auserwählte auch zu der gegnerischen Mannschaft gehören und dafür arbeiten, dass die Welt vernichten wird. Und wer weiß, sie könnte ja die Prophezeiung dafür benutzen, um ihre Ziele selbst zu unterstützen. Sie könnte diese benutzen, um die wichtigsten Menschen um sich zu scharen, nur um diese dann zu töten. Und wenn die richtigen Leute tot sind, ist dann eben die Umsetzung der Prophezeiung unmöglich.

Natürlich könntest Du hier eine Geschichte schreiben, wie die Auserwählte am Ende von Deiner Heldin gerettet wird. Denn nur weil sie zu den Bösen gehört, heißt das noch lange nicht, dass sie dort enden muss. Aber am Anfang könnte sie sich entscheiden, die Welt zu vernichten, weil sie davon überzeugt ist, dass das der richtige Weg ist.

Und was wäre, wenn Deine Auserwählte sich sagt, ist ja schön und gut, dass ich die Auserwählte bin, ich mache trotzdem nicht mit. Also, wenn sie den Ruf der Prophezeiung verweigert. Das kann natürlich ganz schön für Wirbel sorgen. Sie ist absolut notwendig und unverzichtbar, dass sich alles zum Guten wendet und will nicht daran teilhaben.

Das kann natürlich besonders dann interessant werden, wenn zum Beispiel das Leben Deiner Auserwählten auf dem Spiel steht. Wer würde schon freiwillig ihr Leben für eine Prophezeiung zum Beispiel hergeben. Zumal sich die Frage stellt, was Deine Auserwählte davon hat. Ich kenne da nicht gerade viele. Erst recht, wenn sie auch nicht wüsste, ob danach wirklich die Welt gerettet werden könnte.

Wer könnte es ihr verdenken, wenn sie ihre Tasche schnappt und sich auf und davon macht. Dadurch könnte es dann zur Katastrophe kommen, in der dann die Welt zumindest am Abgrund steht. Was Du daraus macht, ist dann letztendlich Deine eigene Geschichte.

In Deiner Geschichte

Es gibt durchaus schon die eine oder andere Geschichte, wo die Auserwählte zu den Bösen gehörte und dann auf die gute Seite gezogen wurde. Dadurch konnte sie auch die Prophezeiung letztendlich erfüllen. Oder die Auserwählte könnte einst zu den Guten gehört haben und dann auf die dunkle Seite gewechselt haben (so wie wir es bei Anakin Skywalker erlebt haben).

Und häufig stürzen sich die Charaktere durchaus in die Geschichte hinein. Vielleicht zögerlich, aber sie stehen dann irgendwann doch dahinter und wollen diese erfüllen. Aber wer verlässt schon gerne einfach das zu Hause und stürzt sich ins Abenteuer? Man weiß ja nie, was eine auf der anderen Seite des Weges erwartet. Daher ist es durchaus verständlich, wenn sich Deine Auserwählte dafür entscheidet, zu Hause zu bleiben und sich unter dem Bett versteckt.

Oder sie läuft davon uns riskiert, dass sie (fast) zu spät zur Erfüllung der Prophezeiung kommt.

3. Die Auserwählte ist nicht die Hauptfigur

So gut wie immer wird die Geschichte aus der Perspektive der Auserwählten erzählt. Viele Autorinnen und Autoren sind der Meinung, dass dort wohl die besten Geschichten geschrieben werden können. Und das mag durchaus der Fall sein. Aber ist das wirklich zwingend notwendig?

Doch warum ist das eigentlich so? Denn im Grunde genommen muss die Auserwählte nur die Prophezeiung erfüllen. Das war es auch schon. Warum muss ich ihr dann durch die ganze Geschichte verfolgen? Es könnten auch andere Charaktere der Geschichte durchaus interessant sein.

