Deine persönliche Geschichtenbibel

Hei, hallo und herzlich willkommen,

ich war auf der fünften LoveLetter Convention und habe eine Menge gelernt. Und dieses Wissen möchte ich gerne mit Dir teilen. Und eine kurze Anmerkung vorneweg. Dieser Beitrag enthält keine Affiliatelinks, auch wenn ich einige Hinweise zu kommerziellen Seiten gelinkt habe.

Geschichtenbibel? Also so etwas wie ein Notizbuch?

Eine Geschichtenbibel (oder auch auf Englisch Story Bibel) ist definitiv etwas anderes als ein Notizbuch. Denn in ein Notizbuch kommen alle Gedanken, Inspirationen oder auch Schreibübungen hinein, die Dir so durch den Kopf gehen. Man könnte es fast als ein zusammenhangloses Sammelsurium bezeichnen. Und das für alle Geschichten, die Du so hast, schreiben möchtest oder auch nicht.

Ich würde sogar sagen, ein Notizbuch ist ein kreatives Becken für alles, was Dich gerade brennend interessiert. Und die Kreativität hat manchmal die Neigung alles andere als linear und konstruktiv zu sein. Das ist richtig, gerade für den Moment, wenn Du selbst kreativ sein möchtest und neue Ideen brauchst.

Die Geschichtenbibel hingegen enthält alle Deine Gesetze, die Du für Deine Geschichte entwickelt hast. Wenn Deine Heldin blaue Augen auf Seite 7 hat, dann kannst Du es Dir notieren und kommst nicht in die Verlegenheit ihr versehentlich auf Seite 127 oder im nächsten Band braune Augen zu geben.

Ich unterscheide hier ganz klar zwischen einem Notizbuch, welche Deine kreativen Ideen beinhaltet, und einer Geschichtenbibel, welche Deine persönlichen Gesetze enthält.

Der Sinn einer Serienbibel

Es ist nicht notwendig, dass Du Dir überhaupt eine Serienbibel anschaffst. Aber gerade wenn Du eine Serie oder Reihe oder was auch immer planst, empfiehlt es sich durchaus sich zu überlegen, die Arbeit in eine eigene Bibel zu investieren. Selbst ein Einzeltitel könnte von einer solchen Bibel durchaus profitieren.

Deine persönliche Bibel enthält alle Gesetze, die Du für Deine Geschichte entworfen hast. Das betrifft den Aufbau Deiner Charaktere oder auch die Regeln Deiner Welt. Das ist völlig egal. Wenn Du Dir aber nicht mehr sicher bist, hat denn nun Deine Heldin blaue oder doch eher braune Augen, schaust Du einfach in Deine Bibel nach und weißt genau, was es ist.

Über kurz oder lang erspart es Dir auch eine ganze Menge Arbeit, wenn Du Dir vorher ein wenig Arbeit machst.

Notiere Dir einfach jeden Ort, wo Deine Heldin oder Dein Held war, was sie dort gemacht haben, wie ihre Geschichte ihres bisherigen Lebens ist, eben alles, was Dir wichtig ist oder was Du meinst, es könnte wichtig sein. Du kannst auch Erfindungen aufführen, historische Daten bei einem Historical und was auch immer notwendig ist, damit Du die beste Geschichte schreiben kannst, zu der Du aktuell in der Lage bist.

Was gehört alles in eine solche Geschichtenbibel?

Nehmen wir mal an, Du willst Dir eine Geschichtenbibel anschaffen. Dabei ist es egal, ob es für ein einziges Band ist oder Deine Serie. Der einzige Unterschied ist hier, dass Deine Bibel für einen Einzeltitel aller Wahrscheinlichkeit etwas dünner werden dürfte. Aber das ist kein Muss. Denn wenn Du sehr viele historische Daten brauchst, dann kann auch diese Bibel theoretisch mehrere Bände umfassen.