Die Geschichte, wie die wahre Heldin Deines Romans die Auserwählte findet und mit den Widrigkeiten dieser Figur zu kämpfen hat, könnte durchaus interessant sein. Nehmen wir mal an, Deine Auserwählte will gar nicht ihr Leben opfern (also Punkt 2), weil sie nicht einsieht, warum gerade sie ihr Leben für irgendwelche Idiotinnen hergeben soll (weil die Menschen sie, zum Beispiel, nicht nett behandelt haben).

Und natürlich werden die Gegnerinnen der Prophezeiung nicht dulden, dass Deine wahre Heldin die Auserwählte findet, um damit deren Macht zu brechen. Daher werden sie sich aller Wahrscheinlichkeit Deiner Heldin in den Weg stellen, um sie dann aufzuhalten. Und das kann weitaus schwieriger werden, als die Auserwählte dazu zu bringen, der Prophezeiung zu folgen und diese zu erfüllen.

Deine Heldin könnte es aber auch mit einer Auserwählten zu tun haben, die, gelinde gesagt, alles andere als vernünftig ist. Die Auserwählte kann sich zickig benehmen oder arrogant. Vielleicht wurde sie als reiche Tochter einer Königin geboren und dementsprechend ist sie verzogen. Natürlich wird sie dann begeistert sein, im Wald zu schlafen und sich dort mit Käfern, Spinnen und anderen Kleingetier auseinanderzusetzen. Im Palast würde es ihr sicherlich besser ergehen. Vor allem, dort hat sie ihr weiches Bett und ihre Ruhe.

Und was wäre, wenn Deine Heldin glaubt, sie sei die Auserwählte, um die wahre Auserwählte zu beschützen? Die Idee kam mir schon länger für einen Roman und ich bin der Meinung, diese wurde so ähnlich schon mal in einem Comicheft verwendet.

Es wäre also durchaus möglich eine Geschichte zu schreiben, in der Deine Heldin glaubt, sie sei selbst die Auserwählte, aber eine Begleiterin ist es wirklich. Und ihr Leben wird bedroht und geopfert, um die wahre Auserwählte zu beschützen.

Du könntest schreiben, wie Deine Heldin glaubt, sie sei etwas Besonderes und vielleicht benimmt sie sich auch so. Oder sie hat Angst davor, was ihr alles passieren könnte, weil sie nicht weiß, ob sie überhaupt den Anforderungen entsprechen kann. Gerade dann, wenn sie sieht, dass sie die Aufgaben einer Auserwählten nicht erfüllen kann. In was für ein Loch könnte Deine Heldin schon da fallen.

Und was könnte dann in ihr vor sich gehen, wenn sie herausfindet, dass ihr Leben nur deswegen in Gefahr gebracht wurde, damit jemand anderes beschützt wird. Das alles, ohne sie entsprechend einzuweihen. Ich glaube, ich wäre, gelinde gesagt, sehr verärgert.

In Deiner Geschichte

Es gibt viele Möglichkeiten, um aus der Perspektive einer anderen Figur zu schreiben, welche nicht die Auserwählte ist. Oben haben ich Dir einige Vorschläge gemacht. Das wäre definitiv eine andere Möglichkeit, um uns die Geschichte einer Auserwählten näher zu bringen. Und zwar, indem Du sie gar nicht in den Mittelpunkt stellst.

Natürlich ist ihre Rolle wichtig, aber nicht unbedingt ihre Geschichte.

Du kannst also schreiben, wie Deine Heldin sie findet und nur der Schluss der Auserwählten gewidmet wird. Oder wie die Auserwählte ein Teil der Geschichte zwar ist, aber nie aus ihrer Perspektive erzählt wird.

4. Die bekannteste / berühmteste Prophezeiung ist nicht die korrekte

Wenn eine Prophezeiung, sagen wir mal, gute 1.000 Jahre alt ist, wer sagt uns, dass sie wirklich korrekt ist? (Siehe weiter oben). Aber weiterhin ist es gut möglich, dass sich im Laufe der Jahre, Jahrzehnte und Jahrhunderte einige Leute weitere Prophezeiungen aufgeschrieben haben.

Und dabei kann es durchaus passieren, dass eine nicht ganz Korrekte oder gar Falsche, schlichtweg die Berühmteste geworden ist, weil sie vielleicht eine sehr schöne Sprache hat oder weil sie von einer berühmten Prinzessin geschrieben wurde. Oder die Prophezeiung wurde dieser Prinzessin zugeschrieben oder es gibt dafür andere Gründe.

Auf alle Fälle ist die berühmteste Prophezeiung nicht zwangsläufig auch die korrekteste. Zum einen eben, wie bereits erwähnt, weil hier vielleicht falsche Übersetzungen vorgenommen wurden. Oder man hat extra eine falsche Prophezeiung geschrieben, um die Gegnerinnen zu verwirren. Und diese wurde dann verbreitet, damit die korrekte Prophezeiung unterdrückt wird und dadurch in Vergessenheit gerät.

Auf diese Weise könnten zwei sich völlig entgegengesetzte Prophezeiungen in Deiner Geschichte eine Rolle spielen. Sagen wir mal, eine spricht davon, dass Deine Auserwählte sich in den Vulkan stürzen muss, um den Feuerkönig zu vernichten. Die korrekte Prophezeiung spricht aber davon, dass sie den Feuerkönig, nach einem epischen Kampf, in diesen Vulkan stürzen muss, damit Frieden herrschen kann.

Oder der Vulkan hat gar nichts damit zu tun. Ganz im Gegenteil wird dort jemand hineingeworfen, könnte es zu einer absolut schlimmen Katastrophe kommen. Und das für alle Seiten, woran sich (natürlich) niemand erinnert.

Das bedeutet, dass jemand die wahre Prophezeiung kennen muss. Nur so ist es überhaupt möglich, dass die Korrekte dann in Deiner Geschichte irgendwann mal auftaucht. Denn, wenn ich nicht weiß, dass es gefährlich ist, mich in den Vulkan zu stürzen, dann werde ich es machen. Eben, weil ich es nicht besser weiß.

Es wäre also durchaus möglich, dass es eine alte Frau geben könnte, welche die wahre Prophezeiung kennt, ihr aber niemand glaubt. Vielleicht aufgrund ihres Alters oder weil sie nicht gerade beliebt ist. Oder, weil man sie für verrückt hält.

Doch sie versucht allen die Wahrheit zu sagen und stirbt, bevor man ihr glaubt. Aber ihre Worte hallen in den Ohren der einzelnen Figuren der Geschichte und man versucht nun herauszufinden, war die alte Frau wirklich verrückt oder hat sie vielleicht sogar die Wahrheit gesagt?

In Deiner Geschichte

Hier kannst Du Dir überlegen, welche Prophezeiung bekannter ist und vor allem, warum hat sie die Jahrhunderte überlebt und ist immer noch in aller Munde. Und inwiefern ist die korrekte Prophezeiung anders als die bekanntere.

Das bedeutet natürlich, dass Du Dir nicht nur Gedanken über eine Prophezeiung machen musst, sondern über zwei. Somit ist es durchaus empfehlenswert, dass Du Dir auch über die Ausgestaltung der Worte Gedanken machst, damit Deine Leserinnen auch etwas davon haben.

Aber ich denke, es kann durchaus interessant werden, wenn man es mit zwei Prophezeiungen zu tun hat.

5. Es gibt so viele Prophezeiungen, wie es Kulturen gibt

Die meisten Kulturen in den Fantasyromanen sind total nett. Obwohl sie teilweise gar keinen Kontakt zueinander haben, verschiedene Sprachen sprechen, unterschiedliche Entwicklungen hinter sich haben oder auch völlig anders sind, als die anderen Völker, sie haben alle die gleichen Prophezeiungen.