Und letztendlich kommt all das rein, was Dir für Deine Geschichte wichtig ist. Daher kommen nun eher Inspirationen von mir, die Du aufnehmen könntest.

Die (möglichen) Elemente

Für mich persönlich wäre der wichtigste Teil in einer Geschichtenbibel alles, was zu den Charakteren gehört. Dazu zähle ich Beschreibungen, Charakterbögen, eventuell Bilder, Szenenübungen und all diese Elemente. Natürlich gehören auch Nebencharaktere und, sofern Du hast, Dein Antagonist oder Deine Antagonistin in diesen Teil hinein.

Weiterhin geht es um Deine Welt. Dazu zählt sowohl die Umgebung als auch die historischen Daten, sofern Du eben ein Historical schreibst. Bei einer Fantasygeschichte wirst Du Dir irgendwelche Gesetze und Regeln aufstellen, die für Deine Welt gelten. Auch diese kannst Du notieren. Also alles, was nicht mit den Figuren, sondern mit ihrer Umwelt zu tun hat.

Die Technik kann auch ein wichtiger Teil Deiner Geschichtenbibel sein. Damit meine ich nicht nur die Technik eines Raumschiffes, sondern auch das Zaumzeug eines Pferdes oder wie ein Schwert aufgebaut ist. Das mag Nebensächlichkeiten sein, aber letztendlich sind sie allesamt wichtig für Deine Geschichte. Wenn Du Deine Figur zum Beispiel ein Schwert schmieden lässt und die Details erklären kannst, dann wirkt das viel interessanter, als wenn Du diesen Teil aus reiner Verlegenheit auslässt.

Aber auch Deine Geschichte kann ein Teil Deiner Geschichtenbibel sein. Also der Plot, die Wendepunkte, die ganzen kleinen Details, die Du einbauen möchtest. Natürlich kannst Du sie auf Deinem PC speichern. Aber nachdem mehrere Male dieser bei mir abgestürzt ist, vertraue ich eher einem Ausdruck, als der Technik.

Und natürlich alles, was Dir wichtig ist und für Deine Geschichte Relevanz hat. Das ist eine rein individuelle Angelegenheit. Du wirst sicherlich wissen, was dazu alles gehört.

Das Material

Ich empfehle Dir ganz klar, einen dicken Ordner zu benutzen. Egal ob Du eine Novelle oder ein Roman schreibst, dort findest Du den meisten Platz, als in einem dünnen Ordner. Zudem musst Du Dir keine Gedanken machen, wenn Du für einen Bereich was Neues geplant hast, wie Du es an der richtigen Stelle einheften kannst, ohne andauernd alle anderen Blätter auszuheften. Ich denke da an den Schnellhefter.

In den Schreibwarenläden gibt es diverse Register für Deine Notizen. Sie können aus Plastik oder Karton sein, Din-A4 groß oder klein, und unterschiedliche Farben haben. Was Du letztendlich wählst, ist Dir komplett überlassen. Aber ich würde Dir schon ans Herz legen, da etwas zu wählen. Wenn Du alle Notizen lose hintereinander aufreihst, kannst Du schnell die Übersicht verlieren. Und ich empfinde es besser, wenn ich einfach nur eine Ecke schnappen muss, um zu meinem Wunschthema zu kommen.

Natürlich solltest Du Papier und Stifte, eventuell einen Drucker (und damit natürlich ein PC) und genügend Patronen zur Verfügung haben. Ansonsten kannst Du Deinen Ordner nicht füllen.

Was Du noch alles benutzt, das ist völlig Dir überlassen. Wenn Du willst, kannst Du natürlich auch ein Schnellhefter benutzen oder auch ein schönes Notizbuch. Hauptsache Du kommst mit dem Ergebnis klar. Das ist letztendlich das Wichtigste.