Dadurch muss sich niemand Gedanken machen, ob es zu einer falschen Übersetzung kommt oder man es missverstehen könnte, weil sich im Laufe der Jahrhunderte die Wortwahl oder die Begebenheiten geändert haben. Man versteht schon, worauf es letztendlich hinausläuft.

Seien wir mal ehrlich, wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass das wirklich passiert?

Wenn Du es geschickt anstellst, dann hat so gut wie jede Kultur und jedes Volk eine eigene Prophezeiung. Und damit kannst Du Deine Heldinnen schön verwirren. Denn an welche sollen sie sich wirklich halten und welche bringt sie an ihr gewünschtes Ziel?

Listen wir mal auf, wie kompliziert die Geschichte am Ende theoretisch werden könnte (Du musst zum Glück nicht alle Punkte nehmen, außer Du möchtest es vielleicht).

  • Jedes Volk hat eine andere Prophezeiung, welche sich auch noch grundlegend unterscheidet.
  • Dazu gibt es noch verschiedene Prophezeiungen in jeder historischen Epoche (also im Mittelalter lautet die Prophezeiung anders, als in der Neuzeit).
  • Weiterhin kann sich die Prophezeiung in den jeweiligen Schichten unterscheiden (also die Unterschicht erzählt sich diese anders, als die Adligen).
  • Und was auch immer Dir einfällt oder in Deiner Geschichte eine Rolle spielen könnte.

Natürlich ist das unglaublich viel Arbeit, wenn Du es wirklich groß aufziehen möchtest. Und ich selbst würde es wohl nur für eine Geschichte machen, die ich als Serie anlege und einige Bänder und Seiten beinhaltet. Aber ich kann mir auch gut vorstellen, dass sich diese Arbeit durchaus lohnen kann.

Denn damit kannst Du nicht nur Deine Leserinnen verwirren, sondern letztendlich auch Deine Charaktere. Denn sie können letztendlich nicht darauf vertrauen, was in einer Prophezeiung drinnen steht. Dadurch kann die Zeit in Deiner Geschichte knapp werden.

Denn bis zum nächsten Vollmond muss die Angelegenheit Deiner Auserwählten geklärt sein, da ansonsten die Welt untergeht. Das bedeutet also, dass Deine Charaktere sich anstrengen müssen, um die Auserwählte zu finden und dann zudem noch herausfinden müssen, welche der vielen Prophezeiungen auch noch korrekt ist.

Nur so können sie dann überhaupt ans Ziel kommen. Was natürlich den Schwierigkeitsgrad extremst erhöht, aber die Sache auch ungemein spannend machen kann.

In Deiner Geschichte

Wie oben schon erwähnt, dieser Teil der Auserwähltengeschichte würde ich selbst nur dann anstreben, wenn ich eine längere Geschichte bzw. eine Serie plane und meine Leserinnen so richtig aufs Glatteis bringen möchte.

Das kann natürlich durchaus schwierig werden, aber wenn Du Dir dafür Zeit lässt, dann wird das schon klappen.

Dafür musst Du natürlich wissen, welche Völker Deine Welt besiedeln und auch, welche Epochen es durchlebt hat. Dann musst Du Dir nur überlegen, was zu der jeweiligen Zeit bei dem jeweiligen Volk wichtig war und kannst danach Deine entsprechende Prophezeiung schreiben. Wenn Du das fertig hast, kannst Du Dir alles andere, was dazu noch gehört, entsprechend überlegen und festsetzen.

Abschlussgedanken

Natürlich kannst Du Dich an die bekannte Variante der Geschichten rund um die Auserwählte halten. Dagegen spricht nichts. Aber es könnte zugleich auch interessant werden, die Sicht auf diese Geschichten zu ändern und eine völlig andere Geschichte zu erzählen.

Ich zumindest würde es durchaus begrüßen.

Und vielleicht hast Du noch andere Ideen, wie man die Geschichte rund um die Auserwählte erzählen kann. Ich würde diese gerne von Dir hören. Bis dahin, ich wünsche Dir viel Spaß beim erzählen Deiner Geschichte.

Vergleiche bekannte Geschichten

Wie sieht es mit den Geschichten rund um die Auserwählten aus, die Du kennst. Nach welchem Schema werden sie geschrieben und ähneln sich diese? Oder gibt es doch weitere Punkte, in denen sich die Geschichten untereinander unterscheiden?

Abwandlungen

Überleg Dir, wie die Geschichten, um die Auserwählten aussehen würden, wenn Du diese mit den oben aufgeführten Punkten abwandeln würdest. Wäre diese eine Geschichte dadurch interessanter oder eher langweiliger? Was meinst Du?

Deine eigene Auserwählte

Wenn Du eine Geschichte rund um eine Auserwählte schreibst oder eine planst, dann kannst Du Dir die oben aufgeführten Punkte mal ansehen. Vielleicht sagen Dir diese ja zu und Du möchtest davon was anwenden.

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Über Frau Schreibseele

eine schreibende, die auf den weg zu ihrer ersten geschichte ist. und bis dahin gibt es beiträge rund ums schreiben, lesen und erleben auf meinem blog :)
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4 Antworten zu 5 Ideen, wie Du die Geschichte der Auserwählten anders erzählen kannst

  1. Nora Bendzko schreibt:

    Klasse Artikel! Ich hatte ein richtiges Déjà-Vu beim Lesen, weil ich mir über Vieles Gedanken gemacht habe bei Letztem NaNoWriMo.

    Da habe ich ein Manuskript angefangen, wo es genau darum ging: Eine falsche Prophezeiung. Der Hauptcharakter wurde fälschlicherweise für den Auserwählten gehalten, der er nicht ist – was schon am Anfang des Buches sein Scheitern in Sachen Prophezeiung zur Folge hat. By the way, bei Matrix und Harry Potter behaupten gewisse Fan-Theoristen ja, dass die Hauptcharaktere auch gar nicht die Auserwählten sind 😉

    Man kann so viel spielen mit diesem Klischée (den Ansatz mit den verschiedenen Übersetzungen finde ich ja klasse), aber liest doch sehr wenige Bücher, die das tatsächlich tun, gerade im Fantasy … Verlleicht kommt das ja nochmal in Mode?

    Ich habe noch einen zusätzlichen Gedanken zum Artikel: In diesen Prophezeiungsgeschichten gibt es sehr oft auch die Rolle eines (greisen) Mentors – Gandalf, Brom, Dumbledore, wie sie alle heißen. Nicht selten ist der Mentor derjenige, der urplötzlich aus dem Nichts auftaucht und den Auserwählten mit seinem Schicksal konfrontiert. Dann wird groß erzählt: „Du bist der Auserwählte! Du musst mir in das Königreich deiner Eltern folgen, und deine Bestimmung annehmen, und …“

    Ja, und? Ich hab mich immer gefragt: Wie kann man so blöde sein so einem irren Alten bedingungslos zu vertrauen? 😀

    Ganz besonders, wenn das Anfangssetting noch in ländlicher Gegend spielt und der Auserwählte minderjährig ist … Da würden bei mir alle Alarmglocken klingeln, würde mich so ein komischer Knacker mitnehmen wollen.

    Und damit Off-Topic aus! Danke für die Denkanstöße.

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    • Carola vom schreibkasten schreibt:

      Hallo Nora,
      danke für Deine Gedanken. Ich lese gerne „Das Rad der Zeit“ von Robert Jordan. Und letztendlich hält der sich auch an dieses Schema F. Einerseits ist es natürlich vertraut, aber zugleich auch schade, weil man viel mehr machen könnte.

      Aber das mit dem alten Knacker, daran habe ich mich gar nicht gedacht.
      Danke für die Inspiration dazu.
      Lg

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