Abschlussgedanken

Als Nalini Singh und Tina Folsom auf der LLC von der „Story Bible“ gesprochen haben, vielen mir die Augen aus dem Kopf. Denn ich habe diese Methode schon länger benutzt, ohne dass ich dem Ganzen einen Namen gegeben hatte oder auch wusste, wie man es hätte bezeichnen können.

Vermutlich benutzt Du selbst eine Form der Geschichtenbibel und hast es vielleicht bisher auch nicht so direkt benennen können. Vielleicht ist dieser Beitrag für Dich eine Inspiration Dich mehr damit zu beschäftigen. Ich werde es auf alle Fälle machen.

Ansonsten freue ich mich von Dir zu hören, wie Deine Geschichtenbibel aufgeteilt ist. Und ob Du überhaupt vorhast, Dir eine anzuschaffen. Denn ja, es gibt durchaus Autorinnen und Autoren, die keine haben. Einige bereuen es, andere leben damit.

Bestandaufnahme

Schau Dir alles an, was Du so an Notizen, Charakterbeschreibungen und Derartiges hast. Befindet sich alles an einem Ort oder bist Du eher (so wie ich zeitweise) eine Chaoskönigin bzw. ein Chaoskönig und hast alles schön säuberlich in Deiner Wohnung verteilt?

Wenn dem so ist, dann wäre es Zeit, dass Du Dir überlegst, Deine eigene Geschichtenbibel anzuschaffen, oder?

Deine eigene Geschichtenbibel

Überlege Dir, ob Du eine digitale oder eine eher ausgedruckte Variante haben möchtest. Dann trage alles zusammen, was Du hast und sortiere Deine Unterlagen. Wenn Du möchtest, kannst Du Dir auch noch Ordner oder Registerkarten kaufen und damit arbeiten.

Starte rechtzeitig

Wenn Du noch am Anfang Deiner Geschichte stehst, ist es noch nicht zu spät, jetzt eine Geschichtenbibel anzufangen. Du ersparst Dir sicherlich viel Zeit und einige Frustrationen, wenn Du es jetzt anfängst, anstatt, wenn das dritte oder dreizehnte Band schreibst. Daher überlege Dir am Wochenende, ob Du Dir nicht auch so etwas anschaffen möchtest.
Melde Dich für meinen kostenfreien Newsletter an.

Advertisements

Über Frau Schreibseele

eine schreibende, die auf den weg zu ihrer ersten geschichte ist. und bis dahin gibt es beiträge rund ums schreiben, lesen und erleben auf meinem blog :)
Dieser Beitrag wurde unter Allgemeine Schreibtipps abgelegt und mit , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

10 Antworten zu Deine persönliche Geschichtenbibel

  1. Evanesca Feuerblut schreibt:

    Da ich mobil sein muss (Pendlerin, dauernd irgendwo anders am Schreiben, auch mal im Ausland), kommt für mich eine analoge Informationssammlung leider nicht in Frage (so wie ich mich kenne, würde ich sie immer genau dann benötigen, wenn ich gerade 400 km entfernt bin).
    Ich habe meine Infos alle digital, genauer: In einem nichtöffentlichen Teil meines eigenen Forums, bequem nach Unterpunkten sortiert und immer extern gesichert ❤

    Gefällt mir

  2. effieweka schreibt:

    Oh – jetzt habe ich einen Namen dafür! 🙂 Ich arbeite damit schon eine geraume Zeit und weiss jetzt endlich, dass es sich bei meinen ausgesuchten beiden DinA5-Notizbüchern um Geschichtenbibeln handelt! 🙂 Ich liebe es mich mit ihnen zu befassen und werde es mit Freuden weiter tun –

    Gefällt mir

    • Carola vom schreibkasten schreibt:

      Ich war auch begeistert zu hören, dass es dafür ein Name gibt. Denn meine Sachen habe ich schon immer in Ordner organisiert und es nur mein Schreibordner genannt. Doch auf der LLC wurde es so genannt und man kann es durchaus verwenden.

      Und ich liebe es auch, damit zu arbeiten.

      Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s